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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. Februar 2018

Trauer um Elfriede Irrall

Österreichische Schauspielerin starb mit 80 Jahren

Die österreichische Theater- und Fernsehschauspielerin Elfriede Irrall ist kurz nach ihrem 80. Geburtstag in einem Wiener Krankenhaus gestorben. Ihre Schauspielkarriere begann in jungen Jahren: bereits mit vierzehn Jahren konnte Irrall dank einer Ausnahmegenehmigung die Schauspielschule besuchen, ihr Bühnendebüt gab sie als 17-Jährige. Sie spielte an Theatern in Wien (Theater in der Josefstadt, Wiener Volkstheater) und Berlin (Renaissance-Theater, Freie Volksbühne und Schaubühne). Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verließ sie das Schaubühnen-Ensemble und gründete die Vagantenbühne "Theaterspielwerk". Auch im Fernsehen ("Tatort") und Radio war Elfriede Irrall zu erleben.

"Batman"-Produzent Benjamin Melniker gestorben

Er sei der "letzte Mogul" des Goldenen Zeitalters in Hollywood gewesen

Benjamin Melniker, Produzent hinter den Projekten um Superheld Batman beim Studio Warner Bros., ist im Alter von 104 gestorben. Melniker sei der "letzte Mogul" des Goldenen Zeitalters in Hollywood gewesen, schrieb sein Produzenten-Kollege Michael Uslan auf Facebook. Laut einem Bericht des "Hollywood Reporter" starb Melniker in einer Kleinstadt nahe New York. Der 1913 geborene Melniker begann seine Karriere beim Filmstuido Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) und war dort an wichtigen Film-Deals beteiligt, darunter am epischen Historienfilm "Ben Hur" (1959) und "2001: Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick. Nach seinem Abschied von MGM kaufte er mit Uslan die Filmrechte an der Comicfigur Batman, weshalb er in allen großen Batman-Produktionen der letzten drei Jahrzehnte erwähnt wird. Darunter sind etwa Tim Burtons "Batman" (1989) sowie "Batman Begins" (2005) und "The Dark Knight" (2008) von Christopher Nolan, aber auch der animierte "LEGO Batman Movie" vom vergangenen Jahr.

Grabeskirche wird wieder geöffnet

Gotteshaus war aus Protest gegen Stadtverwaltung und Regierung geschlossen

Die als Zeichen des Protests geschlossene Grabeskirche in Jerusalem öffnet wieder ihre Pforten. Das Gotteshaus werde wieder für Pilger geöffnet sein, erklärten Kirchenführer. Sie hatten die Schließung angeordnet, um gegen Steuerforderungen sowie gegen eine geplante Landrechts-Reform der israelischen Regierung zu protestieren. Die Stadtverwaltung von Jerusalem verlangt von den christlichen Kirchen die nachträgliche Versteuerung von Einnahmen aus Geschäften, die als kommerziell eingestuft werden. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat beziffert die Steuernachforderung auf rund 152 Millionen Euro. Die Kirchen hingegen beharren auf ihrer Steuerbefreiung. Weiterer Streitpunkt ist ein geplantes neues Bodenrechts-Gesetz. Damit will die Regierung nach eigenen Angaben den Status israelischer Bürger sichern, deren Häuser auf Grundstücken errichtet sind, die im Besitz der griechisch-orthodoxen Kirche waren und von dieser an private Investoren verkauft wurden. Die Kirchen fürchten, dass die Reform die Enteignung von Kirchenland ermögliche.

Regisseur Lewis Gilbert gestorben

Gilbert führte bei drei James-Bond-Filmen Regie

Der britische James-Bond-Regisseur Lewis Gilbert ("Der Spion, der mich liebte") ist tot. Das teilten die 007-Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli auf der offiziellen Website der Filmreihe mit. Gilbert wurde 97 Jahre alt. "Mit großer Trauer haben wir vom Tod unseres lieben Freundes Lewis Gilbert erfahren", hieß es in der Mitteilung. Gilbert sei ein "echter Gentleman" gewesen, der "einen enormen Beitrag" für die britische Filmindustrie geleistet habe. Seine 007-Filme seien "Klassiker der Serie". Gilbert führte bei drei Bond-Filmen die Regie, darunter auch "Man lebt nur zweimal" (1967) mit Sean Connery und "Moonraker - Streng geheim" (1977) mit Roger Moore. Zu seinen größten Erfolgen zählte außerdem der Filmklassiker "Alfie" (1966) mit Michael Caine in der Hauptrolle.

DJV fordert Aufklärung nach Mord in Slowakei

Der Fall zeige wie wichtig es sei, Journalisten bei ihrer Arbeit zu schützen

Nach dem Mord an dem slowakischen Enthüllungsreporter Jan Kuciak fordert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) eine umfassende Ermittlung der Hintergründe. "Der Fall muss umgehend und rückhaltlos aufgeklärt werden - auch, ob die vorher bekannten Bedrohungen von den Behörden ernst genommen wurden und was sie unternommen haben, um den Kollegen zu schützen", sagte DJV-Chef Frank Überall der "Heilbronner Stimme". Der Fall zeige auch, wie wichtig es sei, Journalisten in Europa bei ihrer Arbeit - und damit letztlich die Pressefreiheit - zu schützen. "Das sollten sich auch Politiker bewusst machen." Kuciak und seine Verlobte waren in ihrem Privathaus erschossen worden. Wahrscheinlichstes Motiv sei die Tätigkeit des Mannes gewesen, sagte Polizeipräsident Tibor Gaspar. Der 27-jährige Kuciak hatte im Internetportal Aktuality.sk regelmäßig über Fälle von mutmaßlichem Steuerbetrug berichtet.

Louvre gibt Monet-Gemälde an Japan zurück

"Seerosen - Spiegelung eines Weidenbaums" wieder in Tokio

Ein seit 1945 vermisstes Ölgemälde des französischen Impressionisten Claude Monet ist im Pariser Louvre wiedergefunden und nach Japan zurückgegeben worden. Das Bild "Seerosen - Spiegelung eines Weidenbaums" hatte sich vor Kriegsbeginn im Besitz des japanischen Geschäftsmanns Kojiro Matsukata befunden und sei "kürzlich" dem Nationalmuseum für Westliche Kunst in Tokio übergeben worden, sagte ein Sprecher des Museums. Der Louvre hatte das Gemälde nach Angaben des Nationalmuseums in Tokio schon im Jahr 2016 entdeckt, doch erst jetzt wurde der Fund öffentlich gemacht. Das Gemälde wird auf das Jahr 1916 datiert und zeigt schwimmende Blumen auf einem See. Der Kunstsammler Matsukata hatte das Bild 1921 offenbar persönlich bei Monet in dessen Atelier gekauft, hieß es. Während des Zweiten Weltkriegs wurden demnach rund 400 Gemälde aus der Sammlung Matsukatas nach Paris gebracht, um sie dort vor Beschädigungen zu schützen. Nach Kriegsende beschlagnahmte die französische Regierung die Kunstwerke.

Friedensforscher Ekkehart Krippendorff gestorben

Krippendorff lieferte Anfang der 70er-Jahre Argumente für die Friedensbewegung

Der Politikwissenschaftler Ekkehart Krippendorff, einer der Begründer der Friedensforschung in Deutschland, ist tot. Der frühere Professor der Freien Universität (FU) Berlin starb mit 83 Jahren in Berlin, wie seine Familie mitteilte. Krippendorf lehrte von 1978 bis 1999 am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Er schrieb auch zahlreiche Bücher zu Theater, Oper und Literatur. Mit seinen pazifistischen Positionen, die zunächst in der Kritik am Vietnam-Krieg deutlich wurden, lieferte Krippendorff Anfang der 70er-Jahre Argumente für die Friedensbewegung. Seine Forderung nach einer "Bundesrepublik ohne Armee" wurde von lokalen Initiativen aufgegriffen. Sein Sammelband "Friedensforschung" gilt als Standardwerk.

Museum Morsbroich: Leverkusen prüft Rettungskonzept

Sponsorengelder und Drittmittel sollen Maßnahmen finanzieren

Das Museum Morsbroich in Leverkusen ist der Rettung näher gekommen. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, die Maßnahmen des vorgeschlagenen Sicherungskonzepts zu prüfen. Dazu zählen höhere Eintrittspreise, eine bessere Vermarktung des denkmalgeschützten Wasserschlosses und Parks sowie auch ein Erweiterungsbau mit klimatisierten Räumen für Wechselausstellungen. Finanziert werden sollen die Rettungsmaßnahmen vor allem mit Sponsorengeldern und Drittmitteln. Das drohende Aus für das 1951 eröffnete Museum hatte bundesweit Proteste ausgelöst. Das Museum Morsbroich gehört zu den renommiertesten Häusern für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen. Zu seiner Sammlung mit 400 Gemälden und Skulpturen sowie 5000 Grafiken gehören Werke von Gehard Richter, Georg Baselitz, Rosemarie Trockel, Blinky Palermo und Sigmar Polke.

BGH weist Klage gegen Google ab

Internet-Suchmaschinen haften nicht für Such-Treffer

Internet-Suchmaschinen wie Google haften nicht für den Inhalt der mit ihrer Hilfe gefundenen Seiten. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden. Sie müssten erst reagieren, wenn sie ganz konkrete Hinweise über Persönlichkeitsrechtsverletzungen bekämen, so das Urteil. Der BGH wies damit die Klage eines Ehepaares aus dem Rheinland gegen Google ab. Als Mitbegründer eines Internetforums war es in einen Streit mit den Betreibern und Nutzern eines anderen Forums geraten. In diesem Zusammenhang wurde die Eheleute im Internet unter anderem als "Arschkriecher", "Schwerstkriminelle", "Terroristen" und "krimineller Stalkerhaushalt" beschimpft. Das Ehepaar argumentierte, weil die entsprechenden Internetseiten über Google auffindbar seien, trage die Suchmaschine zu den dortigen Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei. Der BGH betonte nun jedoch, dass die kritisierten Inhalte nicht von Google, sondern von anderen ins Internet eingestellt wurden.

Kulturrat veröffentlicht Liste bedrohter Kulturstätten

24 kulturelle Einrichtungen stehen vor der Schließung

Der Deutsche Kulturrat hat seine 30. "Rote Liste" bedrohter Kultureinrichtungen in Deutschland veröffentlicht. Von der Schließung bedroht sind demnach 24 kulturelle Einrichtungen, darunter das Millowitsch Theater in Köln, das Schloss Freienwalde in Brandenburg, Forum Konkrete Kunst Erfurt sowie das Kunsthistorisches Institut der Universität Osnabrück, wie aus der veröffentlichten Liste hervorgeht. Andere Einrichtungen wie das Mutter-Museum im bayerischen Amorbach wurden bereits geschlossen. Gesichert werden konnte indes die Finanzierung der Thomas Mann Villa in Los Angeles und auch das Musical Theater in Bremen ist laut Kulturrat nicht mehr gefährdet. Mit der Roten Liste will der Kulturrat - analog zu den Roten Listen der Tiere und Pflanzen - auf die Bedrohung von Kultureinrichtungen in Deutschland aufmerksam machen.

Jacke von James Dean wird versteigert

Dokument einer bedeutenden Zeitspanne unserer Kultur

Eine von James Dean im Film "...denn sie wissen nicht, was sie tun" getragene Jacke wird am Samstag in Florida versteigert. Der Wert des kirschroten Kleidungsstücks aus Nylon wird auf etwa 325 000 bis 487 000 Euro geschätzt, wie der Mitbesitzer des Auktionshauses Palm Beach Modern Auctions, Rico Baca, mitteilte. Weil Dean so jung gestorben sei und in nur drei Filmen mitgespielt habe, gebe es nur wenige Sammlerstücke, die mit dem Schauspieler in Verbindung stünden, erklärte Baca. Der Auktionator sagte, die Jacke sei so wichtig für die Popkultur wie ein Kleid, das von Schauspielerin Marilyn Monroe getragen worden sei, ein Strassanzug von Elvis Presley oder Handschuhe von Michael Jackson. "Sie repräsentiert einfach eine wirklich bedeutende Zeitspanne unserer Kultur in den 1950ern", sagte Baca. James Dean war im September 1955 im Alter von 24 Jahren bei einem Autounfall getötet worden, rund einen Monat vor der Premiere des Films.

US-Folksängerin Joan Baez kündigt letzte Konzerte an

77-Jährige ist für politisches Engagement bekannt

Die für ihre Protestlieder bekannte US-Folksängerin Joan Baez hat die letzten "formellen" Konzerte ihrer Karriere angekündigt. Geplant seien von September bis Mitte November rund 30 Auftritte in den USA und Kanada, teilte die 77-Jährige auf Facebook mit - darunter im historischen Beacon Theatre in New York und der Country-Hochburg Nashville in Tennessee. Das letzte Konzert soll am 17. November im kalifornischen Oakland stattfinden. Die "Fare Thee Well Tour", die am Freitag im schwedischen Stockholm beginnt, führt Baez auf Dutzenden Terminen im Frühjahr und Sommer durch Europa. Sie macht dabei auch in mehreren deutschen Städten Station.

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