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Kulturnachrichten

Montag, 21. Dezember 2020

Transplationsmediziner kritisiert "Tatort" zu Organraub

An dem gestern Abend ausgestrahlten "Tatort" aus Wien zum Thema Organraub kommt Kritik vom Münchner Transplantations-Mediziner Bruno Meiser. Gegenüber der Bild-Zeitung gab Meiser zu bedenken, die Darstellung von Morden an Obdachlosen, denen Organe entnommen werden, könnte das Publikum verunsichern. Das werde möglicherweise auf Kosten der Spendenbereitschaft gehen und Menschenleben kosten. Meiser betonte, ein Fall wie im gestrigen "Tatort" sei ihm noch nie untergekommen. Eine Sprecherin des Österreichischen Rundfunks antwortete auf die Vorwürfe, es handele sich um einen fiktionalen Film, der die Möglichkeit der erzählerischen Überhöhung biete.

Roxette-Drummer Pelle Alsing gestorben

Ein Jahr nach dem Tod von Roxette-Sängerin Marie Fredriksson ist nun auch der Schlagzeuger der schwedischen Band, Per "Pelle" Alsing, gestorben. Alsing wurde 60 Jahre alt. Die Managerin der Band bestätigte seinen Tod der schwedischen Zeitung "Aftonbladet". Pelle Alsing begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren und wurde 1986 Schlagzeuger bei Roxette. Roxettes Platten wurden weltweit 75 Millionen Mal verkauft.

Pferd schneller als Daten-Übertragung

Ein Experiment des Fotografen Klaus-Peter Kappest aus dem Sauerland sorgt für Aufsehen im Internet. Er schickte zwei Reiter mit einer DVD voller Bilder zu einer zehn Kilometer entfernten Druckerei - und lud die 4,5 Gigabyte Daten parallel über einen Transfer-Service hoch. Das Pferd war laut Kappest nach 104 Minuten am Ziel und überholte das Übertragungsprogramm, das mehr als fünf Stunden gebraucht habe. Ziel des Fotografen war es, auf das langsame Internet an seinem Wohnort hinzuweisen. Tatsächlich brauchte allerdings auch diese Geschichte etwas Zeit, bis sie im Internet zahlreich geteilt wurde. Das Experiment lief bereits am 11. November.

Bund ermöglicht 1.500 Stipendien für klassische Musik

Freischaffende klassische Musiker können sich für ein vom Bund finanziertes Stipendium bewerben. Vergeben werden 1.500 Stipendien zu jeweils 6.000 Euro, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte. Insgesamt stehen zehn Millionen Euro aus dem Corona-Konjunkturprogramm "Neustart Kultur" zur Verfügung. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet eine Jury. Bewerbungen sind im Zeitraum vom 29. Dezember bis zum 17. Januar möglich. Umgesetzt werden die Stipendien vom Deutschen Musikrat.

Tschechischer Protestsänger Svatopluk Karasek tot

Der tschechische Liedermacher und frühere Dissident Svatopluk Karasek ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 78 Jahren, wie die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in Prag mitteilte. Als junger Pfarrer geriet Karasek in der damaligen Tschechoslowakei in Konflikt mit den herrschenden Kommunisten.
Inspiriert von der Beat Generation, komponierte er Protestlieder mit biblischen Motiven, die viele junge Leute begeisterten. Am bekanntesten wurde ein Song mit dem übersetzten Titel "Sag Nein zum Teufel". Die tschechoslowakischen Behörden entzogen Karasek die staatliche Zustimmung zur Ausübung des Pfarramts. Anfang 1980 wurde er zur Emigration gezwungen und fand in der Schweiz als Geistlicher in Bonstetten und in Zürich eine neue Heimat. 1997 kehrte Karasek nach Prag zurück und war dort von 2002 bis 2006 Parlamentsabgeordneter und von 2004 bis 2006 Menschenrechtsbeauftragter der tschechischen Regierung.

Studie zum Einfluss von Corona auf moralische Werte

Eine neue Studie der Universität Magdeburg und weiterer Hochschulen soll den Einfluss der Corona-Pandemie auf grundlegende Werte in der Gesellschaft untersuchen. Zentral geht es dabei um die Frage, ob der "moralische Kompass" in der weltweiten Krise stabil bleibt oder sich aufgrund von Ängsten und Unsicherheit sichtbar verschiebt, wie die Uni Magdeburg mitteilte. Für die 18-monatige Untersuchung werden den Angaben nach je 2.000 Menschen aus Deutschland und Großbritannien zu ihren persönlichen Einstellungen in der Corona-Krise befragt. Beide Länder seien ausgewählt worden, weil sie wirtschaftlich gut vergleichbar, jedoch in ihrem Umgang mit der Pandemie sehr verschieden seien, hieß es. Auch die Universitäten in Bremen, Lüneburg und Edinburgh sind an der Studie beteiligt

"Silly"-Schlagzeuger Mike Schafmeier gestorben

Der Schlagzeuger Mike Schafmeier, Gründungsmitglied der Rockband "Silly", ist tot. Er starb bereits am Samstag im Alter von 71 Jahren, wie Gitarrist Thomas Fritzsching auf seiner Facebook-Seite mitteilte. Schafmeier war bis 1984 bei "Silly". Zu hören ist er auf den Alben "Tanzt keiner Boogie?" von 1981 und "Mont Klamott" aus dem Jahr 1983. Auch am Mikro stand Schafmeier: 1979 sang er den Kneipen-Song „Der letzte Kunde“. Nach seiner Zeit bei "Silly" spielte der Schlagzeuger 30 Jahre bei der Kabarett-Band MTS.

Kinderschutzbund fordert Ferien bis Ende Januar

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert wegen der Corona-Pandemie die Weihnachtsschulferien bis Ende Januar zu verlängern. "Es ist kaum damit zu rechnen, dass bis zum 10. Januar eine grundlegende Besserung eintritt", sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers der "Rheinischen Post". Für den 10. Januar ist bisher das Ende des Lockdowns anvisiert, Bund und Länder beraten darüber aber am 5. Januar. "Ich würde die Ferien verlängern und dabei Ende Januar in Aussicht stellen. Sollten die Infektionszahlen sich nicht kurzfristig ändern, gibt es dazu keine Wahl", sagte Hilgers. "Im Gegenzug müssten die Sommerferien um drei Wochen gekürzt werden."

Neubau des Historischen Archivs Köln fertig

Rund elf Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs in der Kölner Südstadt ist der Neubau am Eifelwall weitgehend fertiggestellt. Das Gebäude wird das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv beherbergen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die Planungs- und Baukosten betragen voraussichtlich rund 90 Millionen Euro. "Planerisch wie baulich wurde hier Großartiges realisiert. Entstanden ist Europas modernstes kommunales Archiv", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Der Neubau wurde nötig, weil das Historische Archiv der Stadt Köln am Waidmarkt am 3. März 2009 eingestürzt war. Ursache waren unsachgemäße Tiefbauarbeiten bei der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn. Zum Zeitpunkt des Einsturzes hatten sich rund 27 laufende Kilometer Akten, etwa 62.000 Urkunden, 329.000 Karten, Pläne und Plakate, 500.000 Fotos sowie annähernd 2.500 Tonträger und Videos in dem Archiv befunden. In der gut zweieinhalb Jahre dauernden Bergungsphase konnten 95 Prozent davon geborgen werden.

Das Parlament als Bühne der Nation

Dass die Digitalisierung in Deutschland „kräftige Anstöße“ bekommen hat, sieht Bundestagspräsident Schäuble als einen positiven Effekt der Coronakrise. Er hoffe darauf, in Zukunft bei digitalen Parteitagen, wie die CDU jetzt einen plant, auch digitale Wahlen abhalten zu können, was bisher noch nicht geht, sagte er im Deutschlandfunk. Nicht durch digitale Technik zu ersetzen ist nach Einschätzung des Bundestagspräsidenten allerdings das persönliche Zusammenkommen der Abgeordneten im Plenum des Parlaments. „Die eigentliche parlamentarische Arbeit findet im Plenarsaal statt“, so Schäuble. Das Parlament sei eine Bühne – nicht im abwertenden Sinne, sondern im Sinne eines „Forums der Nation“. Eine Bühne, auf der die Vielfalt von Meinungen und Interessen, die zur Freiheit gehörten, sichtbar würden. Es gehe um Emotionen, um eine lebendige Debatte. Sogar das Unsachliche gehöre zum politischen Streit. Zum Auftreten der AfD, die seit dieser Legislaturperiode im Bundestag sitzt, äußerte sich Schäuble entspannt: Es gebe „ein paar Ordnungsrufe mehr“ als zuvor, „aber lieber Himmel, das ist auch nicht so schlimm“. Der Bundestag sei noch immer ein „ziemlich zivilisiertes Parlament“.

Ikonen-Bild sorgt für diplomatische Verwicklungen

Eine mutmaßlich im Ukraine-Krieg erbeutete Ikone hat in Bosnien für diplomatische Verwicklungen gesorgt. Das 300 Jahre alte Kunstwerk war am vergangenen Montag dem russischen Außenminister Sergej Lawrow bei dessen Besuch im serbischen Teil von Sarajevo geschenkt worden, wie Medien in Bosnien berichteten. Die vergoldete Ikone stammt aus der ostukrainischen Stadt Lugansk, die von prorussischen Separatisten kontrolliert wird. In den offiziellen Bildern vom Besuch Lawrows ist auf dem Heiligenbild der Herkunftsstempel zu erkennen. Auf dieser Grundlage wandte sich die ukrainische Botschaft an die Regierung in Sarajevo und verlangte Aufklärung darüber, wie die Ikone nach Bosnien gelangte. Moskau erklärte indes, dass es das zweifelhafte Geschenk vorerst zurückschicken werde, damit mit Hilfe von Interpol die Herkunft des Heiligenbilds geprüft werden könne, hieß es vom russischen Außenministerium in Moskau.

Aus Kult-Serie "Sopranos" wird ein Film

Die Kult-Serie "Sopranos" wird nächstes Jahr als Film zurückkehren. In dem Streifen "The Many Saints of Newark" soll es um den Aufstieg des jungen Tony Soprano in der organisierten Kriminalität gehen. Das berichtet die Zeitung "The Independent". Die Rolle wird von Michael Gandolfini übernommen, dem Sohn des 2013 verstorbenen US-Schauspielers James Gandolfini, der Tony Soprano in der Serie dargestellt hatte. In dem Film spielen unter anderem auch Ray Liotta, Vera Farmiga und Jon Bernthal mit. Die HBO-Serie "Sopranos" lief von 1999 bis 2007 und gewann 21 Emmys.

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