Seit 23:05 Uhr Fazit
Mittwoch, 21.10.2020
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Forschung und Gesellschaft / Archiv | Beitrag vom 03.04.2014

TransfusionsmedizinDer Stoff, aus dem das Leben ist

Spenderblut in Deutschland wird knapp

Von Thomas Gith

Podcast abonnieren
Eine Mitarbeiterin des Blutspendedienstes hält in der Rettungszentrale des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Bamberg (Bayern) einen Beutel mit Spenderblut. (picture alliance / dpa / David Ebener)
Eine Mitarbeiterin des Blutspendedienstes hält in der Rettungszentrale des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Bamberg (Bayern) einen Beutel mit Spenderblut. (picture alliance / dpa / David Ebener)

Kranke Menschen und Operierte brauchen Blut. Doch in Deutschland sind Blutkonserven Mangelware. Denn es gibt immer weniger freiwillige Spender. Und nicht jeder kommt infrage.

Rund 4,8 Millionen Vollblutspenden gab es 2012 in Deutschland. Damit wurde der Bedarf gerade so gedeckt. Das Blut brauchen Menschen, die etwa bei Herzoperationen zu viel davon verlieren. Oder Krebspatienten, die wegen einer Chemotherapie schlechte Blutwerte haben. Transfusionsmediziner warnen, dass die Spenden in Zukunft wahrscheinlich nicht ausreichen werden. Die Rechnung ist einfach: Der Bedarf steigt, die Bereitschaft zur Spende sinkt. 

Der 41-jährige Christian Leschmann hatte Knochenmarkkrebs. Er bekam gesundes Knochenmark von einem Spender und besiegte die Krankheit. Aber sein blutbildendes System ist durch die Transplantation heftig durcheinander geraten, denn die blutbildenden Zellen befinden sich im Knochenmark. "Ich brauche das Blut, um weiter existieren zu können", sagt er. 

Transfusionsmedizin ist überhaupt nur möglich, weil Menschen freiwillig Blut spenden. Die Bereitschaft dazu hat aber nachgelassen, stellt etwa Dr. Ulrich Kalus, Oberarzt am Institut für Transfusionsmedizin an der Berliner Charité fest. Eine Ursache dafür sei, dass die Menschen mehr unter Zeitdruck stünden.

Die Mediziner berichten von dramatischen Engpässen. Wenn kein Konserven - etwa für die seltene Blutgruppe Null - vorhanden sind, kann eine lang geplante Operation nicht stattfinden. Blutspendezentren versuchen deshalb, einen festen Stamm an Spendern zu gewinnen, die sie in einem solchen Notfall anrufen können. 

Lesen Sie hier das ganze Manuskript zur Sendung:

Manuskript im PDF-Format
Manuskript als Text-Format

Mehr zum Thema:
05.04.2012 | ELEKTRONISCHE WELTEN
Lebensretter im Scheckkartenformat
Rotes Kreuz führt neuen Blutspendeausweis ein
14.06.2010 | THEMA
Böses Blut
Homosexuelle Männer dürfen nicht Blut spenden - und wehren sich dagegen
23.09.2008 | THEMA
Mediziner warnt vor Blutkonservenmangel
Greinacher: In 20 Jahren fehlen in ganz Deutschland 20-30 Prozent der benötigten Blutspenden

Forschung und Gesellschaft

ErnährungSchön schwanger?
Eine schwangere Frau hält ihren Bauch. (dpa/Fredrik von Erichsen)

Auch Schwangere müssen sich heute Schönheitsidealen unterwerfen, und so gilt auch für sie: je schlanker, umso schöner. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr Mütter unter Essstörungen leiden.Mehr

Gen-AnalyseZukunft der Forensik
Ein Mitarbeiter der Abteilung Interdisziplinäre Untersuchungen sichert Spuren an einem Papierbogen in einem technischen Labor des Landeskriminalamt Schleswig-Holstein. (picture alliance / dpa / Foto: Olaf Malzahn)

Blauäugig, schwanger und rothaarig: Aus Erbmolekülen einer einzelnen Körperzelle lassen sich immer mehr Informationen extrahieren. Doch nicht alles, was Forscher aus Spuren lesen können, dürfen Polizisten verwenden.Mehr

Pre-PolicingZukunft der Forensik
Blaulicht eines Polizeiautos, das von einer Pkw-Fensterscheibe reflektiert wird (picture alliance / dpa)

"Tundra Freeze" heißt das Programm, mit dem der US-Geheimdienst NSA Gesichter von Bildern identifizieren will, die er massenweise im Internet gesammelt hat. Sogenannte Zielpersonen auf der ganzen Welt können damit ausfindig gemacht werden.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur