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Interview / Archiv | Beitrag vom 02.03.2018

Tournee der Rockband "Franz Ferdinand" "Musikantenstadl in der Popversion"

Juliane Reil im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Foto IPP / Matteo Rossetti Milano 04/02/2018 Trasmissione televisiva Che Tempo Che Fa Nella foto: Alex Kapranos leader dei Franz Ferdinand PUBLICATIONxNOTxINxITAxFIN 0 (imago stock&people)
Der Sänger Alexander Kapranos von der Rockband "Franz Ferdinand" (imago stock&people)

Als merkwürdigen Nostalgietrip erlebte unsere Musikkritikerin Juliane Reil das Konzert der britischen Rockband "Franz Ferdinand" in Hamburg. Popschlager zum Mitklatschen und schlichte Parolen überzeugten sie nicht.

Vor zehn Jahren waren sie eine der prägenden Rockbands aus Großbritannien: die schottische Formation "Franz Ferdinand", deren Name deutsch ausgesprochen wird. Mit Hits wie "Take Me Out" aus ihrem selbstbetitelten Debüt von 2004 landete die Band um Sänger Alex Kapranos weit oben in den Charts, in Europa und bald auch in Übersee. Später wurde es stiller um die Band, nun ist sie auf Tournee und hat ihr erstes Konzert in Deutschland gegeben.

Animateur im Leoparden-Jackett

Popschlager zum Mitklatschen und schlichte Parolen erlebte unsere Musikkritikerin Juliane Reile beim ersten Konzert in Hamburg. "Ein bisschen Musikantenstadl in der Popversion würde ich sagen mit überdimensional großer Leinwand und aufwändiger Lichtshow", sagte Reile im Deutschlandfunk Kultur. Im Zentrum der Band habe der hagere Leadsänger Alex Kapranos gestanden, der vor zehn Jahren noch cool gewesen sei. "Gestern mimte er eher den Animateur im Leoparden-Jackett, der nur Plattitüden von sich gegeben hat." Die Band habe fast alle Songs des neuen Albums "Always Ascending" und alle älteren großen Hits gespielt.

Gitarrengewitter mit Disco-Beat

Die Musiker hätten sich leider seit ihren erfolgreichen Anfängen wenig weiter entwickelt, kritisierte Reile. "Heute wirkt das 13 Jahre später etwas dünn im Gitarrengewitter mit Disco-Beat mehrere dutzend Male ´I´m a lazy boy` zu singen." Kapranos sei eben inzwischen auch 45 Jahre alt und kein "boy" mehr. Die Performance sei allerdings mit den beiden Neu-Zugängen der Band über das ganze Konzert hinweg auf einem hohen Niveau gewesen.

Treues Publikum  

Das Publikum klatschte und grölte mit. Die Leute zwischen 30 und 40 Jahren seien der Band offenbar treu geblieben, sagte die Kritikerin. "Das Schlagermäßige war anscheinend kein Ausschlusskriterium – im Gegenteil." Das Konzert sei ein merkwürdiger Nostalgietrip gewesen.

Weitere Konzerte während der internationalen Tournee von "Franz Ferdinand" sind am 5. März im Palladium in Köln, am 7. März im Tempodrom in Berlin, am 12. März in der TonHalle in München, 22. Juni beim Hurricane Festival in Scheeßel. Eine Übersicht über die internationale Tournee finden Sie hier:      

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