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Breitband | Beitrag vom 03.08.2013

TopicBis in den Körper

Technik und Mensch wachsen zusammen. Wer kontrolliert wen?

Cyborg, das steht für «Cybernetic Organism», also für ein Mischwesen aus Organismus und Maschine. Das ist nicht mehr Science Fiction, sondern längst Realität.

Unsere Gesellschaft verwandelt sich gerade in eine Welt der Borgs. Wie das Volk aus dem Star Trek Universum verbessern sich immer mehr Menschen durch Technik. Kritiker fürchten, dass das große Risiken birgt: Unternehmen könnten Profit daraus schlagen, die Regierung uns noch stärker überwachen, vielleicht würden wir sogar gleichschaltet. Mit Google Glass, so die Kritiker, sind die ersten Schritte gemacht. Die Gruppe «Stop The Cyborgs» will eine Horrorvision verhindern.

Der Blogger Enno Park gehört hingegen zu den Avantgardisten, die die Entwicklung begrüßen. Er ist Aktivist einer neuen Bewegung, die das Menschmaschinesein propagiert und für die Rechte von Cyborgs eintritt. Park kann wieder hören, seit er ein Cochlea-Implantat trägt. Nun will er das Gerät hacken, um seine Sinne zu erweitern. (Interview-Transkript als PDF)

Wir sprechen mit Park über das Leben als Menschmaschine: Was bringt die Cyborgisierung? Üben Cyborgs einem Druck auf andere Menschen aus, sich ebenfalls technisch zu verbessern - oder werden Cyborgs selbst diskriminiert? Was für Probleme treten bei der Kontrolle von Daten, Hard- und Software auf?

Mit der digitalen Integration des Menschen wird immer wichtiger, wie und für wen Daten und Algorithmen verfügbar sind. Bei der Frage, wer nun wen kontrolliert - der Mensch die Maschine oder die Maschine den Menschen - spielt das eine zentrale Rolle.

Das zeigt der Fall von Lukas Hartmann - kein Cyborg, aber neugieriger Programmierer, der wissen wollte, was in seiner DNA geschrieben steht. Er schickte seine DNA an die amerikanische Analysefirma 23andme und bekam eine düstere Diagnose zurück: Er habe ein hohes genetisches Risiko, an einer seltenen und häufig tödlich endenden Form von Muskelschwund zu erkranken. Wie er auf die Spur des falschen Algorithmus hinter dieser Diagnose kam und sich damit selbst "heilte", hat er Anja Krieger erzählt. Sein Fazit: Nicht nur die Daten sollten offen sein, sondern auch die Algorithmen.

Links

The Independent: Großbritannien will Google Glass für Autofahrer verbieten, bevor das Gerät auf dem Markt ist.

Rawstory: Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA warnt vor Schwachstellen in medizinischen Geräten - Herzschrittmacher können manipuliert werden

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