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Thema / Archiv | Beitrag vom 19.02.2010

Tom Tykwer: Gelungene Filme fangen Unerwartetes ein

Regisseur: Afrikanische Mentalität beim Dreh von "Soul Boy" hat mich von "eingerasteten" Mustern befreit

Tom Tykwer, Hawa Essuman, Billy Kahora (v.l.) beim Dreh von "Soul Boy" (Berlinale)
Tom Tykwer, Hawa Essuman, Billy Kahora (v.l.) beim Dreh von "Soul Boy" (Berlinale)

Tom Tykwer setzt auf unvorhergesehene, nicht im Drehbuch festgehaltene Momente, wenn er dreht. "Ein großer Teil von wirklich gelungenen Filmen besteht darin, dass sie etwas einfangen, was unerwartet ist und was eben nicht geplant und ( ... ) durchprogrammiert abgewickelt wird", sagte der Regisseur.

In gut durchorganisierten Produktionen wie beispielsweise seinem Film "The International" sei es ein großer Kraftakt, solche Momente zu erzeugen. Beim Drehen des Films "Soul Boy", der jetzt auf der Berlinale gezeigt wird, seien er und die Regisseurin Hawa Essuman hingegen fast ununterbrochen in solchen Situationen gewesen.

"Das ist für mich als Filmemacher ( ... ) ein echter Luxus, das so zu erleben", sagte Tykwer über den Film, der in einem Slum von Nairobi gedreht wurde. Die afrikanische Mentalität habe ihn sowohl in kreativer als auch organisatorischer Hinsicht von Mustern befreit, in denen er über die Jahre "eingerastet" sei.

"Was wir nie verlernen dürfen (ist) die Idee des Filmemachens als Suche nach einem interessanten Moment", sagte Tykwer. Es sei bei vielen Filmen so, dass nach dem Dreh erst einmal nur chaotisches Material vorliege. Diese Filme entstünden dann am Schneidetisch noch einmal neu. In mühevoller Kleinarbeit wachse eine Struktur hinein. "Soul Boy" wurde nach Angaben Tykwers in 13 Tagen gedreht und dann ein ganzes Jahr bearbeitet.

Das vollständige Gespräch können Sie bis zum 19.7.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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