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Kulturnachrichten

Dienstag, 11. Mai 2021

Tom Cruise gibt Golden-Globe-Trophäen zurück

Der Verband der Auslandspresse in Hollywood, der alljährlich die Golden Globes verleiht, ist weiter unter Druck geraten. Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien soll der Schauspieler Tom Cruise seine drei Golden Globes aus Protest zurückgegeben haben. Nach wachsender Kritik an dem Verband hat auch der US-Sender NBC Konsequenzen gezogen. Er kündigte an, die Globe-Gala im kommenden Jahr nicht auszustrahlen. Dem Globe-Verband werden unter anderem fehlende Diversität und intransparente Kriterien bei der Mitgliedschaft vorgeworfen. In der vergangenen Woche hatten die knapp 90 Mitglieder zwar Reformen versprochen, so etwa die Aufnahme von Afroamerikanern. Stars wie Scarlett Johansson und Mark Ruffalo sowie wichtige Firmen in Hollywood kritisierten die angekündigten Neuerungen als nicht weitreichend genug.

Pariser Gedenkstätte für Terroropfer geplant

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen Ort für die geplante Gedenkstätte für die Opfer des Terrorismus in Paris festgelegt. Sie soll nach Angaben des Präsidialbüros vom Dienstag unweit des Denkmals für die französischen Widerstandskämpfer gegen die Nazis entstehen, das auf dem Mont Valérien westlich von Paris angesiedelt ist. Macron wolle damit die französische "Widerstandskraft" hervorheben, hieß es. Der Grundstein für die neue Gedenkstätte könnte laut Macrons Büro im März 2022 gelegt werden. Sie soll in einem früheren Schulgebäude in dem Pariser Vorort Suresnes unterkommen, das ab 1935 tuberkulosekranke Kinder beherbergte.

Balletttänzer wegen Übergriffen schuldig gesprochen

Ein zuletzt in Deutschland unter Vertrag stehender Balletttänzer ist von einem Gericht in London wegen mehrerer sexueller Übergriffe und einer Vergewaltigung schuldig gesprochen worden. Wie die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstag berichtete, erwartet den 49-Jährigen eine lange Haftstrafe. Das Strafmaß soll am 18. Juni verkündet werden. Die Übergriffe spielten sich demnach während der Tätigkeit des Tänzers am English National Ballett zwischen 2009 und 2016 ab. Die Opfer waren zur Tatzeit zwischen 16 und 18 Jahre alt. Der Verurteilte befindet sich den Berichten zufolge bereits in Untersuchungshaft in Großbritannien.

Maya-Skulpturen an Mexiko und Guatemala zurück

Insgesamt 13 Maya-Skulpturen, die in einem Bauernhaus in Klötze im Altmarkkreis Salzwedel entdeckt wurden, sollen an deren Ursprungsländer Mexiko und Guatemala übergeben werden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) werde die Artefakte am 28. Mai an Diplomaten aus den beiden Ländern überreichen. Der ehemalige Besitzer des Hauses hatte die Behörden auf die Spuren der Skulpturen gebracht. Das Land hatte einen Experten mit der Begutachtung der Fundstücke beauftragt. Dieser bestätigte die Echtheit der Stücke, lediglich eine weitere gefundene Figur war seiner Expertise nach eine Kopie. Die echten Skulpturen sollen bis zu 1500 Jahre alt sein.

Hans Hansens Archiv geht an Kunstmuseum Hamburg

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg erhält das Lebenswerk und die Sammlung von Hans Hansen (*1940). Hansen gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Sach- und Produktfotografie der Nachkriegszeit in Deutschland. Er übergibt sein gesamtes Archiv, das aus rund 10.000 Diapositiven, Briefen und Dokumenten besteht, als Schenkung. Hans Hansen schrieb mit seinen reduzierten Bildfindungen Fotogeschichte, seine Arbeiten sind von Minimalismus geprägt und heben sich deutlich von der üblichen Produkt- und Werbefotografie ab. Seit 1963 fotografiert der in Hamburg lebende Fotograf weltweit Werbekampagnen für
designorientierte Unternehmen und prägte deren Markenimage durch seine reduzierte, klare Bildsprache entscheidend mit. Zudem realisierte er auch redaktionelle Beiträge für Zeitschriften wie Geo und das Greenpeace-Magazin, für den "Stern" fotografierte er viele Jahre auch Food-Stillleben.

Zentrum fördert Herkunftsforschung für Benin-Bronzen

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste stellt kurzfristig Fördermittel für die Herkunftsforschung der sogenannten Benin-Bronzen zur Verfügung. Die Diskussion um die Rückgabe der Skulpturen an Nigeria betreffe nicht nur große Institutionen wie das Berliner Humboldt Forum, erklärte das Zentrum in Magdeburg. Auch kleinere Einrichtungen besäßen Kulturgüter, die möglicherweise auf Beschlagnahmungen und Plünderungen im Königspalast in Benin City 1897 zurückgehen. Damit auch sie solche Objekte in ihren Beständen identifizieren könnten, stellt das Zentrum bis zu 25.000 Euro für eine Projektdauer von bis zu sechs Monaten zur Verfügung. Als Benin-Bronzen wird ein Ensemble von rund 3.000 Skulpturen und Objekten bezeichnet. Sie schmückten den Königspalast des damaligen Königreichs Benin im heutigen Nigeria und wurden infolge der Kolonialisierung im 19. Jahrhundert nach Europa und in die USA gebracht.

NRW erhält Institut für die Digitalisierungsforschung

Nordrhein-Westfalen erhält ein eigenes Institut für die Digitalisierungsforschung. Das Center for Advanced Internet Studies (CAIS) – so der Name der neuen Einrichtung - soll Lösungen für digitale Transformation und Teilhabe im Alltag finden.Erforscht werden soll unter anderem, wie digitale Innovationen die Demokratie verändern, inwiefern Künstliche Intelligenz (KI) für das Gemeinwohl und im Bildungsbereich eingesetzt werden kann oder wie die Digitalisierung bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen kann. Ziel ist es, den Prozess der Digitalisierung aktiv zu gestalten und ihre Chancen gesellschaftlich breit nutzbar zu machen. Das in Bochum angesiedelte Forschungsinstitut CAIS wird mit zunächst 2,1 Millionen Euro im Jahr 2021 und im Endausbau ab 2024 mit jährlich sechs Millionen Euro von NRW unterstützt.

Museum sucht gebrauchte Mobil-Telefone

Für eine Ausstellung zur 25-jährigen Geschichte des Smartphones sucht das Museum für Kommunikation (MFK) in Frankfurt a.M. gebrauchte Handys. Es sollten Geräte sein, die den Übergang vom Handy zum Smartphone zeigen, sagte heute der Kurator des Projekts. Außerdem sollen die Einreicher ihre persönliche Geschichte schildern, zum Beispiel, wie sich ihre Nutzung verändert hat und ob sie ein besonderes Erlebnis mit dem Smartphone verbinden – etwa eine Liebesgeschichte, die sich durch eine App entwickelt hat, oder ein Traumjob, den man nur dank des Smartphones bekommen habe. Die Exponate werden vorerst nur in einer virtuellen Ausstellung gezeigt, die am 15. August mit einem Festakt eröffnet werden soll.

Die Grimme-Preisträger stehen fest

Die Gewinner des Grimme-Preises, des renommiertesten Fernsehpreises in Deutschland, stehen fest. Die Gewinner sind unter anderen Mai Thi Nguyen-Kim für ihre "breitenwirksame Informationsvermittlung zum Thema Corona", die Folge "Männerwelten" des Pro 7-Formats "15 Minuten Joko & Klaas" und die Netflix-Serie "Unorthodox" über eine jüdische Frau. Isabel Schayani erhält den Grimme-Preis Spezial für ihre "kompetente, empathische und im deutschen Journalismus singuläre Berichterstattung" über die Flüchtlinge im griechischen Lager Moria. Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga wurde mit der "Besonderen Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV)" im Rahmen der Grimme-Preise ausgezeichnet. In Krisenzeiten sei "seriöser, aufklärerischer und Orientierung gebender Nachrichten-Journalismus ganz besonders gefragt". Die Verleihung des undotierten Grimme Preises soll am 27. August im Theater Marl stattfinden.

Viele Solo-Selbstständige arbeiten in Kulturberufen

Von den 1,3 Millionen Menschen, die 2019 in Deutschland in Kulturberufen gearbeitet haben, sind rund ein Drittel als Solo-Selbstständige tätig. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies entspreche 3,1 Prozent aller Erwerbstätigen, so die Statistiker. Der Anteil der Solo-Selbstständigen - also der Selbstständigen ohne weitere Beschäftigte - sei damit in den Kulturberufen fast sieben Mal so hoch wie in der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung. Laut den Angaben lag der Anteil der Selbstständigen 2019 insgesamt über alle Kulturberufe hinweg mit 38 Prozent ebenfalls deutlich höher als in der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung (10 Prozent). Im Kunsthandwerk und der Bildenden Kunst, wozu beispielsweise die Bildhauerei, Malerei und das Vergolderhandwerk zählen, sei der Anteil mit 85 Prozent besonders hoch gewesen. Auch im Bereich Moderation und Unterhaltung, zu dem auch Comedy, Kabarett und Zauberkunst gehören, habe es mit 65 Prozent sehr viele Selbstständige gegeben.

Salzburger Festspiele sind "Festival des Jahres"

Bei der Verleihung der Opera Awards sind die Salzburger Festspiele als "Festival des Jahres" ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung gebe Mut und Energie in kräfteraubenden Zeiten, sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Auch drei Salzburger Festspielkünstler wurden geehrt: Robert Carsen wurde zum "Regisseur des Jahres" ernannt, Kirill Petrenko gewann in der Kategorie "Dirigent des Jahres" und Małgorzata Szczęśniak wurde als "Bühnenbildnerin des Jahres" ausgezeichnet. Sie hat Bühne und Kostüme für die von Publikum und Kritik gelobte "Elektra" von Richard Strauss entworfen. Als "Opernhaus des Jahres" wurde das Teatro Real in Madrid geehrt. Zudem entschied die Jury, die gesamte Kultur-Branche für ihre Widerstandsfähigkeit angesichts der Corona-Pandemie auszuzeichnen. Der International Opera Awards wurde im Jahr 2013 durch den Opernförderer Harry Hyman und den Herausgeber der Zeitschrift "Opera", John Allison, gestiftet.

Berlinale hält an Plänen für Open Air-Festival fest

Die Berlinale hält an ihren Plänen fest, vom 9. bis zum 20. Juni ein Freiluft-Filmfestival zu organisieren. Die Ausgabe im Sommer solle wie angekündigt draußen stattfinden, teilten die Organisatoren heute in Berlin mit. Geplant sind Vorführungen an 16 Orten. Unter anderem auf der Berliner Museumsinsel soll das Publikum Open Air - Kino genießen können. Dort soll das Sommerfestival auch eröffnet werden. Für den 13. Juni ist die Preisverleihung geplant - die Preisträger waren bereits bekanntgegeben worden. Corona-Hygiene- und Sicherheitskonzepte würden derzeit entwickelt und mit den Spielstätten abgestimmt, hieß es.

Theater Osnabrück mit Syrien-Schwerpunkt

Das Theater Osnabrück geht unter seinem neuen Intendanten Ulrich Mokrusch neue Wege und nimmt künftig jährlich wechselnde Schwerpunktländer in den Blick. Den Auftakt für die im September beginnende Spielzeit 2021/22 werde Syrien machen, verkündete Mokrusch am Montag. Neben syrischen Filmnächten in Kooperation mit dem Cinema Arthouse werde neue syrische Dramatik zu sehen sein, inszeniert von dem Autor und Regisseur Wael Kadour. Der bekannte syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami werde ein altes arabisches Märchen für die Gegenwart neu erzählen. Die Sparten Tanz und Musik kooperierten mit syrischen Künstlern und Nachwuchs-Musikern, betonte der Intendant. Zum Ende der Spielzeit zeigten dann alle Sparten zusammen mit dem Morgenland-Festival die Uraufführung eines für das Theater Osnabrück geschriebenen Musiktheaterwerks von Kinan Azmeh unter dem Titel: "Songs for Days to Come".

Positive Bilanz der Woche der Meinungsfreiheit

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat eine positive Bilanz der ersten Woche der Meinungsfreiheit gezogen, die am Montag zuende geht. Auf Initiative des Börsenvereins veranstalteten rund 30 Organisationen Online-Diskussionen, Podiumsgespräche und Podcasts zum Thema Meinungsfreiheit, ebenso wie Lesungen, Video- und Social-Media-Aktionen. Cancel Culture, Hate-Speech und Solidarität mit verfolgten Autor*innen waren einige der Themen. Mit einem breiten Bündnis der Zivilgesellschaft sei ein starkes Zeichen für Demokratie, Debatte und Toleranz gesetzt worden, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis. Gerade der heutige Tag des Gedenkens an die Bücherverbrennungen in Deutschland vor 88 Jahren zeige, wie wichtig es sei, sich aktiv für die Meinungsfreiheit einzusetzen. Die Aktionswoche soll nun jährlich vom 3. bis zum 10. Mai stattfinden und über Deutschlands Grenzen hinaus ausgeweitet werden.

Ehemaliger ZDF-Intendant von Hase gestorben

Der ehemalige ZDF-Intendant Karl-Günther von Hase ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Er stand von 1977 bis 1982 an der Spitze des Senders. Zuvor leitete er die Pressestelle des Auswärtigen Amtes und war von 1962 bis 1967 Sprecher der Bundesregierung. Von Hase war außerdem Verteidigungsstaatssekretär und Botschafter in London. ZDF-Intendant Bellut würdigte den Verstorbenen als zukunftsweisenden Weichensteller, der sich für eine Internationalisierung des ZDF eingesetzt habe.

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