Seit 16:05 Uhr Echtzeit

Samstag, 17.11.2018
 
Seit 16:05 Uhr Echtzeit

Lesart / Archiv | Beitrag vom 23.12.2015

Todesurteil in Saudi-Arabien Hoffnung für Dichter Ashraf Fayadh?

Cornelia Wegerhoff im Gespräch mit Maike Albath

Podcast abonnieren
Prinz Mohammed bin Salman gab als saudischer Verteidiungsminister am 15.12.2015 eine Pressekonferenz. (picture alliance / dpa / audi Press Agency / Handout)
Unter der Herrschaft von König Salman ist die Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien sogar noch gestiegen (picture alliance / dpa / audi Press Agency / Handout)

Noch liegt das weitere Schicksal des in Saudi-Arabien zum Tode verurteilten Dichters Ashraf Fayadh im Dunkeln. Aber sein Rechtsanwalt sei zuversichtlich, sagt die ARD-Korrespondentin in Kairo, Cornelia Wegerhoff.

Am 17. November wurde in Riad das Urteil gegen den Dichter Ashraf Fayadh gesprochen. Dem staatenlosen Palästinenser droht der Tod durch Enthaupten, weil er sich angeblich des Abfalls vom Islam und der Gotteslästerung schuldig gemacht habe. Aber sein Anwalt zeigt sich zuversichtlich und verweist auf Formfehler in der Anklage, wie die  ARD-Korrespondentin in Kairo, Cornelia Wegerhoff, im Deutschlandradio Kultur berichtet. Es gebe auch nur einen einzigen Zeugen für den angeblichen Abfall vom Glauben. Fayadh habe ganz im Gegenteil  sehr viele Menschen für den Islam interessiert.

Psychische Erkrankung Fayadhs

"Neu ist: Der Anwalt hat aufgeführt, Fayadh sei psychisch erkrankt", sagte Wegerhoff. Und dies hätten die Richter nicht berücksichtigt, erklärte sie weiter. Auch dem deutschen PEN-Zentrum, das sich für den Schriftsteller einsetze, sei diese Erkrankung bisher nicht bekannt gewesen. Genauere Informationen gebe es darüber aber bislang nicht.

Jeden zweiten Tag wird in Saudi-Arabien jemand hingerichtet

"Saudi-Arabien macht der Terrormiliz IS Konkurrenz", sagte Wegerhoff und verwies auf jüngste Zahlen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. "Das Königreich köpft und kreuzigt." Bis November seien in diesem Jahr bereits 150 Menschen hingerichtet  worden. "Das heißt, jeden zweiten Tag wird in Saudi-Arabien jemand hingerichtet." Unter dem neuen König  Salman habe man auf einen offeneren Kurs gehofft, doch übertreffe er nun noch seine Vorgänger an Grausamkeit. "Meinungsfreiheit existiert nicht in Saudi Arabien", so die Einschätzung der Journalistin.

Mehr zum Thema

Sacharow-Preis für Blogger Raif Badawi - "Das ist natürlich Druck auf Saudi-Arabien"
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 18.12.2015)

Saudi-Arabiens Frauen wählen - Der lange Weg zur Gleichberechtigung
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 12.12.2015)

Andere Kulturen - Das Menschenrechtsdenken in der islamischen Welt
(Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 09.12.2015)

Lesart

Über Leben und TodWas passiert, wenn wir sterben?
SW-Foto einer isländischen Landschaft mit Berg und See, nahe des Wasserfalls Dynjandi. In der Bildmitte ist die Silhouette eines Menschen zu sehen. (Unsplash / Ihor Malytskyi )

Was geschieht mit unserem Körper, wenn wir sterben? Wie wird man um uns trauern? Und was sind die letzten Wünsche Sterbender? Mit Fragen wie diesen haben sich die Autoren Roland Schulz und Alexander Krützfeldt auseinandergesetzt. Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur