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Religionen | Beitrag vom 24.11.2019

Todesanzeigen als ProtestformArbeitskampf mit Trauerrand

Von Kirsten Dietrich

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Eine Traueranzeige als Plakat bei einem Hebammenprotest in Berlin am 24.02.2014. (imago/photothek/Marie Waldmann)
Von der Trauer zur Anklage: Eine Todesanzeige als Plakat bei einem Hebammenprotest in Berlin (imago/photothek/Marie Waldmann)

Todesanzeigen berühren Menschen sehr persönlich. Daher sind sie beliebt als Protestform: Wenn ein Tarifabschluss beerdigt, eine Werksschließung betrauert oder ein ganzer Berufsstand zu Grabe getragen wird, wirkt das besonders dramatisch.

Viele Menschen lesen Lokalzeitungen von hinten. Denn dort stehen die Todesanzeigen. Wichtig zu wissen, wer gestorben ist, wann die Beerdigung stattfindet, und wer wem in diesem Zusammenhang dankt – oder auch nicht. Denn Traueranzeigen erzählen manchmal sehr persönliche Geschichten und Dramen. Diese Funktion verlieren sie auch nicht in Zeiten von Internet und Social Media – im Gegenteil.

Besonders in einer Form sind Traueranzeigen genau da gegenwärtig, wo es um griffige Bilder geht: bei politischem Protest. Ob es um Aufmerksamkeit für ertrunkene Bootsflüchtlinge geht, den Kampf gegen prekäre Arbeitsverhältnisse oder den Schutz bedrohter Naturräume - wird die Botschaft in einen schwarzen Rahmen gesetzt, mit einem Kreuz links neben dem Text, ist sie gleich noch mal so deutlich: Wir klagen an, wir tragen zu Grabe, und vielleicht trauern wir sogar.

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