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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 27.01.2013

Tod und Spiele

Sport in den Konzentrationslagern der Nazis

Von Ronny Blaschke

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Spieler in Theresienstadt. Rechts Pavel Breda, der Onkel des Israeli Oded Breda. (Beit Terezin)
Spieler in Theresienstadt. Rechts Pavel Breda, der Onkel des Israeli Oded Breda. (Beit Terezin)

Über Jahrzehnte passte Sport als Thema nicht in die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vernichtungsindustrie. Doch immer mehr Wissenschaftler weisen nach: In den Konzentrationslagern wurde fast überall Sport getrieben, ob Fußball, Boxen oder Turnen.

Die Historikerin Veronika Springmann spricht von einem Spannungsfeld zwischen "Gunst und Gewalt". Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, führte 1942 ein Prämiensystem ein: Er wollte Häftlinge für die Rüstungsindustrie bei Laune halten. So wurden Fußballligen und Boxturniere gestattet.

Doch das Privileg der Gefangenen konnte schnell umschlagen: SS-Wächter nutzten Sport vor allem, um Gefangene zu bestrafen und zu erniedrigen, durch Liegestütze, Purzelbäume, Ringkämpfe zwischen Kleinwüchsigen.

Auch als Propagandamittel diente den Nazis der Sport: Der Film "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt", in dem auch ein Fußballspiel zu sehen ist, sollte der Öffentlichkeit Normalität vortäuschen.

Diese und andere Beispiele binden Fanprojekte heutzutage in ihre Aufklärungsarbeit mit Fußballfans ein, etwa in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Sie machen Geschichte für die Gegenwart nutzbar.


Das Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument und im barrierefreien Text-Format


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