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Tonart | Beitrag vom 18.10.2018

Tina Turners Autobiografie "My Love Story"Überlebensgeschichte eines Superstars

Olga Hochweis im Gespräch mit Mathias Mauersberger

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Tina Turner 2017 bei der Premiere des Musicals "Tina" in London. (dpa / picture-alliance)
Tina Turner 2017 bei der Premiere des Musicals "Tina" in London. (dpa / picture-alliance)

Powerfrau, Superstar und jetzt Buddhistin – mit 78 und schwerkrank blickt Tina Turner auf ihr Leben zurück. Ein Leben, das vor allem ein "Überleben" war, sagt Journalistin Olga Hochweis. Turners ungewöhnliche Biografie sei nicht nur für Fans interessant.

"Wir begegnen einer Frau, deren beste Zeiten eindeutig in ihrer zweiten Lebenshälfte liegen – beruflich und privat", sagt Olga Hochweis. In zwölf Kapiteln, die alle nach Songs von ihr benannt sind, erzählt Tina Turner von ihrem wechselvollen Leben. Bevor sie sich der düsteren Hälfte ihres Lebens zuwendet, erzählt Tina Turner von der Hochzeit mit ihrem jetzigen Ehemannes Erwin Bach.

"Das erste Kapitel 'The Best' liest sich wirklich wie ein Kitschroman. Wir sind dabei, wenn er ihr den Antrag macht auf der Jacht in der Ägäis. Wir sind dabei auf der Hochzeitsfeier, auf dem gemeinsamen Schloss in der Schweiz. Ein Stoff wie aus der Gala. Fotos inklusive."

So kitschig der Einstieg sein mag, Tina Turners Lebensgeschichte ist vor allem die Geschichte einer Überlebenden. Wenige Seiten nach der Traumhochzeit kommt der harte Schnitt. Tina Turner erzählt von der Gegenwart, die geprägt ist von Arztterminen, einer Nierentransplantation und dem Verlust ihres Sohnes Craig, der sich in diesem Jahr das Leben nahm.

"Im Angesichts des Todes kommt die Vergangenheit hoch. Und so blickt Tina Turner im Kern nochmal zurück auf ihr Leben, ganz chronologisch, angefangen bei der Kindheit in Nutbush Tennessee, ungeliebt, verlassen von der Mutter, voller Energie aber und voller Widerstandskraft und dem Wunsch zu singen."

Als Anna zu "Tina" wurde 

1958 lernt Anna Mae Bullock, so heißt Tina Turner damals noch, den Musiker Ike Turner kennen. Die beiden werden ein Paar. Ike gibt Anna den Künstlernamen Tina. Er macht Tina zur Profisängerin – und er misshandelt sie. Jahrelang. 1968 unternimmt Tina Turner einen Selbstmordversuch. Mitte der 70er-Jahre gelingt ihr die Flucht aus der Beziehung und der Durchbruch als Solokünstlerin.

"Es ist eine Lebensgeschichte, die zugleich eine Überlebensgeschichte ist. Und sie ist damit für viele Frauen bis heute zu einem Vorbild geworden, denen sie mit dieser Biografie auch Mut macht, sich zu befreien, selbstbestimmt zu leben, die Kraft zur Veränderung aufzubringen."

(mw)

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