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Kompressor | Beitrag vom 03.12.2019

TikToks ModerationsregelnBehinderte nicht zeigen – zum Schutz der Behinderten

Chris Köver im Gespräch mit Timo Grampes

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Das Bild ist eine Illustration und zeigt auf schwarzem Hintergrund Menschen, die ihre Handys halten. (imago images/ZUMA Press)
Mache kurze Videos und teile sie mit der Welt: Das Versprechen von TikTok scheint für Menschen mit Behinderung nicht zu gelten. (imago images/ZUMA Press)

Geht es nach der Videoplattform TikTok, sollen Menschen mit Behinderung vor Mobbing geschützt werden, indem ihre Videos verborgen werden. Die Netzjournalistin Chris Köver findet das bevormundend.

Mehr als eine Milliarde Nutzerinnen und Nutzer hat TikTok weltweit. TikTok ist ein soziales Netzwerk mit kurzen Videos und für viele eine Plattform für gute Laune. Nach außen gibt sich das chinesische Unternehmen aufgeschlossen und tolerant, aber nach Recherchen von netzpolitik.org ist es für Menschen mit Behinderung nicht möglich, auf der Plattform mit ihren Videos viele Menschen zu erreichen.

Während Twitter, Facebook oder YouTube mit Interessensvertretungen von Menschen mit Behinderung oder queeren Gruppen vernetzt seien, gehe TikTok in eine andere Richtung, sagt Chris Köver, Redakteurin bei netzpolitik.org.

"Sie wollen gesehen werden"

Es gebe in TikToks Moderationsprozess unterschiedliche Stufen der Sichtbarkeit für die geposteten Inhalte. Die Moderatorinnen und Moderatoren seien angewiesen, Videos von Menschen mit Behinderung – oder anderen Menschen, die man besonders anfällig für Mobbing hielt –, zu verbergen.

Das sei eine paternalisierende Sicht auf Menschen mit Behinderung, sagt Chris Köver: "Die sind auf TikTok, die posten dort, die wollen dann ja eigentlich auch Publikum und gesehen werden."

(sed)

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