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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. März 2017

Ticketverkauf für Passionsspiele gestartet

Neuinszenierung geplant

Rund 450.000 Besucher erwartet das bayerische Oberammergau zur nächsten Auflage seiner weltberühmten Passionsspiele im Jahr 2020. "Wir werden die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu ganz neu aufgreifen", kündigte Spielleiter Christian Stückl auf der Berliner Reisemesse ITB an. Zugleich eröffnete die oberbayerische 5.000-Einwohner-Gemeinde den Verkauf kombinierter Buchungen von Eintrittskarten und Unterkünften für das zum 42. Mal stattfindende Schauspiel. Oberammergau veranstaltet seit einem Gelübde von 1633 in der Regel alle zehn Jahre die Passionsspiele. Daran beteiligen sich über 2.000 Bewohner des Ortes nach einjährigen Proben, darunter 450 Kinder. Sie wirken als Laiendarsteller oder im Chor und dem Sinfonieorchester im eigens dafür errichteten Schauspielhaus mit.

"Schindlers Liste" wird versteigert

US-Auktionshaus "Moments in Time" will etwa 2,3 Millionen Euro erzielen

Ein US-amerikanisches Auktionshaus bietet "Schindlers Liste" zum Kauf an. Wie die Tageszeitung "Haaretz" (Online-Ausgabe) unter Berufung auf das britische Magazin "Page Six" berichtet, soll das 14 Seiten umfassende Dokument mit den Namen von 801 durch den deutschen Industriellen Oskar Schindler geretteten Juden umgerechnet geschätzt 2,3 Millionen Euro erzielen. Das Auktionshaus "Moments in Time" beschreibt das Dokument aus dem Besitz der Familie von Schindlers Buchhalter Itzhak Stern auf seiner Internetseite als "außerordentlich selten". Es sei die einzige dieser Listen, die auf den Markt komme. Insgesamt soll es weltweit mehrere Kopien geben. Zwei Listen sind im Besitz der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem, eine dritte befindet sich im Washingtoner Holocaust-Museum und ein weiteres Exemplar im Bundesarchiv in Koblenz.

Künstler Jeff Koons wegen Plagiats verurteilt

Auch Pariser Centre Pompidou muss Schadenersatz zahlen

Der US-Künstler Jeff Koons ist wegen eines Plagiats zu Schadenersatz verurteilt worden. Ein Pariser Gericht entschied, die Porzellanskulptur "Naked" mit zwei nackten Kindern ähnele zu stark einem Werk des verstorbenen französischen Fotografen Jean-François Bauret. Koons' Gesellschaft LLC und das Pariser Centre Pompidou, das die Skulptur ausstellen wollte, sollen zusammen 20 000 Euro Schadenersatz an die Familie des Fotografen zahlen. Zusätzlich müssen Koons und das Museum für die Gerichtskosten der Zivilkläger in Höhe von 20 000 Euro aufkommen. Weitere 4000 Euro soll Koons' Gesellschaft zahlen, weil er die Skulptur auf seiner Internet-Seite zeigte. Das Foto Baurets stammt aus dem Jahr 1975 und wurde auf einer Postkarte verbreitet.

Berliner Hauptbahnhof wird zum Opernhaus

Bariton Christoph von Weitzel und Pianist Frank Wasser wollen auf die Situation von Obdachlosen aufmerksam machen

Unter dem Motto "Oper für Obdach" wird im Berliner Hauptbahnhof Musik erklingen. Bariton Christoph von Weitzel will dort gemeinsam mit dem Pianisten Frank Wasser eine Kurzfassung von Franz Schuberts Oper "Winterreise" aufführen. "Wir wollen auf die Situation der Obdachlosen aufmerksam machen", sagte Ortrud Wohlwend von der Berliner Stadtmission, die das Projekt initiierte. Dabei halfen auch die Deutsche-Bahn-Stiftung und die evangelische Landeskirche (EKBO). Fremd, ausgestoßen und verzweifelt ist die Hauptperson in Schuberts Oper - "genau die Situation, in der viele Wohnungslose stecken", sagte Opernsänger von Weitzel am Rande der Generalprobe. Normalerweise singt der Bariton in den renommiertesten Opernhäusern der Welt - nun steht er selbst als Obdachloser auf der Bühne, mit zerrissenem Kittel und Dreck im Gesicht. Die halbstündige "Winterreise" mit anschließendem Kurzvortrag wird am Freitag um 11.00, 13.00, 15.00 und 17.00 Uhr im Erdgeschoss der Bahnhofshalle gezeigt.

Kolossalstatue aus der Pharaonenzeit In Kairo entdeckt

Acht Meter hohe Statue zeigt wahrscheinlich Ramses II.

Ein deutsch-ägyptisches Forscherteam hat in einem Kairoer Wohngebiet Teile einer Kolossalstatue aus der Pharaonenzeit entdeckt. Sie besteht aus Quarzit-Stein und ist etwa acht Meter hoch. Bisher ist der tonnenschwere Kopf mit dem typischen Herrscherbart geborgen. Die Statue ist mehr als 3000 Jahre alt und zeigt aller Wahrscheinlichkeit nach Pharao Ramses II. Er hatte am Fundort, dem antiken Heliopolis, mehrere Sonnentempel errichten lassen. An der Stelle sind bereits mehrfach kleinere Statuen entdeckt worden, erklärte der deutsche Grabungsleiter Dietrich Raue vom Ägyptischen Museum der Universität Leipzig. Mit einem derart großen Fund hatte er aber nicht gerechnet: Der Koloss soll in das neue ägyptische Museum neben den Pyramiden kommen, das 2018 eröffnen soll.

Britischer Künstler Howard Hodgkin gestorben

Er vertrat Großbritannien auf der Biennale in Venedig und gewann 1985 den Turner-Prize

Der britische Maler und Grafiker Howard Hodgkin ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in London, wie die Kunstgalerien Tate mitteilten. Hodgkin sei "einer der größten Künstler seiner Generation", gewesen, hieß es in einer Twitter-Mitteilung der Tate. Auch die National Portrait Gallery in London, in der demnächst eine Ausstellung mit Werken des Malers eröffnet wird, würdigte das "Engagement, die Verbindlichkeit und warmherzige Ermutigung" Hodgkins. Der 1932 geborene Hodgkin vertrat Großbritannien unter anderem auf der Biennale in Venedig und gewann 1985 den renommierten Turner-Prize. Seine Werke sind in Museen auf der ganzen Welt zu sehen, unter anderem im Metropolitan Art Museum und dem Museum of Modern Art in New York und der Tate Modern in London.

Ruhrtriennale widmet sich Utopien und Zukunftsvisionen

700 Künstlern aus 30 Ländern in 41 Produktionen nehmen teil

Mit 700 Künstlern aus 30 Ländern und 41 Produktionen geht die Ruhrtriennale 2017 am 18. August an den Start. Das dritte und letzte Programm unter der Intendanz des Niederländers Johan Simons trägt den aus Schillers "Ode an die Freude" entlehnten Titel "Freude schöner Götterfunken", wie die Veranstalter in Essen ankündigten. Sechs Wochen lang stünden die Themen Utopie und Zukunftsvisionen auf dem Spielplan. Simons äußerte sich bei der Vorstellung des Programms entschieden skeptisch zum Zustand der Welt: "Unser Selbstverständnis bekommt Risse. Unsere europäische, humanistisch-aufgeklärte Sicht auf die Welt ist nicht die einzig denkbare. Wir sind mit aggressiven Gegenentwürfen konfrontiert." Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, in der Kunst auf visionäre Weise die Zukunft zu vertonen, zu erzählen und zu verbildlichen, betonte Simons. Die Ruhrtriennale 2017 solle ein "Festival der gemeinsamen Erfahrungen" werden, auf dem man über "Leben und Zusammenleben" sprechen könne. Bespielt wird an 14 Orten erneut das ganze Ruhrgebiet.

Depot für preußische Kunstschätze feiert Richtfest

Grundstein für die 12 Millionen Euro teure Einrichtung wurde im Sommer gelegt

Etwa 30 000 Kunstschätze und Inventarstücke können 2018 in eine neues Depot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ziehen. Bislang sind die Inventarstücke - von Gemälden, über Silberzierrat bis zu Orden - aus 500 Jahren Hohenzollern-Regentschaft an sieben Standorten in der Region untergebracht. "Dann gibt es ordentliche Lagermöglichkeiten und sie können konservatorisch betreut werden", sagte der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh. Im Sommer 2016 war der Grundstein für die zwölf Millionen Euro teure Einrichtung gelegt worden.

Archäologen finden Kreuzfahrerschiff vor Israels Küste

Ausgrabung an Land förderte zudem den Hauptsitz des Deutschordens in Akko zutage

In der Bucht der nordisraelischen Stadt Akko sind Reste eines Kreuzfahrerschiffs gefunden worden. Meeresarchäologen der Universität Haifa entdeckten das bei Baggerarbeiten für den neuen Hafen beschädigte Wrack zusammen mit Goldmünzen und weiteren Funden, wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete. Gefunden wurden demnach Teile des hölzernen Rumpfs des Schiffes und einzelne Planken. Mittels der C-14-Methode konnten die Forscher das Wrack laut Bericht auf die Zeit zwischen 1062 und 1250 datieren. Zu den weiteren Funden zählen aus Zypern, Syrien und Süditalien importierte Keramikkrüge und Schalen sowie 30 Goldmünzen. Die Münzen stammen den Angaben zufolge aus der Zeit der Zerstörung der Kreuzfahrerbastion durch den mammelukischen Sultan aus Ägypten im Jahr 1291 und könnten bei der Flucht der Kreuzfahrer über Bord gegangen sein. Bei einer Ausgrabung an Land entdeckten Archäologen der Universität Haifa laut der Zeitung zudem den Hauptsitz des Deutschordens auf der Ostseite der Stadt sowie eine große Anzahl an Münzen aus allen Zeiten der Besatzung Akkos.

Soli-Aktion für inhaftierte türkische Journalisten

Postkarten-Aktion soll auf Einschränkung der Pressefreiheit aufmerksam machen

Mit einer groß angelegten Postkarten-Aktion wollen Journalisten aus der Türkei auf die Einschränkung der Pressefreiheit in ihrem Land aufmerksam machen. In Sozialen Netzwerken verbreiten sie Postkartenvorlagen und die Adressen ihrer inhaftierten Kollegen samt Zellennummer. Nutzer sollen sie ausdrucken und an die Gefangenen schicken. Die Initiatoren verbreiten die Postkartenmotive unter den Hashtags #FreePress und #GazetecilereOzgurluk in Sozialen Netzwerken, damit sie an die Gefangenen geschickt werden können. Angehängt sind die Adressen und Zellennummern der zwölf Journalisten, die im Mittelpunkt der Postkarten-Aktion stehen. Die ausgewählten Journalisten stehen stellvertretend für die 155 Reporter, die derzeit in der Türkei inhaftiert sind. Dass die Karten die Inhaftierten jemals erreichen werden, ist aber unwahrscheinlich. Denn sie dürfen keine Post erhalten – anders als fast alle anderen Gefangenen im türkischen Strafvollzug. Trotzdem soll mit der Aktion die Unterstützung für die Journalisten demonstriert werden.

Václav Luks erhält Mozartpreis 2017

Preis würdigt kompetente Erarbeitung des klassischen und vorklassischen Repertoires vor allem böhmischer Musik

Der Tscheche Václav Luks erhält den Mozartpreis 2017 der Sächsischen Mozart-Gesellschaft. Wie der Verein in Chemnitz mitteilte, wird damit das Engagement des 46-Jährigen für seine kompetente Erarbeitung des klassischen und vorklassischen Repertoires vor allem böhmischer Musik gewürdigt. Mit den von ihm gegründeten Ensembles "Collegium 1704" und "Collegium Vocale 1704" hat sich der Dirigent der historischen Aufführungspraxis verschrieben. Das Barockorchester "Collegium 1704" gilt weltweit als eins der führenden für die Interpretation der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Cembalist, Hornist und Musikwissenschaftler Luks hat auch die Konzertreihe "Musikbrücke Prag - Dresden" ins Leben gerufen. Der Mozartpreis wird am 12. Mai im Rahmen des Eröffnungskonzertes des Sächsischen Mozartfests unter dem Motto "Mozart und Böhmen" in der Kreuzkirche Chemnitz verliehen.

Stefan Brandt neuer Direktor des Berliner Futurium

Kaufmännischen Part in der Geschäftsführung übernimmt Nicole Schneider

Der Geschäftsführer der Hamburger Kunsthalle, Stefan Brandt, wird vom 1. Juni an für das Berliner Veranstaltungs- und Experimentierforum Futurium arbeiten. Der 41-Jährige werde als Direktor die inhaltliche Leitung des Hauses übernehmen, teilte das Futurium mit. Für den kaufmännischen Part in der Geschäftsführung ist Nicole Schneider zuständig.

Benefizkonzert mit Fantastischen Vier, Beginner & Co

Erlös soll Hilfsprojekten in Krisenländern zugute kommen

Die Fantastischen Vier, Beginner, Freundeskreis, Fritz Kalkbrenner oder auch Großstadtgeflüster: Sie alle gehören zu den Künstlern, die bei einem Benefizkonzert am 18. Juni in der Waldbühne zugunsten von Kriegs- und Flüchtlingskindern auf ihre Gage verzichten wollen. Wie die Veranstalter des "Peace x Peace" Festivals mitteilten, soll der Reinerlös der fünfstündigen Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Unicef Hilfsprojekten in Krisenländern zugute kommen. Das Festival findet zum zweiten Mal statt. Initiatoren sind Kinder eritreischer Kriegsflüchtlinge. Im vergangenen Jahr wurde den Veranstaltern zufolge mehr als 400 000 Euro gespendet.

Münchner "Räuber" nicht live beim Theatertreffen

Aufführung in Berlin wegen technisch sehr anspruchsvollem Bühnenbild nicht möglich

Die Münchner Inszenierung von Schillers Drama "Die Räuber" kann nicht wie geplant live beim Theatertreffen in Berlin (5.-21. Mai) gezeigt werden. Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten sei eine Aufführung in Berlin leider nicht möglich, teilten die Veranstalter mit. Grund sei vor allem das technisch sehr anspruchsvolle Bühnenbild. Stattdessen soll im Haus der Berliner Festspiele eine 3sat-Aufzeichnung als Preview gezeigt werden. Regisseur Ulrich Rasche war mit seiner Inszenierung der "Räuber" am Münchner Residenztheater erstmals zum Theatertreffen geladen.

Horst Bredekamp erhält Marbacher Schillerpreis

Auszeichnung wird am 10. November in Marbach verliehen

Der Kunsthistoriker Horst Bredekamp erhält den Schillerpreis der Stadt Marbach. "Der Berliner Kunsthistoriker gilt weltweit als überragende Figur der Kunstgeschichte", begründete die Schillerstadt ihre Entscheidung. Friedrich Schiller hätte an ihm eine Freude gehabt, hieß es weiter. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird am 10. November 2017 in Marbach an den 69-Jährigen überreicht. Der Schillerpreis wird alle zwei Jahre am 10. November, dem Geburtstag Schillers, an Persönlichkeiten verliehen, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition des Dichters verpflichtet sind.

Tenor befürchtet "prekäre Situation" für Münchner Oper

Generalmusikdirektor und Intendant verlassen das Haus

Star-Tenor Jonas Kaufmann sorgt sich um die Zukunft der Bayerischen Staatsoper. "Ich kann gut verstehen, dass die beiden Herren lieber gemeinsam aufhören als einzeln. Auf der anderen Seite müssen die Beiden auch verstehen, dass München dann in einer prekären Situation ist", sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und Opern-Intendant Nikolaus Bachler werden das Haus 2021 verlassen. Wer danach kommt, ist noch ungewiss. "Ich hoffe jetzt sehr, dass die richtigen Weichen gestellt und die richtigen Leute angerufen werden, damit wir in diesem Fahrwasser weitergehen", sagte Kaufmann. "Und das ist nicht einfach. Mehr als eine Handvoll Menschen, die das musikalisch auf dem gleichen Niveau fortführen wie Petrenko, fallen mir nicht ein - und die haben alle schon Jobs an anderen Häusern." Er selbst könne sich übrigens schon vorstellen, einmal ins Regie-Fach zu wechseln, oder "über den zweiten Bildungsweg das Dirigieren anzufangen", sagte er der dpa. "Aber so lange das mit der Stimme so gut funktioniert, stellt sich die Frage nicht."

Özdemir will öffentliches deutsch-türkisches TV

Grünen-Politiker nennt "Arte" als Vorbild

Grünen-Chef Cem Özdemir hat die Gründung eines öffentlich-rechtlichen deutsch-türkischen Fernsehsenders in Deutschland angeregt. "Wir brauchen einen deutsch-türkischen Fernsehsender, eine Art deutsch-türkisches Arte", sagte Özdemir der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dürfe seine Propaganda nicht konkurrenzlos nach Deutschland tragen. "Der private Radiosender Metropol FM macht es jetzt schon vor", sagte Özdemir. Zwischen türkischer Popmusik laufe dort keine Erdogan-Propaganda, stattdessen würden neutrale Nachrichten mit Fokus auf Deutschland und der Türkei gesendet. Özdemir forderte einen "Türkei-Pakt" aller Parteien. "Es wurde über Jahrzehnte versäumt, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind, hier eine neue Heimat finden, und zwar auch politisch. Das rächt sich jetzt", sagte der Grünen-Bundesvorsitzende. Deutsch-Türken müssten auch medial und kulturell integriert werden.

Künstler-Pläne für Kinderbuchmuseum in Hameln

Historisches Hochzeitshaus wird möglichwerweise aber Verwaltungsstandort

In das historische Hochzeitshaus in Hameln könnte ein internationales Kinderbuchmuseum einziehen - wenn es nach den Plänen von zwei Kunstschaffenden geht. "Symbolisch gesehen und an die Rattenfängersage anknüpfend möchten wir die vor mehr als 730 Jahren entführten Kinder wieder in die Mitte der Stadt zurückführen", erklärt Initiator Hans Witte. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dieter Alfter will der Hamelner das Hochzeitshaus zu einem Haus des Kindes gestalten. Geplant seien auch kulturelle Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Das 400 Jahre alte Gebäude wird kaum genutzt, nachdem das Tourismusprojekt "Erlebniswelt Weser-Renaissance" 2007 gescheitert war. Die Stadt Hameln hält sich bedeckt: "Das ist sicherlich eine hervorragende Idee", sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes. Die Stadt überlege aber, das Hochzeitshaus als Verwaltungsstandort zu nutzen. Zudem könnten eine Gastronomie und ein Bürgersaal einziehen.

Fast 300 Aussteller bei Maastrichter Kunstmesse Tefaf

Wichtigste Messe für alte Kunst gilt als "Kaufhaus der Superreichen"

Nahezu 300 Aussteller aus 20 Ländern bieten von diesem Freitag bis zum 19. März in Maastricht wieder Schätze aus 7000 Jahren Kunstgeschichte an. Die Tefaf gilt als weltweit wichtigste Messe für alte Kunst und als "Kaufhaus der Superreichen". Die Kunden reisen unter anderem mit mehreren hundert Privatjets über den Flughafen Maastricht-Aachen an. Zu den teuersten Werken gehören in diesem Jahr zwei großformatige Bildnisse eines holländischen Ehepaars von Frans Hals aus dem 17. Jahrhundert: Die Eheleute sind für 14 Millionen Euro zu haben. Auch ein Frühwerk von Vincent van Gogh, "Die Neue Kirche und alte Häuser in Den Haag", steht zu einem Millionenpreis zum Verkauf. Der diesjährige "Art Market Report" der Tefaf hat ergeben, dass Privatverkäufe mittlerweile 70 Prozent des weltweiten Kunstumsatzes ausmachen. Der Anteil der Auktionshäuser ist demnach gesunken.

Historiker fürchtet bei Le Pen-Wahlsieg um die EU

Laut Ian Kershaw geht die Gefahr von den Eliten aus

Ein Sieg der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen bei der französischen Präsidentschaftswahl wäre nach Einschätzung des britischen Historikers Ian Kershaw das Ende der EU. "Wenn Marine Le Pen gewinnt, ist es mit der Europäischen Union aus." Dies wäre eine "Katastrophe", sagte der international bekannte Historiker und Buchautor ("Hitler") bei der Lit.Cologne in Köln. Dass Le Pen und ihre Partei Front National die Wahl gewinnt, sei nicht wahrscheinlich, aber auch keineswegs ausgeschlossen, sagte er. Obwohl die Zunahme von Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit sehr beunruhigend sei, sei diese Entwicklung doch "weit entfernt von der Gefahr der extrem rechten Bewegungen Anfang der 30er Jahre", sagte Kershaw. "Nirgends in Europa sieht man die Straßen voller paramilitärischer Verbände. Es ist schlimm genug, aber es ist anders als damals." Die Gefahr gehe heute weniger von antidemokratischen Massen aus, als von den Eliten. Als Beispiel dafür nannte Kershaw den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

Deutsche Künstler erzielen Millionen bei Sotheby's

20,5 Millionen für ein Gerhard Richter-Gemälde

Die Werke zeitgenössischer deutscher Künstler haben bei einer Versteigerung beim Auktionshaus Sotheby's in London Millionen erzielt. Den höchsten Preis zahlte ein Bieter mit umgerechnet rund 20,5 Millionen Euro (17,7 Millionen Britische Pfund) für das Gemälde "Eisberg" von Gerhard Richter - weit mehr als den Schätzpreis. Zwei weitere Werke des 85-Jährigen kamen für jeweils rund vier Millionen Britische Pfund (4,6 Millionen Euro) unter den Hammer. Das Werk "Mit roter Fahne" von Georg Baselitz wechselte für 7,5 Millionen Pfund (umgerechnet 8,6 Millionen Euro) den Besitzer. Das Gemälde "Die Mutter von Joseph Beuys" des 1997 verstorbenen Künstlers Martin Kippenberger erzielte knapp vier Millionen Pfund. Anselm Kiefers "Athanor" kam auf 2,2 Millionen Pfund (umgerechnet 2,5 Millionen Euro). Bereits am Tag zuvor hatten die Werke deutscher Künstler beim Auktionshaus Christie's ebenfalls hohe Preise erzielt.

Neue Leitung für den Martin-Gropius-Bau

Kunsthistorikerin Stephanie Rosenthal folgt auf Gereon Sivernich

Die Kunsthistorikerin Stephanie Rosenthal tritt am 1. Februar 2018 die Nachfolge von Gereon Sievernich als Direktorin des Martin-Gropius-Baus an. Das beschloss der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Sievernich geht in den altersbedingten Ruhestand. Die promovierte Kunsthistorikerin Rosenthal ist seit 2007 Chefkuratorin der Hayward Gallery in London. Darüber hinaus hat sie die letzte Ausgabe der Sydney Biennale verantwortet. Zuvor war sie als Kuratorin und Projektleiterin am Münchner Haus der Kunst tätig.

Farah-Diba-Sammlung überraschend in Teheran eröffnet

In Berlin wurde die Kunstsammlung nicht gezeigt, nun wurde im Iran eröffnet

Geplant war sie im Dezember vorigen Jahres in Berlin, dann wurde in letzter Sekunde abgesagt, nun wurde sie doch noch eröffnet: die Kunstsammlung von Farah Diba ist seit Dienstag zu sehen, allerdings in Teheran und nicht in Berlin. Damals fehlte die iranische Ausfuhrgenehmigung, woraufhin die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Kooperationsvertrag mit dem Teheraner Museum kündigte. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung, hat die Hoffnung, die Sammlung doch noch in Berlin zu sehen, allerdings nicht aufgegeben.

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