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Konzert / Archiv | Beitrag vom 20.03.2019

Thüringer Bach CollegiumBarocke Pracht aus dem Hause Bach

Moderation: Stefan Lang

Die Musiker des Ensembles stehen mit ihren Streichinstrumenten in einem hellen Kirchenraum. (Thüringer Bach Collegium / bachland GbR, Matthias Eckert)
Das Thüringer Bach Collegium bezieht sich auf die dominierende Musiker-Familie im Landstrich. (Thüringer Bach Collegium / bachland GbR, Matthias Eckert)

In Thüringen bestellte man keinen Musiker, sondern einen "Bachschen". Der Name war Synonym. Zu diesem Ruf trug auch der Cousin zweiten Grades bei: Johann Bernhard Bach. Seine barock festlichen Orchestersuiten werden nun vom Bach Collegium wiederentdeckt.

Johann Bernhard Bach war ein Sproß der weit verzweigten Thüringen-Familie, die das Musikgeschehen im Landstrick dominierte. Johann Bernhards Musik atmet spätbarocken Glanz. Zum Konzert mit seiner Musik, gespielt vom Thüringer Bach Collegium, ist Deutschlandfunk Kultur nach Eisenach gereist. Dirigent des Abends ist Gernot Süßmuth, der im Gespräch mehr zum Hintergrund des Bach-Familienmitgliedes berichten wird.

Der Musiker im großformatigen Porträt, an der Schulter lehnt seine Geige. (Gernot Süßmuth)Gernot Süßmuth ist Geiger und Leiter wie Gründes des Thüringer Bach Coellgiums. (Gernot Süßmuth)

Johann Bernhard war der Cousin 2. Grades von Johann Sebastian, beide hatten den gleichen Urgroßvater. Er wurde 1676 in Erfurt geboren und erhielt vom Vater Johann Egidius eine musikalische Grundausbildung. Nach der Schule wurde er Organist an der Erfurter Kaufmannskirche.

Der Name Bach verpflichtet 

Er wechselte dann nach Magdeburg und folgte 1703 einer Berufung des Herzogs Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach in das Hoforchester hauptamtlich als Cembalist und wurde parallel dazu Nachfolger seines Onkels Johann Christoph Bach an der Georgenkirche in Eisenach. In diesem Orchester war er von 1708 und 1712 Kollege Telemanns und wohl auch dessen Freund. Nachdem das Orchester 1741 aufgelöst wurde, widmete sich Johann Bernhard bis zu seinem Tode dem Kantorenamt.

Familienbande

Johann Bernhard war seinem berühmten Vetter eng verbunden – er war Taufpate von Johann Sebastian Bachs Sohn Johann Gottfried Bernhard, im Gegenzug war Johann Sebastian 1722 Pate von Johann Ernst.

Der größte Teil seines kompositorischen Schaffens ging leider verloren. Seine vier Orchestersuiten und einige Orgelwerke haben sich erhalten. Johann Sebastian Bach hat mit seinem Leipziger Collegium einige der Werke Johann Bernhards gespielt.

Aufzeichnung des Konzertes vom 3. Februar 2019 in der Georgenkirche Eisenach

Johann Bernhard Bach
Orchestersuiten

Thüringer Bach Collegium
Leitung: Gernot Süßmuth

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