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Tonart | Beitrag vom 18.04.2017

ThüringenHochburg der Rechtsrock-Szene

Stefan Heerdegen im Gespräch mit Mathias Mauersberger

(picture alliance / dpa / Bodo Schackow)
Teilnehmer der NPD-Veranstaltung "Rock für Deutschland" stehen am Samstag (07.07.2012) hinter Absperrgittern auf dem Bahnhofsvorplatz in Gera. (picture alliance / dpa / Bodo Schackow)

Thüringen hat sich in den letzten Jahren zum Erlebnisland der Rechtsrock-Szene entwickelt. Allein in diesem Sommer sollen dort fünf rechte Festivals stattfinden. Stefan Heerdegen von Mobit e. V. erklärt, was Thüringen zur Hochburg solcher Konzerte macht.

In Thüringen hat die Zahl an Rechtsrock-Konzerten und -Festivals deutlich in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So waren es 2016 beispielsweise 50 solcher Veranstaltungen, sagt Stefan Heerdegen von Mobit, einem Verein, der mobile Beratung gegen Rechtsextremismus anbietet.

Die Gründe für diese Zunahme rechter Musikveranstaltungen sieht Heerdegen zum einen in einer über Jahre gewachsenen Veranstalterszene.

"Thüringen ist eben leider auch relativ weit vorn bei der Anzahl von für extrem rechte Gruppierungen mietbare oder in Besitz befindliche Immobilien", sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Versäumnisse bei Polizei und Kreisbehörden

Seit dem "Thüringer Tag der nationalen Jugend" 2002 habe es "Schule gemacht, dass man sich im öffentlichen Raum, angemeldet als Kundgebung, ausbreitet, ein paar Redner oder Rednerinnen eben sprechen lässt, aber eben ansonsten dort Musik spielt", so Heerdegen. "Das hat sich über die Jahre als ein für die Szene probates und attraktives Mittel herausgestellt, in den öffentlichen Raum zu drängen."

Versäumnisse sieht Heerdegen auch bei den Thüringer Behörden. So habe die Polizei bei nicht den Verfolgungsdruck gezeigt, den man sich wünsche. Auch die Landkreise hätten offenbar mehr tun können: "Hier, denke ich, war man teilweise zu zaghaft in der Ahndung von kleineren Verstößen am Rande oder in der Einschränkung der Versammlungen über das Versammlungsrecht."

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