Seit 05:05 Uhr Studio 9

Dienstag, 13.11.2018
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Dienstag, 26. Juni 2018

Thomas Thieme lehnt Weimar-Preis ab

Die "Thüringer Allgemeine" hat darüber berichtet

Der Weimar-Preis wird in diesem Jahr nicht vergeben. Das teilte die Leiterin der Kulturdirektion Julia Miehe mit. Grund ist, dass der Theater- und Filmschauspieler Thomas Thieme die Auszeichung seiner Geburtsstadt abgelehnt habe. Der 69-jährige habe "persönliche Gründe" angegeben, so Miehe. "Wir bedauern das sehr, aber akzeptieren es natürlich." An der Hochachtung für den Darsteller und dessen künstlerische Leistung ändere sich dadurch nichts. Jemanden anderen auszuzeichnen, sei nicht in Erwägung gezogen worden.

Galgenfrist für Unesco-Status der Wiener Altstadt

Das Welterbe-Komitee vertagt Entscheidung um ein Jahr

Aufatmen in Wien: Das historische Zentrum bleibt vorerst Weltkulturerbe. Das wurde nach der Sitzung der Unesco-Sitzung in Bahrein bekanntgegeben. Ob die Auszeichnung zurückgegeben werden muss, soll im kommenden Sommer entschieden werden. Das Komitee kritisiert unter anderem ein geplantes 66 Meter hohes Hochhaus am Heumarkt und einen schlechten Schutz des Kulturguts. Deswegen war Wien im vergangenen Jahr auf die Rote Liste gesetzt worden. Über die Wirkung der Anstrengungen Österreichs soll das Urteil von Experten abgewartet werden. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) nannte die Vertagung einen "großartigen Erfolg".

Will Smith und Marc Forster kaufen Münchner Telepool

Die Firma soll Finanzierung und Vermarktung von Filmprojekten vorantreiben

Das Unternehmen Telepool, das unter anderem dem Bayerischen und Mitteldeutschen Rundfunk gehörte, hat zwei neue Besitzer. Die in Bayern ansässige Medienfirma solle dem US-Schauspieler Will Smith und dem schweizerisch-deutschen Filmemacher Marc Forster bei der Entwicklung, Finanzierung und Vermarktung ihrer Produkte helfen, hieß es. Smith erwarb seine Anteile über die Firma The Smith Family Office Circle, Forster über das Schweizer Unternehmen Elysian Fields, zu dessen Gründern er gehört. Telepool ist in der Branche bisher unter anderem als Vertriebsfirma bekannt, die international mit Kino- und Fernsehstoffen handelt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Steinmeier: Digitalisierung braucht Ethik-Diskussion

Menschen dienen bald Maschinen - statt umgekehrt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine Debatte zur Ethik der Digitalisierung angemahnt. Neue Technologie könne "beides - befähigen und entmündigen", sagte Steinmeier in Berlin. "Wenn wir aber nicht wachsam sind, sehe ich jedenfalls das Risiko, dass wir aus einer Zeit, in der die Maschine dem Menschen diente, eintreten in ein Zeitalter, in der der Mensch der Maschine dient." Bei einem Empfang für die Mitglieder des Deutschen Ethikrats im Schloss Bellevue fügte der Bundespräsident hinzu, bei einer Ethik der Digitalisierung gehe es "nicht in erster Linie um die Zukunft von Technologien, sondern es geht um unsere eigene Zukunft - als Menschen und als menschliche Gesellschaft".

Ritterschlag für Barry Gibb

Der 71-jährige ist der letzte der Bee-Gees-Brüder

Es sei "ein bisschen surreal" bekannte der Sänger Barry Gibb nach der Zeremonie im Buckingham-Palast, in dem Prinz Charles ihn zum Ritter schlug. Er sei aber "enorm stolz" über die Ehrung, die ohne seine Brüder Robin und Maurice nicht möglich gewesen wäre. Sir Barry ist das letzte lebende Mitglied des Pop-Trios, das mit seinen Falsett-Harmonien in den 1970er Jahren Hits wie "How Deep is Your Love", "Stayin' Alive", "Tragedy" und "Night Fever" produziert hatte.

Neues Bauhaus-Museum Dessau öffnet im September 2019

Das teilte die Stiftung mit.

"Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung": So lautet der Titel der ersten Ausstellung im Neubau des Bauhaus Museums Dessau. Wie heute bekanntgegeben wurde, soll er nach gut zwei jähriger Bauzeit am wird am 8. September 2019 eröffnet werden. Das 25 Millionen Euro teure Haus wird damit pünktlich zum 100. Geburtstag der Bauhaus-Bewegung von Walter Gropius fertig. Der Neubau des Bauhaus Museums in Weimar ist für Ende April 2019 geplant.

Intendantin verlässt Volkstheater Wien in zwei Jahren

Das meldet die Traditionsbühne in der österreichischen Hauptstadt

Anna Badora will ihren Vertrag als künstlerische Direktorin des Hauses über den August 2020 hinaus nicht verlängern. Grund sei, dass sich "durch verschiedene Umstände die Situation für das Volkstheater geändert" habe. Diese Umstände könne sie "nicht weiter ignorieren, weil sie auf unsere Arbeitsbedingungen unmittelbar Einfluss" hätten. Als Beispiel nannte die 67-jährige, fehlende finanzielle Planungssicherheit und "geringste Kommunikationsmöglichkeit mit den Verantwortlichen im Bund". Badora leitet das Volkstheater Wien seit der Saison 2015/16.

Terhechte wechselt zum Filmfestival in Marrakesch

Der Berlinale-Mann leitet das "Forum" seit 2001

Im Mai hatten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mitgeteilt, dass Christoph Terhechte die Berlinale im Sommer verlassen werde. Nun ist bekannt, dass der langjährige Leiter der Sektion "Forum" künstlerischer Direktor des Internationalen Filmfestivals in Marrakesch wird. Weitere Einzelheiten teilte das Festival, dessen 17. Ausgabe in diesem Jahr vom 30. November bis 8. Dezember stattfindet, nicht mit.

Vatikanische Bibliothek bekommt neuen Chef

Amtsantritt ist am 1. September

Der portugiesische Theologe und Schriftsteller Jose Tolentino Mendonca ist von Papst Franziskus zum "Archivar und Bibliothekar der heiligen römischen Kirche" ernannt worden. Der 52-jährige ist derzeit Vize-Rektor der Katholischen Universität Portugal mit Sitz in Lissabon. Der auf Madeira geborene Mendonca spezialisierte sich nach seiner Priesterweihe in Bibelwissenschaften und wirkte anschließend als Dozent und Leiter katholischer Bildungseinrichtungen in Portugal, Rom und Brasilien. Seit 2011 ist er Berater des päpstlichen Kulturrats. Neben theologischen Beiträgen veröffentlichte er hauptsächlich Lyrik. Als Leiter der Vatikanischen Bibliothek - die wegen ihres Bestands alter Handschriften und früher Drucke zu den bedeutendsten der Welt zählt - ist der Titel des Kurienerzbischofs verbunden. Ihr derzeitiger Chef, der Franzose Jean-Louis Brugues, wird im November 75 Jahre alt.

Neuer Anlauf für Einheitsdenkmal in Leipzig

Neue Vorschläge im Herbst angekündigt

Nach der ersten Pleite wird in Leipzig ein weiterer Versuch unternommen, ein Freiheits- und Einheitsdenkmal zu errichten. Die Stiftung Friedliche Revolution will nach der Sommerpause verstärkt an die Bevölkerung herantreten, teilte sie mit. Diesen "Verfahrensvorschlag" hatte voriges Jahr der Stadtrat gemacht. Man habe aus der Erfahrung der vorigen Runde gelernt, so die Stiftung. Nicht die Verwaltung, sondern die Stadtgesellschaft solle die Idee vorantreiben. 2014 war ein Denkmals-Entwurf mit 70 000 bunten Würfeln nach jahrelangem Streit und juristischen Querelen auf Eis gelegt worden. Laut Stiftung befürwortet weiterhin eine große Mehrheit der Leipziger ein Denkmal in der Stadt.

Maori-Delegation in Köln

Mumifizierter Schädel aus dem einstigen Völkerkundemuseum wurde übergeben

In einer feierlichen Zeremonie hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker sterbliche Überreste eines unbekannten Mannes an das Museum of New Zealand Te Pap Tongarewa in Wellington übergeben. Nach Angaben der Stadt Köln befand sich der tätowierte Schädel bislang im Rautenstrauch-Joest-Museum für Kulturen der Welt, einem ehemaligen Völkerkundemuseum. Willy Foy, der erste Direktor des Museums, hatte ihn 1908 einem Händler in London abgekauft. Die Übergabe ist Teil eines seit 15 Jahren laufenden Programms für Rückgabe menschlicher Überreste an die indigene Bevölkerung von Neuseeland. Dort soll der Schädel zunächst in einen "Raum der Stille und Würde" gelegt werden. Sollten sich Nachfahren ermitteln lassen, werde er seinem Stamm zurückgegeben.

Apartheid-Fotograf David Goldblatt gestorben

Er wurde 87 Jahre alt

Der für seine Bilder aus der Apartheid bekannt gewordene südafrikanische Fotograf David Goldblatt ist tot. Er sei "eine Legende, ein Lehrer, eine nationale Ikone und ein Mann mit absoluter Integrität" gewesen, teilte die Direktorin der Goodman Gallery, Liza Essers, mit. Der berühmteste Dokumentarfotograf Südafrikas erzählte von den Ungerechtigkeiten in seiner Heimat mit Bildern aus dem einfachen Leben der Südafrikaner. Goldblatt war 1930 in Johannesburg als Enkel jüdischer Immigranten aus Litauen geboren worden. Im Alter von 18 Jahren begann er zu fotografieren. Seine Bilder wurden weltweit ausgestellt, etwa im Centre Pompidou in Paris und im Museum of Modern Art in New York. Unter anderem wurde er mit dem Henri Cartier-Bresson-Preis ausgezeichnet.

Bettina Paust wechselt nach Wuppertal

Vorausgegangen war ein Streit mit der Stiftung Moyland

Die langjährige Direktorin des niederrheinischen Beuys-Museums wird Leiterin des Kulturbüros in Wuppertal. Das teilte der zuständige Kulturdezernent mit. Dem Wechsel der 56-jährigen war ein langer Streit auf Schloß Moyland vorausgegangen: Die Stiftung hatte den Vertrag der Beuys-Expertin nicht über den April 2016 hinaus verlängert, aber bis dato auch keinen Nachfolger präsentiert. Die Kunsthistorikerin hatte das Museum seit 2009 geleitet. Ab Herbst wird sie die freie Kunst-, Tanz- und Theaterszene in Wuppertal fördern, finanziell unterstützen und beraten.

Trumps ex-Sprecher wird TV-Talkmaster

Sean Spicer hatte nach sechs Monaten im Weißen Haus das Handtuch geworfen

Erster Gast sollte der Anwalt der Pornodarstellerin Stormy Daniels sein, die gegen Donald Trump klagt. Trotz der Absage von Michael Avenatti wird mit Hochdruck an der Sendung "Sean Spicer's Common Ground" ("Zusammenraufen bei Sean Spicer") gearbeitet, das teilte Medienhaus Debmar-Mercury mit. Spicer solle in der eigens für ihn konzipierten Sendung Prominente zu Themen interviewen, die sich um Medien, Sport und Eheleben drehen sollen. Das Sendedatum steht noch nicht fest.

Paris hat ein Giacometti-Institut

Der Schweizer Künstler lebte 40 Jahre in der französischen Hauptstadt

Eine Jugendstil-Villa im legendären Pariser Künstlerviertel Montparnasse - nur wenige Straßen von dem Atelier entfernt: Dort hat die Alberto-Giacometti-Stiftung ein Giacometti-Institut eröffnet. Dort wird nicht nur die größte Sammlung seiner Arbeiten, sondern auch sein rekonstruierter Arbeitsraum gezeigt. Wir wollen "kein Museum im klassischen Sinn sein, sondern ein Ort der Emotion und der Recherche", sagte die Leiterin Catherine Grenier. Deshalb erhielten maximal 40 Personen gleichzeitig Zutritt, wenn sie sich zuvor angemeldet haben. Die Eröffnungswerkschau ist der Beziehung zwischen Giacometti und dem französischen Autor Jean Genet gewidmet.

928 neue Einladungen in die Oscar-Akademie

Auch deutsche Filmschaffende wurden angeschrieben

Die us-amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences möchte den Rekord des vergangenen Jahres toppen: Sie sprach weltweit 928 Einladungen aus. Beispielsweise an die Schauspielerin Diane Kruger, die Filmemacherin Katja Benrath und den Komponisten Hauschka. Wer die Einladung annimmt, darf bei der Vergabe der Oscars mit abstimmen. Unter den Auserwählten sind zudem Musiker wie Kendrick Lamar und Autoren wie J.K. Rowling. Motiviert durch die Anschuldigungen gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein und den Vorwurf, filmschaffende Männer mit weißer Hautfarbe zu bevorzugen, hatte die Oscar-Akademie angekündigt, sich zu reformieren.

Comic statt Kunst: Mißglückte Restaurierung in Spanien

Nicht nur in der Provinz Navarra ist die Empörung groß

Spanische Restauratorenverband (ACRE) spricht von einem "Anschlag auf das kulturelle Erbe" und einer "desaströsen, irreparablen Zerstörung": Es geht um eine aus dem 16. Jahrhundert stammende Figur, die in der Gemeinde Estella den Heiligen Georg darstellt. Der Pfarrer, so heißt es, habe offenbar ohne Rücksprache mit den zuständigen Kulturbehörden eine Handarbeitslehrerin mit der Neubemalung der Holzskulptur beauftragt. Die Frau entschied sich für kräftige Blautöne und ein Gesicht, das in sozialen Medien als "Disney-Figur" beschrieben wird. Die Regionalregierung kündigte an, den "entstandenen Schaden" zu analysieren und rechtliche Schritte zu prüfen.

Bundeszentrale für Politische Bildung macht Satire

"Wahre-Welle-TV" soll aufklären

Die Bundeszentrale für politische Bildung setzt auf satirische Kurzfilme. Sie thematisieren wie skurril, unlogisch und realitätsfern die bekanntesten Verschwörungstheorien sind. Das neue Bildungsangebot solle Zielgruppen ansprechen, so die Bundeszentrale, die konventionellen Medien oft nur noch wenig Beachtung schenken. Sie sollen dafür sensibilisiert werden, nicht alles zu glauben, was man in sozialen Netzwerken liest. Bereits in der vergangenen Woche hatte "Wahre Welle TV" in sozialen Medien ihren Start angekündigt. Weil nicht erkennbar war, dass es sich um ein Projekt der Bundeszentrale handelt, entstanden Gerüchte über die Urheber.

Wallraff für Wiedereinführung der Wehrpflicht

Der Enthüllungsjournalist sieht in der Wehrpflicht Vorteile für eine Demokratie

Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur hat sich der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen. Aus seiner Sicht hätte die Wehrpflicht für eine Demokratie mehr Vorteile, als eine Berufsarmee. Bei einer Berufsarmee sieht der Journalist, der durch kritische Texte über seine Zeit bei der Bundeswehr in den 60er Jahren bekannt wurde, die Gefahr einer zu „geschlossenen Gesellschaft". Positiv beurteilt Wallraff auch ein verpflichtendes soziales Jahr für Männer und Frauen, weil es für junge Menschen unterschiedlicher Herkunft die Gelegenheit böte, sich kennen zu lernen. Außerdem sagte Wallraff, dass er heute wahrscheinlich nicht mehr aus der Kirche austreten würde. Papst Franziskus bezeichnete Wallraff als Hoffnungsträger.

Mehr Geld für freie Tanz- und Theaterszene NRW

Die freie Szene in NRW bekommt eine Millionen Euro mehr

Erstmals nach sieben Jahren bekommt die freie Tanz- und Theaterszene in Nordrhein-Westfalen wieder mehr Geld vom Land: Die bisher jährlich acht Millionen Euro im Kulturhaushalt werden dieses Jahr um rund eine Million aufgestockt, das teilte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen mit. Davon können Dutzende Theater, Tanzhäuser und Kinderbühnen im ganzen Land profitieren. Bis 2020 soll die Landesförderung auf insgesamt rund 12,5 Millionen Euro pro Jahr steigen. Damit sollen diese Kultureinrichtungen, die keinen mächtigen Träger haben, mehr Planungssicherheit bekommen.

Kulturnachrichten hören

Juni 2018
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur