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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. Mai 2019

Internationaler Poesiepreis für Eugene Ostashevsky

Der russisch-amerikanische Dichter Eugene Ostashevsky und seine Übersetzerinnen Monika Rinck und Uljana Wolf haben den internationalen Poesiepreis der Stadt Münster erhalten. Der mit insgesamt 15.500 Euro dotierte Preis wurde für den Gedichtband "Der Pirat, der von Pi den Wert nicht kennt" verliehen. Die Jury lobte die Sprachakrobatik und den Formenreichtum Ostashevskys. Der New Yorker Literaturprofessor ziehe virtuos alle Gattungsregister - vom Kinderlied über Traktat und Ballade bis zu Hip Hop und Rap, hieß es. Die Übersetzerinnen Rinck und Wolf, selbst Trägerinnen bedeutender Literaturpreise, hätten dem sprachspielerischen Parforceritt Ostashevskys mit einem Höchstmaß an Geist und Witz die Tore der deutschen Sprache geöffnet.

Israels Präsident geschockt von Kippa-Warnung

Mit einer Warnung vor dem Kippa-Tragen hat der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, eine Debatte über die Sicherheit der Juden in Deutschland ausgelöst. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin reagierte schockiert und bezeichnete die Äußerung als "Kapitulation vor dem Antisemitismus". Er betonte, die Verantwortung für das Wohlergehen, die Freiheit und das Recht auf Religionsausübung liege in den Händen der deutschen Regierung und der Strafverfolgungsbehörden. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, zeigte sich ebenso besorgt über Gewalttaten gegen Juden wie Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD). Die Innenminister von Nordrhein-Westfalen und Bayern widersprachen Klein. Juden müssten sich in Deutschland sicher fühlen können.

Ludwig-Börne-Preis an Eva Menasse verliehen

Die Schriftstellerin Eva Menasse hat in der Frankfurter Paulskirche den Ludwig-Börne-Preis erhalten. Der alleinige Preisrichter, der Autor und Verleger des Rowohlt-Verlags, Florian Illies, lobte die Zeitzeugenschaft Menasses. "Eva Menasse schaut hellwach auf die großen gesellschaftliche Untiefen unserer Zeit mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstsein", begründete er seine Wahl. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Ludwig-Börne-Stiftung für herausragende Essays, Kritik und Reportagen vergeben.

Herta Müller sorgt sich um Osteuropa

Die aus Rumänien stammende deutsche Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zeigt sich besorgt über aktuelle Entwicklungen in osteuropäischen Ländern. Dort drehten sich die Dinge zurück, sagte sie im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Und weiter: "Man kriegt Angst." Mit Blick auf Rumänien sagte die Schriftstellerin, die Regierung führe Regelungen wie die Lockerung des Korruptionsrechts eher still und leise ein. "Und anders als über Ungarn und Polen wird über Rumänien leider viel zu wenig berichtet", kritisierte sie. In Deutschland sei eine Verrohung zu beobachten, so Müller weiter. "Nicht nur die Sprache verroht. Mit ihr verroht die Gesellschaft. Die Sprache drückt das nur aus." Die AfD verfolge das Ziel, "etwas Halb-Unerlaubtes so oft zu sagen, bis es erlaubt klingt". "Auch Vertreter der Jungen Union sagten Dinge, die jungen Leuten vor einigen Jahren nicht über die Lippen gekommen wären.

Plattdeutsches Wort 2019 ist "utklamüsern"

"Utklamüsern" (austüfteln) ist das Plattdeutsche Wort des Jahres 2019. Es wurde vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern aus nahezu 200 Einsendungen ausgewählt und auf dem 6. Plattdütsch-Bäukerdag (Büchertag) in Rostock bekanntgegeben. In der Kategorie "aktueller Ausdruck" gewann "fuurtsen-roewertrecken-Code" (für QR-Code), in der Kategorie "Redensart" siegte: "He röögt dat Muul as de Katteker den Steert." (Er hat ein flinkes Mundwerk.) Veranstalter des Wettbewerbs ist neben dem Heimatverband das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen. 2018 war das schönste Plattdeutsche Wort "Hartpuckern" (Herzklopfen), 2017 gewann "Dwarsdriewer" (Quertreiber/Querulant). Geehrt wurden auch schon Wörter wie "Ackerschnacker" (Handy), "Lämmerhüppen" (Diskothek), "kommodig" (angenehm oder bequem) und "Ankiekbook" (Facebook).

Südkorea feiert Cannes-Sieger

Die erstmalige Auszeichnung eines südkoreanischen Films mit der Goldenen Palme beim Filmfest Cannes hat in Südkorea überschwängliche Reaktionen ausgelöst. Staatspräsident Moon Jae In feierte die Vergabe des wichtigsten Preises des Filmfests an die sozialkritische Thriller-Komödie "Parasite" des Regisseurs Bong Joon Ho als "ein bedeutendes Geschenk" für alle Südkoreaner. Er bedanke sich bei Bong im Namen aller Südkoreaner, schrieb Moon in einer auf Twitter veröffentlichten Glückwunschbotschaft. Premierminister Lee Nak Yon bezeichnete die Auszeichnung als "beste Ehre für das koreanische Kino". Auch in den südkoreanischen Medien wurde der Preis als Auszeichnung für das einheimische Kino gewürdigt.

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