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Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. März 2018

Thomas Löffelholz gestorben

Der ehemalige "Welt"-Chefredakteur wurde 85 Jahre alt

Der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt", Thomas Löffelholz, ist tot. Nach Angaben seines Sohnes Tilman Löffelholz starb er bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren nach kurzer Krankheit in Königswinter bei Bonn. Löffelholz wurde 1995 im Zusammenhang mit dem umstrittenen Kruzifix-Urteil bekannt. Das Bundesverfassungsgericht hatte die bayerische Vorschrift aufgehoben, wonach in den Klassenzimmern aller Volksschulen Kreuze hängen müssen. Löffelholz ließ dazu in der als konservativ geltenden "Welt" einen zustimmenden Kommentar drucken. Daraufhin forderte der damalige Springer-Großaktionär Leo Kirch öffentlich die Abberufung des erst seit wenigen Monaten amtierenden Chefredakteurs. Dies lehnte der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlags, Jürgen Richter, jedoch ab. Der promovierte Jurist Löffelholz begann seine journalistische Laufbahn 1959 bei der "Stuttgarter Zeitung". Er arbeitete zunächst als Wirtschaftsredakteur, später als Brüsseler Korrespondent und Leiter des Bonner Büros. 1983 übernahm er die Chefredaktion der "Stuttgarter Zeitung", bis er 1995 an die Spitze der "Welt" berufen wurde. 1998 wurde Löffelholz mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Im Rückblick wurde er mitunter als der Chefredakteur beschrieben, der den Wechsel weg von einer streng konservativen Ausrichtung der "Welt" einleitete. Sein Nachfolger wurde der heutige Springer-Chef Mathias Döpfner.

Mark Zuckerberg gibt Fehler zu

"Facebook hat Fehler in Zusammenhang mit Cambridge Analytica gemacht"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat zugegeben, dass das soziale Netzwerk Fehler gemacht hat, die dazu geführt haben, dass Nutzerdaten von der Firma Cambridge Analytica gelesen werden konnten. Facebook werde jetzt Änderungen durchführen, um das in Zukunft zu verhindern. In einem Post auf seinem Profil sagte Zuckerberg weiterhin: "Die Firma hat Fehler gemacht, es gibt noch viel zu tun und wir werden aufstehen und uns an die Arbeit machen."

Synagogen-Gemeinde kritisiert lit.Cologne

Das Programm sei "einseitig anti-israelisch" gewesen, so die Gemeinde Köln

Die Kölner Synagogen-Gemeinde hat das Programm der lit.Cologne als einseitig anti-israelisch kritisiert. So seien in der Veranstaltung "Oliven und Asche" am 13. März im Filmforum des Kölner Museums Ludwig von einigen Autoren ungefiltert "sehr starke anti-israelische Stereotype benutzt" worden, heißt es in einem in Köln veröffentlichten Offenen Brief der Gemeinde an die lit.Cologne. Bei der Lesung seien Wahrheiten bewusst verdreht und zeitliche Abfolgen umgekehrt worden. Zudem habe es im Gesamtprogramm des Literaturfestivals keine Lesung pro-israelischer Autoren gegeben. In der Veranstaltung mit Beteiligung der israelischen Veteranen-Organisation "Breaking the Silence" ging es laut Programm "um Ungerechtigkeiten in den besetzten palästinensischen Gebieten". Die Autoren Michael Chabon, Assaf Gavron, Eva Menasse und Dana Golan trugen den Angaben zufolge Texte vor; Moderatorin war Sonia Seymour Mikich. Sie habe keine kritischen Fragen gestellt, so die Synagogen-Gemeinde. Auch seien Nachfragen nicht erlaubt gewesen.

Robert Levin bekommt Bach-Medaille 2018

Der US-Pianist habe sich um die lebendige Bach-Pflege verdient gemacht

Der US-Pianist Robert Levin wird mit der diesjährigen Bach-Medaille der Stadt Leipzig ausgezeichnet. Der 70-Jährige habe sich in den vergangenen Jahren "insbesondere um die Weitergabe des Wissens um Bachs Erbe und eine lebendige Bach-Pflege verdient gemacht", teilte das Bach-Archiv mit. Die Auszeichnung wird am 14. Juni im Rahmen des Bachfests 2018 überreicht. Dort wird Levin am Tag darauf mit Auszügen von Bachs "Wohltemperiertem Klavier" auch selbst Teil des Programm sein. Neben seiner Arbeit als Pianist ist Levin auch als Wissenschaftler tätig. Seit 1993 lehrt er an der Harvard-Universität. Levin gilt laut Bach-Archiv als einer der "vielseitigsten und weltweit gefragtesten Pianisten unserer Zeit". Zu den bisherigen Trägern der Bach-Medaille zählen Sir John Eliot Gardiner und Herbert Blomstedt. Das Leipziger Bachfest findet in diesem Jahr von 8. bis 17. Juni statt und steht unter dem Motto "Zyklen".

Wiederentdecktes Cranach-Bild wird versteigert

Es galt fast 80 Jahre als verschollen

Ein nach Jahrzehnten wiederentdecktes Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren könnte bei einer Auktion in New York bis zu zwei Millionen Dollar (etwa 1,6 Millionen Euro) einbringen. Das in den 1530er Jahren gemalte "Porträt von Johann Friedrich I. von Sachsen" hatte fast 80 Jahre lang als verschollen gegolten, bevor es in den USA wiederentdeckt worden war, wie das Auktionshaus Christie's mitteilte. Es hatte dem niederländischen Bankier und Sammler Fritz Gutmann gehört, bis die Nationalsozialisten ihn enteigneten und Gutmann und seine Frau in Konzentrationslagern umbrachten. Die heutigen Besitzer des Werkes wandten sich an das Auktionshaus Christie's, das wiederum Gutmanns Enkel Simon kontaktierte. "Unter den Werken, die noch fehlen aus der Sammlung meines Großvaters, war dieses dasjenige, bei dem ich am wenigsten Hoffnung hatte, es jemals wieder zu bekommen. Meine Familie ist überwältigt", wird er zitiert. Am 19. April soll das Werk nun in New York versteigert werden.

Dessau-Roßlau hat Helmut-Kohl-Straße

Die neuen Schilder sind angebracht worden

Trotz Bürgerprotesten hat Dessau-Roßlau eine Helmut-Kohl-Straße bekommen. Die Stadt brachte die Schilder mit dem neuen Straßennamen an dem früheren Teil der Ludwigshafener Straße an, wie ein Stadtsprecher sagte. Damit ist die bereits im Oktober beschlossene Umbenennung jetzt auch im Stadtbild sichtbar. Gegen die Pläne hatte sich Unmut geregt. Eine Online-Petition war jedoch gescheitert. Das Gremium habe die Aktion zur Kenntnis genommen, aber keinen Grund gesehen, an der Entscheidung zu rütteln, hieß es von Seiten der Stadt. Kohl war im Juni 2017 im Alter von 87 Jahren gestorben. In seiner Heimatstadt Ludwigshafen scheiterte eine Straßenumbenennung an Protesten der Bürger.

Bauhaus in Dessau mit neuer Ausstellung

Es darf mitgestaltet und miterlebt werden

Eine neue Ausstellung am Bauhaus Dessau gibt einen Vorgeschmack auf die Vermittlung von Architektur und Design im Bauhaus Museum, das im kommenden Jahr in Dessau eröffnet werden soll. Die digital-spielerische Annäherung an das Werk des bislang eher weniger bekannten Bauhäuslers Carl Fieger sei ein Vorbote dessen, was vom Museum zu erwarten sei, sagte die Sprecherin der Stiftung Bauhaus Dessau, Helga Huskamp. Die Schau ist von Donnerstag an für das Publikum geöffnet und wird bis zum 31. Oktober gezeigt. Leuchtend gelber Blickfang am Bauhausgebäude ist ein großer aufgeblasener Rundbau - ein 1:1-Modell von Fiegers Entwurf eines preisgünstigen und praktischen Hauses für alle. Es wurde niemals gebaut - Besucher können die Größe und Atmosphäre des rund 70 Quadratmeter großen iglu-ähnlichen Gebäudes nun erahnen. In der Ausstellung können Gäste an Fiegers Entwürfen selbst tätig werden.Die Zuschauer können sich auch selbst dort hineinprojizieren. 2019 wird der 100. Jahrestag der Gründung des Bauhauses vor allem in den drei Bauhaus-Städten Weimar, Dessau und Berlin groß gefeiert.

Roboter hält Rede bei Konferenz in Nepal

Sophia ist optisch der britischen Schauspielerin Audrey Hepburn nachempfunden

Ein Roboter namens Sophia hat die Eröffnungsrede bei einer Technologie-Konferenz in Nepal gehalten. "Technologie und künstliche Intelligenz können helfen, Armut und Hunger zu beenden, Korruption zu bekämpfen und die Gleichstellung der Geschlechter sicherzustellen", sagte Sophia in der Hauptstadt Kathmandu vor Vertretern von Regierungen und Medien sowie den IT- und Entwicklungsbranchen. Sophia kann mittels künstlicher Intelligenz einfache Unterhaltungen mit Menschen führen. Sie wurde vom Unternehmen Hanson Robotics in Hongkong entwickelt und ist optisch der britischen Schauspielerin Audrey Hepburn nachempfunden. Im vergangenen Oktober hatte es für Schlagzeilen gesorgt, als Saudi-Arabien Sophia die Staatsangehörigkeit erteilte - das erste Mal, dass ein Land einen Roboter zum Bürger machte. Das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, das auch die eintägige "Konferenz zu Technologie für öffentliche Dienstleistungen und Entwicklung" organisierte, ernannte sie damals zur "Innovations-Fürsprecherin".

Bayerns Kultusminister nicht im neuem Kabinett

Ludwig Spaenle war seit 2008 Mitglied der Staatsregierung

Bayerns bisheriger Kultusminister Ludwig Spaenle wird dem neuen Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU) nicht mehr angehören. Der 56-Jährige informierte heute Parteikollegen der Münchner CSU darüber selbst , wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Spaenle war seit 2008 Mitglied der Staatsregierung und dort eigentlich dem Söder-Lager zuzuordnen. Söder folgte in der Staatskanzlei in München auf Horst Seehofer, der seit vergangenem Mittwoch Bundesinnenminister in Berlin ist. Am Vormittag - wenige Stunden vor der Bekanntgabe des neuen Kabinetts - hatte Söder persönliche Gespräche mit den Parteikollegen geführt, die er zu Ministern und Staatssekretären in der ersten Regierung unter seiner Verantwortung machen will.

Provenienzforschung ist wichtig

Lars-Christian Koch über Unrechtskontext und den Wert der Objekte

Wie die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Montag mitgeteilt hatte, wird der Posten des Sammlungsdirektors im Berliner Humboldt Forum mit Lars-Christian Koch intern besetzt. Der 59-jährige Musikethnologe war bisher Abteilungsleiter am Ethnologischen Museum und zuletzt auch kommissarischer Direktor. Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur äußerte Koch sich nun zu seiner neuen Aufgabe und wie wichtig der Bereich der Provenienzforschung sei. Man könne so herausfinden, welche Werte Objekte damals und heute für die Gesellschaft hatten und haben, wo sie herkommen und in welchem Kontext sie gesammelt worden seien. Klar sei auch, dass, wenn es einen Unrechtskontext gibt, man auch zurückgeben muss.

Lorenz bleibt Kunsthallen-Direktorin

Mannheim verlängert Vertrag bis 2023

Ulrike Lorenz bleibt Direktorin der Kunsthalle Mannheim. Die Stadt habe den Vertrag mit der Kunsthistorikerin bis Ende 2023 verlängert, teilte eine Sprecherin der Verwaltung mit. Die 55-Jährige leitet das Museum seit 2009. Unter ihrer Führung war das Sammlungshaus für rund 68,3 Millionen Euro um einen modernen Neubau erweitert worden. Die Kunsthalle beherbergt unter anderem die wohl weltgrößte Privatsammlung von Werken von Anselm Kiefer. Die Eröffnung des Neubaus ist für den 1. Juni geplant.

Investitionen in Forschung und Entwicklung gestiegen

Ausgaben von rund 12,7 Milliarden der außeruniversitären Einrichtungen

Die deutschen außeruniversitären Forschungseinrichtungen haben 2016 rund 12,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das sei etwa 1,5 Prozent mehr gewesen als im Vorjahr 2015, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ihr Anteil an den gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Bundesrepublik lag bei etwa einem Siebtel (13,8 Prozent). Zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen gehören die wissenschaftlichen Institute von Bund, Ländern und Gemeinden sowie öffentlich geförderte Einrichtungen ohne kommerzielle Ausrichtung. Der Löwenanteil der Forschung entfiel dabei auf bekannte Verbünde wie die Fraunhofer- und die Max-Planck-Gesellschaft sowie die Leibniz-Gemeinschaft.

Ringo Starr ist jetzt Ritter

Er darf sich darum offiziell "Sir" nennen

Der frühere Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr ist in Großbritannien zum Ritter geschlagen worden. Er darf nun offiziell Sir Ringo genannt werden, oder noch treffender Sir Richard. Der 77-jährige Starr erhielt die Ehrung von Prinz William im Buckingham-Palast in London. Bei der nicht alltäglichen Veranstaltung verwendete er seinen echten Namen Richard Starkey. Die Ehre bedeute ihm viel, sagte Starr. Der einzig andere noch lebende Ex-Beatle, Paul McCartney, wurde bereits 1997 zum Ritter geschlagen. "Ich aß vergangene Woche mit ihm zu Abend und wir haben beide tatsächlich darüber gelacht, wo wir herkamen, und wir sind im Palast gelandet und es heißt jetzt Sir Paul und Sir Richard", sagte Starr.

Investoren und Mitglieder erhöhen Druck auf Facebook

Aktie um rund 20 Prozent eingebrochen

Im Datenskandal um Facebook erhöhen Investoren und Anwender den Druck auf das größte soziale Netzwerk der Welt. In San Francisco verklagten Aktionäre den Konzern. Facebook habe "sachlich falsche und irreführende Aussagen" zur Firmenpolitik gemacht, heißt es in der Klageschrift, wie CNN und weitere US-Medien berichteten. Nutzer des Netzwerks verlangten in einer Petition der Mozilla-Stiftung, Facebook müsse mehr für den Schutz der Daten tun und seine Nutzer respektieren. Zuvor war der Kurs der Facebook-Aktie eingebrochen. Seit Bekanntwerden des Datenskandals um die britische Analysefirma Cambridge Analytica sackte der Kurs von 185 Dollar um rund 20 Prozent. Facebook habe mitteilen müssen, dass es Dritten Zugriff auf Daten von Millionen Nutzern ohne deren Zustimmung gewährt habe, argumentieren die Kläger. Da das Unternehmen das nicht früher getan habe, hätten sie große Verluste erlitten. Facebook sieht sich unterdessen selbst als Betrogenen. "Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden", teilte das Unternehmen mit. Die umstrittene Datenanalyse-Firma, die nach Angaben ihres inzwischen suspendierten Chefs Alexander Nix einen Großteil des Wahlkampfs für US-Präsident Donald Trump bestritten hat, soll Zugriff auf Facebook-Daten von bis zu 50 Millionen Menschen gehabt haben. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC leitete deshalb eine offizielle Untersuchung gegen Facebook ein. Das Unternehmen erklärte nun, es werde alles tun, um seine Richtlinien durchzusetzen und die Informationen der Nutzer zu schützen. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernsts der Lage bewusst.

Estefan im US-Verzeichnis erhaltenswerter Musik

Ehrung für kulturelle und historische Bedeutung der amerikanischen Klangwelt

Songs von Gloria Estefan und Run-DMC sind in das US-Verzeichnis besonders erhaltenswerter Tondokumente aufgenommen worden. Weitere Neuzugänge stammten von Tony Bennett, Kenny Loggins und Smokey Robinson, wie die zuständige Bibliothek des Kongresses mitteilte. Die Titel werden damit für ihre kulturelle und historische Bedeutung der amerikanischen Klangwelt geehrt. Im sogenannten C finden sich nun Bennetts Klassiker "I Left My Heart in San Francisco" sowie "Rhythm is Gonna Get You" von Gloria Estefan and the Miami Sound Machine, Run-DMCs Album "Raising Hell" und der Soundtrack zum Musikfilm "Meine Lieder - Meine Träume" aus dem Jahr 1965. Ebenfalls neu aufgenommen wurden das Album "Rumours" von Fleetwood Mac, "Footloose" von Kenny Loggins, "Le Freak" von Chic, Kenny Rogers "The Gambler" und Smokey Robinsons "My Girl", gesungen von den Temptations.

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