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Dienstag, 21.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. April 2018

Thomas Krüger neu im Rat für Kulturelle Bildung

Beratungsgremium erweitert den Expertenkreis

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, ist neues Mitglied im Rat für Kulturelle Bildung. Der frühere DDR-Bürgerrechtler und ehemalige Bundestagsabgeordnete verstärke das unabhängige Beratungsgremium insbesondere durch seine Erfahrungen in Politik und Zivilgesellschaft, teilte der Rat mit. Der Rat für Kulturelle Bildung ist nach eigenen Angaben ein unabhängiges Beratungsgremium mit 13 Experten, das sich umfassend mit der Lage und der Qualität kultureller Bildung in Deutschland befasst. Er ist eine Initiative von Bertelsmann Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Karl Schlecht Stiftung, PwC-Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stiftung Mercator und der Stiftung Nantesbuch. Die Experten seien unabhängig und an keine Weisungen gebunden.

Bill Cosby für schuldig befunden

Rund 60 Frauen werfen dem US-Fernsehstar sexuellen Missbrauch vor

Der ehemalige TV-Star Bill Cosby muss möglicherweise für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Im Missbrauchsprozess gegen ihn sahen die Geschworenen des Gerichts in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania die Schuld des 80-Jährigen in allen Punkten der Anklage als erwiesen an. Der einstige Comedy-Star, der von rund 60 Frauen Frauen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, musste sich vor Gericht wegen eines Falls aus dem Jahr 2004 verantworten. Eine ehemalige Universitätsmitarbeiterin beschuldigte Cosby, sie in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich an ihr vergangen zu haben. Im Zuge einer außergerichtlichen Einigung hatte ihr Cosby vor zwölf Jahren 3,38 Millionen Dollar gezahlt.

Hölderlin-Preis für Daniel Kehlmann

Besondere Würdigung des Bestsellers "Tyll"

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann erhält in diesem Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. "Seine Texte verfolgen eine komplexe literarische Poetik und haben dennoch Qualitäten, die von einem großen Publikum geschätzt werden", würdigte die Jury den Autor. Die Auszeichnung wird am 10. Juni in Bad Homburg überreicht. Kehlmann habe zuletzt mit seinem Bestseller "Tyll" über den legendären Gaukler Eulenspiegel nicht nur eine epische Studie über Religion, Aberglauben, Machtpolitik und Krieg geliefert, heißt es in der Begründung der Jury. Er habe zugleich einen abgründig komischen Künstlerroman und ein leichtfüßiges Meisterwerk geschaffen. Der mit 7500 Euro dotierte Förderpreis geht an die Berliner Autorin Alina Herbing für ihren Debütroman "Niemand ist bei den Kälbern" über das Dorfleben im Nordwesten Mecklenburgs.

WDR setzt externe Gutachterin ein

Monika Wulf-Mathies soll Vorwürfe sexueller Belästigung prüfen

Um den Umgang des WDR mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung zu untersuchen, schaltet der Sender jetzt eine externe Gutachterin ein. Die frühere EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies (SPD) werde die Vorgänge unabhängig prüfen, kündigte WDR-Intendant Tom Buhrow an. Sie erhalte dafür "uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen, Vorgängen sowie Gesprächspartnern". Unterstützt werde Wulf-Mathies von der Bonner Kanzlei Pauly und Partner. Die Ergebnisse würden nach Abschluss der Untersuchung veröffentlicht. "Wir sind nicht der verlängerte Arm des Arbeitgebers", sagte Wulf-Mathies. Die "#MeToo"-Debatte habe gezeigt, dass es für Frauen immer noch sehr schwer sei, sich gegen sexuelle Belästigung zu wehren.

Auswärtiges Amt fördert geflohene Wissenschaftler

Alexander von Humboldt-Stiftung soll Aufenthalt organisieren

Das Auswärtige Amt und die Alexander von Humboldt-Stiftung fördern Wissenschaftler nach ihrer Flucht nach Deutschland. "Kriege und Krisen, aber auch autokratische Regierungen schränken weltweit die Freiheit von Kunst, Wissenschaft und Meinung zunehmend ein", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts. Mit der Philipp Schwartz-Initiative soll die Alexander von Humboldt-Stiftung helfen, damit geflohene Forscher an deutschen Universitäten Schutz finden. Hochschulen und Forschungseinrichtungen könnten Forscher als Stipendiaten aufnehmen. Über 100 Wissenschaftler seien bereits in Deutschland tätig.

Kritik an bekannten Literaten in Ungarn

Regierungszeitung "Magyar Idök" veröffentlicht Rundumschlag

Die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban erhöht in Ungarn den Druck auf kritische Stimmen. Die von der Regierung kontrollierte Tageszeitung "Magyar Idök" griff in einem Kommentar rund drei Dutzend prominente Literaten an, unter ihnen die durch Übersetzungen im deutschen Sprachraum bekannten Autoren Peter Nadas, Laszlo Krasznahorkai, György Konrad, György Dragoman und der 2016 gestorbene Peter Esterhazy. Der Rundumschlag richtete sich auch gegen das Budapester Petöfi-Literaturmuseum und dessen Direktor Gergely Pröhle. Der ehemalige Diplomat und Vize-Staatssekretär im Außenministerium gilt als ein gemäßigter Vertreter aus dem Umfeld der Regierungspartei Fidesz.

Panorama-Bild für Pergamon-Museum

Künstler Yadegar Asisi realisiert erneut das Projekt

Ein riesiges 360-Grad-Panorama der antiken Metropole Pergamon wird ab dem Spätsommer in Berlin zu sehen sein. Das 30 Meter hohe Bild wird in einem temporären, runden Ausstellungsgebäude gegenüber dem Bode-Museum und der Museumsinsel präsentiert, wie die Staatlichen Museen mitteilten. Der Rundbau wird voraussichtlich bis 2024 für das Pergamon-Panorama genutzt. Realisiert wird das Projekt von dem Künstler Yadegar Asisi. Es ist bereits sein zweites Pergamon-Panorama. Das erste Asisi-Panorama der antiken Stadt war 2011/2012 vor dem Pergamon-Museum in Berlin zu sehen. Das neue Bild sei nicht nur größer und malerisch überarbeitet worden. Auch neue Erkenntnisse etwa über die Bebauung des Burgberges von Pergamon seien eingeflossen. Für die Besucher steht eine 15 Meter hohe Besucherplattform mit drei Ebenen bereit.

Shortlist für Turner-Preis bekannt gegeben

Jury wählt auch documenta-Arbeiten aus

Die Künstler Luke Willis Thompson, Charlotte Prodger und Naeem Mohaiemen, sowie das Kollektiv Forensic Architecture sind für den renommierten britischen Turnerpreis nominiert, wie die Kunstzeitschrift Monopol berichtete. Zwei der Shortlist-Kandidaten sind für ihre Arbeiten auf der Documenta 14 ausgewählt worden. Alle Nominierten gingen drängende politische und humanitäre Themen unserer Zeit an, sagte der Direktor der Tate Britain, Alex Farquharson. Dabei zeige sich das bewegte Bild als ein verbindendes Element in der Arbeit der Künstler. Alle drei Finalisten benutzen Video oder Film in ihren Arbeiten. Luke Willis Thompson beispielsweise ist für seinen 35 mm-Film "autoportrait" in der Chisenhale Gallery nominiert. Für ihre Einzelausstellung "BRIDGIT/Stoneymollan Trail" in der Bergen Kunsthall steht die schottische Künstlerin Charlotte Prodger auf der Shortlist. Naeem Mohaiemen ist für seinen Beitrag zur Kunstschau in Kassel sowie für seine Einzelausstellung "There is No Last Man" in New York nominiert.

"Die Fantastischen Vier" erhalten Jacob-Grimm-Preis

Verdienst um deutschsprachigen Hip-Hop gewürdigt

"Die Fantastischen Vier" erhalten den diesjährigen Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache. Die vier Musiker Smudo, Thomas D., Michi Beck und And.Ypsilon bekommen die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung für "ihren Verdienst um den deutschsprachigen Hip-Hop", teilte der Verein Deutsche Sprache mit. Die Musiker seien Wegbereiter einer neuen deutschen Musikgeschichte, sagte der Jury-Sprecher Helmut Glück. "Zu einer Zeit, in der Sprechgesang mit der englischen Sprache verknüpft war, waren sie die ersten, die sich ihrer Muttersprache bedienten - ähnlich wie Udo Lindenberg, der das Deutsche in der Popmusik etablierte." Die Band gründete sich 1989 in Stuttgart. Sie waren die erste Rap-Formation, die mit deutschem Sprechgesang bundesweit Aufmerksamkeit erregten.

Wechsel bei "Europäischen Wochen Passau"

Intendant Thomas Bauer unterschreibt Auflösungsvertrag

Der Intendant der Festspiele "Europäische Wochen Passau", Thomas Bauer, hört nach eineinhalb Jahren im Amt auf. Bauer und der Vorstand des Trägervereins würden einen Auflösungsvertrag unterschreiben, sagte die Sprecherin der Festspiele. Intendant und Vorstand hätten sich wegen inhaltlicher Fragen überworfen. Wer die Festspiele künftig leiten soll, sei noch unklar.

Gericht bestätigt Ausreiseverbot für Mesale Tolu

Reporter ohne Grenzen fordert Fallenlassen aller Vorwürfe

Reporter ohne Grenzen hat die türkische Justiz aufgefordert, das Ausreiseverbot gegen die Autorin Mesale Tolu aufzuheben und die konstruierten Vorwürfe gegen die Journalistin endlich fallenzulassen. Der Prozess gegen Tolu ging heute in Istanbul weiter und das Gericht bestätigte das Ausreiseverbot für die deutsche Journalistin. Die Staatsanwaltschaft wirft Tolu laut Anklageschrift Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation und Terror-Propaganda vor. Ihr drohen bis zu 20 Jahre Haft. Tolu wurde Mitte Dezember nach mehr als sieben Monaten in Untersuchungshaft unter Auflagen freigelassen. "Solange Tolu das Land nicht verlassen darf, bleibt sie eine politische Geisel der türkischen Regierung," sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. Der Prozess gegen Tolu begann am 11. Oktober 2017. Die deutsche Journalistin, die im Jahr 2007 die türkische Staatsbürgerschaft abgelegt hatte, war am 30. April 2017 in Istanbul festgenommen worden und saß ab 5. Mai in Haft.

Kulturrat fordert mehr Jugendschutz in der Musik

Echo-Skandal sollte zu freiwilliger Selbstkontrolle führen

Der Deutsche Kulturrat hat als Konsequenz aus dem Echo-Skandals mehr Jugendschutz in der Musikbranche gefordert. "Ich halte das für absolut notwendig, dass wir auch im Musikbereich über den Jugendschutz nachdenken, und dafür kann eine Altersfreigabe der richtige Weg sein", sagte der Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Eine Prüfung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien reiche nicht aus. Sinnvoll wäre aus seiner Sicht ein Verfahren analog zur Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) oder der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) bei Computerspielen.

Kinofilm über Fall Harvey Weinstein geplant

Enthüllungsjournalismus soll im Vordergrund stehen

Nach dem Hollywood-Skandal soll nun aus dem Fall Harvey Weinstein ein Kinofilm werden. Das meldet das US-Branchenportal "Deadline". Die Handlung soll sich allerdings stärker um die beiden Journalistinnen der US-Zeitung "New York Times" drehen, die im Herbst 2017 mit ihrer Berichterstattung die Vorwürfe gegen den mächtigen Hollywood-Produzenten veröffentlichten und damit die "MeToo"-Debatte ins Rollen brachten. Die Reporterinnen Jodie Kantor und Megan Twohey waren kürzlich für ihre Recherchen mit dem renommierten Publitzerpreis geehrt worden. Als Vorbild für den Film wurde das Journalisten-Drama "Spotlight" genannt, das 2016 den Oscar als bester Film gewann. Auch der US-Regisseur Steven Spielberg war kürzlich mit dem Journalistenfilm "Die Verlegerin" mit Meryl Streep und Tom Hanks in den Hauptrollen erfolgreich.

Arno Geiger erhält Joseph-Breitbach-Preis

Jury betont Bedeutung seines Romans "Unter der Drachenwand"

Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger erhält für sein literarisches Gesamtwerk den Joseph-Breitbach-Preis 2018. Die Jury hob in ihrer Würdigung vor allem den jüngsten Roman "Unter der Drachenwand" hervor, wie die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz mitteilte. Der gemeinsam von der Akademie und der Stiftung Joseph Breitbach verliehene Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 28. September in Koblenz verliehen. Die Laudatio hält der Kritiker und Literaturwissenschaftler Franz Haas. In dem Roman schreibe Geiger über die Begegnung mehrerer Menschen 1944 im Salzkammergut wie "in einer Art Zeitstillstand vor dem Untergang der Welt", hieß es. Der 1968 in Bregenz geborene Autor studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien, arbeitete als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen und ist seit 1993 freier Schriftsteller.

Neue Warnstreiks bei Zeitungen in Sicht

Tarifverhandlungen ergebnislos unterbrochen

Die fünfte Tarifrunde für die 13.000 Redakteure und die festen freien Journalisten an deutschen Tageszeitungen ist ergebnislos unterbrochen worden. Der Deutsche Journalisten-Verband und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger seien von einer Einigung in den Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag nach wie vor weit entfernt, teilten der DJV und die Gewerkschaft Verdi mit. Die Verleger hielten an ihrer Forderung nach einem 30-monatigen Gehaltstarifvertrag fest und hätten 1,7 Prozent mehr Gehalt ab 1. Mai und weitere 1,5 Prozent ab 1. Mai 2019 angeboten. Das sei für den DJV inakzeptabel. Darüber hinaus hätten die Verleger angeboten, die Einkommen der Jungredakteure einmalig um 120 Euro, die Vergütungen der Volontäre um 80 Euro anzuheben. DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring sagte: "Das sogenannte Tarifangebot liegt deutlich unter der Teuerungsrate und ist für uns nicht hinnehmbar." Die Warnstreiks sollen in den kommenden Tagen weitergehen.

Bedauern über Ende für Echo Klassik und Jazz

Musikrat würdigt Bedeutung des Musikpreises

Der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, hat bedauert, dass auch der Echo-Musikpreis für die Bereiche Klassik und Jazz abgeschafft wird. Krüger sagte im eutschlandfunk Kultur, der Echo Klassik und der Echo Jazz hätten erheblich dazu beigetragen, die beiden Sparten über ihren angestammten Szenebereich hinaus in der breiteren Bevölkerung zu verankern: "Die Echo Klassik-Sendung war das meist wahrgenommene Klassik-Event Deutschlands, und es ist schade, dass es das so nicht mehr geben kann", sagte er und hob die Bedeutung des Echos für Künstler und Produktionen hervor: "Nicht umsonst klebt sich jeder gern - wie man hier in Bayern sagt - dieses Wapperl drauf, wenn er einmal einen Echo-Preis errungen hat" Das gelte auch für den Deutschen Musikrat. Krüger saß in der Jury für den Echo Klassik und war Mitglied des Ethik-Beirates des Echos, den er vor einer Woche verlassen hatte. Zur Neuausrichtung des Preises sagte er, es sei wichtig, dass im Bereich Pop und Rock künftig Botschaften gesendet würden, die dazu beitrügen, unsere Gesellschaft zu befrieden.

Musiker Holger Biege gestorben

1983 war der Sänger nach einem Gastspiel in West-Berlin geblieben

Der Musiker Holger Biege ist tot. Der 65-Jährige starb in einer Klinik in Lüneburg, wie sein Kollege Thomas Putensen, ein Freund der Familie, bestätigte. Biege war in der DDR in den 1970er-Jahren mit Liedern wie "Wenn der Abend kommt" und "Sagte mal ein Dichter" bekannt geworden. 1983 hatte der in der DDR bekannte und beliebte Musiker ein Gastspiel genutzt und war mit seiner Familie in West-Berlin geblieben. Zuletzt lebte er bei Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.
Seit einem Schlaganfall im Jahr 2012 war der Sänger gelähmt und hatte seine Stimme verloren. "Er war einer von den wenigen wirklich außergewöhnlichen Interpreten", würdigte Putensen die Musik des Liedermachers. "Er hatte so etwas Markantes wie Manfred Krug oder Udo Lindenberg".

Intendant Martin Schüler in Cottbus zurückgetreten

Streit um Generalmusikdirektor am Staatstheater eskaliert

Der Intendant des Cottbuser Staatstheaters, Martin Schüler, ist zurückgetreten, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg unter Berufung auf den Intendanten berichtete. Das Brandenburger Kulturministerium bestätigte am Nachmittag die Meldung. Es hatte schon seit einiger Zeit an der Cottbuser Bühne Streit zwischen den Sängern und Orchester auf der einen Seite und dem Generalmusikdirektor Evan Christ auf der anderen Seite gegeben. Schüler hatte zuletzt versucht, den Streit zu lösen und dem Dirigenten eine Pause vorgeschlagen. Hintergrund der wochenlangen Querelen sind Vorwürfe aus der Belegschaft, die unter anderem cholerische Ausfälle von Christ kritisieren. Intendant Schüler hatte dem Orchesterleiter einen Mediationsprozess vorgeschlagen. Christ selbst soll das abgelehnt und stattdessen eine Vertragsauflösung ins Gespräch gebracht haben.

Gauck schmückt Menschenrechts-Filmpreis

Früherer Bundespräsident übernimmt Schirmherrschaft

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schirmherrschaft über die 11. Wettbewerbsrunde des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises übernommen. Er wird auch die Festrede bei der Preisverleihung im Dezember halten, wie die Organisatoren bekannt gaben. "Wir wissen:Mit einem Bild oder einem Film lässt sich mehr sagen, als mit vielen Worten, Berichten oder Statistiken", wird Gauck zitiert. Einzelschicksale erreichten nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz und sensibilisierten Zuschauer für Menschenrechtsverletzungen weltweit. Daraus erwachse eine Verantwortung für die Filmschaffenden.

Lange Haftstrafen für "Cumhuriyet"-Journalisten

Herausgeber Akin Atalay ist vorerst auf freiem Fuß

Im Prozess gegen die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" in Istanbul sind mehrere der angeklagten Mitarbeiter zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der Herausgeber Akin Atalay, der Chefredakteur Murat Sabuncu und der Investigativjournalist Ahmet Sik wurden zu Haftstrafen von mehr als sechs Jahren verurteilt, wie die Zeitung am Abend mitteilte. Atalay, der als Einziger noch in U-Haft saß, wurde jedoch unter Auflagen freigelassen.

Medien: Verzicht auf Literaturnobelpreis 2018?

Die Schwedische Akademie diskutiert, hat aber noch nichts beschlossen

Die krisengeplagte Schwedische Akademie erwägt Medienberichten zufolge, in diesem Jahr keinen Literaturnobelpreis zu vergeben. Das Gremium führe entsprechende Diskussionen, bestätigte der Sprecher der Nobelpreisstiftung, Carl-Henrik Heldin, dem Sender SVT. Beschlossen sei aber noch nichts, betonten Akademie-Mitglieder demnach auch. Der aus der Jury zurückgetretene Peter Englund schrieb dem Schwedischen Radio: "Mit Gedanken an die Situation der Akademie und den Preis selbst ist es vielleicht das beste, die Vergabe ein Jahr zu verschieben." Die Schwedische Akademie wählt seit 1901 den Träger des Literaturnobelpreises aus. Sieben Mal wurde er seitdem nicht vergeben, zuletzt von 1940 bis 1943. Die Schwedische Akademie wird derzeit von einem Belästigungs- und Korruptionsskandal erschüttert, in dessen Folge mehrere ihrer 18 Mitglieder zurücktraten.

Kinder-Skelett in Pompeji gefunden

Junges Opfer des Ausbruchs des Vesuvs konserviert

Archäologen haben in den antiken Stätten von Pompeji bei Neapel einen spektakulären Fund gemacht. Bei Arbeiten in den Zentralthermen auf dem Gelände sei völlig unerwartet das Skelett eines sieben bis acht Jahre alten Kindes entdeckt worden, teilte die Archäologische Ausgrabungsstätte Pompeji mit. Es handele sich dabei um ein junges Opfer des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 nach Christi, bei dem Pompeji unter einer Ascheschicht begraben und somit weitgehend konserviert wurde. Das Skelett habe sich unter einer etwa zehn Zentimeter dicken Schicht befunden. Erst sei der Schädel entdeckt worden, dann weitere Knochen.

Macron-Besuch verärgert US-Filmregisseur Oliver Stone

Kritik am "Imperialismus des alten Frankreich"

Der Filmregisseur Oliver Stone hat den Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei US-Präsident Donald Trump als "sehr deprimierend" empfunden. Dieser markiere eine Rückkehr zum "Imperalismus des alten Frankreich", sagte Stone, der halber Franzose ist während eines Filmfestivals in Teheran. "Besonders schockiert" sei er gewesen, als Macron neben Trump für eine Überarbeitung des 2015 abgeschlossenen Atomabkommens mit dem Iran plädiert habe. Macron wolle wie der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy "neben den Amerikanern stehen als Zeichen französischer Macht", sagte Stone. Er sehe "eine Rückkehr zum Kolonialismus und Imperialismus des alten Frankreich".

Kritik an "schwarzen Listen" in Ungarn

Reporter ohne Grenzen rügt Diffamierung ausländischer Korrespondenten

Reporter ohne Grenzen ist empört über Listen unliebsamer Journalisten in der staatsnahen ungarischen Presse, mit denen Korrespondenten ausländischer Medien eingeschüchtert werden sollen. Die Organisation forderte deutsche und europäische Politiker dazu auf, sich deutlich von solchen Praktiken zu distanzieren und MInisterpräsident Viktor Orban zu ermahmen, die Pressefreiheit als demokratischem Grundprinzip zu achten. „Schwarze Listen von Journalisten zu erstellen, um sie zum Schweigen zu bringen, erinnert an die dunkelsten Zeiten europäischer Geschichte", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Derartige Hetze bereitet den Boden für Taten wie den Mord an Jan Kuciak in der Slowakei." Wenn die Europäische Kommission dem tatenlos zusehe und einige CSU-Politiker Orban sogar offen unterstützten, sei das in höchstem Maße fahrlässig. In der vergangenen Woche hatte die regierungstreue Tageszeitung Magyar Idök mehrere ausländische Korrespondenten attackiert und namentlich genannt.

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