Feature, vom 17.10.2020, 18:05 Uhr

Thomas Harlan und seine Erkundungen zum „Vierten Reich“Radikal unversöhnt

Demonstration gegen ein Treffen der alten Kameraden der SS im Jahr 1984. (picture alliance / Klaus Rose)
Demonstration gegen ein Treffen der alten Kameraden der SS im Jahr 1984. (picture alliance / Klaus Rose)

Eine Lungenklinik im Süden Deutschlands. Der Filmemacher und Schriftsteller Thomas Harlan, unheilbar krank, erzählt von dem, was ihn Zeit seines Lebens heimsucht: die Verbrechen der Nationalsozialisten. Seine Recherchen in polnischen Archiven führten zu über 2000 Anklagen. Sie zeigten auch, welche Karrieren die Mörder nach Kriegsende machen konnten. Mit dem Buch "Das Vierte Reich" wollte Thomas Harlan, Sohn von Veit Harlan und Hilde Körber, dieses subkutane Weiterleben des Dritten Reiches in der Bundesrepublik offenlegen. Eine Veröffentlichung kam nie zustande. Seine Verstörung und Wut über die "deutsche Kontinuität" spiegeln sich jedoch ungebrochen in seinen Romanen "Rosa" und "Heldenfriedhof". Am 16.10.2020 ist der 10. Todestag von Thomas Harlan.


Der Autor Thomas Harlan im Jahr 2000 (imago stock&people)Thomas Harlan im Jahr 2000 (imago stock&people)Radikal unversöhnt
Thomas Harlan und seine Erkundungen zum "Vierten Reich"
Von Beate Ziegs
Regie: die Autorin
Mit: Falk Rockstroh, Simone Kabst, Bernhard Schütz, Udo Schenk, Almut Zilcher
Ton: Thomas Monnerjahn
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2008
Länge: 54'30
Eine Wiederholung vom 06.12.2008


Beate Ziegs, geboren 1952 in Iserlohn, war u.a. als Fachredakteurin für den Bereich "Energie und Umwelt" sowie als leitende Stadtplanerin im Sanierungsgebiet Berlin-Kreuzberg tätig. Als Autorin und Regisseurin arbeitet sie überwiegend für den Hörfunk. Zuletzt: "Was zu sagen bleibt, ist immer eine Wolke. Die literarischen Qualitäten kondensierten Wassers" (Deutschlandfunk Kultur 2019) und "Die Macht der Bilder. Biafra, der Bürgerkrieg und die westliche Welt" (Deutschlandfunk Kultur 2020).

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