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Thema / Archiv | Beitrag vom 26.01.2009

Theologe nennt Bischof-Rehabilitierung Skandal

Hilberath: Holocaust-Leugner Richardson sollte wieder exkommuniziert werden

Papst Bendikt XVI. hat die Exkommunizierung der Lefebvrianer aufgehoben. In den Schoß der Kirche kann jetzt auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson zurückkehren. (AP)
Papst Bendikt XVI. hat die Exkommunizierung der Lefebvrianer aufgehoben. In den Schoß der Kirche kann jetzt auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson zurückkehren. (AP)

Die päpstliche Rehabilitierung eines Bischofs, der den Holocaust leugnet, ist für den Theologen Bernd Jochen Hilberath ein Skandal. Richard Williamson müsste aus ethischen Gründen exkommuniziert werden, betonte der Professor für katholische Dogmatik. Hilberath lehrt am Institut für Ökumenische Forschung in Tübingen.

Williamson ist einer von vier Bischöfen einer Glaubensgemeinschaft um den ultrakonservativen französischen Erzbischof Marcel Lefebvre, deren Exkommunikation Papst Benedikt XVI. nach mehr als 20 Jahren aufgehoben hatte. "Wenn der Papst der Meinung ist, er solle die Lefebvrianer wieder in den Schoß der Kirche zurückholen, indem er die Exkommunikation aufhebt, so müsste er eigentlich im gleichen Atemzug Williamson wieder exkommunizieren", erklärte Hilberath. Williamson hatte in einem Interview den Holocaust geleugnet. Inzwischen wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eröffnet.

Die Rehabilitierung der Glaubensgemeinschaft ist nach Einschätzung Hilberaths zudem kein taugliches Mittel, um die Einheit der Kirche herzustellen. "Im Falle der Lefebvrianer, der Pius-Bruderschaft, scheint es sogar so zu sein, dass von ihnen noch nicht einmal verlangt wird, dass sie das Zweite Vatikanische Konzil anerkennen. Sie sollen sich lediglich der Autorität des Papstes unterstellen", kritisierte der Theologe.

Sie können das vollständige Gespräch mit Bernd Jochen Hilberath mindestens bis zum 26.06.2009 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

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