Themis: Mehr körperliche Übergriffe im Kulturbereich

    "Women of the world, unite!" steht auf der schwarzen Handtasche einer Schauspielerin im blauen Kleid vor dem Logo der Berlinale im Jahr 2018
    Das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt in der Kulturbranche ist gewachsen - zeigt auch die Botschaft "Women of the world, unite!" auf der Berlinale. © picture alliance / 360-Berlin
    Bei der Vertrauensstelle Themis können sich Menschen aus Film, Theatern, Orchestern und der Musik melden, wenn sie sexuelle Belästigung oder Gewalt erfahren haben. In den letzten Jahren nimmt der Anteil der körperlichen Übergriffe zu: Drehten sich 2024 noch 47 Prozent der Erstgespräche um körperliche Belästigung bis hin zu mutmaßlicher Vergewaltigung, waren es im vergangenen Jahr 68 Prozent. Den Rest machen verbale, non-verbale oder digitale Belästigung aus. Die Leiterinnen von Themis, Maren Lansink und Martina Zöllner, nennen als Grund für die Zunahme in der "Zeit" die ihrer Ansicht nach enthemmter werdende Frauenfeindlichkeit online wie offline. Außerdem sei das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt in der Kultur- und Medien-Branche gewachsen. Im Umgang ist Themis zufolge noch Luft nach oben: Es fehlt vor allem an Strukturen. So lange aber Arbeitgeber etwa in Produktionsfirmen oder Theatern wegschauen - warnen die beiden - bleiben Betroffene alleine mit dem, was ihnen passiert ist.