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Kulturnachrichten

Montag, 30. Dezember 2019

"Theater ist nicht gleichberechtigt"

Das Theater in Deutschland sei weit weg von Gleichberechtigung, beklagt Matthias Lilienthal, Dramaturg und Intendant der Münchner Kammerspiele im Deutschlandfunk Kultur. „Die Kammerspiele haben in dieser Spielzeit 45 Prozent weibliche Regisseure, und dieser Anteil von Regisseurinnen ist eher ungewöhnlich." Lilienthal sieht im letzten Jahrzehnt aber das Ende des männlichen, weißen, alten Regisseurs gekommen. Identität und Teilhabe – das sind aus seiner Sicht die bestimmenden Themen im deutschsprachigen Theater der 2010er Jahre gewesen. Das Theater von Shermin Langhoff am Berliner Maxim-Gorki-Theater habe die Entwicklung wesentlich beeinflusst. Zu der Frage der türkischen Community sei die Frage von "People of Colour"  und "Queer-Sein" hinzu gekommen.

Schauspieler Jan Fedder gestorben

Der Schauspieler Jan Fedder ist tot. Er starb im Alter von 64 Jahren in Hamburg. Wie die Polizei bestätigte, wurde der Fernseh-Star am frühen Abend tot in seiner Wohnung gefunden. Als "Großstadtrevier"-Polizist Dirk Matthies sorgte er über Jahrzehnte in der ARD-Dauerserie für Recht und Ordnung auf St. Pauli. Fedder wirkte in mehr als 400 Produktionen mit, wobei vor allem seine unverwechselbare Stimme und sein norddeutscher Akzent zu Markenzeichen wurden. Für seine Darstellung in "Der Mann im Strom" erhielt der gebürtige Hamburger 2006 den Deutschen Fernsehpreis.

Monty-Python-Star Neil Innes gestorben

Der Schauspieler Neil Innes von der britischen Comedy-Gruppe Monty Python ist tot. Er sei am Sonntagabend im Alter von 75 Jahren gestorben, bestätigte sein Vertreter Nigel Morton. In einer Mitteilung von Innes' Familie hieß es, er sei unter natürlichen Umständen unerwartet und schnell gestorben. Sein Intellekt und seine Suche nach der Wahrheit hätten alle inspiriert, und seine Musik und Lieder jedermanns Herzen berührt. Innes schrieb Songs für den bekannten Monty-Python-Film "Die Ritter der Kokosnuss", erschien in "Das Leben des Brian" und tourte in Großbritannien und Kanada mit der Truppe. Außerdem war Innes Mitglied der The Bonzo Dog Doo-Dah Band, später umbenannt in The Bonzo Dog Band. Für deren Lied "I'm The Urban Spaceman" gewann Innes den britischen Ivor-Novello-Musikpreis.

Verdacht gestohlenes Beethoven-Porträt

Im Fall eines gestohlenen Beethoven-Porträts ist ein Tatverdächtiger ermittelt worden. Es handele sich um einen 28 Jahre alten Mann, teilte die Polizei mit. Das Porträt ist ein Werk des Pop-Art-Künstlers Jim Avignon, der es im Rahmen eines "Beethoven-Marathons" in der Bonner Oper gemalt hatte. In der Nacht danach war es von einem bisher Unbekannten abgehängt, zusammengerollt und mitgenommen worden. Einen Tag später, am 23. Dezember, warf ein auffallend großer Mann es in das Foyer der Oper und rannte weg. Jetzt ist dieser Mann nach Angaben der Polizei identifiziert.

"Bildende Kunst ist kommentarsüchtig geworden"

Die Bildende Kunst ist seit drei Jahrzehnten in der Krise, sagt Robert Kudielka, Kunstwissenschaftler und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste. Die künstlerischen Mittel, das Vokabular der bildnerischen Kunst sei nicht mehr weiterentwickelt worden, beklagt er im Deutschlandfunk Kultur. Stattdessen sei Bildende Kunst kommentarsüchtig geworden. Themen wie Gender oder Migrationsproblematik rückten laut Kudielka in den Vordergrund und beförderten eine Bekenntniskunst. So könnten keine bedeutenden Kunstwerke mehr entstehen, "in denen für die Menschen etwas artikuliert wird, was zeitgenössisch ist, was sie so aber noch nicht gefunden, gefühlt haben und was wichtiger ist als die aktuellen Inhalte". Diese Inhalte sind, so Kudielka, besser bei den Journalisten und in Debatten aufgehoben.

Fontanejahr endet am 200. Geburtstag des Dichters

Mit dem 200. Geburtstag Theodor Fontanes am 30. Dezember endet offiziell das Fontanejahr. In dessen Geburtsstadt Neuruppin findet dazu eine Feier und die Verleihung der Fontane-Kulturpreise statt. Im Zentrum des Jubiläumsjahres und der mehr als 400 Veranstaltungen standen die Fontanestadt Neuruppin mit zahlreichen Projekten sowie das Themenjahr des Netzwerks "Kulturland Brandenburg". "Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt", sagte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle. Es sei gelungen, Fontane zu entstauben und im Spiegel des 21. Jahrhunderts zu betrachten. Knapp eine Million Besucher seien auf seinen Spuren gewandelt. Das Land unterstützte das Jubiläumsjahr mit rund zwei Millionen Euro. Dazu kam eine Million Euro von der Kulturstiftung des Bundes.

Kulturpolitikerin Budde will Industriekultur erhalten

Die Erhaltung von Industriekultur sollte mehr in den Mittelpunkt rücken, fordert die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Katrin Budde. Um sich in der digitalen Gesellschaft zurechtzufinden, sei das Wissen um alte Kulturtechniken wichtig. „Ich muss ja wissen, wo ich herkomme, damit ich weiß, wo ich hin will." sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Damit sei Industriekultur ein gesellschaftliches Thema. Mit dem Wandel der Gesellschaft gingen Produktionsweisen und Standorte verloren. Aus Sicht der Kulturausschuss-Vorsitzenden Budde ist dadurch Industriekultur bedroht. Darauf müsse die Kulturpolitik in der Region achten.

Kulturrat kritisiert privates Silvester-Böllern

Der Deutsche Kulturrat hat sich gegen das individuelle Böllern zu Silvester ausgesprochen. "Privates Knallen brauchen wir nicht", sagte der Geschäftsführer des Gremiums, Olaf Zimmermann. Das Silvester-Böllern, wie es derzeit praktiziert werde, habe nichts mehr mit dem alten Brauchtum aus dem 16. Jahrhundert zu tun und sei unzeitgemäß. "Ich finde schon, dass sich das private Feuerwerk zu Silvester negativ entwickelt hat." Es gehe nicht mehr um ein schönes Feuerwerk, sondern um Krawall. Das sei für viele Menschen und auch für Tiere beängstigend. Zudem müsse man die Umweltbelastung durch Feinstaub bedenken. Zimmermann sprach sich für zentrale Feuerwerke aus, die zum Jahreswechsel gemeinschaftlich organisiert werden. Auch Licht- oder Lasershows wären denkbar.

Schottischer Autor Alasdair Gray gestorben

Der schottische Schriftsteller und Künstler Alasdair Gray ist tot. Wie sein Verlag mitteilte, starb der 85-Jährige nach kurzer Krankheit im Beisein seiner Familie in einem Krankenhaus. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon würdigte Gray als "literarischen Giganten" und "echten Universalgelehrten". Der Schriftsteller war ein Unterstützer schottischer Unabhängigkeitsbestrebungen. Mit seinem Debütroman "Lanark" gelang ihm 1981 der Durchbruch.

Gunter Demnig verlegt den 75.000. Stolperstein

Der Berliner Künstler Gunter Demnig hat im bayerischen Memmingen den 75.000. "Stolperstein" verlegt. Bei den Steinen handelt es sich um kleine Betonwürfel mit einer Kantenlänge von knapp zehn Zentimetern. Auf der Oberseite tragen sie eine Messingplatte mit biografische Angaben über die Opfer. Vor den früheren Wohnhäusern der Verfolgten werden sie dann in den Bürgersteig eingelassen. Inzwischen wird mit den "Stolpersteinen" in mehr als 1.200 deutschen Kommunen sowie in zahlreichen europäischen Ländern an die Opfer der Nazi-Diktatur erinnert.

Petrenko dirigiert Berliner Silvesterkonzert

Erstmals seit seinem Antritt dirigiert Kirill Petrenko das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker. Zusammen mit der Sopranistin Diana Damrau wird der neue Chefdirigent des Orchesters am 31. Dezember Broadway-Melodien aufführen. Die Gala wird ab 17.00 Uhr in mehr als 300 Kinos in Deutschland und anderen Ländern live übertragen, wie die Philharmonie mitteilte. Petrenko war zu Beginn in dieser Spielzeit als Nachfolger von Simon Rattle offiziell an die Spitze des Orchesters getreten. Damrau gilt als eine der international gefragtesten Sopranistinnen.

WDR-Chorleiter widerspricht Vorwürfen

Das Video der vom WDR-Kinderchor als Umweltsatire gesungene Parodie auf das Lied "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" ist nach empörten Reaktionen gelöscht worden. Der WDR entschuldigte sich für das Video. Unterdessen wies die Chorleitung den Vorwurf zurück, die Kinder seien instrumentalisiert worden: "Ich möchte mich als beteiligter Musiker bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen", erklärte der künstlerische Leiter Zeljo Davutovic. Den teilnehmenden Kindern sei erklärt worden, dass mit Überspitzung und Humor der Konflikt zwischen den Generationen aufs Korn genommen werden solle. Kinder und Eltern hätten freiwillig entscheiden können, ob sie an dem Projekt teilnehmen. Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Frank Überall, sagte im Deutschlandfunk Kultur, er verstehe nicht, warum das Video so polarisieren konnte, denn es sei deutlich als Satire gekennzeichnet worden.

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