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Kulturnachrichten

Samstag, 17. März 2018

Tellkamp unterzeichnet "Erklärung 2018"

Gegen "illegale Masseneinwanderung"

Mehrere Autoren fordern in der "Erklärung 2018", "dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird". Zu den Unterzeichnern der im Internet veröffentlichten Erklärung gehört der Dresdner Schriftsteller Uwe Tellkamp, dessen Kritik an der Flüchtlingspolitik vorige Woche eine Kontroverse ausgelöst hatte. Initiatorin der "Erklärung 2018" ist die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld. Zu den Unterzeichnern zählen weitere prominente Autoren wie Henryk M. Broder und Thilo Sarrazin.

Ermittlungen gegen Datenanalysefirma

Die Firma soll Facebook-Daten für Trump-Wahlkampf nutzbar gemacht haben

Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaates Massachusetts hat Ermittlungen gegen die Datenanalysefirma Cambridge Analytica eingeleitet. Anlass dafür seien Berichte, Cambridge Analytica habe private Information von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet und mit den Analyse-Ergebnissen den Wahlkampf von Donald Trump unterstützt. "New York Times" und "Observer" hatten zuvor über die Kooperation von Trumps Wahlkampfteam mit Cambridge Analytica berichtet. Facebook hatte am Freitag mitgeteilt, dass es die Kooperation mit der Analysefirma wegen Verletzung der Datenschutzbestimmungen beende.Laut "Observer" hat Cambridge Analytica Daten von Facebook-Mitgliedern ohne deren Zustimmung genutzt, um ein Programm zu erstellen, mit dem Wahlentscheidungen vorhergesagt und beeinflusst werden können.

Gertrud-Eysoldt-Ring für Sophie Rois

Sie wird für ihre Rolle als Hexe in Goethes "Faust" ausgezeichnet

Die Schauspielerin Sophie Rois ist mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring geehrt worden. Sie erhalte den mit 10 000 Euro dotierten Preis auch "als ausdrückliche Würdigung für ihr langjähriges Bekenntnis zum Ensembletheater an der Berliner Volksbühne", heißt es in der Begründung der Jury. Das Gremium attestierte der Schauspielerin "Professionalität, inhaltliche Unbestechlichkeit und ungeheuren Spielwitz". Die Auszeichnung, die als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum gilt, wurde der 56-Jährigen im hessischen Bensheim überreicht. Rois gehörte seit 1993 zum festen Ensemble der Volksbühne. Nach der Ernennung des umstrittenen neuen Intendanten Chris Dercon reichte sie die Kündigung ein.

Reiner Haseloff würdigt Kunsthistoriker Winckelmann

Ministerpräsident: "Er hat die Welt tatsächlich revolutioniert"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat den Begründer der modernen Kunstgeschichte und Archäologie Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) als "den Begründer unseres modernen Kulturverständnisses" gewürdigt. Der vor 250 Jahren gestorbene Winckelmann habe mit seiner Begeisterung für die Antike und mit der Begründung eines wissenschaftlichen Zugangs zu ihr das Fundament für das gesamte moderne Kulturverständnis gelegt, erklärte der Ministerpräsident. Zudem habe er gezeigt, dass ohne die genaue Kenntnis der Geschichte und ihrer Werke keine Moderne möglich sei. "Er hat damit die Welt tatsächlich revolutioniert", sagte Haseloff. Der in Stendal geborene Winckelmann gilt als bedeutender Intellektueller der europäischen Aufklärung. In diesem Jahr jährt sich der Todestag von Winckelmann am 8. Juni zum 250. Mal.

Kettensägen-Kunstaktion in Athen

Deutscher Künstler zersägt vergoldete Holztafel auf Athener Syntagma-Platz

Der Berliner Maler und Installationskünstler Winfried Muthesius hat am Athener Syntagma-Platz mit einer Kettensäge eines seiner Werke, eine zweimal zwei Meter große goldfarbene Holztafel, zersägt. Die Aktion beobachteten Hunderte Passanten, die Sägegeräusche waren weit über den Syntagma-Platz hinaus zu hören. "Ich mache damit auf die Umweltzerstörung aber auch auf die Gefahren für die Demokratie aufmerksam", erklärte Muthesius. Menschenrechte würden "ausgehöhlt, politische und soziale Systeme geraten ins Wanken und antidemokratische Ideen leben wieder auf". Die Späne und die zersägten Kleinteile der Bildtafel aus Muthesius' Serie "Golden Field" sollen im Athener Numismatischen Museum ausgestellt werden. Dann sollen sie verbrannt und die Asche ins Ägäische Meer geworfen werden.

Großer Kunstpreis Berlin für Thomas Demand

Akademie der Künste ehrt Bildhauer und Fotograf Demand am Sonntag

Der Bildhauer und Fotograf Thomas Demand wird am Sonntag mit dem Großen Kunstpreis Berlin 2018 ausgezeichnet. Der 1964 in München geborene Künstler mache deutlich, dass die größte Täuschung das Abbilden der Realität sei, befand die Jury. Thomas Demand, seit 1996 in Berlin, fertigt aus Papier detailgetreue Modelle von (Tat-)Orten, deren Fotos er in Zeitungen und Magazinen findet sowie ikonische Pressefotos an. Diese Papiermodelle wiederum fotografiert er. 2009 gab es eine große Demand-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird von der Akademie der Künste vergeben.

Schindhelm Kurator für Dresdens Kulturhauptstadt-Bewerbung

"Eine große, aber auch sehr faszinierende Herausforderung"

Der Schriftsteller, Filmemacher, Theatermacher und Dozent Michael Schindhelm soll die Bewerbung Dresdens zur Kulturhauptstadt Europas 2025 vorantreiben. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) stellte den 57-Jährigen auf der Leipziger Buchmesse vor. "Schindhelms Expertisen bei vielen Kulturprojekten sind ein Gewinn für den Bewerbungsprozess." Der in Eisenach geborene Schindhelm sieht in der Berufung eine "große, aber auch sehr faszinierende Herausforderung". Neben Dresden haben Chemnitz, Nürnberg, Magdeburg, Hildesheim, Hannover, Koblenz und Kassel Interesses bekundet, Kulturhauptstadt 2025 werden zu wollen. Bis September 2019 müssen die Bewerbungsbücher eingereicht werden. Im Jahr 2020 soll dann feststehen, welche deutsche Stadt neben einer slowenischen zum Zuge kommt.

Banksy-Protest gegen Inhaftierung von Zehra Dogan

Türkische Künstlerin zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

Der britische Street-Art-Künstler Banksy hat mit einem großen Wandbild in New York gegen die Inhaftierung der türkisch-kurdischen Künstlerin Zehra Dogan protestiert. Die Malerin und Journalistin war Berichten zufolge im März 2017 zu fast drei Jahren Haft verurteilt worden. Banksys rund 20 Meter breite Arbeit zeigt stellvertretend für die Tage ihrer Haftstrafe eine Strichliste, die an einer Stelle zugleich ein Gefängnisgitter darstellen. Dahinter blickt Dogans Kopf hervor. "Free Zehra Dogan" steht in einer Ecke geschrieben. "Zu fast drei Jahren verurteilt, weil sie ein einziges Bild gemalt hat", schrieb Banksy zu einem Foto der Arbeit auf Instagram. Grund für Dogans Inhaftierung ist ihr Wasserfarben-Gemälde der kurdischen Stadt Nusaybin in der türkischen Provinz Mardin, das auf einem Zeitungsfoto beruht. Die Stadt wurde bei Kämpfen zwischen kurdischen Milizen und dem türkischen Militär 2015 teils zerstört. Banksy veröffentlichte ein Bild von Dogans Arbeit auf Instagram, verlinkte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und rief zum Nachahmen auf.

Vorwürfe gegen Oscar-Präsidenten

Academy untersucht Anschuldigungen der sexuellen Belästigung

Dem Präsidenten der Oscar-Academy, John Bailey, wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Das berichtet exklusiv das Branchenblatt "Variety". Danach habe die Academy Untersuchungen zu drei Anschuldigungen eingeleitet. In einem Statement heiß es, die Academy behandle alle Beschwerden vertraulich, um alle Parteien zu schützen. Man werde sich nicht weiter äußern, bis die vollständige Überprüfung abgeschlossen sei. John Bailey, der seit August 2017 Präsident der Institution ist, hat als Kameramann unter anderem in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" mitgewirkt. Die Amtszeit des Präsidenten beträgt regulär vier Jahre.

Salvador Dalí zurück in seiner Ruhestätte

Maler war wegen Vaterschaftsstreit exhumiert worden

Der langjährige Vaterschaftsstreit um den 1989 verstorbenen spanischen Maler Salvador Dalí ist endgültig beendet. Die Gebeine des Künstlers befinden sich wieder in seinem Grab in seiner katalanischen Heimatstadt Figueres. Bei der Grablegung waren ein Rechtsanwalt und ein Gerichtsmediziner anwesend. Im vergangenen Sommer war der Surrealist auf Anordnung eines Gerichts aus seiner Ruhestätte geholt worden, weil die 62-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez behauptete, seine Tochter zu sein. Die Erbguttests ergaben zweifelsfrei, dass dem nicht so ist. Die Kosten für die Exhumierung muss sie übernehmen. Dalís Erbe wurde in seinem Todesjahr 1989 auf 136 Millionen Dollar geschätzt. Der Wert dürfte seither deutlich gestiegen sein. Aktuell gehört das gesamte Erbe dem spanischen Staat und wird von der Dalí-Stiftung verwaltet.

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