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Konzert / Archiv | Beitrag vom 14.04.2012

Telemann Festtage Magdeburg

"Miriways" mit dem L'Orfeo Barockorchester

Motiv 50 Jahre Magdeburger Telemann-Festtage  (Magdeburger Telemann-Festtage)
Motiv 50 Jahre Magdeburger Telemann-Festtage (Magdeburger Telemann-Festtage)

Am 9. März 2012 wurden die 21. Magdeburger Telemann-Festtage festlich eröffnet. An keinem anderen Ort ist das Werk Georg Philipp Telemanns vielfältiger zu erleben als in seiner Geburtstadt: Magdeburg bietet vielfach Gelegenheit zu musikalischen Zeitreisen ins 18. Jahrhundert. 2012 feiern die Magdeburger Telemann-Festtage unter dem Motto "betont. 50 Jahre Telemann aus Magdeburg" ihr Jubiläum.

Am 11. März stand Telemanns Oper "Miriways" im Opernhaus Magdeburg auf dem Spielplan.

Wer war Miriways? – Der afghanische Feldherr Mir Wais lebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts und wird im Textbuch zur Hamburger Uraufführung der gleichnamigen Oper 1728 als "Fürst von Candahar, Protector von Persien" bezeichnet. Die Geschehnisse in Persien waren damals in aller Munde und lieferten den Hintergrund für Schauplatz und Personenkonstellationen der Oper. Die frei erfundene Handlung polarisiert zwischen Liebe und Macht, Gefühl und Vernunft, Ehrlichkeit und Intrige, musikalisch veredelt mit Mitteln der italienischen Opera seria, ganz auf telemannische Art. Bei den Magdeburger Telemann-Festtagen 1992 erstmals in unserer Zeit von der legendären Musica Antiqua Köln unter Reinhard Goebel konzertant aufgeführt, erlebt das Werk nun seine erste moderne Inszenierung.
telemann.org/veranstaltungen/telemannfesttage


Telemann Festtage Magdeburg
Opernhaus Magdeburg
Aufzeichnung vom 11.3.12

Georg Philipp Telemann
"Miriways"
Oper in drei Akten TVWV 21:24
Libretto: Johann Samuel Müller

Miriways und Geist - Markus Volpert, Bariton
Sophi - Ulrike Hofbauer, Sopran
Bemira - Julie Martin du Theil, Sopran
Nisibis - Gabriele Hierdeis, Sopran
Murzah - Stefan Zenkl, Bariton
Samischa - Ida Aldrian, Mezzosopran
Zemir - Susanne Drexl, Mezzosopran
Ein Gesandter und Scandor - Ilja Werger, Tenor
L'Orfeo Barockorchester
Leitung: Michi Gaigg


ca. 20:30 Uhr Konzertpause mit Nachrichten


Miriways
Oper von Georg Philipp Telemann
TVWV 21:24
(Hamburg 1728)
Libretto: Johann Samuel Müller

Personen:
Miriways, Fürst von Candahar, Protektor von Persien
Sophi, ein Sohn des alten abgesetzten Schachs, in die Bemira verliebt
Bemira, vermeinte Schwester der Nisibs, welche endlich vor des Miriways Tochter erkannt wird, in den Sophi verliebt
Nisibis, eine persische nach Ispahan geflüchtete Dame, in den Murzah verliebt
Murzah, ein tartarischer Fürst, Bruder der Samischa, in die Nisibis verliebt
Samischa, heimliche Gemahlin des Miriways, Mutter der Bemira
Zemir, ein persischer Fürst, in die Nisibis verliebt
Gesandter des alten abgesetzten Schachs
Geist des verstorbenen Schach Abas des Ersten
Scandor, der Samischa Bedienter

Erste Handlung
1. Auftritt
(Das ordentliche königliche Wohngemach, Deka genannt)
Miriways und Samischa

Rezitativ
Miriways
Glaub nur, es würde mir der Würde Glanz und Schein
nur halb so angenehm, nur halb so süße sein,
wenn ich dieselbige mit dir nicht teilen sollte.
Du weißt, daß ich schon längst mich dir vermählen wollte,
doch mußt' ich meines Vaters Willen,
der mir des Moguls Enkelin
zu nehmen anbefahl,
erfüllen,
dem Himmel ist bekannt, mit wieviel Qual.
Samischa
Hast du, mein Miriways, darüber dich gequält,
so hat der Gram mich fast entseelt.
Es schied dem Ansehn nach die so gekränkte Seele
schon aus des matten Körpers Höhle,
doch ließ ich noch zuvor mit tausend Zähren
halb sterbend diese Worte hören:

Arie (Samischa)
Könnt' ich nur zu ihm noch sprechen,
ehe mir die Augen brechen:
Ungetreuer, gute Nacht!
Meiner Augen dunkle Kerzen
hätten wohl aus seinem Herzen
einen Seufzer noch gebracht.

Rezitativ
Miriways
So hielts du mich für ungetreu?
Samischa
Es sprach mein Argwohn dich von aller Schuld nicht frei.
Insonderheit war dies
für mich die größeste Bekümmernis,
es hätte der Gemahlin Wunderglanz
mein Angedenken ganz
aus deiner Brust vertrieben.
Miriways
O nein! Du bliebst darin beständig angeschrieben.

Arie (Miriways)
Ein zärtlich Angedenken
der ersten süßen Leidenschaft
ließ ihren Liebreiz ohne Kraft.
Das holde Schmeicheln ihrer Liebe
hat niemals doch die vor'gen Triebe
aus der getreuen Brust gerafft.

Rezitativ
Miriways
Wo aber ist jetztund das erste Pfand
und auch das einzige von unserm keuschen Brand?
Die Tochter, die du mir geboren?
Samischa
Sobald ich dich, mein Miriways, verloren,
gab ich, wie dir bekannt,
sie in Arbuchans treue Hand.
An eine Perserin ist sie von ihm gekommen,
die ihrer sich als Mutter angenommen.
In Kirwan, wo sie sonst gewohnt, war mein Bemüh'n
zwar groß, von selbiger jetzt Nachricht einzuziehn,
allein ich habe nichts erfahren,
als daß die Furcht vor Kriegesscharen
von dort sie weggetrieben.
Jedoch hoff' ich mit freudigem Verlangen,
durch den Arbuchan bald Gewißheit zu empfangen,
wo sie geblieben.
Miriways
Du weißt, daß ich aus sonderbarer Güte
dem jungen Sophi noch bei seines Vaters Leben
der Perser Reich, das ich erobert, übergeben,
und er erkennt es auch mit dankbarem Gemüte.
Mit meiner Tochter muß sich der verbinden,
und unsre Freundschaft sich auf dieses Bündnis gründen.
Geh, meine Werte, jetzt zur Seite!
Ich bin gewillt, ihm dieses anzudeuten!

2. Auftritt
Der junge Sophi nebst einem Gefolge von Persianern und Miriways

Chor der Persianer
Lebe, großer Sophi, lebe!
Lebe, tapfrer Miriways!
Beschirmet die Völker, beschützet den Glauben,
so werden nicht Neider noch Zeiten euch rauben
den euren Verdiensten gehörigen Preis.

Rezitativ
Miriways
Komm, tapfrer Prinz und wahrer Muselmann,
ich gürte dir dies Schwert als einem König an. (Er gürtet ihm einen Säbel an.)
Wie ich die Perser nie aus Eigennutz bekriegt,
so hab ich minder auch sie als den Sieg besiegt.
Des Rechts, das mir die Waffen gaben,
begeb ich mich und mag dies Reich nicht haben.
Du sollst des ganzen Volks und auch mein König sein.
Eins aber räume mir vorher noch ein!
Des Landes Wohl gebeut, dich schleunigst zu vermählen.
Erlaube mir demnach, dir ein Gemahl zu wählen,
das deiner durch Geburt und Tugend würdig ist,
das ich vor langer Zeit für dich erkiest.
Dies Bündnis wird noch fester uns verbinden
und unser beider Glück dadurch sich sicher finden.

Arie (Miriways)
Ein dopp'ler Kranz soll deine Scheitel schmücken,
weil dich ein dopp'ler Sieg beglückt.
Die Liebe soll die Myrten
um deine Schläfe gürten,
wenn Mars die Palmen pflückt.

Rezitativ
Sophi
Vergiftetes Geschenk! Verhaßte Gütigkeit,
die mir zwar schmeichelt, doch zugleich auch droht!
Was kann der Zepter mir, was Reich und Krone nützen,
wenn die nicht mein soll sein,
um derentwillen ich allein
Reich, Kron' und Zepter mir gewünschet zu besitzen?
Ach Miriways, mein dankbegier'ger Sinn
weiß wohl, was ich dir schuldig bin.
Ein groß' Geschenk ist Reich und Thron,
doch das, was du verlangst,
ein gar zu harter Lohn.
Faßt einen Schluß, ihr zweifelnden Gedanken!
Ihr tötet mich durch euer Wanken.

Arie (Sophi)
Die Liebe spricht:
"Verscherze Reich und Krone!",
die Ehrfurcht: "Tu es nicht!
Geschick, Geburt und Pflicht
ruft dich zum Throne.
Nur eine kann mein Schluß vergnügen;
Lieb oder Ehrfurcht mag nun siegen,
so bringt, o armes Herz,
der Sieg dir Qual und Schmerz.

4. Auftritt
Bemira, Sophi

Rezitativ
Bemira
Mein Prinz, wie so betrübt?
Sophi
Ach, wenn mich deine Brust wie dich die meine liebt,
so überlege doch die Größe meiner Qual.
Der Miriways hat mir jetzt ein Gemahl
bittweise zwar, doch ernstlich angetragen,
das, wie er sagt, zu meines Reiches Wohl
und zur Befestigung des Throns mir dienen soll.
Bedenk', wie schwer mir's sei, ihm etwas abzuschlagen.
Bedenk' hergegen auch der Liebe Heftigkeit,
womit ich dich verehre.
Ach, wenn ich ihm nur nicht so hoch verpflichtet wäre!
Bemira
Was ist denn dein Entschluß bei diesem Seelenstreit?
Sophi
Viel lieber Thron und Reich als dich, mein Licht, zu lassen.
Bemira
Ganz einen andern Schluß gebürt denn mir zu fassen.
Du, Prinz, bist nicht für dich, du bist für's Reich geboren.
Hat Miriways dir nun ein Eh'gemahl erkoren,
das zu des Reiches Wohl
und zur Befestigung des Throns dir dienen soll,
so fordert deine Pflicht auch wider deinen Willen,
so vieler Völker Wunsch großmütig zu erfüllen.

Arie (Bemira)
Ich liebe dich mit zartem Triebe,
jedoch die Größe meiner Liebe
flößt mir nichts Niederträchtig's ein.
Vergiß der Schönen Stunden,
die uns in stiller Lust verschwunden!
Der Himmel will, es soll so sein.

5. Auftritt
(Ein Garten mit Blumentöpfen, Sommerlauben und Grasbänken)
Nisibis nebst einem Schreibtäflein in der Hand

Rezitativ
Nisibis
Wie ist dir, Nisibis? Du liebst?
Ein Jüngling ist's, dem du dein Herz ergibst?
Du, die du nicht seit manchen Jahren
nach des Gemahles Tod der Liebe Macht erfahren?
Ach, Nisibis, besinne dich!
Zwar deine Regung schmeichelt sich,
daß Murzah so in dich wie du in ihn entbrannt,
doch warum drängest du dich in den Sklavenstand?
Such deine Freiheit zu bewahren!
Dein Sorgen raubt dir deine Ruh
und manche Nacht schließt sich kein Auge zu. (Sie setzt sich auf eine Grasbank.)

Arie (Nisibis)
Komm, sanfter Schlaf! Komm, süßer Schlummer!
Vertreibe mir den Seelenkummer,
der mich beständig wachen heißt.
Komm und erquicke ...

6. Auftritt
Murzah, Nisibis schlafend

Rezitativ
Murzah
Ich folge meinem Leitstern nach.
Ach, kennte Nisibis nur meine reine Flammen,
die bloß aus Hochachtung und Ehrerbietung stammen.
Ach, möchte sie nur solche nicht verdammen.
Ich treffe sie hier schlafend an.
Dies Täflein dienet mir, die Neigung meiner Seelen,
die ich ihr mündlich nicht entdecken kann,
ihr schriftlich zu erzählen. (Er schreibt in die Tafel und singt folgende Arie.)

Arie (Murzah)
Angenehme Westenwinde,
säuselt sanfte, haucht gelinde
diesem Götterbilde zu.
Schlafet wohl, ihr schönen Glieder!
Ach, fünd ich durch euch nur wieder
die durch euch verlor'ne Ruh.

Rezitativ
Murzah
Ich will von hinnen gehn.
Die Schöne wird mein Flehn
aus diesen Reimen schon verstehn. (Er legt die Schreibtafel aufgeschlafen an die vorige Stelle.)

7. Auftritt
(Zemir, Nisibis schlafend)

Rezitativ
Zemir
Wo ist die Nisibis geblieben?
Sie schläft, ein Täflein liegt bei ihr. (Er nimmt die Schreibtafel auf.)
Hier find ich einen Vers, den sie nicht selbst geschrieben.
Halt! Wer entdeckt dadurch ihr seine Glut?
Es steht kein Name hier,
ich will den meinigen darunter setzen.
Die Reime schicken sich auf meinen Zustand gut. (Er legt die Schreibtafel wieder an die Erde.)

Arie (Zemir)
Ja, ja, es muß mir glücken,
die schöne Brust zu drücken
an Brust und Mund.
Wer weiß, ob sich die Schöne
nach mir sich gleichfalls sehne?
Ob sie von mir nicht träume?
Macht ihr demnach, ihr Reime,
wenn ihre Seele wund,
von mir ein Gleiches kund.

Rezitativ
Nisibis
Wie ist mir? Hat der Schlaf mich übernommen?
Und Zemir? Wie ist der hierher gekommen?
Zemir
Mein Licht, verzeihe mir,
dein Liebreiz ziehet mich, auch wenn du schläfst, nach dir.
Ich bin so kühn zwar nicht gewesen,
raubst du mir gleich die Ruh', die deinige zu stören,
doch wirst du mein Begehren,
wenn dir's gefällt, aus diesen Reimen lesen. (Er gibt ihr die Schreibtafel und sie liest es.)
Nisibis
(Entdeckte Murzah mir so seine Liebespein,
das würde mir weit angenehmer sein.)
Ich kann auf deine Liebesklagen,
wenn sie auch ernstlich sind, nur dies zur Antwort sagen:

Arie (Nisibis)
Mein widriges Geschicke
hat mir im Ungelücke
ein einzig's Gut gelassen,
ein freies Herz.
Das zu bewahren
werd' ich nichts sparen,
ich hab' erfahren,
was Liebesschmerz.

Rezitativ
Zemir
Wie aber, wenn ... doch Murzah kömmt.

8. Auftritt
Murzah und Vorige

Rezitativ
Murzah
Es hat der Sophi sich in sein Gemach verschlossen
und da ich sonst der Freiheit stets genossen,
unangemeld' zu ihm zu gehn,
so hab' ich jetzund ihn doch nicht zu seh'n bekommen können,
weil er auf's ernstlichste geboten hat,
den Zutritt keinem zu vergönnen.
Nisibis
Ich Ärmste! Wer erteilt mir Rat?
Der Aufruhr, welchen man in Kirwan jüngst erregt,
hat dergestalt zum Zorn den Miriways bewegt,
daß er Befehl erteilt an seine Kriegesscharen,
mit den Rebellen dort als Feinden zu verfahren,
die Städte zu zerstören,
die ganze Gegend zu verheeren.
Mein Landgut lieget dort, das einzig mich ernährt,
wird dieses mit verheert,
so ist's um mich gescheh'n.
Den Sophi hofft' ich zu bewegen,
vor mich beim Miriwys zu fleh'n,
doch an der Eil ist mir gelegen.
Zemir
Ist das Vertrau'n auf deinen Knecht,
o Schönste, denn so schlecht,
daß du mir dieses nicht entdecken wollen?
Es hätte dein Gesuch dir längst gelingen sollen.
Ich bin beim Miriways so wohl daran,
daß er mir nichts versagen kann.
Mein Vorspruch und Bemüh'n
soll dich der Krieger Wut entzieh'n.

9. Auftritt
Murzah

Rezitativ
Murzah
Der Prahler, welcher kaum dem Miriways bekannt,
erbeut sich zu so großen Dingen.
Ich, der ich ihm weit näher noch verwandt,
hoff', eher damit durchzudringen.

Arie (Murzah)
Ich will ihr heimlich dienen
und nochmals mich erkühnen,
die Regung meiner Seelen
der Schönen zu erzählen
mit freierm Mut.
Vielleicht läßt sie mein treues Flehen
sich eher an die Seele gehen
und tadelt nicht die reine Glut.

2. Handlung
1. Auftritt
(Der königliche Audienzsaal, Diwan-Chane genannt, welcher hinten an einen Hof stößt, wo viele kostbar geschmückte Pferde sind. An der Seite steht ein Schreibtisch.)
Miriways mit einem beschriebenen Befehl in der Hand und Murzah

Rezitativ
Miriways
Wenn man in Kirwan sich mir ferner widersetzt,
so muß ich allerdings den Widerspenst'gen zeigen,
daß man den Miriways nicht ungestraft verletzt,
jedoch die Nisibis, die sich hierher gewandt,
in welche du entbrannt,
soll, weil du es begehrst,
mit allem Ihrigen verschonet bleiben.
Ich werde den Befehl sofort hier unterschreiben,
wenn ich des Schachs Gesandten angehört.
Murzah
Mit höchst erkenntlichem Gemüte
dank ich dir, Herr, für diese große Güte.

2. Auftritt
Ein Gesandter vom alten Schach nebst seinem Gefolge, Miriways und Zemir

Rezitativ
Der Gesandte
Der Fürst, in dessen Hand das Glück der Menschen steht,
der von dem Himmel und von Muhamed
verordnete Stadthalter dieser Welt,
der Sonne Mitgesell, der Herr vom Sternenzelt,
der Völker Zuflucht Solimann,
biet dir, o Miriways, Gnad' und Vergebung an,
wenn du nebst den genommenen Provinzen
auch den zu dir entwich'nen Prinzen
in meine Hand sofort wirst übergeben.
Wirst du hergegen ihm noch ferner widerstreben,
so soll vor seinen Waffen
auch das entfernt'ste Land nicht Sicherheit dir schaffen.
Miriways
O Törichter, darfst du dich wohl erkühnen,
dich solcher Worte zu bedienen?
Geh, sag dem Weichling nur, daß hier vor seinem Drohn
die Weiber selber nicht mehr furchtsam sein.
Wie? Oder will er uns ein Heer von geilen Metzen,
mit denen er gebuhlt, entgegen setzen?
Ein solcher Fürst, der nur durch Tyrannei
sich als Regente zeigt, verdient nicht, daß er's sei.
Dein Heer soll nimmermehr den Zepter wieder führen.
Ich, den fast das gesammte Land
hier zum Regenten hat ernannt,
will, daß sein Sohn nebst mir hinfüro soll regieren,
und wird dein Heer hinfort nicht stille sitzen,
so soll ihn nichts vor meinem Säbel schützen.

Arie (Miriways)
Es erzittre der Wütrich, der Schaum der Barbaren
nebst seinen nichtswürdigen furchtsamen Scharen!
Sein Drohen macht weibischen Herzen nur Qual.
Was tausend Völker decket,
was tausend Völker schrecket,
ist Miriways' Zepter und Stahl.

3. Auftritt
Miriways und Zemir

Miriways, welcher den Befehl unterschreibt
Kennst du die Nisibis?
Zemir
Ja, Herr!
Miriways
So geh und bring ihr dies!
Sie darf nur den Befehl nach Kirwan senden,
um von dem Ihrigen das Unglück abzuwenden.
Zemir
Anmutiger Befehl! Mein Herz faßt neuen Mut. (geht ab)
Miriways
Wenn sich bei diesem Streit die Pforte stille hält,
so lach' ich aller Feinde Wut.

4. Auftritt
Miriways und Murzah

Rezitativ
Murzah
Wenn wegen des Befehls, o Fürst, dir nun gefällt...
Miriways
Ich hab ihn schon dem Zemir zugestellt,
der Nisibis ihn allsofort zu bringen. (geht ab)
Murzah
Dem Zemir? Muß es dem gelingen,
ihr diese Nachricht zu erteilen?
Mußt' ich darum so lang verweilen?
Wird er bei seinem Stolz sich nicht erkühnen,
zu meinem Nachteil sich des Vorteils zu bedienen?
Doch Murzah, mach dir nicht vergeblich Schmerz!
Die Nisibis besitzt ein groß' und edel Herz.

Arie (Murzah)
Edle Sinnen
lassen nicht
durch die Frechheit wilder Sitten
sich gewinnen.
Durch die Demut, durch das Bitten
wird ein schön' Gesicht
glücklicher bestritten.

5. Auftritt
(Ein Vorhof nebst einem daranstoßenden Hause)
Nisibis und Zemir

Rezitativ
Zemir
Da ich das Deine nun dem Untergang entzogen,
so sage, wirst du nicht
zur Dankbarkeit dadurch bewogen?
Nisibis
Die Dankbarkeit ist edler Seelen Pflicht.
Ich wünsche, daß sich etwas mag ereignen,
da ich die meinige dir deutlich könne zeigen.
Zemir
Das Mittel steht in deiner Hand,
es ist dir meine Glut bekannt,
und deine Gegenlieb ist schon
für mich ein g'nugsamer, doch wohlverdienter Lohn.

Arie (Zemir)
Die Dankbarkeit wird dich verpflichten,
ein günstig Aug' auf mich zu richten,
du schönes Kind.
Das Lieben bringt dir keine Schande,
gib dich nur willig in die Bande,
die dir so rühmlich sind.

Rezitativ
Nisibis
Wahr ist's, die Dankbarkeit, o Zemir, spricht für dich,
die andern Tugenden hergegen zwingen mich,
des Murzah edles Herz und demutsvolle Sitten,
die niemals noch den Wohlstand überschritten,
und dessen seltene Verdienste zu erwegen.
Mein Herze stimmt mit ihren überein
und wünscht, daß es dir nicht verpflichtet mögte sein.

Arie (Nisibis)
Dolce pensier Ihr angenehmen Gedanken,
forier di pace die ihr mir Ruhe ankündigt,
alletta e piace schmeichelt doch
alla mia speme. meiner Hoffnung.
Tu sai, sever, Ihr wisset, ob es wahr ist,
che un cor, quand'ama, daß ein Herz,
quanto piu brama, sich desto mehr fürchtet,
tanto piu teme. je mehr es liebet.

7. Auftritt
Sophi, Bemira, Nisibis

Rezitativ
Sophi
Wo ist ein Schmerz, der meinem Kummer gleicht?
Auch diese, die mich trösten sollte,
wenn alle Welt mich gleich verfolgen wollte,
wird nicht einmal durch meine Not erweicht.
Laß du, o Nisibis, sie dir zu Herzen gehn,
und rede du
doch deiner Schwester zu.
Nisibis
Glaub nur, o Prinz, es ist geschehn,
allein sie bringt mir solche Gründe,
die ich unwidersprechlich finde.
Bemira
Ach Prinz, mich jammert dein; doch weil du in mich dringst
und wider Willen mich jetzt zum Bekenntnis zwingst,
so kann ich dir nicht länger mehr verhelen,
daß du mit Ehren dich an mich nicht kannst vermählen,
wär es vom Miriways dir gleich erlaubt.
Die Nisibis ist meine Schwester nicht,
wie du und andre wohl geglaubt.
Ich weiß auch nicht einmal Bericht
von meinen Eltern dir zu geben,
wer solche sind und wo sie leben.
Ich war zwei Jahr kaum alt, und folglich noch sehr zart,
da ich von selbigen verlassen ward.
Und die Unwissenheit, in der ich diesfalls bin,
kränkt so viel heftiger den schon gekränkten Sinn,
dieweil bei mir daraus der Argwohn hergeflossen,
daß ich wohl nicht einmal aus rechter Eh' entsprossen.
Denn welche Mutter ist von solcher Rabenart,
daß sie ihr Fleisch und Blut verläugnen sollte,
wenn ihr die Ehre sonst verstatten wollte,
es für das ihre zu erkennen.
Sophi
So kann man euch nicht Schwestern nennen?
Nisibis
Nein, ob wir gleich durch Neigung angetrieben,
uns als zwei Schwestern lieben.
Ein unbekannter Mann aus Candahar,
der allem Ansehn nach nicht von dem Pöbel war,
war einst in Kirwan angekommen.
Weil er die Wohnung nun gleich neben uns genommen,
sah ich die Bemira
und liebte sie, sobald ich sie nur sah,
ob ich an Jahren schon ihr überlegen,
so, daß sie oftmals meinetwegen,
weil ich ein einzigs Kind und meiner Mutter lieb,
zu ganzen Wochen bei uns blieb.
Da dies nun einmals auch geschehen war, verschwand
der ihren Vater sich genannt,
und meine Mutter hat aus Mitleid bloß bewogen,
nebst mir sie als ihr Kind sorgfältig auferzogen,
auch kürzlich noch mir sterbend aufgetragen,
mich ihrer lebenslang nicht zu entschlagen.
Sophi
Gereichet dies denn meiner Glut zur Schande?
Weiß auch die Liebe was vom Stande?
Und wenn gleich alles sich also verhält,
was dir dein Argwohn nur als glaublich vorgestellt,
kann dir der Eltern Fehl zum Nachteil wohl gereichen?
G'nug, deine Tugend ohnegleichen,
dein Herz, daß groß und fürstlich ist,
macht, daß du mein vollkommen würdig bist.
Bemira
Ach Prinz, wenngleich also die Liebe spricht,
so tut es doch Vernunft und Wahrheit nicht.
Geh und besitz den Thron in Frieden,
den Recht und Himmel dir beschieden,
und nimm die zur Gemahlin an,
die ihn dir unterstützen kann.

Arie (Bemira)
Zwar diese, die du wirst umfassen,
werd' ich nicht unbeneidet lassen,
mein Herze sagt mir's all zu wohl.
Doch aber will ich dich viel lieber,
erblaßt ich auch vor Schmerz darüber,
in einer andern Armen sehen,
als deinem Glück im Wege stehen,
sonst liebt ich dich nicht, wie ich soll.

Sinfonia en Sarabande

8. Auftritt
(Der Geist des verstorbenen persischen Königs Schach Abas des Ersten kommt aus der Errde hervor.)
Geist, Bemira und Sophi

Rezitativ
Geist
Des Schicksals starke Macht
hat dir dies Reich, o Sophi, zugedacht,
du sollst und wirst in Persien regieren,
du sollst und wirst auch diese dir vermählen,
die Miriways dir wird erwählen. (Der Geist verschwindet.)
Bemira
(Ach armes Herz! Nun ist's um dich geschehn.)
Sophi
Ich soll und werde mir diejenige vermählen,
die Miriways mir wird erwählen?
Nein, nimmer soll man dieses sehn,
und sollt ich nimmermehr den Zepter führen.
Bemira
Schau, Himmel, Welt, Vernunft vereinigt sich zusammen,
daß du, o Sophi, die dir unanständ'ge Flammen,
errötend sollst verdammen.
Faß einmal einen Schluß.

Arie (Sophi)
Viel lieber zu erblassen,
so Thron und Reich zu lassen,
verbleibt mein fester Schluß.
Es bringet Macht und Ehre,
wenn sie noch größer wäre,
mir ohne dich Verdruß.

Rezitativ
Bemira
Ein Schluß, der selbst dem Schicksal widerspricht,
gelangt zu seinem Endzweck nicht.
Wie schwer es mir auch fällt,
mich deiner zu entziehn,
so zwingt mich doch die Not, hinfüro dich zu fliehn.
Leb wohl, o Prinz (o Seelenqual).
Ich sehe dich nunmehr zum letzten Mal.
Sophi
Ha! Unerkenntliche! Du hast mich nie geliebt.
So lange mir das Glück gewogen sich bezeigt,
schien es, als wärst du mir geneigt.
Da dieses seinen Zorn mir zu erkennen gibt,
so kehrest du
mir auch den Rücken zu.
Vernunft und Großmut dient betrüglichen Sirenen,
gemeiniglich die Falschheit zu beschönen.
An meinem Beispiel sieh, was eine reine Glut,
was Großmut, was Verstand, was wahre Liebe tut.
Ich will zum Miriways jetzt gehn,
und ihm ganz ungescheut gestehn,
daß ich so wenig Thron und Ehre,
als ein Gemahl von seiner Hand begehre.

9. Auftritt
Bemira

Rezitativ
Ach, mein geliebter Prinz, könntst du mein Herze sehn,
du würdest anders sprechen.
Allein, wer kann den Schluß des Schicksals brechen?

Arie (Bemira)
Ich will mich heimlich quälen,
die Marter meiner Seelen
soll niemand als ich selber sehn.
Vielleicht wird mir es glücken,
die Seufzer zu ersticken,
eh sie mir von den Lippen gehn.

10. Auftritt
Murzah und Zemir

Rezitativ
Murzah
Wahr ist's, mit heftiger'm und stärker'm Triebe
hat niemand je geliebt, als ich sie liebe.
Doch lieber will ich mich vor Gram in mir verzehren,
als ihre Gegengunst durch Zwang begehren.
Liebt dich die Nisibis, so laß ich dir ihr Herz
voll Ehrfurcht und Geduld, obgleich nicht ohne Schmerz.

Arie (Murzah)
In dieser Schönen gewogenem Blicke
besteht mein größtes und einziges Glücke,
mein Schicksal ist ihr holdes Angesicht.
Doch nur aus Neigung angetrieben,
wünsch ich, daß sie mich möge lieben,
gezwung'ne Liebe such ich nicht.

(Es wird Abend und sie sehen jemand aus der Nisibis Fenster steigen, welcher, das sie ihn amrufen, entfliehen will, worauf ihm Murzah den Ausgang verwehrt und den Säbel auf ihn zückt.)

Rezitativ
Murzah
Wer bist du? Was verübst du dort?
Du sollst mir nicht entfliehn! Antwortest du kein Wort?
Sprich, wer du bist! Sonst fürchte dieses Schwert.

(Der andere, amstatt zu antworten, zieht gleichfalls den Säbel und läßt im Gefecht eine Schachtel fallen,worauf er die Flucht nimmt, aber vom Murzah verfolgt wird. Zemir hebt die Schachtel auf.)

11. Auftritt
Zemir

Rezitativ
Des Murzah Liebe macht mir Qual,
zumal,
wenn Nisibis erfährt,
daß jener den Befehl vom Miriways erhalten.
Ach mögt er jetzund nur in dem Gefecht erkalten,
so wär ich aller Sorgen frei.
Doch ich muß sehn, was hier in dieser Schachtel sei. (Er zieht ein kostbares Kleinod heraus.)
Ein Kleinod von sehr großem Wert,
das, wo mir recht, der Nisibis gehört.
Ja, es gehöret ihr, es kann nicht anders sein,
dem Räuber fiel es aus den Händen,
der, ihr dasselbe zu entwenden,
ohn Zweifel in das Haus geschlichen war.
O Glück für mich! Der Ruhm davon ist mein,
des Murzah die Gefahr.
Was säum ich, meinem Leben
ein neues Zeichen jetzt zu geben,
daß meine Glut
ihr rühmlich ist und Nutzen tut?
Verhaßter Murzah, nun ist es um dich geschehen,
dein Hoffen wirst du hintergangen sehen.

Arie (Zemir)
Unwürd'ger, deine Liebeskerze
dient mir hinfüro nur zum Scherze,
dein Hoffen wird von mir verlacht.
Du wirst nunmehr den Kürzer'n ziehen,
und dein vergebliches Bemühen
erhöhet meines Sieges Pracht.

12. Auftritt
(Ein Teil von der Burg nebst zwei gegeneinandergesetzten Gängen, Nakara Chane genannt, auf welchem die Heerpauker Schalmeier und Kereneibläser nach persischer Gewohnheit bei dem Untergang der Sonne sich hören lassen.)

Sinfonia, March en Persien

Arie (Sophi)
Ha! Ungerechtes falsches Glücke,
nun erkenn ich deine Tücke,
du schmeichelst, wenn du Schaden willt.
Du schienst mir mit nicht kargen Händen,
Ehr' und Vergnügen zuzuwenden,
du schienst mit köstlichen Geschenken,
mich höchst freigiebig zu bedenken,
die doch mit Gift nur angefüllt.

13. Auftritt
Sophi und Miriways

Rezitativ
Miriways
Ein junger Prinz, der sich vermählen soll,
steht so betrübt und kummervoll?
Soll'st du vielleicht in den Gedanken stehn,
daß die, so ich dir ausersehn,
nicht liebenswert, nicht schön genug?
Glaub mir, du hast zu klagen keinen Fug.
Dein eignes Auge soll dich dessen überweisen,
und du wirst meine Wahl vielleicht noch heute preisen.

Arie (Miriways)
Verjage die Wolken der ängstlichen Schmerzen!
Bereite dein Herz zum Lachen und Scherzen,
bei so viel hell leuchtenden Hochzeitskerzen
erheit're dein Gesicht.
Schlaf sicher und ruhig bei Donner und Krachen,
wenn Miriways' Augen sorgen und wachen,
braucht's deines Sorg' und Wachens nicht.

Rezitativ
Sophi
Ach Fürst, nimm dein Geschenk, nimm Kron und Reich
von meiner Hand zurücke!
Ich kann nicht König und zugleich
dir dankbar sein, so hart, so streng ist mein Geschicke.
Miriways
Was willst du damit sagen?
Sophi
Mein Schicksal zwinget mich, das Bündnis auszuschlagen,
das du mir heut großmütig angetragen,
weil ich bereits gefesselt bin.
Miriways
Ist diese, die du liebst von einem edlen Sinn,
so nimmt sie wahrlich das nicht an,
was deiner Wohlfahrt schaden kann.
Sophi
Sie muß zu meiner Pein
nur gar zu groß und edelmütig sein.
Um meinem Glück im Wege nicht zu stehn,
flieht sie vor mir und will mich nicht mehr sehn.
Allein, je eifriger sie trachtet, mich zu fliehn,
je eifriger ist ihr zu folgen mein Bemüh'n.
Wenn sie auch grausam ist, ja, sollte sie mich hassen,
kann ich die Liebe doch zu ihr nicht fahren lassen.
Miriways
O Schluß, der mir durch Herz und Seele dringt,
der mir Verdruß, dir das Verderben bringt!

Arie (Miriways)
Geh, undankbares Herze,
geh, geh nur und verscherze
das Glück, das dir bestimmet ist.
Zu spät, zu spät wirst du erkennen,
wie töricht solch ein Band zu nennen,
das nicht Vernunft, nur Neigung schließt.

14. Auftritt
Sophi

Rezitativ
Du nennest mich ein undankbares Herz?
Dein Vorwurf, Miriways, vergrößert meinen Schmerz.

Arie (Sophi)
Nenn ein Herz doch unbeglücket,
das dir unerkenntlich scheint.
Ich bin allem Undank feind,
meine Treu ist mein Verbrechen,
aber schuldig mich zu sprechen,
hat sich alle Welt vereint.

3. Handlung
1. Auftritt
(Einige Gartenhäuser auf beiden Seiten. Der Mond scheint.)
Samischa und Nisibis

Rezitativ
Samischa
Mit dankbegier'gem Sinn
erkenn ich, was ich dir, o Schöne schuldig bin.
Dein und der deinigen sorgfältiges Bemühen,
mein Kind so tugendhaft und edel zu erziehen,
kann ich dir nimmermehr vergelten,
wird man mich niemals gleich des Undanks halber schelten.
Nisibis
Ich bin genug belohnt, wenn Bemira, dein Kind,
nur weiß, wer ihre Eltern sind.
Samischa
Ihr sollet beiderseits noch morgen früh erfahren,
an wen seit langen Jahren
ein heilig Eheband,
des Gültigkeit dem Himmel g'nug bekannt,
obgleich den Menschen nicht, mich fest geschlossen.
Und meine Tochter wird sowohl als mein Gemahl
das Gute, welches sie bei dir genossen,
ob es gleich ohne Zahl,
den Anfang machen zu belohnen.
Doch dieses ist die Ursach' nicht allein,
warum ich dich so spät hierher bemüht.
Ich wollte gerne dir noch mehr verpflichtet sein,
bin ich bereits gleich deine Schuldnerin.
Du weißt, daß ich des Murzah Schwester bin.
Er ist in dich enbrannt, doch hat er sich gescheut,
durch etwas, ohne nur durch Ehrerbietigkeit
und Demut seine Glut dir zu entdecken.
Jedoch, da er dich heut
im Garten schlafen fand,
erkühnt er sich, dieweil sein Leidensstand
und die Gelegenheit ihn dazu trieb,
durch Reime, die er, ohn dich zu erwecken,
in deine Tafel schrieb,
dir seine Flammen kund zu tun.
Nisibis
Die Reime, die ich hier kann lesen,
sind von des Murzah Hand gewesen? (Sie zieht das Täflein hervor und weist es der Samischa.)
Samischa
Ja! Das ist seine Hand und das sind seine Züge,
ich kenne sie zur G'nüge.
Durch seine Kühnheit dich nicht harter zu verletzen,
wollt er den Namen nicht darunter setzen.
Nisibis
(Ich glaub's zu meiner eignen Ruh.)
Und gleichwohl eignet sich dieselben Zemir zu.
Samischa
Es wohnt, so viel vom Zemir mir bewußt,
ein lächerlicher Stolz in seiner Brust.
Der Zemir ist es nicht, der jenem Qual erreget.
Was ihn insonderheit
zum Schmerz und auch zur Furcht beweget,
ist deine Unempfindlichkeit.

Arie (Samischa)
Laß dir sein ehrerbietig Flehen,
o Schöne, doch zu Herzen gehen!
Er liebet dich und deine Tugend bloß.
Der helle Glanz, der ihn entzündet,
die rege Glut, so er empfindet,
sind gleiche groß.

Rezitativ
Nisibis
Es darf mir Murzah nicht verbunden sein,
räum ich den Vorzug ihm vor Zemir ein.
Es ist der Unterscheid
zu augenscheinlich unter beiden,
und diesen weiß ich kaum zu leiden,
allein, mich zwingt dazu Not und Erkenntlichkeit.
Durch seinen Vorspruch ließ sich Miriways bewegen,
mein Landgut, was in Kirwan ist gelegen,
wovon ich leben muß, der Krieger Macht,
die ihm den Untergang schon zugedacht,
großmütig zu entziehen.
Ich bin durch sein Bemühen
zu einem Kleinod von sehr großem Wert,
das mir durch Diebstahl war genommen,
ganz unverhofft jetzt wiederum gekommen.
Ich weiß, du würdest selbst für strafbar schätzen,
durch gänzliches Verschmähn so zu verletzen.
Sollt ich inzwischen mich aufs neu entschließen können
zu einem Band, das nur der Tod kann trennen,
so werden die Vollkommenheiten
des Murzah auch zu seinem Besten streiten.

Arie (Nisibis)
Sein edles Herz und sein bescheid'nes Wesen,
sein sittsames und männlich schön Gesicht
gefällt mir wohl, ich leugn' es nicht.
Doch jenen, den ich nicht kann lieben,
durch Unerkenntlichkeit betrüben,
ist gleichfalls wider meine Pflicht.

Rezitativ
Samischa
Vielleicht wird sonst sich was eräugen,
da man dem Zemir sich erkenntlich kann bezeigen.
Allein, ich will anjetzt nicht weiter in dich dringen,
indem es Zeit, zur Ruhe dich zu bringen.
Schlaf wohl, o schöne Nisibis.
Doch, da mein Bruder manche Nacht
vor Kummer schlaflos zugebracht,
so sage, sollt ich dich wohl nicht erbitten können,
daß du ein wenig ihm zu hoffen wolltst vergönnen.
Nisibis
Du nimmst dich sein so eifrig an,
daß ich auch dir dies nicht versagen kann.
Samischa
Ich eile, denn zu ihm hinein,
mit dieser Nachricht ihn noch heute zu erfreun. (Sie geht in ein Gartenhaus zur Linken.)

2. Auftritt
Nisibis

Arie (Nisibis)
Ein neuer Hoffnungsstrahl
vermindert meine Qual,
ein neues Freudenlicht
erheitert mein Gesicht.
Kehrt denn bei meiner Lust
jetzt mit verneutem Prangen
ihr Rosen auf die Wangen,
ihr Lilien auf die Brust! (Sie geht in ein Gartenhaus zur Rechten.)

3. Auftritt
Samischa und Murzah

Rezitativ
Murzah
Wie hat sich Zemir das berühmen können?
Samischa
Wie töricht sein Beginnen auch zu nennen,
so hat er's doch gewagt,
wie Nisibis mir jetzund selbst gesagt.
Entdecke du ihr nur sein unverschämt Erkühnen,
es wird gewiß zu deinem Vorteil dienen.
Daß sie sich ihm gewogen stellt,
macht bloß, weil sie sich ihm verpflichtet hält.
Anjetzt muß ich von hinnen gehn,
um, ob die Nisibis schon ruhet, nachzusehn. (Sie geht in eben das Haus, wo Nisibis hineingegangen.)

4. Auftritt
Murzah, bald darauf Zemir

Rezitativ
Murzah
Wie wunderlich ist mein Geschicke!
Wie wunderlich des kühnen Zemirs Glücke,
daß er sich das, was ich der Nisibis getan,
mit großem Schein der Wahrheit rühmen kann.
Sobald er nur gehört, daß Nisibis allhier,
eilt er sofort heraus zu mir,
und will mit aller Macht zu ihr.
Wie seine Höflichkeit sich nicht gar weit erstreckt,
also bewegte ihn der Schwester Ankunft kaum,
auf einen Augenblick sich etwas zu entfernen.
Doch dankt mein Herz den holden Sternen,
daß sie mir den Betrug zu rechter Zeit entdeckt.
Zemir
Hat man der Nisibis mein Hiersein kundgemacht?
Murzah
Weil es so spät schon in der Nacht,
hat sie bereits zur Ruhe sich gelegt.
Zemir
Die Eifersucht, die deine Seele hegt,
nicht Nisibis hat mir den Zutritt jetzt verwehrt,
den ich von ihr begehrt.
Murzah
Du kannst sie morgen selber fragen,
ihr eigner Mund mag dir die Wahrheit davon sagen.
Inzwischen wirst du dich bequemen,
ein schlechtes Bett bei mir vor Willen anzunehmen.
Zemir
Mit Lust nehm ich dein Anerbieten an,
weil so viel eher ich mein Licht erblicken kann. (Sie gehen beide in das Gartenhasu zur Linken.)

5. Auftritt
Scandor mit einer Flasche Wein nebst andern Bedienten, welche trunken sind und brennende Fackeln in Händen tragen

Rezitativ
Scandor
Die Herrschaft ist zur Ruh, ihr lieben Brüderlein,
nun wollen wir erst recht vergnüget sein.
Frisch auf! Singt, springet, tanzt, bei einer Flasche Wein!

Eine Entreé von trunkenen Leuten mit brennende Fackeln, welche sie nahe an das Gartenhaus, in welchem Nisibis und Samischa sind, auf einen Haufen werfen.

Arie (Scandor)
Sa lustig, ihr Brüder, verpachtet die Grillen
und trinket fein hurtig herum,
das Murren der durstigen Kehlen zu stillen!
Wir wollen die geizigen Narren verlachen,
welche beim Überfluß sorgen und wachen,
sind wir gleich schuldig, wer schert sich was drum?

6. Auftritt
(Nach einer kurzen Sinfonie siehet man die Flammen von dem Feuer, welches das Gartenhaus ergriffen.)
Murzah

Sinfonia

Chor von innen
Feuer! Feuer! Helfet, rettet,
sonsten ist's um uns geschehn!

Rezitativ
Murzah
O Himmel! Was muß ich hier sehn?
Das Haus in Brand? Die Meinen in Gefahr?
Auf! Beut den selbigen jetzt deinen Beistand dar,
o Murzah, solltest du auch in der Glut vergehn! (Er geht in das brennende Haus hinein.)

Chor
Feuer! Feuer! Helfet, rettet,
sonsten ist's um uns geschehn!

7. Auftritt
(Der Maidan oder große Spazierplatz in Ispahan nebst dem Hinterteil des Gartenhauses, in welchem das Feuer gewesen. Bei anbrechender Morgenröte)
Murzah, welcher die Nisibis, so ganz ohnmächtig ist, in Armen hält und selbige auf eine Bank niedersetzt. Bald darauf Zemir

Rezitativ
Murzah
Sie ist vor Schrecken tot, doch kann ich nicht verweilen,
die Schwester muß ich auch zu retten eilen.
Zemir
Das starke Brandgeschrei
ruft mich auch wiederum herbei.
Doch wie? Ist dort nicht Nisibis?
Ja, ja, sie ist's gewiß.
Schläft sie? Sie ist wie tot und rührt sich nicht.
Ermunt're dich, ermunt're dich, mein Licht! (Er rüttelt die Nisibis, welche wieder zu sich selbst kommt.)
Nisibis
Wo bin ich? Himmel! Was ist mir geschehen?
Wer rufet mich? Wer ist bei mir?
Zemir
Den treuen Zemir kannst du hier
zu deinen Füßen sehen.
Nisibis
O Zemir, mußtest du mir denn das Leben retten,
das mir die Flammen sonst geraubet hätten,
durch welche das Gemach, worin ich war,
nun sonder Zweifel schon verzehret.
Zemir
(Es fügt sich, wie ich es gewünschet und begehret.)
Der Himmel hat mir ja das Glück gewähret.
Dein Leben hing nur noch an einem Haar,
da ich mit eigener Gefahr
dem Tode dich entriß.
Ach, schöne Nisibis,
viel lieber wollt ich tausendmal erblassen,
als dich so jämmerlich verderben lassen.
Hat aber dich das Feuer nicht erweckt?
Nisibis
Ja, aber mich zugleich so sehr erschreckt,
daß ich Empfindung und Verstand verloren.
Ich schlief in einem Sessel ein,
dieweil ich morgen gern früh munter wollte sein.
Als ich erwacht', hat ich viel Feu'r und Rauch erblickt,
der mich beinah erstickt'.
Doch, da mir Sehn und Hören drauf vergangen,
so weiß ich weiter nicht,
was man mit mir hernachmals angefangen.
Indes acht' ich's für meine höchste Pflicht,
dasselbe Leben,
das deine Großmut mir jetzt wiederum gegeben
zum Danke gegen dich vornehmlich anzuwenden.
Zemir
Du hast das Mittel ja in deinen Händen.
Du weißt, wie lang ich schon um dich geseufzet habe,
ach, so entziehe doch mich gleichfalls nun dem Grabe.
Es knüpfe heut noch ein Vermählungsband
auf ewig deine Hand an meine Hand,
wenn ich nicht glauben soll, daß meinem Glücke sich
ein Nebenbuhler bloß entgegen lege.
Nisibis
(Ach feilich steht der dir im Wege.
Ihr Sternen ratet mir, wozu entschließ ich mich?)

Arie (Zemir)
Kann's möglich sein,
dem Tode den, der dir das Leben
errettet hat, zu übergeben?
Nein, Schönste nein.
Aus Lieb und Großmut bloß bewogen,
hab ich dem Grabe dich entzogen,
und du bringst mich durch Härtigkeit hinein.

8. Auftritt
Murzah, Samischa und Vorige

Rezitativ
Nisibis zu Samischa
So bist du auch dem Tode noch entrissen?
Samischa
Der Himmel sei gelobt, ja, ja,
doch weil ich länger noch auf Hilfe warten müssen
als du, o Nisibis, so war der Tod mir nah,
bis Murzah endlich noch zu rechter Zeit gekommen,
und mich der Flammen Wut entnommen.
Nisibis
Was Murzah dir, das hat der Zemir mir getan.
Samischa
Der Zemir? Wie?
Zemir
Ich folgte bloß dem Triebe
der Pflicht und meiner Liebe.
Murzah
(Ist's möglich, daß ein Mensch so unverschämt sein kann?)
Zu frevelhaft, zu kühn ist dein Bezeigen,
o Zemir, und ich kann unmöglich länger schweigen.
Ist's nicht genug, daß ich so lange stumm geblieben,
da du, was ich getan, dir alles zugeschrieben?
Als ich das Gut der Nisibis
durch meinen Vorspruch nur dem Untergang entriß,
hast du dich nicht gerühmt, daß du durch deine Macht
beim Miriways dies ausgerichtet?
Da du doch in der Tat durch gar nichts sie verpflichtet,
als daß du den Befehl ihr überbracht?
Und da mein Schwert dem Räuber heut
das Kleinod, so er ihr entwendet, abgezwungen,
nahmst du wohl sonsten Teil an diesem Streit,
als daß du, da der Bösewicht entsprungen,
es du dir nahmst und es der Schönen brachtest?
Ist dieses alles nicht genug,
daß du dich gar berechtigt achtest,
da ich zur Nisibis mich in das Feuer wage,
und mitten durch die Glut in meinem Arm sie trage,
durch dein boshaftiges und unverschämt' Bemühn,
auch diesen Ruhm mir zu entziehn?
O Zemir, nähm ich mit gelass'nem Sinn
dergleichen Schimpf, dergleichen Frevel hin,
so wär ich Traun nicht wert, daß dieses Klinge,
daß dieses Schwert mir an der Seiten hinge.
Arie (Murzah)
Wenn du kannst, so heiß mich lügen!
Dieser Stahl soll dich vergnügen,
wenn du dich beleidigt achtst.
Laß den Säbel nun entscheiden,
wer am würdigsten von uns beiden,
dieser Schönen zu genießen,
die du zu besitzen tracht'st.

Rezitativ
Zemir
(O Schimpf! O Spott! Ha, ihr verhaßten Sternen!
Das beste Mittel ist, mich zu entfernen.)

9. Auftritt
Samischa, Nisibis und Murzah

Rezitativ
Samischa
Er geht beschämet und verwirrt davon,
das ist der Prahler rechter Lohn.
Nisibis
So ist es denn, mein Murzah, doch an dem,
daß deine Großmut mich dem Tod entrissen?
Wie gern will ich mich dir verpflichtet wissen!
Wie angenehm
ist eine Wohltat doch von dessen Hand,
dem unsre Hochachtung vorher schon zugewandt!
Bestimme du auch dir
nun selbst den Lohn dafür.
Murzah
Die Ehre, daß ich dich gerettet hab', ist schon
vor mich ein g'nugsamer und höchstschätzbarer Lohn.
Erlaubest du mir nur dich ewig zu verehren,
so ist mein Herz vergnügt und wird sonst nichts begehren.
Nisibis
Siehst du das meine denn für so undankbar an,
als wenn es das, was du an mir getan,
durch so was Schlechtes nur bemühet zu vergelten.
O nein!
Ich wäre höchst zu schelten,
brächt' ich nicht lebenslang das Leben, welches du
mir bloß erhalten hast, mit dir, mein Werter, zu.
Mein Murzah, fühlst du noch den vor'gen Brand,
so nimm die Hand, und auch mein Herze mit der Hand.

Murzah
Annehmliches Geschenk! Besondre Güte!
Samischa
Es jauchzt ob deinem Glück mein schwesterlich Gemüte.

Duett (Nisibis, Murzah)
Murzah
Welch süßes Ergötzen
Nisibis
Welch himmlische Lust
empfindet mein Herze,
Murzah
verspüret die Brust,
beide
nachdem sich mein Kummer so glücklich gewendet.
Nisibis
Mein Schmerz ist verschwunden
Murzah
Mein Weh ist geendet
beide
und meinem Gemüte nur Freude bewußt.

10. Auftritt
Zemir

Rezitativ
Mein Feind frolockt ob meinem Schmerz.
Auf, auf, Zorn, Rache, Wut, erfüllet dieses Herz!

Arie (Zemir)
Eifersucht, du Kind der Höllen,
komm aus jenen finstern Schwellen,
speie Gift und Geifer aus!
Wenn mein Nebenbuhler meinet,
daß die Glückessonn' ihm scheinet,
werde Blitz und Donner draus.

11. Auftritt
(Ein Vorgemach)
Miriways und Sophi

Rezitativ
Miriways
Bestehst du noch auf deinem Sinn?
Und kränkt dich's nicht, daß ich so sehr bekümmert bin?

Arie (Miriways)
Laß, mein Sohn, ach laß dir raten,
nimm in allen deinen Taten
die Vernunft zum Führer an.
Überlege,
was dein Schluß dir schaden kann,
und erwäge,
daß du Fürst, nicht Untertan.

Rezitativ
Sophi
Ach freilich macht mir's große Pein,
daß ich nicht gegen dich erkenntlicher kann sein.
Doch da sich alles nun mir will entgegen setzen,
da ich insonderheit dich muß verletzen,
so will ich heute noch von hinnen scheiden
und dieses Land auf ewig meiden.

Arie (Sophi)
Ich will mit verscheuchten Rehen
in entfernte Länder gehen,
mit verjagten Hirschen irren,
mit verlass'nen Tauben girren,
aller Menschen Umgang fliehn.
Ich will mich zu Tode kränken,
nicht an Kron' und Reich gedenken,
ja, wenn's möglich, meiner Liebe
zu vergessen, mich bemühn.

Rezitativ
Miriways
Man lasse mein Gemahl und meine Tochter kommen.

12. Auftritt
(Der hintere Teil des Schauplatzes eröffnet sich und zeigt einen zur Vermählung prächtig ausgeschmückten Saal.)
Samischa, Nisibis, Murzah, Bemira in prächtiger Kleidung und Vorige

Sinfonia

Rezitativ
Miriways
Hat dich die Liebe denn so heftig eingenommen,
daß du bei andrer Schönheit blind?
Schau, dies ist mein Gemahl seit langen Jahren, (zeigt auf die Samischa)
von welchem Eheband nur wenig was erfahren,
und diese, das mit ihr erzeugte Kind, (zeigt auf die Bemira)
die ich dir zum Gemahl ersehen.
Sophi
Wie? Bemira, dein Kind?
Miriways
Sie ist's, gib nun Bericht,
verdienet meine Tochter nicht,
um sie ein Untreu zu begehen?
Sophi
Nein, Miriways, nein, nein,
ein Herz wie meines kann unmöglich untreu sein.
Den schönen Gegenstand von meiner ersten Liebe
lieb ich annoch mit unverücktem Triebe,
doch willst du mir dein Kind vermählen,
so soll es hierin auch an mir nicht fehlen.
Das eine soll das andre nicht verhindern,
und dieses Band soll nicht die vor'ge Liebe mindern.
Ganz sonder Eifersucht und ohn sich zu beklagen
wird mein Gemahl und Liebste sich vertragen.
Miriways
Ich weiß nicht, was du willst mit diesen Worten sagen,
wenn meine Tochter sonst nicht eben die,
in welche du bereits zuvor entglommen.
Sophi
Ja, eben die ist sie.
Die Neigung unsrer Herzen
ist deinem Wunsch zuvorgekommen.
Ich liebte sie, da mir ihr Stand
und ihre Herkunft unbekannt.
Nur ihr Verdienst liebt' ich und ihre Tugend,
die so viel trefflicher je zarter ihre Jugend.
Wie werd ich selbige hinfort nun nicht verehren,
da sie des Miriways' Prinzessin ist.
Bemira und Sophi
Ist's möglich, daß du nun mein eigen bist?
Könnt' ich auch wohl ein größer Glück begehren?
Samischa
Des Murzah Treu hat endlich auch gesiegt,
nachdem ihn Nisibis durch ihren Schluß vergnügt.
Miriways zu Nisibis
O Schöne, mein Gemüt sieht höchst erkenntlich an,
was an der Bemira dein edles Herz getan.
Ich werde durch die Tat dir zu bezeugen wissen,
wie große Tugenden belohnet werden müssen.
Das Bündnis, das du triffst, verdoppelt meine Lust,
die jetzo meiner Brust
durch meiner Tochter Glück bewußt.
Der Himmel laß euch vielen Segen sehen
und Persien nebst uns beruhigt stehen!

Chor
Die Sonne des Glückes verdoppelt die Strahlen
nach langem Gewölke beschwerlicher Qualen
und gönnt uns hernachmals beständigern Schein.
Wer nie kein Ungemach empfunden,
der ist nicht wert, daß ihn die Stunden
mit Wohlergehn und Lust erfreun.

Konzert

Dresdner Philharmonie LIVEFranzösische Orgelsinfonik
Der Organist sitzt am Orgeltisch des Dresdner Kulturpalastes (Olivier Latry / Björn Kadenbach)

Konzerte für Orchester und Soloinstrument Orgel sind nicht in jedem Konzertsaal realisierbar. In der Dresdner Philharmonie schon. Französische Musik steht am Abend auf dem Programm - gleich zwei Mal mit großem Orgeleinsatz mit dem Palastorganisten.Mehr

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