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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 05.12.2010

"Tauet ihr Himmel..."

Von Gottes Menschwerdung und Wiederkunft

Von Joachim Opale

Mit dem Advent beginnt die Zeit der Vorbereitung auf das Christfest. (Stock.XCHNG / Dora Pete)
Mit dem Advent beginnt die Zeit der Vorbereitung auf das Christfest. (Stock.XCHNG / Dora Pete)

Die adventlichen Motive der Menschwerdung und Wiederkunft Christi erzählen von einem Gott, den es geradezu unbändig drängt, Geschöpf seiner Schöpfung zu werden. Beim Warten auf Gott ist es wie beim Warten auf einen geliebten Menschen: Zwei treten in eine Beziehung. Die Zeit dazwischen wird zu einer erfüllten Zeit.

1. Rorate Coeli

Ich erinnere mich noch sehr genau. Ich muss neun oder zehn Jahre alt gewesen sein. Es war in den Wochen vor Weihnachten. Im katholischen Internat der Regensburger Domspatzen. Die Heilige Messe am Morgen war normalerweise selbstverständlicher Bestandteil des Tagesprogramms. Diesmal aber war etwas Besonderes angesagt. Eine Andacht zu nächtlicher Stunde sollte es sein, frühmorgens um vier Uhr. Sie war freiwillig – trotzdem war klar, dass keiner fehlen wollte. Denn das, was da angekündigt wurde, klang so geheimnisvoll, dass ohnedies jeder dabei sein wollte: Rorate-Andacht – eine Liturgie nur mit Kerzen und Gesängen. Natürlich lateinisch, wie damals noch weit verbreitet. Es begann in der dunklen Kapelle. Nach und nach wurden Kerzen entzündet. Eine besondere Stimmung entfaltete sich, im Halbdunkel, mit halb wachen Kindern und Jugendlichen - und einer mysteriösen Botschaft, die keiner so recht verstand, die aber anhaltend beeindruckte und sich mir bis heute tief in die Erinnerung eingeprägt hat.

Musik: Rorate Coeli

Rorate coeli desuper, sang eine Tenorstimme - und die Schola antwortete in gregorianischer Psalmodie: et nubes pluant iustum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem. Tauet ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet herab den Gerechten. Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.

Warum der Himmel tauen sollte, und vor allem, warum der Gerechte herabregnen sollte, das habe ich damals nicht verstanden. Das Lateinische tat ein Übriges, dass diese Botschaft im Verborgenen blieb. Aber, dass es ein wichtiger Ruf war, dass dahinter ein drängendes Anliegen und eine hoffnungsfrohe Botschaft stand, das hat sich uns Kindern schon tief eingeprägt.

Heute weiß ich, dass es sich beim rorate coeli um einen alten biblischen Orakelspruch handelt. Er stammt vom Propheten Jesaia, dem großen Tröster des Volkes Israel in der babylonischen Verbannung. Dort hat er dem versklavten Volk die Hoffnung auf Befreiung aus der Knechtschaft wachgehalten. Jesaia sorgte mit seinen hymnischen Prophetien dafür, dass diese Hoffnung immer wieder gehört und besungen wurde.

Für Jesaia ist es der Persische König Cyrus, dem von Gott die Aufgabe zugedacht ist, das biblische Volk in die Freiheit zu führen. Er wird vom Propheten geradezu gepriesen als ein Gesalbter Gottes, eine Art Messias, ein starker König, der die Pforten sprengen und die eisernen Riegel abreißen werde. Die Berge werde er ebnen und die Straßen ins gelobte Land begradigen – für eine hoffnungsvolle Heimkehr zum Tempel in Jerusalem. Bei Jesaia hört sich diese Hoffnungsbotschaft so an:

"Ich, Jahwe, bin es, der die Erde bildete und die Menschen auf ihr erschuf. Meine Hände haben den Himmel ausgespannt, und all sein Heer habe ich entboten. Ich habe ihn - Cyrus - zum Heil erweckt und ebne alle seine Wege. Er wird meine Stadt wieder aufbauen, und meine Gefangenen entlassen, nicht um Geld, nicht um Geschenke, spricht Jahwe Zebaot. (Jesaia 45, 12 f)

Und wie in einer Art Refrain stimmt die Gemeinde ein in den Fürbittruf:

Tauet, ihr Himmel, aus der Höhe,
und ihr Wolken, lasst regnen Gerechtigkeit;
die Erde tue sich auf, und es reife das Heil,
und Befreiung sprosse zumal.
Ich, Jahwe, will es schaffen (Jesaia 45,8)


Die Christen der ersten Stunde haben diese messianische Botschaft später auf Jesus Christus, den Gesalbten, den Sohn Gottes bezogen. In ihm sehen sie den eigentlichen Erlöser der Menschheit. So fand die alttestamentarische Prophetie des Jesaia auch Eingang in die christliche Liturgie, in Gebet und Gesang, vor allem zu Beginn der Adventszeit. Denn mit dem Advent beginnt die Zeit der Vorbereitung auf das Christfest. Das Warten auf den Erlöser, von dem wir glauben, dass er im Kind in der Krippe in wundervoller Weise Gestalt angenommen hat.

Viele Dichter und Komponisten hat dieses Thema des vorweihnachtlichen Wartens auf den Erlöser fasziniert. Der Kölner Schriftsteller Heinrich Lindenborn hat in der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts die Worte des Propheten Jesaia in den folgenden bekannten Lied-Versen wiedergegeben:

Musik: Tauet Himmel den Gerechten

"Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!"
Rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab,
einst den Mittler selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen;
denn verschlossen war das Tor, bis der Heiland trat hervor.

Voll Erbarmen hört das Flehen Gott auf hohem Himmelsthron;
Alle Menschen sollen sehen Gottes Heil in seinem Sohn:
Gottes Engel eilt hernieder, kehrt mit dieser Antwort wieder:
"Sieh ich bin des Herren Magd, mit gescheh wie du gesagt!"

Und als Mensch zu Menschenkindern kommt des ewgen Vaters Sohn;
Licht und Heil bringt er den Sündern, Friede von des Himmels Thron.
Erde jauchze auf in Wonne bei dem Strahl der neuen Sonne:
Bald erfüllet ist die Zeit. Macht ihm euer Herz bereit.



2. vom Paradies zum himmlischen Jerusalem

Viel wurde in den vergangenen Wochen und Monaten debattiert und gestritten über die sogenannte christlich-jüdische Tradition hierzulande. Was sind eigentlich die entscheidenden ideengeschichtlichen Inhalte dieser Tradition, und vor allem: lassen sie Platz für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zur Islamische Tradition?

Stilbildend für das Menschenbild des Abendlandes ist ohne Zweifel die biblische Ideenwelt, in Verbindung mit der griechischen und römischen Philosophie. Gemeint ist damit die Vorstellung, dass der Mensch eine besondere Würde besitzt, die ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Der Mensch ist ein Abbild Gottes, heißt es im biblischen Denken, er ist ihm ähnlich und auf ihn bezogen, deswegen eignet ihm eine besondere Würde, eine Gottähnlichkeit. Und von dieser Würde wiederum leitet er Rechte ab, wie etwa das Recht auf Freiheit des Gewissens oder des religiösen Bekenntnisses.

Dieses biblische Menschenbild ist im tiefsten Verständnis ein sehr optimistisches Menschenbild. Denn es geht davon aus, dass wegen der Nähe zu Gott alle Menschen gleich sind in dieser Würde, gleich wertvoll, gleich würdig, gleich zu schützen, egal von welcher Hautfarbe, Herkunft und Gesinnung, gleich welcher Abstammung oder welchen Standes.

Aber: wie optimistisch denkt die Bibel wirklich vom Menschen? Erzählt sie nicht bereits ganz am Anfang von einem Sündenfall, von Vertreibung aus dem Paradies und von Brudermord zwischen Kain und Abel?

Der biblische Glaube entstand auf Grund von Erfahrung und durch die immer wieder neue Reflexion dieser Erfahrung. Durch Nachdenken: Warum ist die Welt so wie sie ist, warum sind Menschen so und nicht anders? Warum gibt es das Böse und was sind seine Ursachen? Und vor allem: wie kann das Böse überwunden werden? Wer weist den Weg zu einem heilvollen Dasein?

Es ist vielleicht so ähnlich wie wir es heute empfinden, wenn wir ein kleines Kind sehen. An einem neugeborenen Kind kann doch nichts Böses sein, so denken wir unwillkürlich. Es verkörpert reine Lebensfreude, unschuldige Anmut, ein Bild von einem reinen Heilszustand. So wie ein Kind, so rein und voller Unschuld, so sollte das Leben sein, denken wir. Und deshalb leuchtet uns ein, dass ein Kind ein geeignetes Zeichen ist für den ursprünglichen heilen Zustand von Welt und Mensch.

Für diese Vision von einem heilen Zustand am Anfang hat die Bibel das Bild vom Paradies entfaltet. Paradiesisch beginnt die Schöpfung, als ein Raum, in dem alles gut und ursprünglich und ohne Fehl und Tadel ist. Und in diese himmlischen, gottgleichen Welt brechen nach und nach die Schatten des Bösen ein: die menschliche Selbstüberschätzung, der Stolz, die Eifersucht, die Habgier, die Gewalt. Die Folge ist, dass der paradiesische Ursprung verloren geht. Die Menschheit geht fortan einen harten Weg, voller Elend, Klage, Kampf und Schmerz. Aber: die Erinnerung an die ursprünglich heile Welt scheint über all dem nicht verloren gegangen. Es ist dem Menschen eigen, dass er sich immer wieder zurückbesinnt, dass die Hoffnung auf eine Rückkehr ins Paradies nie erstirbt.

Hierfür steht die Botschaft von einem Erlöser, einem Messias. Von einem, der von Gott gesandt wird, "um zu heilen, was verwundet ist". Folgerichtig richtet sich die Hoffnung der Glaubenden auch auf das Ende der Geschichte. Am jüngsten Tag wird er kommen, der Weltenrichter und Erlöser. Dann wird er alle Tränen trocknen und es werden weder Tod noch Trauer sein, so heißt es in den liturgischen Texten, speziell in der Adventszeit.

Es ist eine Bewegung vom Paradies am Anfang zu einem himmlischen Jerusalem am Ende aller Zeit. Eine Sicht von Welt und Mensch, die im Grunde sehr hoffnungsvoll von der Geschichte denkt, und die auch den Menschen, sein Leben und seine Taten in ein zutiefst optimistisches Licht taucht. Bildhaft gesprochen: eine Bewegung von oben nach unten und wieder nach oben.


3. Von der Geburt Gottes in der Welt

Voll Erbarmen hört das Flehen Gott auf hohem Himmelsthron;
Alle Menschen sollen sehen Gottes Heil in seinem Sohn:


Mit diesem Vers besingt der Dichter des Rorate-Liedes wie es weitergeht im göttlichen Drama von Welterschaffung und Welterlösung. Da ist die Rede von einem Gott der Gefühle, einer, dem das Flehen der bedrängten Kreatur nicht gleichgültig ist. Und von einem Gott, der handelt. Er selbst wird Geschöpf, um den Geschöpfen einen Ausweg zu zeigen aus Elend und Übel. Im christlichen Glauben wird Gott zum Kind, zum göttlichen Kind.

"…als Mensch zu Menschenkindern kommt des ewgen Vaters Sohn;
Licht und Heil bringt er den Sündern, Friede von des Himmels Thron.


Das wunderbare Kind, gezeugt und aufgezogen unter ungewöhnlichen Umständen, bringt auch ein neues Gottes- und Menschenbild mit sich. Ein christliches Bild, das die göttliche Natur des Menschen und die menschliche Seite Gottes offenbart.
Aber nicht nur Christen, auch andere Weltreligionen kennen die Vorstellung von einem göttlichen Kind als Urbild der Schöpfung und Hoffnungszeichen für ein neues Zeitalter. Wenn es jetzt wieder auf Weihnachten zugeht und wir Christen im Abendland uns Maria und dem göttlichen Kind zuwenden, dann ist es gut zu wissen, dass auch Muslimen das wundersame Geschehen um die Geburt des göttlichen Kindes Jesus nicht fremd ist. In der 19. Sure des Koran wird berichtet, wie Gabriel, der Engel Gottes, in Gestalt eines Mannes zu Maria kommt; sie versucht zuerst, sich zu verstecken, und wehrt sich gegen den Eindringling:

"Siehe, ich suche Schutz vor dir beim Barmherzigen, rühr mich nicht an, so du ihn fürchtest." Der göttliche Bote antwortet: "Ich bin nur ein Gesandter von deinem Herrn, um dir einen reinen Sohn zu bescheren." Maria reagiert mit Unverständnis: "Wie sollte ich einen Jungen bekommen, wo mich kein Mann berührt hat und ich tugendhaft bin?" Gabriel erwidert: "Also sei's! - Gott lässt dich wissen: 'Das ist mir ein Leichtes; und wir wollen das Kind zu einem Zeichen für die Menschen machen. Und es ist eine beschlossene Sache." (Koran, Sure 19)


4. Vom himmlischen Hochzeitsmahl

"Erde jauchze auf in Wonne bei dem Strahl der neuen Sonne:
Bald erfüllet ist die Zeit. Macht ihm euer Herz bereit."


– so endet das Rorate-Lied in der Dichtung des Heinrich Lindenborn aus dem frühen 18.Jahrhundert. Das neue Leben wird in Bildern der Natur vorgestellt. Sonnenlicht und Morgentau, sanfter Regen und aufbrechendes Grün sind die Boten des neuen, des richtigen Lebens. Es beginnt eine neue Schöpfung voller Fruchtbarkeit und Unschuld, Gott selbst befruchtet das verdorrte Leben mit dem zarten Tau seiner Liebe.

Dann sendet Gott auch den Gerechten, einen, der uns Wege zu einem erfüllten Leben weist. Es ist freilich kein schmerzloser Weg in ein allgemeines Wohlbefinden, sondern vielmehr ein Weg, der von der Krippe zuerst zum Kreuz führt, bevor die endgültige Vision von der Erlösung in den Blick genommen werden kann. Nicht das süße Jesus-Kind in der Krippe, sondern erst der erwachsene Christus-Messias wird zum Stern der Hoffnung, zum Trost der Elenden, zum Heiland der Welt. "Dein Reich komme!" – lehrt Jesus seine Jünger beten. Aber es kommt nicht am Ende aller Zeit, sondern es beginnt in der Gegenwart. Bereits jetzt ist die endzeitliche Gottesherrschaft wirklich geworden. Bereits jetzt ist die Macht der Dämonen der Unterwelt bezwungen. Bereits jetzt beginnt das neue Leben, und zwar mit denen, die selig gepriesen werden: die Armen, die Hungernden, die Trauernden, die Friedfertigen, die Verachteten. Wie Saat und Senfkorn, so wächst das Reich Gottes in der Welt, wie Sauerteig entfaltet es seine Kraft zur Veränderung. Klein und unscheinbar, aber doch schon anwesend.

Und von dieser veränderten Gegenwart erschließt sich dann auch der Sinn einer endgültigen Königs-Herrschaft Gottes am Ende der Zeit. Unsere Hoffnung als Christen richtet sich nicht nur auf ein gutes Leben in der Gegenwart, sondern sie weist auf eine Heilszeit jenseits des Todes und jenseits aller Weltzeit. Der göttliche Messias bewirkt eine Verwandlung von Welt und Mensch, hin zu einer neuen Erde und einem neuen Himmel.

Die Bilder, die dieses neue Leben illustrieren, sind wiederum unserer alltäglichen Erfahrungswelt entnommen: Ein Fest wird es sein, ein fröhliches Zusammenkommen aller, in der Trauernde sich getröstet erfahren und Sünder wieder aufgenommen sind in die Gemeinschaft. Jesus steht in dieser Bildwelt nahe beim Propheten Jesaia. Denn vor allem Jesaia illustriert die endzeitliche Gemeinschaft der Menschen mit Gott als großes Festmahl (Jes 25,6 ) oder als Hochzeitsgesellschaft (Jes 62,5) im neu errichteten himmlischen Jerusalem: Auch hier klingen wieder Symbole aus der Natur an, der Bezug zum Garten Eden, dem Paradies des Ursprungs, ist unübersehbar:

"Denn wie die Erde Gewächse hervorbringt und wie im Garten sprosst die Saat, so lässt der Herr Jahwe Gerechtigkeit sprossen und Ruhm vor allen Völkern." (Jes 61,11)

Das messianische Festmahl am Ende der Zeit ist ein Ereignis, das alle Menschen beglückt. "Allen Völkern" so heißt es ausdrücklich, wird Gott ein üppiges Mahl bereiten:

"Auf diesem Berg nimmt er die Hülle weg, die auf allen Völkern liegt, und die Decke, die über allen Heiden ausgebreitet ist. Er vernichtet den Tod auf immer, und der Herr Jahwe wischt ab die Tränen von jedem Angesicht …" (Jes 25, 7f.)

Von den biblischen Illustrationen der Endzeit ist vor allem das Hochzeitsgeschehen sehr eindringlich. Ein sinnliches Motiv, das Gott und Mensch vergleicht mit Braut und Bräutigam. Israel, die Tochter Zion ist es, die sich auf das Kommen Gottes wie auf einen Bräutigam vorbereitet. Das Herz springt ihr vor Freude, als die Wächter den Geliebten ankündigen: Sie wachet und steht eilends auf. Unübertrefflich illustriert in Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium:

Musik: Weihnachtsoratorium, Alt-Arie "Bereite dich Zion"
"Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,
Den Schönsten, den Liebsten bald bei dir zu sehn!
Deine Wangen - Müssen heut viel schöner prangen,
Eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!"


Wieder ist es ein alttestamentlicher Prophet, der das Bild vom kommenden, endzeitlichen Friedensreich in ein anschauliches Bild fasst: Diesmal der Prophet Sacharja, der nicht müde wird, dem Volk die Heimkehr zum Berg Zion und die Wiedererrichtung des Tempels vor Augen zu führen. Und erneut zeigt sich, dass nicht Krieg und Gewalt, nicht Macht- und Imponiergehabe nötig sind, um das messianische Reich zu errichten. Ähnlich wie der Tau überraschend am Morgen vorgefunden wird und still und leise für das neue Leben in der ausgetrockneten Wüste sorgt, zeichnet Sacharja einen Anti-Herrscher, der als endzeitlicher König in Erscheinung tritt. Demütig ist er und sein Reittier ist nur ein junger Esel. Streitwagen und Kampfbogen werden abgeschafft, denn er ist ein "milder" Friedensfürst (Sacharja 9,9):

"Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst
Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewges Reich, Hosianna in der Höh!
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
Ewig steht dein Friedensthron, du des ewgen Vaters Kind.
Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!"



Musik dieser Sendung:
• CD: Macht hoch die Tür, Meditative Orgelmusik zu Advent und Weihnachten, Dominikus Trautner, Vier Türme Verlag Münsterschwarzach
• CD: Kleine geistliche Konzerte, Concento Vocale, Ltg: Rene Jacobs


Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrer Lutz Nehk, dem katholischen Senderbeauftragten für Deutschlandradio Kultur.

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