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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2015

Tattoo ConventionKörperkunst - gestochen und scharf

Oliver Bidlo im Gespräch Nicole Dittmer und Christian Rabhansl

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Für echte Fans: Tattoos erstrecken sich häufig über mehrere Körperpartien. (dpa / picture alliance / Boris Roessler)
Für echte Fans: Tattoos erstrecken sich häufig über mehrere Körperpartien. (dpa / picture alliance / Boris Roessler)

Großflächig, geometrisch, abstrakt: Tätowierungen erstrecken sich häufiger über mehrere Körperpartien, wie man auf der Berliner Tattoo Convention sieht. Dabei ist die Körperkunst nicht nur eine Mode - sie hat auch eine psychologische Bedeutung.

Drei Tage lang zeigen Star-Tätowierer derzeit auf der Berliner Tattoo Convention ihre Arbeiten. Der Trend in der Szene geht zu großflächigen, geometrischen und abstrakten Bemalungen, die Tattoos erstrecken sich oft über mehrere Körperpartien.

Der Erfolg von Tätowierungen gehe auf die 90er-Jahre zurück, sagte der Kulturwissenschaftler Oliver Bidlo im Deutschlandradio Kultur. Sportler, Musiker und Schauspieler hätten Tattoos damals in die Medien gebracht und dadurch salonfähig gemacht. "Interessant ist, dass das Tattoo geblieben ist - die Moden verändern sich."

Filme können Tattoo-Moden prägen

"Es gibt Tätowierer, die besonders beliebt sind, die besonders begabt sind und die auch solche Trends setzen können, aufgrund ihrer großen Kunst. Die haben natürlich auch einen gewissen Einfluss auf solche Moden", so Bidlo. Aber auch ein Film könne eine Rolle bei neuen Moden spielen.

Tattoos seien aber nicht nur ein Modephänomen, sie hätten auch eine psychologische Bedeutung. Tätowierungen zu stechen bedeute immer auch, Macht auf einen Körper auszuüben. "Vor diesem Hintergrund sind zum Beispiel auch Knasttätowierungen mitentstanden", erläuterte Bidlo. "Denn das Einzige, was den Häftlingen übrig bleibt, das ist die eigene Haut, über die sie noch Verfügungsgewalt haben."

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