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Fazit | Beitrag vom 09.06.2019

Tanzkongress 2019 in Dresden-HellerauGemeinschaft als Motor

Von Elisabeth Nehring

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Die Choreografin Meg Stuart leitete den Tanzkongress 2019 in Dresden-Hellerau (imago / Quique Garcia)
Die Choreografin Meg Stuart leitete den Tanzkongress 2019 in Dresden-Hellerau (imago / Quique Garcia)

Zum ersten Mal wurde der alle drei Jahre stattfindende Tanzkongress von einer Künstlerin geleitet, der US-amerikanischen Choreografin Meg Stuart. Für unsere Kritikerin ein unvergessliches Erlebnis. Allerdings war das Signal nach außen zu schwach.

Der Tanzkongress – ein Leuchtturmprojekt des Bundes – hat in diesem Jahr im Festspielhaus Hellerau in Dresden unter dem Motto "A Long Lasting Affair" stattgefunden. Konzipiert wurde er erstmalig unter der Leitung einer Künstlerin, der US-amerikanischen Choreografin Meg Stuart.

Die Plätze waren streng limitiert, die Teilnehmer aufgefordert, sich auf die ganzen fünf Tage einzulassen. Das Programm blieb bis zum Schluss unangekündigt – einzig, dass es kein Kongress im konventionellen Sinne werden wird, war klar.

Atmen, Boxen, Vorträge, Rituale und Gespräche

Und dann: Das Festspielhaus und der angrenzende Garten wurden komplett bespielt – hier Atmen, dort Boxen oder Meditation, Vorträge, Rituale und Gespräche in großer Runde oder eins zu eins.

Das Festspielhaus Hellerau entstand 1911 und gilt als ein Hauptwerk der Architektur des 20. Jahrhunderts. (Foto: Samira Hiam Kabbara)Das Festspielhaus Hellerau entstand 1911 und gilt als ein Hauptwerk der Architektur des 20. Jahrhunderts. (Foto: Samira Hiam Kabbara)
Vieles fand gleichzeitig draußen und drinnen statt – eine akustische, visuelle, energetische und haptische Landschaft zum Leben, Austauschen und Arbeiten (ja, auch Kochen und Abwaschen!) in und um das Festspielhaus.

Tanz als Erfahrung deutlich und erlebbar machen

Angelehnt an die utopischen Modelle der Zehner-, Zwanzigerjahre und die Ideen des Zusammenlebens, -arbeitens und -kunstschaffens ging es vor allem um die Zusammenhänge von künstlerischer Produktivität und Gemeinschaftsbildung.

Also darum, Kunst, Tanz und Choreografie als Erfahrung deutlich und erlebbar zu machen und daraus Impulse für die künstlerische Arbeit, aber auch für das gesellschaftliche Zusammenleben zu generieren.

Szene blieb weitgehend unter sich

Die zeitgemäß gelebte und dramaturgisch gut konzipierte Utopie dieser fünf Tage bleibt sicher allen, die das Glück hatten, dabei zu sein, unvergesslich: "a long lasting affair". Das Signal, das der Tanzkongress nach außen, in die Stadt Dresden, ins Bundesland Sachsen gesendet hat, war allerdings zu schwach.

Auch an dem für alle offenen Publikumstag blieb die Szene weitgehend unter sich – eine verschenkte Gelegenheit, die allenthalben visionierte Begegnung mit dem großen Unbekannten auf lokaler Ebene zu wagen.

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