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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 07.09.2015

Tanz-Professorin Gabriele BrandstetterBewegung mit revolutionärem Potenzial

Gabriele Brandstetter im Gespräch mit Matthias Hanselmann

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Gabriele Brandstetter zu Besuch bei Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)
Gabriele Brandstetter zu Besuch bei Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)

Gabriele Brandstetter war die erste Professorin für Tanzwissenschaft in Deutschland. Tanzen ist für sie nur zu einem kleinen Teil Bewegung - als "Kulturäußerung" hat der Tanz für sie auch die Kraft, in die Gesellschaft zu wirken. Eine entscheidende Rolle spielten dabei die Frauen, sagt Brandstetter.

Sie gilt als Pionierin: Gabriele Brandstetter war die erste Professorin für Tanzwissenschaft an einer deutschen Universität. Seit 2003 hat sie einen Lehrstuhl an der Freien Universität Berlin inne.

Wenn Brandstetter ins Schwärmen gerät, kann man sich kaum eine bessere Botschafterin ihres Fachs vorstellen:

"Tanz kann so vieles: Tanz können wir als Rhythmus erleben, als gemeinschaftliche Bewegung – von der Kindheit, über die Jugend bis ins hohe Alter hinein. Und tanzen macht Freude!"

Tanz kann das gesellschaftliche Bild vom Körper verändern

Brandstetter beschäftigt sich mit einem der ältesten menschlichen Phänomene überhaupt: Denn der Tanz gehört zu den allerersten "Kulturäußerungen" des Menschen: Im Tanz setze sich der Mensch mit sich selbst, anderen Menschen und seiner Umwelt auseinander.

Sie vermittelt ihren Studenten deswegen nicht nur die Geschichte des Tanzes; es geht ihr auch um das gesellschaftliche und revolutionäre Potenzial. So habe beispielsweise der moderne Ausdruckstanz Anfang des 20. Jahrhunderts das gesellschaftliche Bild des Körpers verändert:

"Eine entscheidende Rolle spielten dabei die Frauen: Isadora Duncan, Mary Wigman, Valeska Gert – sie sind Ikonen der Tanzgeschichte. Es ist ein Tanz, der sagt: 'Erstens: Die Zukunft gehört dem Tanz. Zweitens: Die Zukunft ist weiblich!'

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