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Musikfeuilleton | Beitrag vom 22.04.2019

Tanz als flüchtiger Moment von Lebendigkeit Dem Tänzer Merce Cunningham zum 100. Geburtstag

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Merce Cunningham steht auf dem Platz vor dem Ludwigsburger Schloss, hinter und neben ihm sein Ensemble in dunklen, engen Kostümen in Tanzposen. (dpa picture alliance/ dpa-Fotoreport/ Norbert Fösterling)
Merce Cunningham auf dem Platz vor dem Ludwigsburger Schloss, hinter und neben ihm sein Ensemble (dpa picture alliance/ dpa-Fotoreport/ Norbert Fösterling)

Die beiden Ikonen der Moderne, der Tänzer Merce Cunningham und der Komponist John Cage lebten und arbeiteten mehr als 50 Jahre zusammen. Entstanden sind zahlreiche Kompositionen und Choreographien, die vollkommen unabhängig voneinander entwickelt wurden.

Als Basis der Zusammenarbeit der beiden Künstler, des Choreographen und des Komponisten, diente eine Minimalverabredung, und das war die Dauer, erzählt Ty Boomershine, der selbst in der Company von Merce Cunningham in New York getanzt und ihn hautnah erlebt hat. Erst bei der Generalprobe begegneten sich die Künste: Musik, Tanz und dazu das Bühnenbild, das oft von namhaften Künstlern wie Robert Rauschenberg gestaltet wurde. 

Die Anzahl der für die "Merce Cunningham Company" komponierten Werke ist überwältigend groß. Für jedes seiner Tanzstücke vergab Merce Cunningham Auftragskompositionen an zeitgenössische Komponisten, nicht nur an John Cage, sondern auch an Morton Feldman, Pierre Boulez, Toshi Ishiyanagi oder David Tudor.

Die Namen seiner Kooperationspartner und -partnerinnen lesen sich wie das Who-Is-Who der nordamerikanischen Kunstszene. Andy Warhol, Robert Rauschenberg oder Jasper Johns wurden mit der Gestaltung von Kostümen und Bühnenbildern beauftragt. Die Kostüme für die Premiere von "Second Hand" 1969 entwarf Jasper Johns, einer der Wegbereiter der Pop-Art. Jedes Kostüm hatte eine eigene Farbe bis auf den Ärmel, der die Farbe vom Kostüm des benachbarten Tänzers übernahm. Wenn sie sich nacheinander verbeugten, sah man eine Art Farbenwelle.

Merce Cunninghams besonderen Umgang mit Musik, Rhythmus und Klang erklärt Dr. Julia Schröder, die sich genreübergreifend mit Merce Cunningham und seiner Technik befasst hat. Im Gespräch mit der Autorin Bettina Brand blickt sie mit einer ganz eigenen Perspektive auf seinen Tanz.

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