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Konzert / Archiv | Beitrag vom 28.02.2019

SWR Symphonieorchester mit Teodor CurrentzisStimmen der Kindheit

Moderation: Volker Michael

Der griechische Dirigent Teodor Currentzis dirigiert am 07.11.2017 in Baden-Baden (Baden-Württemberg) im Festspielhaus die Oper La Boheme. (picture alliance/dpa - Sebastian Gollnow/dpa)
Teodor Currentzis (picture alliance/dpa - Sebastian Gollnow/dpa)

Zwei besondere Werke für Sopran und Orchester kombinieren das SWR Symphonieorchester und sein Chefdirigent Teodor Currentzis - Gustav Mahlers 4. Sinfonie und die "Ancient Voices of Children" des US-Komponisten George Crumb.

Eine Kindheit hat jeder Mensch gehabt. Nur die Erinnerungen daran fallen unterschiedlich positiv und intensiv aus. Für schöpferische Menschen ist die Rückschau in Kindertage eine nie versiegende Inspirationsquelle.

Kindheit als Inspirationsquelle

Die beiden Musikwerke dieses Konzerts sind ein beredtes Beispiel dafür. Der Pionier der US-amerikanischen Moderne, George Crumb, hat Verse des andalusischen Dichters und Widerstandskämpfers Federico Garcia Lorca unter dem Übertitel "Ancient Voices of Children" (Alte Stimmen von Kindern) vertont. Das Stück für Sopran, Knabensopran und Ensemble ist ein filigranes und klangfarbenstarkes Werk. Die Solistin muss weite Strecken in einen präparierten Flügel hineinsingen, um besondere Raumklänge zu erzeugen. Dem Gesang der Sopransolistin antwortet ein Knabensopran aus den anonymen Weiten des Saals. Sophia Burgos war die Interpretin der "Ancient Voices" - sie stammt aus Puerto Rico und wohnt derzeit in Köln. Sie hat sich als Interpretin neuerer Musik einen Namen gemacht.

Die Sopranistin Sophia Burgos (Kate Lemmon Photography/Sorek Artists)Die Sopranistin Sophia Burgos (Kate Lemmon Photography/Sorek Artists)

Des Knaben Wunderhorn

Gustav Mahler wiederum verwendete Lieder und Gedichte aus "Des Knaben Wunderhorn" für seine Sinfonien der Nummern Zwei, Drei und Vier. Die vierte Sinfonie in G-Dur ist ein deutlich kammermusikalisch konzipiertes Stück - und der Gesang in ihrem vierten Satz hat wiederum ebenfalls den Charakter der Heraufbeschwörung von paradiesischen Kindheitstagen - wobei "das himmlische Leben" sowohl den Beginn des menschlichen Lebens feiert als auch die Aussicht eines Weiterlebens im Jenseits. Die österreichische Sängerin Christina Gansch war Solistin im Finalsatz der 4. Sinfonie G-Dur von Gustav Mahler.

Die Sopranistin Christina Gansch (Kartal Karagedik/Askonas Holt)Die Sopranistin Christina Gansch (Kartal Karagedik/Askonas Holt)

Energiegeladen und provokant

Teodor Currentzis ist seit der laufenden Saison Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters. Der vielbeschäftigte griechische Künstler hat sich einen Namen gemacht mit äußerst energiegeladenem Dirigieren, provokanten Interpretationen und engagierten Programmen. Seine musikalischen Sporen hat er sich in der russischen Provinz verdient als Leiter des Opernhauses Perm und des von ihm selbst gegründeten Ensembles MusicAeterna, das die historische Aufführungspraxis pflegt.  

Liederhalle Stuttgart
Aufzeichnung vom 22. Februar 2019

George Crumb
"Ancient Voices of Children" für Mezzosopran, Knabensopran und Ensemble

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 G-Dur

Sophia Burgos, Sopran (Crumb)
Johannes Rempp, Knabensopran (Crumb)
Christina Gansch, Sopran (Mahler)
SWR Experimentalstudio
SWR Symphonieorchester
Leitung: Teodor Currentzis

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