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Konzert / Archiv | Beitrag vom 14.06.2017

Susanna Mälkki beim Schwedischen RSOLyrisch-dramatischer Klangstrom

Aufzeichnung aus der Berwaldhallen Stockholm

Die Dirigentin Susanna Mälkki (Simon Fowler/Harrison Parrott)
Die Dirigentin Susanna Mälkki (Simon Fowler/Harrison Parrott)

Zwei finnische Meistermusiker gastierten beim Schwedischen Radio-Symphonieorchester. Kari Krikku brachte das Klarinettenkonzert von Unsuk Chin zu Gehör. Außerdem dirigierte Susanna Mälkki Béla Bartóks Ballettpantomime "Der holzgeschnitzte Prinz".

In Skandinavien ist es nichts Besonderes, dass Musikerinnen und Musiker ihre Kunst regelmäßig auch im jeweiligen Nachbarland zeigen wollen und können. Nun ist die Chefdirigentin des Philharmonischen Orchesters Helsinki, Susanna Mälkki, über die Ostsee zu den Schwedischen Rundfunkkollegen gekommen, um ein Konzert mit Musik von Béla Bartók und Unsuk Chin zu leiten. Mitgebracht hat sie den famosen Klarinettisten Kari Krikku, der weltweit als brillanter und neugieriger Solist auf sich aufmerksam macht.

Farbenreich und beeindruckend fantasievoll komponiert die in Berlin lebende, aus Südkorea stammende Unsuk Chin. Ihr Klarinettenkonzert entstand vor drei Jahren für Kari Krikku. Sie verlangt dem Solisten alle erdenklichen Spieltechniken ab, die nicht nur aus der Modernen Musik, sondern auch aus dem Jazz und vielen Formen der Weltmusik stammen. Doch Technik ist hier nicht Selbstzweck, alles fügt sich in einen geschlossenen, mal dramatischen, dann wieder lyrischen Klangstrom ein. 

In den Wirren des Zusammenbruchs der K&K-Monarchie 1918 ging auch die Aufführung von Bartóks Doppelpack "Herzog Blaubarts Burg" und "Der holzgeschnitzte Prinz" unter. Die Budapester Oper wagte damals eine einmalige Aufführung von Oper und Ballettpantomime an einem Abend, ohne sie jemals zu wiederholen. Wenigstens gibt es darüber einen lobenden Bericht von Bartóks Freund und Kollegen Zoltán Kodály: "Die konstruktive Kraft der Musik kommt am besten zur Geltung, wenn ihr (der Oper "Herzog Blaubarts Burg") "Der holzgeschnitzte Prinz" folgt. Das Tanzspiel gleicht das trostlose Adagio der Oper mit dem Gegengewicht seines spielerisch-lebhaften Allegro aus. Die zwei Werke schmiegen sich wie zwei Sätze einer Riesen-Symphonie aneinander. Und diejenigen, die die Atonalität als Haupterrungenschaft Bartóks hinzustellen lieben – sie merken doch endlich, dass beide Werke eine wiederkehrende Grundtonart haben – ganz wie die eine oder andere der Mozartschen Opern …".

In Stockholm erklang nun die Ballettpantomime allein bzw. als zweiter Teil zum aktuellen Klarinettenkonzert von Unsuk Chin. Neue Kontraste bilden sich, die das Hören schärfen. Die Dirigentin Susanna Mälkki ist bekannt für zwingende Paarbildungen.

Berwaldhallen Stockholm
Aufzeichnung vom 28. April 2017

Unsuk Chin
Klarinettenkonzert (2014)

Béla Bartók
"Der holzgeschnitzte Prinz", Ballettpantomime in einem Akt op. 13

Kari Krikku, Klarinette
Schwedisches Radio-Symphonieorchester
Leitung: Susanna Mälkki

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