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Kulturnachrichten

Freitag, 9. März 2018

Suhrkamp distanziert sich von Autor Tellkamp

Nach verbalem Schlagabtausch mit Autorenkollegen Grünbein in Dresden

Nach umstrittenen Äußerungen des Schriftstellers Uwe Tellkamp hat sich der Suhrkamp-Verlag von seinem Autor distanziert. Tellkamp und der Dichter Durs Grünbein hatten sich gestern in Dresden einen verbalen Schlagabtausch um die Flüchtlingspolitik und Meinungsfreiheit geliefert. Tellkamp vertrat dabei Positionen der AfD und der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung. Zu den Motiven von Geflüchteten sagte er unter anderem: "Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent." Suhrkamp twitterte daraufhin heute: "Aus gegebenem Anlass: Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln. #Tellkamp".

Zwei "Cumhuriyet"-Journalisten aus U-Haft entlassen

Herausgeber Akin Atalay bleibt hingegen in Untersuchungshaft

Im Prozess gegen die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" hat ein türkisches Gericht die Freilassung von Chefredakteur Murat Sabuncu und Investigativjournalist Ahmet Sik angeordnet. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach einer ganztägigen Verhandlung des Gerichts am Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul. Prozessbeobachter von Amnesty International berichteten, Herausgeber Akin Atalay bleibe in Untersuchungshaft. Der Prozess solle am 16. März fortgesetzt werden. 18 Mitarbeitern der Zeitung wird Unterstützung verschiedener Terrororganisationen vorgeworfen. Der Prozess war international als politisch motiviert kritisiert worden. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen drohen den Angeklagten bis zu 43 Jahre Haft.

"Tatort"-Folge gewinnt Deutschen Fernsehkrimi-Preis

Filmteam von "Stau" erhält 1.000 Liter Wein als Preis

Die "Tatort"- Folge "Stau" vom SWR hat den Deutschen Fernsehkrimi-Preis 2018 gewonnen. "Im alltäglichen Setting des Staus entfaltet sich eine dramatische Ermittlung unter Zeitdruck zu einem unterhaltsamen und poetischen Kaleidoskop menschlicher Geschichten", teilte die Jury in Wiesbaden zur Begründung mit. Im Mittelpunkt des Krimis steht die Aufklärung einer Fahrerflucht in einem Stau. Als Preis erhält das Filmteam 1.000 Liter Wein. Den Preis als beste Darstellerin erhielt Petra Schmidt-Schaller für ihre Rolle der Nora Schwarz in dem Zweiteiler "Keine zweite Chance" von Sat.1. Als bester Darsteller wurde Heino Ferch für seine Rolle in dem Drama "Ein Kind wird gesucht" (ZDF/Arte) ausgezeichnet.

Britischer Genforscher John Sulston gestorben

Der Medizin-Nobelpreisträger wurde 75 Jahre alt

Der durch seinen Beitrag zur Entschlüsselung des menschlichen Erbguts bekannt gewordene Medizin-Nobelpreisträger John Sulston ist tot. Sulston sei im Alter von 75 Jahren gestorben, teilte seine frühere Forschungseinrichtung, das Wellcome Sanger-Zentrum in Cambridge mit. Cambridge-Absolvent Sulston hatte zunächst in Kalifornien geforscht, bevor er sich an seiner Heimatuniversität dem Forscherteam um Sydney Brenner anschloss, wo erstmals die Struktur der DNA bestimmt wurde. 1990 veröffentlichte die Gruppe die Abbildung der Gene eines Fadenwurms. Zwei Jahre später wurde der Brite Sulston Direktor des Sanger-Zentrums in Cambridge, das am internationalen Genom-Projekt des Menschen mitarbeitete. 2002 erhielt er zusammen mit Brenner und Robert Horvitz den Nobelpreis.

Zukunft des IMPULS-Musikfestes ungewiss

Der Magdeburger Landtag sichert vorerst 150.000 Euro Förderung zu

Die Zukunft des renommierten IMPULS-Musikfestivals in Sachsen-Anhalt bleibt ungewiss. Zwar wurde heute vom Landtag in Magdeburg eine Landesförderung von 150.000 Euro für 2018 zugesichert, doch eine Zusage über eine Förderung darüber hinaus gab es nicht. Das Festival müsse erst evaluiert werden, bevor man weitere Zusagen machen könne. CDU-Kulturminister Rainer Robra kritisiert die zu geringe nationale bzw. internationale Ausstrahlung. Die Generalmusikdirektoren in Dessau, Halle und Magdeburg sagen dagegen, dass man das IMPULS-Festival künftig weiter dringend brauche, da es die Neue Musik besonders stärke. Das sachsen-anhaltische Musikfest für zeitgenössische Musik gilt als europaweit einzigartiges Orchesterfestival. Seit dem Start des Festivals 2008 haben sich seine Zuschauerzahlen vervierfacht.

Düsseldorf erwirbt Heine-Briefe an Hector Berlioz

Bedeutender Zuwachs für die deutsch-französiche Freundschaft

Die Stadt Düsseldorf hat zwei Originalbriefe Heinrich Heines an den französischen Komponisten Hector Berlioz erworben. Die beiden Handschriften, die bisher nicht einmal in der Briefausgabe Heines abgedruckt seien, wurden auf einer Pariser Auktion ersteigert. Damit sei ein bedeutender Ankauf zur deutsch-französischen Freundschaft gelungen. Bislang sind laut Angaben nur wenige Dokumente der Verbindung des letzten Vertreters der literarischen Romantik Heine zu dem herausragenden romantischen Komponisten Berlioz bekannt. Die beiden Briefe werden im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut präsentiert.

Social-Media Serie "Seestadt-Saga" wird abgebrochen

Beschwerden und Anfeindungen machten das Projekt unkontrollierbar

Wegen Beschwerden und Anfeindungen wird die zweite Staffel der Sozial-Media Serie „Seestadt-Saga abgebrochen. Das teilte heute das Schauspielhaus Wien in einer Pressekonferenz mit. Bei der Serie handelt es um ein transmediales Kunstprojekt, das Elemente aus Theater, Film und Social Media vereint. Die angestrebte Vermischung von Realität und Fiktion entwickelte eine Eigendynamik, die einerseits das Vorhaben bestätigte es aber gleichzeitig gefährdete, so das Schauspielhaus. Dies führte zu Missverständnissen, schwerwiegenden Anfeindungen und nahm rechtspopulistische Tendenzen an. „Es ist jedenfalls in keinster Weise zu kontrollieren. Wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden, das Experiment abzubrechen.", so der künstlerische Leiter des Projektes Thomas Schweigen.

Krefeld will umstrittene Mondrian-Bilder ausstellen

Der Streit um vier Bilder hat die Neugier der Öffentlichkeit geweckt

Die umstrittenen Bilder des niederländischen Malers Piet Mondrian sollen demnächst in Krefeld gezeigt werden. Das teilte ein Sprecher der Stadt mit. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Nachfahren des Mondrian-Erben die Rückgabe der vier wertvollen Gemälden verlangen. Die Stadt wies diese Forderung als unbegründet zurück. Sie kann allerdings auch nicht belegen, dass ihr Museum die Bilder jemals rechtmäßig erworben hat. Wann genau die Bilder im Kaiser-Wilhelm-Museum gezeigt werden, steht noch nicht fest. Sie sollen im Rahmen einer ohnehin geplanten Sammlungspräsentation zu sehen sein.

Dresden erhält bedeutende Privatsammlung

1200 Werke gehen an die Kunstsammlungen Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bekommen die international bedeutende Privatsammlung von Erika und Rolf Hoffmann geschenkt. Sie vereint rund 1200 Werke von 1910 bis zur Gegenwart aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation sowie Film- und Videokunst. Die Arbeiten stammen unter anderen von Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol und William Kentridge. Nach den Worten von Generaldirektorin Marion Ackermann ist die Kollektion eine "Ausnahmeerscheinung unter den großen privaten Kunstsammlungen der Welt". Allerdings soll die Sammlung erst in fünf Jahren aus Berlin nach Dresden umziehen. Seit 1994 befindet sie sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Berlin-Mitte, wo sie an Wochenenden für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Ausschluss rechter Verlage von Leipziger Buchmesse

Literaturinstitute fordern in offenem Brief Änderung der Teilnahmebedingungen

Knapp eine Woche vor Beginn der Leipziger Buchmesse kritisieren Studierende und Beschäftigte deutschsprachiger Literaturinstitute die Teilnahme rechter Verlage an der Messe. In einem offenen Brief werfen sie der Messeleitung vor, "eine Mitverantwortung für die Normalisierung rassistischer und sexistischer Positionen im Parlament und auf der Straße" zu tragen. Menschenverachtenden Positionen müsse der Raum zugewiesen werden, den sie verdienen: Außerhalb des demokratischen Meinungsspektrums, außerhalb von dem, was zur Diskussion stehe. Hausordnung und Teilnahmebedingung der Leipziger Messe seien änderbar, wenn der politische Wille dazu bestehe. Die Initiatoren fordern zudem eine "klare Position" von der Stadt Leipzig. Unterzeichnet ist der Brief von Studierenden und Beschäftigten der Literaturinstitute in Leipzig, Hildesheim, Wien und dem schweizerischen Biel sowie von Autoren. In diesem Jahr werden auf der Buchmesse in Leipzig unter anderem erneut das «Compact Magazin» und der Verlag «Edition Antaios» ausstellen. An ihren Ständen sollen zum Beispiel der wegen Volksverhetzung verurteilte Autor Akif Pirinçci und der umstrittene Publizist Jürgen Elsässer sprechen.

Frida Kahlos Familie droht Barbie-Hersteller mit Klage

Spielzeugfirma soll mit neuer Puppe Bildrechte verletzen

Die Familie der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo hat dem Barbiepuppen-Hersteller Mattel vorgeworfen, die Bildrechte an der verstorbenen Malerin gestohlen zu haben. Der Spielzeugkonzern habe nicht die "Befugnis, das Bild von Frida Kahlo zu nutzen", heißt es in einer Stellungnahme. Die neue Frida-Kahlo-Puppe von Mattel stelle zudem nicht das dar, wofür die Künstlerin stehe, sagte Kahlos Großnichte Mara Romeo. Die Frida Kahlo-Barbie soll als Teil der neuen Kollektion "Inspirierende Frauen" herauskommen, wie der Spielzeughersteller gestern ankündigte. Andere Vorbilder für die Kollektion sind etwa die Flugpionierin Amelia Earhart oder die afro-amerikanische Mathematikerin Katherine Johnson.

Mark Hamill bekommt Stern auf Walk of Fame

66-jähriger Darsteller wurde als Luke Skywalker berühmt

Der "Star Wars"-Schauspieler Mark Hamill ist mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt worden. Er spielte in seinem Leben in etwa 70 Filmen und fast 200 Fernsehsendungen mit. Besondere Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Lichtschwert schwingenden "Star Wars"-Helden Luke Skywalker. Der Enthüllung des Sterns wohnten sein Co-Star aus den "Star Wars"-Filmen, Harrison Ford, sowie der Schöpfer des Universums um die Jedi-Ritter, George Lucas, bei.

"Inclusion Rider" findet Anwendung in Hollywood

Michael B. Jordans Produktionsfirma führt Klausel für mehr Diversität ein

"Black Panther"-Darsteller Michael B. Jordan will Vielfalt am Filmset verpflichtend machen. Seine Produktionsfirma "Outlier Society" werde bei allen zukünftigen Filmprojekten einen "Inclusion Rider" anwenden - eine Klausel in Verträgen, die zum Beispiel die Anstellung von mehr Frauen oder Angehörigen von Minderheiten vor und hinter der Kamera sicherstellt. Das gab Jordan auf Instagram bekannt. Jordan greift damit eine Forderung aus der Oscar-Dankesrede von Schauspielerin Frances McDormand auf: Die Oscarpreisträgerin hatte bei der Verleihung die Einführung eines "Inclusion Rider" in Hollywood angemahnt. Die Idee beruht darauf, dass die Besetzungsverhältnisse am Arbeitsplatz die gesamte Bevölkerung widerspiegeln sollte.

Mögliche Show mit Obama auf Netflix

Keine direkte Reaktion auf Trumps Politik geplant

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama befindet sich in Verhandlungen mit Netflix über eine eigene Show. Die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten, berichtet die "New York Times". Der Streamingdienst Netflix hat weltweit rund 118 Millionen Abonnenten und könnte Obama eine globale Plattform verschaffen. Dem Bericht der Zeitung zufolge will Obama in der Sendung über Themen wie die Gesundheitspolitik, Einwanderung oder das Wahlrecht sprechen. Er werde jedoch nicht direkt auf die Politik seines Nachfolgers Trump eingehen. Auch eine Mitwirkung seine Frau Michelle sei angedacht, berichtet die Zeitung weiter.

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