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Dienstag, 21.08.2018
 
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Konzert / Archiv | Beitrag vom 09.02.2018

Studiokonzert der Deutschen Radio PhilharmonieGaudenz macht Harmoniemusik

Live aus Saarbrücken

Der Dirigent Simon Gaudenz (Lucian Hunziker/Website Simon Gaudenz)
Der Dirigent Simon Gaudenz (Lucian Hunziker/Website Simon Gaudenz)

Ganz ihrer Bläsersektion hat die Deutsche Radiophilharmonie dieses Studiokonzert in Saarbrücken vorbehalten - Simon Gaudenz dirigiert Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Wolfgang Amadeus Mozart. Sebastian Klinger spielt das Cellokonzert von Friedrich Gulda.

Harmoniemusik klingt nicht automatisch harmonisch - sie wird halt nur von Blasinstrumenten interpretiert. Das ist nicht jedermanns Sache und weckt bei vielen Assoziationen, die nicht zielführend sind: Volksfestatmosphäre, Bierzeltschunkelei oder süßliche Swing-Nostalgie. Doch warum soll es keine ernstzunehmenden Werke für Blasorchester geben, wenn es doch viele schöne Stücke für Streicherensembles gibt?

Um den besonderen Reiz von Bläserklängen wusste schon Wolfgang Amadeus Mozart und schrieb deshalb für Holzbläser, Hörner und einen Kontrabass seine Serenade B-Dur, ein sehr langes, abwechslungsreiches und höchst anspruchsvolles Stück, das den sie adelnden Titel "Gran Partita" erhielt.

Der erste Teil dieses Studiokonzerts aus Saarbrücken, das wir gemeinsam mit dem SR 2 Kulturradio übertragen, bringt zu Beginn ein Werk Felix Mendelssohn Bartholdys, das er selbst sehr geschätzt hat, das aber heute zu den selten gespielten aus seinem Oeuvre gehört - die Ouvertüre für Harmoniemusik C-Dur op. 24, auch Notturno genannt, eine seiner eher als sinfonische Dichtungen zu verstehenden freien Orchesterwerke. Geschrieben hat sie der Komponist ursprünglich für die Musiker einer Kurkapelle in Bad Doberan in Mecklenburg, weil er von deren sauberem Spiel so begeistert war.

Gänzlich aus der Rolle fällt Friedrich Gulda mit seinem Konzert für Violoncello und Blasorchester (eher müsste man sagen Brassband, denn Drumset, E-Gitarre und Kontrabass gehören auch zur Besetzung). Aus dem Verdruss heraus, immer nur Beethoven spielen zu sollen, hat es Gulda für seinen österreichischen Landsmann Heinrich Schiff geschrieben. Das Konzert ist eine eigenwillige, vielleicht auch krude Mischung aus Jazz, alpenländischer Volksmusik und großen klassisch-romantischen Gesten. Es zeigt sowohl das Soloinstrument als auch die Begleitcombo von vielen, zumeist ungewohnten Seiten. Für Abwechslung ist an diesem Abend in Saarbrücken wahrhaftig gesorgt.

Live aus dem Großen Sendesaal des Funkhauses Halberg, Saarbrücken

Felix Mendelssohn Bartholdy
Ouvertüre für Harmoniemusik C-Dur op. 24

Friedrich Gulda
Konzert für Violoncello und Blasorchester

ca. 20.55 Uhr Konzertpause

Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade B-Dur KV 361 (370a) "Gran Partita"

Sebastian Klinger, Violoncello
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
Leitung: Simon Gaudenz

Konzert

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