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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. Oktober 2020

Studie zu Umgang mit Andersgläubigen

Christen und Muslime in Deutschland verbindet einer Studie zufolge eine hohe Akzeptanz der jeweils anderen Religion. Zudem befürworten beide mehrheitlich den Kontakt mit Andersgläubigen, wie eine Studie der Konrad Adenauer Stiftung ergab. Befragt wurden dafür zwischen Oktober 2018 und Februar 2019 insgesamt 3.003 Katholiken, Protestanten, orthodoxe Christen und Muslime. Dabei kam heraus, dass lediglich wenige Befragte dagegen sind, dass jemand aus der engen Familie Kontakt zu Andersgläubigen hat. Den höchsten Wert verzeichneten dabei Muslime mit 7 Prozent. Auf deutlich mehr Ablehnung stößt dagegen bei allen Gläubigen der Religionswechsel eines Familienmitglieds oder die interreligiöse Heirat der eigenen Tochter. Mit Blick auf das Judentum wurden erneut Unterschiede zwischen Christen und Muslimen deutlich. Hier fänden es 42 Prozent der Muslime nicht gut, wenn ihre Tochter einen Juden heiratet, während dies bei nur 12 Prozent der Katholiken und Protestanten und bei 27 Prozent der Orthodoxen auf Kritik stößt.

Opus Klassik für Mutter und Kaufmann

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Sänger Jonas Kaufmann sind Preisträger des diesjährigen Opus Klassik. Die Auszeichnungen wurden im Konzerthaus Berlin verliehen. Eine neunköpfige Jury hatte zuvor Preisträger in 25 Kategorien bestimmt. Mutter wurde als "Instrumentalistin des Jahres" geehrt, Kaufmann für sein Album "Wien" in der Kategorie "Klassik ohne Grenzen". Weitere Preisträger sind die litauische Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla, der Tenor Daniel Behle sowie die Sopranistin Diana Damrau für ihre Richard-Strauss-Einspielung "Vier letzte Lieder". Der Opus Klassik wurde zum dritten Mal verliehen. Nach der Abschaffung der umstrittenen Echo-Preise war er von Plattenfirmen, Konzertveranstaltern und Musikverlagen aus der Klassikbranche ins Leben gerufen worden.

Friedenspreis 2020 geht an Amartya Sen

Der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen ist in Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die Laudatio in der Paulskirche wollte Bundespräsident Steinmeier halten. Seine Rede wurde jedoch vom Schauspieler Burghart Klaußner verlesen. Das Staatsoberhaupt musste sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer gestern in Quarantäne begeben. Der Preisträger war zu der Veranstaltung, die wegen der Corona-Pandemie weitgehend ohne Publikum ablief, per Video aus den USA zugeschaltet. Die Feier wurde im ARD-Fernsehen übertragenen.

Nida-Rümelin befürchtet Kahlschlag in der Kultur

Der frühere Kultur-Staatsminister Nida-Rümelin hat mehr Unterstützung für die Kulturszene in der Corona-Pandemie gefordert. Das eine Milliarde schwere Konjunkturprogramm für die Kultur sei nicht ausreichend, sagte er im Deutschlandfunk. Die Politik müsse merken, dass die sogenannte Systemrelevanz auch den kulturellen Bereich umfasse. Er forderte, dass jemand, der bisher nachweislich von der Kultur gelebt habe, so unterstützt werde, dass er über die Krise hinweg in seinem Beruf bleiben könne. Merkwürdigerweise sei die Kultur in dieser Krise "marginalisiert" worden, sagte Nida-Rümelin. Er fürchte, ein zweiter europäischer Lockdown "wäre auch kulturell ein Kahlschlag".

Förderpreis für "Darstellende Kunst" vergeben

Vier Frauen haben den Bayerischen Kunstförderpreis 2020 in der Sparte "Darstellende Kunst" erhalten. Die mit je 6.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an die Sängerinnen Jihyun Cecilia Lee und Camille Schnoor sowie die Schauspielerinnen Vanessa Eckart und Gro Swantje Kohlhof. "Die diesjährigen Preisträgerinnen bestechen durch ihre authentische Bühnenpräsenz, ihre unglaubliche Wandlungsfähigkeit, ihre eindringlichen Stimmen und ihr bewegendes Spiel", sagte der Bayerische Kunstminister Bernd Sibler. In ihren Rollen konfrontierten sie das Publikum mit Verlust, Reue und Zerbrechlichkeit, aber auch Eigensinn, Stärke und Leidenschaft. Der Bayerische Kunstförderpreis wird jährlich in vier Kategorien vergeben und soll begabte Nachwuchskünstler in ihrem Schaffen bestärken.

Europäischer Kinderfilmpreis vergeben

Mit der Preisverleihung ist in Chemnitz das 25. internationale Kinderfilmfestival "Schlingel" zu Ende gegangen. Der mit 12.500 Euro dotierte Europäische Kinderfilmpreis ging an den Film "Ärger hoch drei/Triple Trouble" der Regisseurin Marta Karwowska. Coronabedingt fand die Preisverleihung als reine Online-Veranstaltung statt. In den vergangenen sieben Tagen standen rund 260 Filme aus mehr als 40 Ländern auf dem Programm. In der Kategorie "International" erhielt der Streifen "Moon Rock for Monday" von Regisseur Kurt Martin den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Stadt Chemnitz ging an "Schwesterchen/My Little Sister" von Alexander Galibin.

Deutscher Tanzpreis an Raimund Hoghe

Der Choreograph Raimund Hoghe ist mit dem Deutschen Tanzpreis 2020 ausgezeichnet worden. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wurde im Aalto-Theater Essen überreicht. Hoghe gehöre seit Jahren international zu den wichtigsten Choreographen des Tanztheaters, erklärte der Dachverband Tanz Deutschland. "Seine Stücke reagieren auf die politischen Zeitläufte, ohne dabei jemals die eigene künstlerische Handschrift aus den Augen zu verlieren", hieß es in der Begründung der Jury. Weitere Ehrungen gingen an die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner, den Berliner Choreographen Raphael Hillebrand und den Stuttgarter Balletttänzer Friedemann Vogel.

Neues Kunstwerk von Banksy aufgetaucht

Der geheimnisumwitterte Straßenkünstler Banksy hat ein neues Bild auf einer Mauer in der englischen Stadt Nottingham geschaffen. Auf dem schwarz-weißen, gesprühten Kunstwerk ist ein kleines Mädchen zu sehen, das mit einem Fahrradreifen als Hula-Hoop-Ring spielt. Banksy postete ein Foto davon auf seinem Instagram-Account. Das Werk war am Dienstag an der Außenwand eines Friseurladens in Nottingham aufgetaucht und wurde sofort mit durchsichtigen Plastikscheiben geschützt. Nachbarn lobten das Werk als große Aufmunterung in der Corona-Krise: Nottingham zählt zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Städten in Großbritannien.

Niederländischer Rundfunk entfernt Logos

Die öffentliche-rechtliche Rundfunkanstalt NOS in den Niederlanden hat beschlossen, die Logos des Senders von den Dienstfahrzeugen zu entfernen. Dies geschehe zum Schutz der Journalisten und des technischen Equipments in den Fahrzeugen. Grund dafür seien massiv zunehmende Attacken gegen Mitarbeiter und Fahrzeuge. Innerhalb eines Jahres soll es mehr als 100 Übergriffe gegeben haben. Mit Bestürzung reagiert der Deutsche Journalisten-Verband auf die Entscheidung. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall sagte, es sei erschreckend, dass Journalistinnen und Journalisten in der Öffentlichkeit untertauchen müssten, um noch ihren Job machen zu können. Überall ermunterte die niederländischen Kollegen, alle Fälle von Feindseligkeiten und Übergriffen der Polizei zu melden. Wer Gewalt gegen Journalisten ausübe, habe das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit im Visier, so Überall.

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