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Interview | Beitrag vom 12.08.2019

Studie "Urbane Dörfer" Immer mehr Kreative und Digitalarbeiter zieht es aufs Land

Susanne Dähner im Gespräch mit Ute Welty

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Ruderboote liegen am 06.05.2015 am Ufer des Proweskesees im Landkreis Uckermarke nahe dem kleinen Dorf Hohenwalde (Brandenburg). (picture alliance / ZB / Patrick Pleul)
Das digitale Arbeiten befördert bei einigen Menschen eine neue Stadtflucht. (picture alliance / ZB / Patrick Pleul)

In ländlichen Gebieten fern der Großstädte wandern immer mehr Menschen ab. Das ist in Ostdeutschland ein deutlicher Trend der vergangenen Jahre. Umso interessanter ist die Gegenbewegung, der sich nun eine neue Studie widmet.

Aus dem kreativen, urbanen  Milieu von Berlin verließen einige Leute neuerdings die Stadt und suchten das Landleben, sagte die Geografin und Soziologin Susanne Dähner im Deutschlandfunk Kultur. Sie zögen nicht etwa in das nähere Umland, weil sie junge Familien würden. Sondern es zieht sie weiter hinaus in die Dörfer und in entlegenere Regionen.

"Sie gehen nicht allein oder in der Kernfamilie, sondern suchen sich Gleichgesinnte schon in der Stadt." Als Gruppe gründeten sie neue Gemeinschaftswohnprojekte im ländlichen Raum. Es handele sich um 30- bis 40-jährige  Akademiker, die kreativ in Wissensberufen arbeiteten, sei es als Mediengestalter, Journalisten oder Architekten. Sehr wichtig sei für sie deshalb eine gute digitale Anbindung. Die Studie zeige, dass die Neuankömmlinge den Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung suchten und beide Seiten profitierten, sagte Dähner.    

Die Studie "Urbane Dörfer – wie digitales Arbeiten Städter aufs Land bringen kann" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Denkfabrik "Neuland 21" hat 18  Wohnprojekte untersucht und die Ergebnisse zusammengefasst.  

(gem)

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