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Mittwoch, 02.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. September 2020

Studie: Fast alle tropischen Korallenriffe gefährdet

Weltweit sind die meisten tropischen Korallenriffe gefährdet. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern aus Bremen, die Daten für Riffe in sechs Weltregionen ausgewertet haben. Das betreffe 94 Prozent dieser Lebensräume, die zu den wichtigsten Ökosystemen der Erde zählten, teilten die Forscher mit. In einer gemeinsamen Untersuchung haben Wissenschaftler der privaten Jacobs University Bremen sowie der Universität und des Zentrums für Marine Tropenforschung in der Hansestadt erstmals die Anfälligkeit tropischer Korallenriffe gegenüber Umweltfaktoren prognostiziert. Um diese erfolgreich bekämpfen zu können, sei die Reduktion der Treibhausgase durch internationale Abkommen die einzige Lösung. Die Studie ist kürzlich in der Zeitschrift "Global Change Biology" erschienen.

Deutscher Radiopreis an Virologen Christian Drosten

Der Virologe Christian Drosten hat für seine Mitwirkung am NDR-Info-Podcast "Coronavirus-Update" den Sonderpreis des Deutschen Radiopreises verliehen bekommen. Dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité sei es gelungen, "komplexe Zusammenhänge allgemeinverständlich darzulegen", heißt es in der Begründung. Drosten habe dabei populär erklärt, ohne populistisch zu werden, habe sich aufgrund neuer Erkenntnisse auch korrigiert und auf Trennung zwischen Politik und Wissenschaft bestanden. Das habe ihn zur "zentralen Stimme in der Pandemie» werden lassen." Der Podcast wird von NDR Info produziert und seit Ende Februar veröffentlicht. Die mehr als 50 Folgen sind dem NDR zufolge bereits mehr als 60 Millionen Mal abgerufen worden.

Organisatoren der Pulitzer-Preise ändern Kriterien

Die Organisatoren der Pulitzer-Preise haben in der Corona-Krise die Teilnahmeregeln für Theater-Autoren geändert. Für die Auszeichnung im kommenden Jahr seien nach wie vor Stücke zulässig, die zwischen Januar und Dezember 2020 aufgeführt wurden, teilten die Organisatoren am Donnerstag in New York mit. Weil wegen der Pandemie aber ein Großteil der Bühnen schließen musste, seien nun auch Stücke zulässig, deren Aufführungen verschoben oder ganz abgesagt werden mussten - oder solche, die nicht in Theatern, sondern beispielsweise unter freiem Himmel oder im Internet aufgeführt wurden. Die seit mehr als 100 Jahren vergebenen Pulitzer-Preise gehören zu den renommiertesten Auszeichnungen vor allem im Journalismus, aber auch für Literatur, Musik und Theater. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Schwedisches Fotomuseum zieht nach Berlin

Das schwedische Fotografiemuseum Fotografiska will eine Dependance in Berlin eröffnen. Der Ableger soll Ende 2022 im früheren Kunsthaus Tacheles eröffnen, wie das Museum und der Projektentwickler pwr development ankündigten. Neben dem Museum in Stockholm betreibt das Fotografiska Ableger in New York und Tallinn. In Berlin werde Fotografiska das ehemalige Kunsthaus mit insgesamt rund 5.500 Quadratmetern Fläche für das Fotomuseum nutzen, auch ein Restaurant sei geplant. Angedacht ist, bis zu sechs Ausstellungen gleichzeitig zu zeigen. Auch eine Akademie ist geplant. Das Tacheles war eine nach dem Mauerfall von Künstlern besetzte Gebäuderuine, die 2012 geräumt wurde. Auf dem Areal entstehen zur Zeit auch mehrere Neubauten mit Büroflächen, Eigentumswohnungen und Läden.

Schauspielerin Diana Rigg mit 82 Jahren gestorben

Die britische Schauspielerin Diana Rigg ist tot. Sie starb im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie ihr Agent der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Ihre Rolle als Agentin Emma Peel in der Fernsehserie "Mit Schirm, Charme und Melone" hatte Diana Rigg in den 1960er Jahren berühmt gemacht. In dem James-Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" spielte sie 1969 die Ehefrau von James Bond. Außerdem spielte sie in der Agatha Christie-Verfilmung "Das Böse unter der Sonne" und ab 2013 in der TV-Fantasy-Serie "Game of Thrones". Für ihre Titelrolle in Euripides' Theaterstück "Medea" erhielt sie 1994 einen Tony Award, den wichtigsten US-Theater- und Musicalpreis.

Chinas Medien sollen nicht über "Mulan" berichten

Disneys größter Film des Jahres - die Realverfilmung des Klassikers "Mulan" - wird Insidern zufolge in China kaum Schlagzeilen machen. Behörden hätten die größten Medien des Landes angewiesen, nicht über den für Freitag geplanten Kinostart zu berichten, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Begründung habe es nicht gegeben. Es werde vermutet, dass es mit den Verbindungen des Films in die chinesische Provinz Xinjiang zusammenhänge, in der mehr als eine Million Uiguren in Lagern festgehalten werden und in der der Film in Teilen gedreht wurde. Im Nachspann dankt das Filmteam unter anderen den dortigen Behörden, was Boykott-Aufrufe im Ausland nach sich zog.

Musikerin Oberlinger fürchtet Wandel in Klassikbranche

Der Klassikbranche stehen nach den Worten von Dorothee Oberlinger möglicherweise massive Umwälzungen bevor. Vor allem kleinere Ensembles, freiberufliche Musiker, aber auch manche Festivals stünden angesichts von Einbußen wegen der Corona-Pandemie vor einer ungewissen Zukunft, sagte die Blockflötistin und Spezialistin für historische Aufführungspraxis Alter Musik der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Noch seien ihr keine Insolvenzen bekannt, so Oberlinger, die selbst die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci und Barock-Festspiele Bad Arolsen leitet. Aber sie fürchtet, dass die Konzert- und Musiklandschaft in Deutschland ihre bunte Vielfalt verlieren könnte. Zugleich geht sie davon aus, dass "Verteilungskämpfe" um Fördergelder zunehmen.

EuGH-Gutachter stützt Framing

Das Einbetten digitaler Medien als anklickbarer Link auf Internetseiten verstößt auch ohne Zustimmung des Urhebers nach Einschätzung eines EU-Gutachters nicht gegen EU-Recht. Es sei davon auszugehen, dass die Erlaubnis bereits für die Veröffentlichung auf der verlinkten Webseite erteilt worden sei, befand ein Generalanwalt vom Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Dies gelte selbst dann, wenn dabei Schutzmaßnahmen des Urhebers gegen das sogenannte Framing umgangen würden. Hintergrund ist ein Lizenzstreit zwischen der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst. Die zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehörende DDB zeigt auf ihrer Internetseite Vorschaubilder urheberrechtlich geschützter Werke, die auch auf anderen Websites eingebettet werden können. Das Gutachten ist für die EuGH-Richter nicht bindend, häufig folgen sie aber ihrem Generalanwalt. Ein Urteil dürfte in den kommenden Monaten fallen.

Buchmarkt stabilisiert sich weiter

Der Buchmarkt in Deutschland hat sich im August weiter stabilisiert. Im dritten Monat in Folge erzielte der Gesamtmarkt ein Umsatzplus, wenn auch nur noch leicht um 0,5 Prozent, wie es im Branchen-Monitor "Buch", den das Fachmagazin buchreport.de in Dortmund veröffentlichte, heißt. In Österreich und der Deutschschweiz blieben die Umsätze dagegen unter dem Vorjahreswert. Insgesamt registrierten die Marktforscher deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Segmenten. Der Markt der Reiseliteratur sei weiterhin geprägt von den Corona-Effekten und verzeichne deutliche Rückgänge. Das Kinderbuch ist weiterhin ein Umsatztreiber. Und das Sachbuch, das auch in den vergangenen Jahren gut nachgefragt wurde, hatte auch in den vergangenen Wochen Konjunktur.

Berliner Kunstmäzen Erich Marx gestorben

Der Berliner Kunstsammler Erich Marx ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) in Berlin mit. SPK-Präsident Hermann Parzinger würdigte Marx als großen und bescheidenen Mann. Seine Leihgaben hingen in den Berliner Museen Hamburger Bahnhof und Nationalgalerie. Marx habe sich auf wenige Künstler konzentriert, darunter Andy Warhol, Cy Twombly, Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Robert Rauschenberg, und Roy Lichtenstein, so Parzinger weiter: "Es waren Künstler, die seiner Generation angehören, in denen er, wie er es selbst formulierte, 'die Erfahrungen und Ängste unserer Zeit' als verbindendes Element erkannte." Der Unternehmer Marx stammte gebürtig aus Brombach bei Lörrach udn gilt als einer der bedeutendsten deutschen Kunstsammler.

Cartoonmuseum startet Petition an Bundestag

Das vom Aus bedrohte Cartoonmuseum in Luckau in Brandenburg will mit einer Petition an den Bundestag für seinen Erhalt kämpfen. Zu den Erstunterzeichnern auf dem Internetportal openPetition gehören namhafte Karikaturisten und Cartoonisten wie Klaus Stuttmann, Reiner Schwalme, Kriki, HOGLI, Cleo-Petra Kurze und Rainer Hachfeld. Das teilte der bundesweite Verband Cartoonlobby mit. Das Museum soll Anfang November nach zehn Jahren schließen, weil bislang keine passenden neuen Räume gefunden wurden. Die Petition richte sich an die Kulturpolitikerinnen und -politiker des Bundestags, hieß es. Ziel sei, das Ende des privat betriebenen Museums in der Hauptstadtregion zu verhindern und die Unterstützung der "Stiftung Museen für Humor und Satire" einzufordern.

Streaming: Übertragungsweg beeinflusst CO2-Bilanz

Die CO2 Bilanz beim Film- und Serienstreamen hängt vom Übertragungsweg ab: Per Handy werden deutlich mehr Treibhausgase erzeugt als über den kabelgebundenen Breitbandanschluss oder das Glasfasernetz zu Hause. Das geht aus einer Studie hervor, die Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium vorstellten. Demnach ist Glasfaser mit zwei Gramm CO2 pro Stunde die klimafreundlichste Übertragungstechnik. Das derzeit gängige 4G-Netz kommt auf rund 13 Gramm, das moderne 5G-Netz auf fünf Gramm. Umweltbundesamt-Präsident Dirk Messner forderte stärkere Investitionen in Glasfasernetze. Bislang hinkt Deutschland hier im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Staaten weit hinterher.

Kool and the Gang-Sänger Bell gestorben

Der US-Musiker Ronald Bell, Mitbegründer der weltweit erfolgreichen Funk-Band Kool and the Gang, ist tot. Der Sänger und Komponist starb im Alter von 68 Jahren in seinem Haus auf den Amerikanischen Jungferninseln, wie der PR-Manager der Gruppe, Angelo Ellerbee, der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Eine Todesursache nannte er nicht. Kool and the Gang feierten ihre größten Erfolge in den siebziger und achtziger Jahren. Zu den Welt-Hits der Band gehören "Celebration", "Jungle Boogie" und "Ladies' Night". Bell hatte Kool and the Gang mit seinem Bruder Robert und fünf Freunden Ende der sechziger Jahre gegründet. Bell schrieb einige der größten Hits der Band, darunter "Celebration", er ist auch unter seinem muslimischen Namen Khalis Bayyan bekannt.

Humboldt-Stiftung stellt Forschungspreisträger vor

Eine Wissenschaftlerin und fünf Wissenschaftler erhalten die diesjährigen Georg Forster-Forschungspreise der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Preis würdigt Forscherinnen und Forscher aus Schwellen- und Entwicklungsländern, die international anerkannt sind und an entwicklungsrelevanten Themen arbeiten. Ausgezeichnet werden Omar Azzaroni aus Argentinien, Svetlana Bacaist aus Moldawien, Enrique La Marcaist aus Venezuela, Ricardo Perez Montfortist aus Mexiko und Abdolreza Simchiist aus Iran. Die Preisträger werden von deutschen Fachkollegen zu Kooperationen eingeladen. Der mit je 60.000 Euro dotierte Georg Forster-Preis wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.

Orchestervereinigung lobt Filter für Blechbläser

Die Deutsche Orchestervereinigung hat positiv auf ein Experiment der Bauhaus-Universität Weimar reagiert, mit dem Blechbläser auch in der Corona-Zeit sicher vor Publikum musizieren können sollen. In Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar hat die Bauhaus-Uni einen Filter für Blechblasinstrumente entwickelt, der sowohl die Musiker als auch das Publikum schützen soll. Eine Begutachtung des Klangs steht allerdings noch aus. Vor allem große Orchester können unter den geltenden Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kaum in voller Besetzung spielen. Abstandsregeln müssen eingehalten werden, zudem gibt es Bedenken wegen des Aerosol-Ausstoßes, der gerade beim Spielen von Blasinstrumenten entsteht.

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