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Kulturnachrichten

Montag, 11. Januar 2021

Streit um Lüpertz-Fenster geht weiter

Der Rechtstreit um das von Altkanzler Gerhard Schröder gestiftete "Reformationsfenster" für die Marktkirche in Hannover geht in die nächste Runde. Der Erbe des Architekten, Georg Bissen, hat Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Hannover eingelegt, weil das Fenster ästhetisch nicht in den schlichten Kirchenraum passe. Das Landgericht hatte die Installation Mitte Dezember in erster Instanz erlaubt. Das rund 150.000 Euro teure Fenster mit Motiven zur Reformation wurde von dem Künstler Markus Lüpertz entworfen.

Chemnitz als europäische Kulturhauptstadt bestätigt

Die Kulturminister der Bundesländer haben die Auswahl von Chemnitz als deutsche Kulturhauptstadt Europas 2025 bestätigt. Sie folgten einstimmig dem Votum einer internationalen Fachjury. Das teilte das sächsische Kulturministerium in Dresden mit. Die frühere Industriestadt in Sachsen hatte sich bereits im Oktober gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Entsprechend der Regeln des Auswahlverfahrens musste die Entscheidung aber von den zuständigen Fachministern der Länder abgesegnet werden. Bayer hatte aus Kritik an dem Vergabeverfahrens angekündigt, sich zu enthalten. Chemnitz ist die dritte deutsche Kulturhauptstadt Europas und wird 2025 an der Seite der slowenischen Stadt Nova Gorica antreten.

Bach-Medaille 2021 geht an zwei Bach-Forscher

ie Bach-Medaille der Stadt Leipzig geht in diesem Jahr erstmals an zwei Wissenschaftler: Preisträger sind der 1940 in Solingen geborene Christoph Wolff und der 1934 in Leipzig geborene Hans-Joachim Schulze. Sie prägten die Forschung zu Johann Sebastian Bach seit 60 Jahren auf beeindruckende Weise, hieß es in einer Mitteilung. Neben unzähligen Veröffentlichungen zu dem Komponisten sowie Quellenfunden und Noteneditionen hätten die Wissenschaftler auch für eine kontinuierliche Zusammenarbeit der Bach-Forschung über den Eisernen Vorhang zwischen Ost und West hinweg gesorgt. Die Auszeichnung soll im Rahmen des diesjährigen Bachfestes Leipzig am 17. Juni überreicht werden.

Programmkinos werten 2020 als Katastrophe

Die Arthousekinos in Deutschland haben nach Angaben ihres Branchenverbands ein schwieriges Jahr hinter sich. Mit Besucher- und Umsatzeinbrüchen von gut 63 Prozent stelle sich das Jahr für die Filmkunsttheater als eine Katastrophe dar, teilte die AG Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater mit. Im vergangenen Jahr verkauften die Programmkinos nur rund 6,84 Millionen Tickets, wie der Verband unter Berufung auf den Analysedienst Comscore berichtete. 2019 waren es rund 19 Millionen gewesen. Angesichts der Corona-Pandemie hatten Kinos im vergangenen Frühjahr wochenlang geschlossen, später konnten sie wegen der Abstandsregeln deutlich weniger Plätze verkaufen. Dem Verband gehören rund 370 Spielstätten an, die einen Schwerpunkt auf anspruchsvollere Filme legen.

Deutscher Schriftsteller Ludwig Fels in Wien gestorben

Der preisgekrönte deutsche Schriftsteller und Lyriker Ludwig Fels ist tot. Er starb am Montag mit 74 Jahren in seiner Wahlheimat Wien. Der in Bayern geborene Fels schrieb neben Romanen und Lyrik auch Theaterstücke und Hörspiele. Er war für seinen bildgewaltigen Stil und seine Unmittelbarkeit bekannt. Nach der Schule begann Ludwig Fels zunächst eine Malerlehre und jobbte danach als Hilfsarbeiter, bis er zum Schreiben kam. Seine Erfahrungen im Prekariat und die Wut gegen Ausbeutung blieben große Themen seiner Werke. 1973 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband "Anläufe". Der Roman "Ein Unding der Liebe" (1981) wurde vom ZDF verfilmt. Fels' aktuelles Werk "Mondbeben" stand auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis.

Griechische Polizei stellt wertvolle Amphoren sicher

Fahnder der griechischen Polizei haben auf der Insel Kalymnos Dutzende Amphoren und andere Keramikgegenstände sichergestellt. Dabei sei eine Frau festgenommen worden, die die Gegenstände in ihrem Haus gelagert hatte. Wie die Polizeidirektion in Athen mitteilte, stammen die sichergestellten Gegenstände aus der poströmischen und byzantinischen Zeit und gelten als wertvoll. Sie seien das Ergebnis von illegalen Tauchaktionen. Viele ihrer Einwohner der Insel Kalymnos sind neben der Fischerei auch im Schwammtauchergewerbe tätig und gelten als die besten Taucher im Mittelmeer. Die Polizei vermutet, dass es sich im aktuellen Fall um eine Bande handelt, sie systematisch aus dem Meer Gegenstände aus der Antike holt.

EU-Kommissar sieht Wendepunkt für soziale Medien

Der Sturm von Anhängern von US-Präsident Donald Trump auf das Kapitol in Washington stellt nach Ansicht von EU-Kommissar Thierry Breton einen Wendepunkt bei der Regulierung von Online-Netzwerken dar. Es sei ein Paradigmenwechsel vergleichbar mit den Folgen des 11. Septembers für die weltweite Sicherheitspolitik, schrieb der Binnenmarktkommissar in einem Gastbeitrag für das Portal "Politico". Spätestens die Vorfälle in der vergangenen Woche zeigten, dass es keinen Zweifel mehr daran gebe, dass Online-Plattformen zu systemischen Akteuren geworden seien. Mit der dauerhaften Sperrung von Trumps persönlichen Twitter-Accounts werde dies nun endlich anerkannt. Dies geschah mit der Begründung, Trumps jüngste Tweets ließen das Risiko einer weiteren Anstiftung zu Gewalt erkennen. Sein persönlicher Account war Trumps wichtigstes Kommunikationsmittel, er erreichte damit fast 90 Millionen Menschen.

Lyrikerin Barbara Köhler gestorben

Im Alter von 61 Jahren ist die Lyrikerin und Autorin Barbara Köhler gestorben. Sie wurde bekannt mit Gedichten und Essays, komponierte aber auch Texte für Räume, schuf Hörbilder und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Köhler wuchs in der DDR auf und arbeitete nach dem Abitur zunächst als Altenpflegerin und in verschiedenen Funktionen am Theater in Karl-Marx-Stadt, bevor sie am Institut für Literatur in Leipzig studierte. Nachdem sie 2012 die Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität in Bonn inne hatte, war sie zuletzt als Gastprofessorin für Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien in Köln tätig.

Rattle wird Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters

Jetzt ist es amtlich: Simon Rattle wird neuer Chef des Symphonieorchester und Chores des Bayerischen Rundfunks (BR). Wie der Sender in München mitteilte, unterzeichnete Rattle einen Fünfjahresvertrag und wird die beiden Ensembles ab der Saison 2023/2024 leiten. Zuvor hatten Medien über den Wechsel berichtet. Dem BR zufolge hatten sich die Musikerinnen und Musiker mit überwältigender Mehrheit für den Briten ausgesprochen. Rattle tritt die Nachfolge von Mariss Jansons an, der vor über einem Jahr überraschend gestorben war. Er ist seit 2017 Musikdirektor des London Symphony Orchestra. Von 2002 bis 2018 war er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

Kapitol-Kunstwerke weitgehend unbeschädigt

Die Kunstwerke im Kapitol in Washington haben von den Ausschreitungen am 6. Januar nur geringen Schaden davongetragen, wie das Online-Magazin "The Art Newspaper" berichtet. An Statuen, Wandgemälden, historische Bänken sowie den Original-Fensterläden des neoklassizistischen Gebäudes müssten jedoch Reste von Pfefferspray und Tränengas sowie Feuerlöschschaum entfernt und die Kunstwerke konserviert werden. Einer ersten Untersuchung zufolge sei der größte Schaden durch zerbrochene Fenster und Türen sowie durch Graffiti entstanden, wie eine Sprecherin des Kuratorenteams "Architect for the Capitol" mitteilte. So wurde beispielsweise eine Marmorbüste aus dem 19. Jahrhundert des früheren Präsidenten Zachary Taylor mit einer roten Farbe besprüht. Die Kuratoren waren besonders um ein großes historisches Gemälde von John Trumbull aus dem frühen 19. Jahrhundert in der Kapitol Rotunde und Dutzende Skulpturen in der National Statuary Hall des Kapitols besorgt gewesen, die von den Eindringlingen gestürmt worden waren. Diese seien aber unbeschädigt geblieben.

BBC startet das größte Lernprogramm ihrer Geschichte

Die BBC startet heute das größte Lernprogramm ihrer Geschichte, online und on air. Damit will der britische Sender Schulen und Elternhäuser beim Homeschooling unterstützen. Täglich mindestens drei Stunden Grundschulunterricht und mindestens zwei Stunden für weiterführende Schulen sind als Ergänzung zu dem Onlineunterricht der Schulen gedacht. Ausgestrahlt wird auch auf dem Fernsehkanal BBC 2, damit auch Kinder aus Haushalten teilnehmen können, die nicht über ausreichend digitale Geräte verfügen. Sogar der BBC-kritische Boris Johnson lobte das Programm als "fantastisch" und kündigte Unterstützung durch die Regierung an.

"Sex and the City" wird neu aufgelegt

"Sex and the City", die Kultserie um New Yorker Frauen und ihre Liebesabenteuer, wird neu aufgelegt. Die Serie "And Just Like That" von HBO Max wird nach dem gleichnamigen Buch "Sex and the City" und der Original-TV-Serie produziert, gab der Warner-Streamingdienst bekannt. Von der Originalbesetzung fehlt nur Kim Catrell, die die Rolle der Samantha spielte. Sarah Jessica Parker, Cynthia Nixon und Kristin Davis sind als Hauptdarstellerinnen und als ausführende Produzentinnen dabei. Diesmal geht es um Frauen in New York ab 50. Die vielfach preisgekrönte HBO-Serie lief in den USA von 1998 bis 2004. Es folgten 2008 und 2010 Spielfilme.

"General Hospital"-Schauspieler John Reilly gestorben

Der amerikanische Seifenoper-Star John Reilly, der mehr als zehn Jahre lang in der TV-Serie "General Hospital" auftrat, ist gestorben. Seine Tochter, Schauspielerin Caitlin Reilly, gab den Tod ihres Vaters auf Instagram bekannt. Reilly wurde 84 Jahre alt. Von 1984 bis 1995 stand er in der langlebigen Dramaserie rund um Krankenhausmitarbeiter und Familien in einer fiktiven US-Hafenstadt vor der Kamera. Reilly spielte auch in TV-Serien wie "Jung und Leidenschaftlich - Wie das Leben so spielt", "Dallas" und "Beverly Hills, 90210" mit.

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