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Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.09.2011

Streit um Literaturpreis für Peter Handke

Jury nominierte den Schriftsteller, aber der Sponsor will nicht bezahlen

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Der österreichische Schriftsteller Peter Handke sollte eigentlich den Candide-Preis bekommen. (AP)
Der österreichische Schriftsteller Peter Handke sollte eigentlich den Candide-Preis bekommen. (AP)

Eigentlich sollte der Schriftsteller Peter Handke Ende Oktober den Candide-Preis, einen deutsch-französischen Literaturpreis des Literaturarischen Vereins Minden bekommen. Doch der Sponsor, Kolbus Buchbindereimaschinen, weigert sich, Handke den Preis auszuzahlen.

Grund für die Weigerung: Handkes Äußerungen zu Jugoslawien. Ein Mann mit einer solchen Haltung könne unmöglich Lorbeeren gewinnen. Gerd Voswinkel, Juryvorsitzender des Candide-Preises, versucht, die Entscheidung von Kolbus zu verstehen: "Bei Sponsoring gehe es um das Ansehen des Geld gebenden Unternehmens. Hier fürchte die Firma Negativschlagzeilen, weil der Preisträger ihr nicht gefalle.

Dabei gebe es einen Sponsoringvertrag in dem die Unabhängigkeit der Jury ausdrücklich festgeschrieben sei.

Eines der Jurymitglieder, Franziska Augstein, hat sich erboten, den Preis aus eigener Tasche zu finanzieren. Das habe der Preisträger, Peter Handke aber abgelehnt. Er könne kein Geld aus dem Privatvermögen annehmen.

Schon 2006 hatte es Ärger um Handkes Auszeichnung mit dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf gegeben. Damals hatte Handke freiwillig auf den Pries verzichtet.

Das vollständige Gespräch können Sie bis zum 21. Februar 2011 als mp3-Audio in unserem Audio-On-Demand-Player anhören.

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