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Freitag, 21.09.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 12. Juli 2018

Streit in Wuppertal: Beirat des Tanztheaters hat getagt

Machtkampf in der Führungsetage

Der Beirat des Tanztheaters Pina Bausch in Wuppertal hat über die Zukunft von Intendantin Adolphe Binder beraten. Der künstlerischen Leiterin der Kompanie werden laut Medienberichten Fehlverhalten und Mobbing vorgeworfen. Andere Medien sprechen von einem Machtkampf zwischen Binder und dem Geschäftsführer der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH, Dirk Hesse. Die Tänzer haben sich mit einer offenen Erklärung hinter die Intendantin gestellt. Der Kämmerer der Stadt Wuppertal, Johannes Slawig, teilte nach der Sitzung des Beirats mit, das Gremium habe intensiv beraten, aber noch keine Entscheidung gefällt. Es gebe in einzelnen Fragen noch Beratungsbedarf. Der Beirat des weltberühmten Tanztheaters ist ein Kontrollgremium. Ihm gehören unter anderem Vertreter des nordrhein-westfälischen Kulturministeriums, der Pina Bausch Foundation, Oberbürgermeister Andreas Mucke und Nocke an. Vertreter der Stadt hatten deutlich gemacht, dass die unklare Situation rasch beendet werden solle.

"Game of Thrones" diesjähriger Emmy-Favorit

Fantasy-Produktion als beste Dramaserie nominiert

Die beiden TV-Serien "Game of Thrones" und "Handmaid's Tale" zählen zu den großen Favoriten bei den diesjährigen Emmy Awards. Bei der Bekanntgabe der möglichen Preisträger des wichtigsten US-Fernsehpreises in Los Angeles wurden die Produktionen in der Hauptkategorie "Herausragende Dramaserie" nominiert. Gewinnen könnten hier auch "The Americans", "The Crown", "Stranger Things", "This is Us" und "Westworld". Bei den Comedyserien sind unter anderem "The Marvelous Mrs. Maisel", "Atlanta" und "Unbreakable Kimmy Schmidt" im Rennen. Zu den möglichen prominenten Preisträgern zählen auch Alec Baldwin als Donald Trump in "Saturday Night Live" und Sänger John Legend für seine Rolle in einer Live-TV-Aufführung von "Jesus Christ Superstar". Die Hauptpreise der 70. Emmy Awards werden am 17. September in Los Angeles vergeben.

Meg Ryan bekommt Preis beim Locarno Filmfestival

US-Schauspielerin wird für geistreiche Interpretation ausgezeichnet

Die US-Schauspielerin Meg Ryan wird beim Filmfestival Locarno für ihren Beitrag zur Filmgeschichte mit dem Leopard Club Award geehrt. Die Veranstalter nannten als Beispiele unter anderem die Welterfolge "Harry und Sally", "Schlaflos in Seattle" und "E-Mail für Dich". Ryan habe sie mit ihrer geistreichen Interpretation, die Schönheit und Ironie einmalig verbinde, zu Kultfilmen gemacht, teilten die Veranstalter mit. Die Preisvergabe findet am 3. August statt. Im vergangenen Jahr erhielt Oscar-Preisträger Adrien Brody ("Der Pianist") den Preis. Das Locarno Filmfestival ist eines der ältesten Filmfestivals der Welt. Es findet zum 71. Mal vom 1. bis 11. August in Locarno im Schweizer Kanton Tessin statt. Hauptpreis ist der "Goldene Leopard". Im vergangenen Jahr ging er an den Chinesen Wang Bing für seine Dokumentation "Mrs. Fang".

Bayer hält an Verkauf von "Mars"-Statuette fest

"Über den Verkauf geeinigt"

Der Pharmakonzern Bayer hält trotz einer Bitte von Kulturstaatsministerin Monika Grütters um eine Schenkung oder Dauerleihgabe am Verkauf der "Mars"-Skulptur nach Dresden fest. "Wir haben uns mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden einvernehmlich über einen Verkauf geeinigt" und man habe deren Angebot angenommen, teilte das Unternehmen mit. Man halte sich an die Vereinbarung und die getroffenen Zusagen, "die übrigens unter Mitwirkung der Ministerin entstanden sind". Grütters hatte Bayer-Chef Werner Baumann in einem persönlichen Brief gebeten, die "Mars"-Skulptur doch noch zu schenken. Der Museumsverbund will das Werk von Renaissancebildhauer Giambologna (1529-1608) mit Hilfe mehrerer Geldgeber kaufen. Grütters hatte darauf verwiesen, dass Bayer den "Mars" einst selbst als Schenkung erhielt und dieser nun aus Steuergeldern bezahlt werden müsse. Der Konzern hatte die Bronze nach öffentlichem Protest in letzter Minute von einer Sotheby's-Auktion in London Anfang Juli zurückgezogen. Er will nach eigenen Angaben mit dem Erlös in junge Kunst investieren.

Gedenkgottesdienst für Liu Xiaobo

Friedensnobelpreisträger war vor einem Jahr gestorben

Der Liedermacher Wolf Biermann und die Schriftstellerin Herta Müller werden am Freitag in der Berliner Gethsemanekirche zu einem Solidaritäts- und Gedenkgottesdienst für den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erwartet. Mit dem Gottesdienst soll an den im Juli 2017 gestorbenen Menschenrechtler erinnert werden. Ob seine Witwe Liu Xia teilnimmt, ist noch unklar. Die 57-jährige Dichterin und Fotografin war am Dienstag in Berlin eingetroffen, nach dem die chinesischen Behörden sie zuvor aus einem fast achtjährigen Hausarrest entlassen hatten. Ihre Freilassung erfolgte zum Abschluss deutsch-chinesischer Regierungskonsultationen in Berlin. Der Bürgerrechtler Liu Xiaobo war am 13. Juli 2017 mit 61 Jahren in China an Krebs gestorben. Er war 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich für demokratische Reformen eingesetzt hatte. 2010 erhielt er den Friedensnobelpreis, den er nicht entgegennehmen konnte. Die Auszeichnung war für die chinesische Führung Anlass, seine Frau Liu Xia unter Hausarrest zu stellen und permanent zu überwachen.

Sigmund-Freud-Preis für Kunsthistoriker Kemp

"Komplexe Werke der Kunst in einer anschaulichen Prosa"

Der Kunsthistoriker und Autor Wolfgang Kemp erhält den mit 20.000 Euro dotierten Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Kemp erschließe dem Leser "komplexe Werke der Bildenden Kunst in einer anschaulichen, begriffsklaren, theoretisch durchdachten und ästhetisch sensiblen Prosa", heißt es in der Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Mit seinen Geschichten gebe Kemp einen Einblick in den Kunstbetrieb der Gegenwart. Die Auszeichnung wird am 27. Oktober in Darmstadt zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis verliehen. Kemp arbeitete als Professor für Kunstgeschichte in Kassel, Marburg und Hamburg. Seit 2011 ist er Gastprofessor in Lüneburg. Er veröffentlichte Bücher zu Kunstgeschichte, Architektur und Fotografie und schreibt für Tageszeitungen.

Schirachs "Terror" am häufigsten inszeniert

"Faust" und "Tschick" auf zweitem und drittem Platz

Das Gerichtsdrama "Terror" von Ferdinand von Schirach belegt mit 36 Inszenierungen Platz eins der meistgezeigten Stücke auf den deutschen Theaterbühnen in der Spielzeit 2016/17. Es folgen Goethes "Faust" und Wolfgang Herrndorfs "Tschick". Das teilte der Deutsche Bühnenverein in einer Werkstatistik mit. Zahlen zur Saison 2017/18 gibt es noch nicht. "Die Theater spiegeln die gesamtgesellschaftlichen Probleme und Ängste, die Herausforderungen einer Demokratie in ihren Spielplänen", sagte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne. Bei den Opern liegt Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel" mit 33 Inszenierungen an der Spitze. Platz zwei und drei belegen "Carmen" von Georges Bizet sowie Mozarts "Zauberflöte".

Mariss Jansons verlängert Vertrag mit BR

Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Mariss Jansons, seit 2003 Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, verlängert seinen Vertrag bis 2024. Dies teilte der BR in München mit. Der lettische Musiker steht in der Nachfolge von Eugen Jochum, Rafael Kubelik, Sir Colin Davis und Lorin Mazel. In seiner Zeit als Chefdirigent habe sich die Abonnentenzahl des BR-Symphonieorchesters nahezu verdreifacht, hieß es. Nach den Worten des 75-jährigen Dirigenten ist die Verlängerung seines Vertrags zugleich eine Bestätigung, dass die musikalische Zusammenarbeit und die zwischenmenschliche Atmosphäre in all den Jahren sehr eng, erfolgreich und außerordentlich erfolgreich gewesen sind. BR-Intendant Ulrich Wilhelm hob hervor, mit Jansons sei der Platz an der Spitze der weltweit renommiertesten Orchester gefestigt worden. Eines der Herzensanliegen des Maestros sei dessen Engagement für das neue Konzerthaus in München.

BGH-Urteil: Eltern erben Facebook-Konto

Entscheidung in letzter Instanz

Facebook muss den Eltern eines toten Mädchens als Erben Zugang zu dem seit fünfeinhalb Jahren gesperrten Nutzerkonto der Tochter gewähren. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in letzter Instanz entschieden. Auch Briefe und Tagebücher gingen an die Erben über, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Herrmann bei der Urteilsverkündung. Es bestehe kein Grund, digitale Inhalte anders zu behandeln. Die Tochter habe mit Facebook einen Nutzungsvertrag geschlossen, und die Eltern seien als Erben in diesen Vertrag eingetreten. Die Richter hoben ein Urteil des Berliner Kammergerichts auf, das die Sperre unter Verweis auf das Fernmeldegeheimnis bestätigt hatte. Facebook wollte die Konto-Inhalte nicht freigeben, weil die Freunde des Mädchens darauf vertraut hätten, dass die ausgetauschten Nachrichten privat blieben. Die Eltern erhoffen sich von den privaten Inhalten der Seite Aufschluss über die Todesumstände der 15-Jährigen.

Grütters bittet Bayer um Schenkung

Pharmakonzern will Bronze-Skulptur für Millionenbetrag verkaufen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Chef des Leverkusener Pharmakonzerns Bayer, Werner Baumann, in einem persönlichen Brief gebeten, den Dresdner Kunstsammlungen eine kostbare "Mars"-Skulptur nun doch zu schenken. Zuletzt hatten die Museen angekündigt, das Werk des Renaissance-Künstlers Giambologna durch gemeinschaftliches Engagement mehrerer Geldgeber zu kaufen. "Was für die Museen in Dresden und andere Helfer größte Opfer sind, nimmt sich im Verhältnis zum Umsatz Ihres riesigen Unternehmens für dieses doch eher bescheiden aus", heißt es in dem Brief von Grütters an Baumann. Die Bayer AG hatte die "Mars"-Figur ursprünglich bei einer Auktion von Sotheby's in London versteigern lassen wollen. Nach öffentlichem Protest zog das Unternehmen den Auftrag aber zurück und bot den Dresdner Sammlungen einen direkten Verkauf an. Die etwa 40 Zentimeter große Renaissance-Bronze gehört zum ältesten Sammlungsbestand der Dresdner Museen, sie war rund 300 Jahre in der Stadt. 1924 geriet sie in Privatbesitz und wurde 1983 der Bayer AG geschenkt.

Haus von Rosa Parks wird in den USA versteigert

Nachlass der US-Bürgerrechtsikone soll 3 Millionen Dollar einbringen

Das Haus der US-Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks wird in den USA versteigert. Das Holzhaus mit Spitzdach und zwei Stockwerken könne bis zu 3 Millionen Dollar einbringen, teilte das New Yorker Auktionshaus Guernsey's mit. Parks gilt als Ikone der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung, seit sie sich 1955 weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen. Ihr Haus stand im Rahmen eines Kunstprojekts zuletzt mehrere Monate in Berlin.

Bieterkampf um Pay-TV-Sender Sky

Comcast und 21st Century Fox erhöhen ihre Angebote

Im Kampf um die Übernahme des europäischen Pay-TV-Senders Sky haben die US-Unterhaltungsfirmen Comcast und 21st Century Fox ihre Angebote erhöht. Comcast bietet mittlerweile 34 Milliarden Dollar. Fox hat sein Angebot am Tag zuvor auf knapp 32,5 Milliarden Dollar erhöht. Der Konzern besitzt bereits Anteile an Sky, möchte sich nun aber die 22 Millionen Sky-Zuschauer ganz sichern. Comcast und Fox haben die Hoffnung, so gegen Netflix und Amazon bestehen zu können.

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