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Dienstag, 14.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 11. August 2018

Berliner Kulturjournalist Rainer Höynck gestorben

Von 1963 bis 1988 war er Ressortleiter der Kulturkritik und Kulturpolitik beim RIAS

Er ist am Freitag im Alter von 91 Jahren gestorben. Dies teilte seine Witwe dem Tagesspiegel mit. Seit 1948 arbeitete er beim RIAS Berlin, dem Vorläufer von Deutschlandfunk Kultur - zunächst als Reporter, dann mit zunehmender Spezialisierung auf Kultur. Von 1963 bis 1988 war er Ressortleiter der Kulturkritik und Kulturpolitik. Neben seiner Radioarbeit drehte Rainer Höynck Kultur- und Dokumentarfilme fürs Fernsehen und veröffentlichte Bücher. Nach seiner Pensionierung gründete er die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst mit und war einige Jahre deren Präsident.

Street Parade: Zürich wird zur Techno-Hauptstadt

Eine Million Menschen zogen durch die Innenstadt

Hunderttausende tanzende Menschen haben Zürich zumindest für einen Tag zur Welthauptstadt des Techno gemacht. Der Veranstalter der 27. Street Parade schätzte die Zahl der Teilnehmer am Samstag auf eine Million. Für den Sound sorgten mehr als 200 DJs und Musiker, darunter der deutsche Techno-Star Paul Kalkbrenner, der das Fest eröffnete. Auf acht großen Bühnen und 28 Musik-Lastwagen - bekannt als Love Mobiles - und acht großen Bühnen beschallten sie die Massen. Die diesjährige Parole "Kultur der Toleranz" mag kitschig klingen, gibt Veranstaltungs-Chef Joel Meier gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" zu. "Unsere Mottos klingen manchmal wie Songs von DJ Bobo. Doch sie sind wichtig. Denn wir leben in einer Zeit, in der wir bombardiert werden mit Negativschlagzeilen und Gehässigkeiten", sagt er.

Goldener Leopard von Locarno geht nach Singapur

"A Land Imagined" setzte sich als bester Spielfilm durch

Der Spielfilm "A Land Imagined" des Regisseurs Yeo Siew Hua aus Singapur hat den Hauptpreis des Filmfestivals von Locarno gewonnen. Das gab die Jury unter Vorsitz des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke bekannt. Der Film, der in einer Mischung aus Thriller, Lovestory und Baustellenreport moderne Formen der Ausbeutung geißelt, wurde von Produzenten aus Singapur, Frankreich und den Niederlanden finanziert. Als beste Schauspieler wurden die junge rumänische Debütantin Andra Guti für ihre Rolle als rebellischer Teenager in "Alice T." und der Südkoreaner KI Joobong als alternder Dichter in "Das Hotel am Fluss" ausgezeichnet. Unerwartet ging der Preis für die beste Regie an die Chilenin Dominga Sotomayor. Ihr Gesellschaftspanorama "Zu alt, um jung zu sterben" blickt in die 90er Jahre zurück. Auch Deutschland kann sich über einen Erfolg freuen: Der Preis für den besten Debütfilm im Wettbewerb der Sektion "Cineasti del presente" ("Filmemacher der Gegenwart") ging an "Alles ist gut", den ersten Spielfilm der Regisseurin Eva Trobisch. Insgesamt 15 Spiel- und Dokumentarfilme konkurrierten um den Hauptpreis. Mit der Preisverleihung endet die 71. Ausgabe des Filmfestivals von Locarno.

Aerosmith bekommt eigene Konzertreihe in Las Vegas

Anlass ist das 50-jährige Bestehen der Rockband

Die Rocker von der amerikanischen Band Aerosmith wollen ihr fünfzigjähriges Bestehen ab kommendem Frühjahr mit regelmäßigen Auftritten in Las Vegas feiern. Gitarrist Joe Perry kündigte die Pläne im Interview mit dem Radiosender Sirius XM an. "Wir wollen etwas anderes machenW, sagte Perry zu den Plänen der 1970 in Boston gegründeten Band. Zu ihren größten Hits zählen "Walk This Way", "Dream On" und "I Don't Want to Miss a Thing". Feste Konzertreihen ("concert residencies") in Las Vegas galten zu Zeiten von Frank Sinatra und Elvis Presley als Endstation in den Karrieren großer Musiker. Mit den Auftritten von Celine Dion und Elton John verwandelten sie sich in glamouröse Shows. Die teils sehr hohen Gagen zogen bald auch Rocker wie Guns N' Roses, Mötley Crüe und Meat Loaf sowie DJs wie David Guetta und Calvin Harris an.

Florenz plant personalisierte Museumstickets

Damit soll dem überteuerten Weiterverkauf der Tickets Einhalt geboten werden

Um einem Handel mit überteuert weiterverkauften Eintrittskarten vorzubeugen, prüfen die Uffizien und das Dom-Museum in Florenz die Einführung personalisierter Tickets. Man sei diesbezüglich auch mit der Galleria dell'Accademia im Gespräch, sagte Uffizien-Direktor Eike Schmidt der Zeitung "Corriere della Sera". Der deutsche Kunsthistoriker, der seit 2015 an der Spitze der Uffizien steht, ließ vor dem Museum bereits große Hinweisschilder anbringen, um Touristen vom Kauf überteuerter Eintrittskarten abzubringen. Der Weitervekauf vorbestellter Tickets, mit denen sich die Warteschlange an der Kasse zu den Uffizien oder der berühmten Brunelleschi-Kuppel des Florentiner Doms umgehen lässt, ist in Florenz schon länger ein Problem. Laut dem "Corriere" fiel die Masche auf, weil teils mehrere hundert Personen mit vorbestellten Tickets nicht kamen, da Agenturen große Kontingente für ihren Weiterverkauf erworben hatten. Die täglich zur Verfügung stehenden 2.625 Plätze zur Besichtigung der Brunelleschi-Kuppel sind demnach meist im Vorverkauf ausverkauft. An einigen Tagen komme aber nur ein Viertel der Touristen mit einem Vorabticket.

Elektromusiker Jean-Michel Jarre streitet um sein Erbe

69-Jähriger zieht vor Europäisches Menschenrechtsgericht

Der französische Elektromusiker Jean-Michel Jarre zieht im Streit um das Erbe seines Vaters vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er reichte Klage in Straßburg ein, wie ein Gerichtssprecher bestätigte. Jarre und seine Halbschwester Stefanie fechten damit ein Urteil des französischen Kassationsgerichts an, das die beiden im September 2017 für enterbt erklärt hatte. Ihm und seiner Schwester werde "mangelnder Respekt im Familienrecht" entgegengebracht, beklagte der Pionier der Elektromusik in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Le Parisien". Es gehe ihm nicht nur um das Geld seines Vaters. Er habe noch nicht einmal das Recht auf ein Foto oder andere persönliche Erinnerungsstücke. Jarres Vater Maurice Jarre war 2009 verstorben. Der mehrfach preisgekrönte Komponist der Filmmusik für Filme wie "Doktor Schiwago" und "Der Club der toten Dichter" hatte sein gesamtes Vermögen nach kalifornischem Recht seiner letzten Frau vermacht. Sie ist nicht die Mutter von Jean-Michel und Stefanie.

Kreuzberger Traditionsclub "SO36" wird 40

Am 11. August 1978 öffnete der Club in der Berliner Oranienstraße

Der Berliner Club "SO36" feiert sein 40-jähriges Bestehen - 40 Jahre nicht ohne Kämpfe und Reibereien, wie die Betreiber schreiben: "Wir reden hier von Punk und Queer, von Feminismus und Hausbesetzung und Antifa, von Gentrifizierung und Konsumterror, Befriedung oder Myfest, der Stadt von Unten, Refugees Welcome, Mauerfall und -bau." Der Name ist untrennbar verbunden mit Punk und der Kreuzberger Subkultur. Im "SO" spielten legendäre Bands wie Die tödliche Doris, David Bowie, Die Einstürzenden Neubauten und Dead Kennedys. Mehrfach stand der Club in den vergangenen Jahrzehnten aus finanziellen Gründen vor dem Aus. Während Streitigkeiten mit Nachbarn das Ende mehrerer alteingesessener Berliner Clubs bedeuteten, konnte das "SO36" ein ähnliches Schicksal vor einigen Jahren mit verbessertem Lärmschutz abwenden. Das Jubiläum wird mit der Veranstaltungsreihe "40 Jahre Kontrovers" zelebriert, die in einer großen Jubiläumsgala ihren Höhepunkt findet.

Die ZDF-Journalistin Fides Krause-Brewer ist tot

Sie galt als Grande Dame des Wirtschaftsjournalismus in der Bonner Republik

Die Wirtschaftsjournalistin Fides Krause-Brewer ist tot. Sie starb im Alter von 99 Jahren in der Nacht zum 10. August, wie das ZDF am Freitag mitteilte. Von 1962 bis 1986 war sie ZDF-Korrespondentin für Wirtschafts- und Sozialpolitik. Krause-Brewer interviewte zahlreiche Politiker dieser Ära - von Konrad Adenauer über Helmut Schmidt bis Helmut Kohl und galt als Grande Dame des Wirtschaftsjournalismus in der Bonner Republik. Ihre 2011 erschienene Autobiografie trägt den Titel "Journalistin ist man immer - Meine Erinnerungen an das 20. Jahrhundert". Ihre journalistische Karriere startete Krause-Brewer, die 1919 in München geboren wurde, mit frauenpolitischen Themen. 1962 wechselte die freie Mitarbeiterin verschiedener Hörfunksender zum ZDF und konzentrierte sich auf Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Islamverband: Erinnerungskultur stärkt die Demokratie

Zentralrat der Muslime für mehr interreligiöses Holocaust-Gedenken

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat sich für mehr interreligiöses Holocaust-Gedenken ausgesprochen. Damit könne der von Populisten genährten Angst vor anderen Kulturen begegnet werden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst nach einer gemeinsamen Reise von Juden und Muslimen in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Der deutsche Zentralrat der Muslime und die Union Progressiver Juden hatten erstmals eine gemeinsame Bildungsreise nach Auschwitz mit Flüchtlingen muslimischen Glaubens und jüdischen Jugendlichen veranstaltet. Mazyek sieht auch einen direkten Zusammenhang zwischen der Bewahrung der Erinnerungskultur und der Bewahrung der freiheitlichen Demokratie und warnte davor Erinnerungskultur und Gedenkorte zu relativieren. Das gemeinsame Trauern und Gedenken der Jugendlichen in Auschwitz habe Verbindungen zwischen den jüdischen und muslimischen Teilnehmern der Reise geschaffen.

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