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Tonart | Beitrag vom 03.07.2015

Straßenmusikerin Alice Phoebe LouPlattenvertrag? Nein, danke!

Moderation: Olga Hochweis

Die Berliner Musikerin Alice Phoebe Lou zu Gast bei Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio Kultur / Sven Crefeld)
Die Berliner Musikerin Alice Phoebe Lou zu Gast bei Deutschlandradio Kultur (Deutschlandradio Kultur / Sven Crefeld)

Mit 18 Jahren verließ sie ihre Heimat Südafrika und reiste quer durch die Welt. Sie lebt in Berlin und verdient sich ihr Geld mit Straßenmusik. Labels wollten sie unter Vertrag nehmen - Alice Phoebe Lou möchte aber weiter Straßenmusik machen.

Alice Phoebe Lou ist in einer sehr weltoffenen Familie aufgewachsen. Ihre Eltern waren Freiheitskämpfer und Dokumentarfilmer. Sie wurde musikalisch von Patti Smith, Jimmi Hendrix und Bob Dylan beeinflusst.Seit 2013 lebt sie in Berlin und verdient sich hier ihr Geld mit Straßenmusik. Trotz vieler Angebote von verschiedenen Labels möchte sich Alice Phoebe Lou ihre Unabhängigkeit bewahren und weiterhin Straßenmusik machen - denn das ist es, was sie liebt.

Wenn man auf der Straßen spiele, könne man die Leute überraschen, sagte die Musikerin im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. "Wenn jemand einen wirklich schlechten Tag hat, hat er vielleicht keine Lust auf ein Konzert zu gehen oder er kann es sich vielleicht nicht leisten. Auf der Straße bringst du die Musik an Leute, die kein Konzert erwarten - sie können es also viel mehr wertschätzen. Wenn du die Möglichkeit hast, die Menschen anzuhalten und zum Zuhören zu bringen, dann ist das eine sehr dankbare Erfahrung."

Die Berliner "sehen dich nicht als Bettler, sondern als Künstler"

Die deutsche Hauptstadt ist für Alice Phoebe Lou mit Abstand der beste Ort dafür. "Es gibt keinen anderen Ort in der Welt, der Straßenmusik so sehr wertschätzt wie Berlin. Die Leute sehen dich nicht als Bettler, sondern als Künstler. Die Leute unterstützten einen, "indem sie dein Album kaufen oder dich einladen auf einem Konzert zu spielen". Berlin sei perfekt, um Geld mit Straßenmusik zu machen, ist die Musikerin überzeugt: "Hier ist einfach die beste Atmosphäre auf der Straße - du fühlst dich geschätzt und respektiert."

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