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Donnerstag, 17.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Stiftungsprofessur zum jüdisch-christlichen Verhältnis

Berliner Humboldt-Uni erhält neuen Lehrstuhl

Die Humboldt-Universität zu Berlin erhält eine Stiftungsprofessur für Geschichte und Gegenwart des jüdisch-christlichen Verhältnisses. Sie erfolgt auf Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Sponsoren sind der Stifterverband und die Volkswagenstiftung, wie die EKD in Hannover ankündigte. Der inhaltliche Schwerpunkt des neuen Lehrstuhls soll auf der europäischen Neuzeit liegen. Dabei sollen besonders die Wirkungen von den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen und Theologien auf das christlich-jüdische Verhältnis erforscht werden.

Auerbach-Stipendium für Fotografin Annette Frick

Auszeichnung für besonderen Blick auf Berlin und Menschen

Die Fotografin Annette Frick wird mit dem Ellen-Auerbach-Stipendium der Berliner Akademie der Künste geehrt. Die Jury sprach ihr die Auszeichnung für die Kompromisslosigkeit zu, mit der sie das "Nonkonforme, Nicht-Fixierbare, Unabgeschlossene von Mensch und Stadt" in den Blick nehme und ihm eine radikale künstlerische Form gebe. In analogen Schwarzweißbildern und Diareihen porträtiere die 1957 geborene Fotografin mit großer Empathie Personen der Berliner Subkultur und fotografiere das architektonische Berlin im Umbruch. Das mit 20 000 Euro dotierte Stipendium wird Annette Frick am 14. November in der Akademie der Künste verliehen.

Berliner Akademie der Künste erwirbt Rutschky Archive

Nachlässe enthalten detaillierte publizstische Entwürfe

Das Literaturarchiv der Akademie der Künste erwirbt Archive von Katharina und Michael Rutschky. Die Bestände enthalten jeweils Werkentwürfe und Materialien zu den publizistischen und essayistischen Arbeiten. Dazu gehören u.a. auch Tagebücher, Fotografien und bildkünstlerische Arbeiten, wie die Akademie in einer Pressemeldung mitteilte. Der Gesamtumfang beider Archive beläuft sich auf dreizehn laufende Meter. Die beiden Publizisten Katharina Rutschky (1941-2010) und Michael Rutschky (1943-2018) gehörten zu den profiliertesten Essayisten ihrer Generation. Mit einer vieldiskutierten Quellensammlung prägte Katharina Rutschky 1977 den Begriff "Schwarze Pädagogik". Intensiv beschäftigte sie sich mit Geschlechtersoziologie und feministischer Politik, ebenso mit den Debatten um Kindesmissbrauch. Michael Rutschky leistete Pionierarbeit zur Beschreibung der 1970er Jahre. Aus Notizen seines Vaters verfasste er eine Chronik der Nachkriegszeit. Die Akademie der Künste zeichnete Michael Rutschky, 1997, und Katharina Rutschky, 1999, mit dem Heinrich-Mann-Preis für Essayistik aus.

Pussy-Riot-Aktivistin kritisiert Gefängnisse in Russland

Folter und Todesfälle sei in russischen Straflagern an der Tagesordnung

Die Aktionskünstlerin Nadja Tolokonnikowa von der Moskauer Punkband Pussy Riot hat die grauenvollen Methoden und Zustände in russischen Straflagern kritisiert. Dort gehörten "Folter, Schläge und Todesfälle" zum Alltag, sagte Tolokonnikowa in einer Videobotschaft, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Im Lager "IK-14" östlich von Moskau müssten Frauen 16 Stunden am Tag arbeiten, ohne ausreichend essen oder schlafen zu können. "Ich weiß, dass ein anderes Gefängnissystem möglich ist", sagte sie mit Verweis auf Norwegen und andere skandinavische Länder. Ihre Anhänger rief Tolokonnikowa zu einer "Kultur der Revolte" auf. Die Menschen müssten gegen autoritäre Menschen wie US-Präsident Trump, Russlands Präsident Putin und den ungarische Ministerpräsident Orban aufbegehren.Tolokonnikowa und ihre Mitstreiterin Maria Aljochina waren 2012 nach einem schrillen Punkprotest in einer Kirche wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Sie kamen Ende 2013 frei.

Bauhaus Dessau lädt Band "Feine Sahne Fischfilet" aus

Stiftung macht von Hausrecht Gebrauch

Das Bauhaus in Dessau hat die linke Punkband „Feine Sahne Fischfilet ausgeladen. Die Musiker waren vom ZDF für eine Konzert-Übertragung eingeladen worden. Die Bauhaus-Stiftung teilte mit, rechte Gruppierungen hätten in sozialen Netzwerken gegen das Konzert mobil gemacht. Man wolle nicht zum Austragungsort politischer Agitation und Aggression werden. Die Stiftung mache vom Hausrecht Gebrauch und habe das ZDF aufgefordert, das für den 6. November geplante Konzert abzusagen.

Neun von zehn Menschen lesen Zeitung

Nutzer lesen mehr digitale als gedruckte Angebote

Neun von zehn Menschen in Deutschland über 14 Jahre lesen nach einer neuen Studie regelmäßig gedruckte oder digitale Zeitungen. Während die Printtitel von 42 Millionen Menschen, also knapp 60 Prozent, gelesen werden, nutzen 47,2 Millionen (67,1 Prozent) die mehr als mehr als 600 journalistischen Digitalangebote der Zeitungsverlage. Damit erreichen Zeitungen insgesamt 89 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre, wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mitteilte. Bundesweit nutzen 43 Prozent sowohl eine gedruckte als auch eine digitale Zeitungsausgabe. Ein Drittel (33 Prozent) liest ausschließlich digital, 24 Prozent nur gedruckt. In Deutschland erscheinen laut BDZV täglich 351 Tageszeitungen mit 1528 lokalen Ausgaben in einer gedruckten Gesamtauflage von 16,8 Millionen Exemplaren. Außerdem kommen weitere 21 Wochenzeitungen mit 1,7 Millionen Exemplaren und sieben Sonntagszeitungen mit einer Auflage von 2,9 Millionen heraus.

Pariser Kunstmesse startet mit Euphorie

Fast 200 Galerien aus aller Welt stellen aus

Die Pariser Kunstmesse für moderne und zeitgenössische Kunst, FIAC, hat in Hochstimmung begonnen. Paris sei wieder zu einer Kunsthauptstadt geworden, sagte die Messe-Chefin Jennifer Flay. Auf der bis Sonntag dauernden Messe stellen 196 Galerien aus 27 Ländern aus, 134 Händler kommen aus dem Ausland. Die FIAC gehört neben der Art Basel und der Frieze in London zu den großen Events der Branche. Die Messe findet größtenteils unter der riesigen Glaskuppel des Grand Palais in der Nähe der Prachtstraße Champs-Elysées statt.

"Orange Is the New Black" wird eingestellt

Netflix-Hitserie soll nach siebter Staffel enden

Bei "Orange Is the New Black" fällt nach der 7. Staffel der Vorhang. Ensemblemitglieder posteten ein Video, in dem sie das Ende der Serie für 2019 ankündigten. Eine Sprecherin des Streamingdiensts Netflix bestätigte dies später. In dem Video bedankten sich die Schauspielerinnen bei ihren Fans für die Unterstützung und versprachen ein zufriedenstellendes Ende der Comedy-Dramaserie, die sich um das Leben von Insassinnen einer Frauenhaftanstalt dreht.

Hanser-Chef beklagt Angriffe auf Meinungsfreiheit

Verleger: Demokratische Standards werden in Frage gestellt

Der Verleger Jo Lendle ist von Angriffen auf die Meinungsfreiheit schockiert. Ihn erschrecke, wie offen und unmaskiert Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit stattfänden, sagte der Chef des Münchner Hanser-Verlages der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wer "Lügenpresse" rufe, weil ihm die Verhältnisse nicht passten, greife die Fundamente unseres Zusammenlebens an. "In den USA sieht man gerade deutlich, wie leicht demokratische Standards durch bloße Rhetorik in Frage gestellt werden können." Aufgabe von Buch- und Zeitungsverlagen sei es, diese Freiheiten zu schützen.

Banksy wollte Totalschrott

Schredderaktion bei Kunstauktion ging schief

Street-Art-Künstler Banksy wollte sein während einer Auktion in London teilweise zerstörtes Kunstwerk eigentlich vollständig schreddern. In einem auf seiner Homepage veröffentlichten Video zeigt er nicht nur, wie der Schreddermechanismus installiert wurde, sondern auch die Versteigerung im Auktionshaus Sotheby's und die teilweise Zerstörung des Werks, nachdem der Auktionator den Zuschlag erteilt hatte. Dann ist eine Sequenz zu sehen, in der eine Kopie des Bildes durch den im Rahmen verborgenen Schredder tatsächlich ganz zerschnitten wurde. Das berühmte Bild "Mädchen mit Ballon" war vor knapp zwei Wochen für umgerechnet knapp 1,2 Millionen Euro verkauft worden. Kurz nachdem der Hammer fiel, war es zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im dicken, verschnörkelten Goldrahmen verborgenen Schredder gelaufen, übrig blieb nur der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter. Banksy, dessen wahre Identität unbekannt ist, stellte die Aktion später auf seinem Instagram-Account im Internet als von langer Hand geplante Kritik am Kunstmark dar. Das Auktionshaus teilte mit, die Käuferin sei eine "europäische Sammlerin und langjährige Kundin von Sotheby's". Sie nehme es auch zerschreddert an. Dies sei das "erste Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden" sei.

Bibo-Darsteller verlässt Sesamstraße

Puppenspieler war 50 Jahre bei der Show

In der Sesamstraße geht eine Ära zu Ende: Der Original-Darsteller des gelben Riesenvogels Bibo verlässt nach fast 50 Jahren die Kinderserie. Puppenspieler Caroll Spinney sagte, nun sei es Zeit, die Rolle an zwei andere Darsteller zu übergeben, die er selbst dafür ausgesucht habe. Spinney hatte den zweieinhalb Meter großen Bibo seit Beginn der Serie im Jahr 1969 gespielt, zudem war er der Puppenspieler hinter dem grummeligen Oskar aus der Mülltonne. Für seine Arbeit wurde der inzwischen 84-Jährige mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Türkischer Meister-Fotograf Ara Güler ist tot

Renommiertester Fotograf der Türkei

Der berühmteste Fotograf der Türkei starb im Alter von 90 Jahren. Er erlag seiner Familie zufolge an Herzversagen. Der Sohn armenischer Eltern hatte in seinen frühen Jahren als Nahost-Korrespondent für verschiedene Zeitschriften, unter anderem den "Stern", gearbeitet. Außerdem war er Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum. Seine Fotografien bildeten häufig das Leben von einfachen Arbeitern oder Kindern ab. Darüber hinaus portraitiere Güler berühmte Persönlichkeiten wie Winston Churchill, Indira Gandhi, Salvador Dalí und Picasso. Für seine Werke erhielt Ara Güler zahlreiche Auszeichnungen.

"All That Remains"-Gitarrist Oli Herbert gestorben

Band wollte im Dezember in Deutschland auftreten

Die Metalcore-Band "All That Remains" trauert um ihren Gitarristen und Songwriter Oli Herbert. Der Musiker starb laut "Bild" im Alter von 44 Jahren. Auf der Facebookseite der Band schreiben seine Musiker-Kollegen aus Springfield im US-Staat Massachusetts: "Oli war ein unglaublich talentierter Gitarrist und Songwriter, der den Rock und Metal aus dem Nordosten definierte. Sein Einfluss auf diese Genres und auf unser Leben wird sich fortsetzen." Woran der Musiker starb, wurde nicht mitgeteilt. Die 1998 gegründete Band "All That Remains" sollte im Dezember mit ihrem neuen Album "Victim Of The New Disease" auch nach Deutschland kommen und in Köln, Berlin und München spielen.

20 Jahre "Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur"

Erinnerungsarbeit für die Opfer der Staatssicherheit

Mit einem Festakt ist die Bundesstiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens gewürdigt worden. Die Erinnerungsarbeit sei für die Opfer der Staatssicherheit ein überlebenswichtiger Teil der Aufgaben, denen sich die Bundesstiftung gestellt habe, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Veranstaltung im Berliner Museum für Kommunikation. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte, dass die Gründung der Stiftung vor 20 Jahren "eine wichtige und konsequente erinnerungspolitische Entscheidung", gewesen sei. Der Soziologe Armin Nassehi nahm in seiner Festrede die verstärkt in Ostdeutschland auftretende Fremdenfeindlichkeit in den Blick. Er sprach sich bei der künftigen Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit für eine Analyse der "subtilen Spätwirkungen" des SED-Regimes auch zwei bis drei Generationen nach dem Mauerfall aus.

Serebrennikows erste Anhörung endet mit Rückschlag

Langes und mühsames Verfahren

Der russische Starregisseur Kirill Serebrennikow muss sich auf einen langen Strafprozess wegen angeblicher Unterschlagung einstellen. Bereits am kommenden Donnerstag ist die erste öffentliche Anhörung angesetzt, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Serebrennikow und sein Verteidiger hatten gehofft, dass ein langer Prozess vom Moskauer Stadtbezirksgericht in der ersten Anhörung wegen fehlender Beweise abgelehnt wird. Hintergrund sind umstrittene Anschuldigungen des russischen Kulturministeriums. Demnach soll Serebrennikow gemeinsam mit drei Mitarbeitern seiner Produktionsfirma Subventionen unterschlagen haben. Nun soll Serebrennikow mindestens bis zum April 2019 weiter im Hausarrest sitzen. Beobachter deuten die Entscheidung so, dass ein langes und mühsames Verfahren folgen soll.

Udo Lindenberg präsentiert neues Album

Neuer Protestsong: "Wir ziehen in den Frieden"

Mit "Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler und Musiker Jan Delay hat Rockmusiker Udo Lindenberg am Mittwoch im Hamburger Hafen Einblicke in sein neues Album gegeben. "Live vom Atlantik" erscheint am 14. Dezember und ist bereits das zweite "MTV Unplugged"-Werk des 72-Jährigen. Für die neue Platte hatte Lindenberg im Sommer prominente Kollegen zur Aufnahme eingeladen - von Schockrocker Alice Cooper über Delay und Andreas Bourani bis hin zu Gentleman und Marteria. Schauspielerin Furtwängler wurde zum blonden Udo-Double und gab ihr Debüt als Sängerin. Die erste Auskopplung, die aus dem Album erscheinen soll, ist ein neuer Protestsong des Musikers: "Wir ziehen in den Frieden". Wie schon seinen Klassiker "Wozu sind Kriege da?" hat er auch dieses Lied zusammen mit Kindern aufgenommen.

Görlitzer Brückepreis für Daniel Libeskind

US-Architekt habe mit seinen Werken "globale Brücken" gebaut

Der Architekt Daniel Libeskind erhält am 26. Oktober den Internationalen Brückepreis 2018 der Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Die Laudatio auf den US-Amerikaner werde Kulturstaatsministerin Monika Grütters halten, wie der Preisverein in Görlitz bekannt gab. Er vergibt die Auszeichnung in Höhe von 2.500 Euro seit 1993 für Verdienste um die europäische Verständigung. Mit seinen Entwürfen zum Jüdischen Museum in Berlin, zum Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden, zum Imperial War Museum in Manchester und seinem Entwurf des Ground Zero in New York habe Libeskind für Toleranz und Vielfalt geworben, so das Preiskomitee. In diesem Sinne wirkten der Architekt, sein Werk und dessen Ausstrahlung als globale Brücke zwischen den Menschen. Libeskind kam 1946 als Sohn von Holocaust-Überlebenden in Polen zur Welt.

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