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Fazit | Beitrag vom 04.01.2021

Stiftung Preußischer KulturbesitzBleiben die Länder mit im Boot?

Hermann Parzinger im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Die Alte Nationalgalerie ist im Licht der aufgehenden Sonne zu sehen.  (picture alliance / dpa / Christoph Söder)
Neues Licht auch auf die Alte Nationalgalerie - die Stiftung Preußischer Kulturbesitz könnte einen Bürgerbeirat bekommen. (picture alliance / dpa / Christoph Söder)

In der Debatte um die Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordert der Deutsche Kulturrat, dass nur noch Bund und Berlin im Stiftungsrat sitzen. Stiftungspräsident Hermann Parzinger will hingegen die gemeinsame Trägerschaft von Bund und Ländern beibehalten.

In der Diskussion um die künftige Struktur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich nun neben dem Wissenschaftsrat auch der Deutsche Kulturrat dafür ausgesprochen, dass dem Stiftungsrat künftig nur noch der Bund und Berlin - und nicht mehr alle übrigen Bundesländer - angehören sollen. Um die Stiftung stärker in der Zivilgesellschaft zu verankern, plädiert der Kulturrat außerdem für die Einrichtung eines Beirates, der die Diversität der Gesellschaft abbilden soll.

Wichtiger Austausch zwischen Bund und Ländern

Den Bundesländern den Zugriff auf die Stiftung zu entziehen, sei eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung für den Kulturföderalismus, sagt Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Gerade die gemeinsame Trägerschaft von Bund und Ländern habe er immer als "positiven Mehrwert" gesehen, den er gern erhalten wolle: "Aber die Länder müssen das natürlich auch wollen und definieren, was sie von der Stiftung erwarten."

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Die Stiftung sei führend, was den Umgang mit Sammlungsstücken aus kolonialen Kontexten und die Restitutionspraxis angehe, insbesondere bei NS-Raubgut, betont Parzinger: "Das sind zum Beispiel Themen, die auch die Einrichtungen in den Ländern betreffen."

Gerade die Beschäftigung mit dem Erbe des Kolonialismus sei nicht nur eine nationale Aufgabe, sondern auch eine der Länder, da vor allem diese die Träger ethnologischer Museen seien. Auch deswegen seien der Austausch und eine gemeinsame Strategie von Bund und Ländern wichtig.

Stiftung in der Zivilgesellschaft verankern

Den Vorschlag des Kulturrats, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz stärker in der Zivilgesellschaft zu verankern und einen Beirat gesellschaftlicher Gruppen einzurichten, findet Parzinger hingegen ausgezeichnet:

"Wir haben auch schon intern darüber gesprochen, wie die Beratungs- und Beiratsstruktur verändert werden sollte. Da haben wir gesagt, dass es eigentlich einen Bürgerbeirat bräuchte, der die verschiedenen Strömungen, Haltungen und die Diversität unserer Zivilgesellschaft mit einbindet. Ich halte es für ganz wichtig, seine Meinung einbringen zu können. Das ist eine Art von Mitverantwortung."

Als größte Kultureinrichtung Deutschlands müsse die Stiftung mit gutem Beispiel vorangehen, sagt Parzinger.

Letztes Jahr hatte der Wissenschaftsrat die Auflösung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vorgeschlagen und dafür plädiert, die dazugehörigen Museen und Institute zu verselbstständigen. Ende Oktober nahm dann eine vom Stiftungsrat eingesetzte Reformkommission ihre Arbeit auf.

(rja)

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