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Kulturnachrichten

Donnerstag, 13. August 2015

Stiftung Eigentum: Kulturgutschutzgesetz "Frontalangriff"

Nicht nur der Kunsthandel sei betroffen, sondern auch Hunderttausende privater Haushalte

Die Deutsche Stiftung Eigentum hat die geplante Novelle des Kulturgutschutzgesetzes verbal attackiert. Die Novellierung sei ein "Frontalangriff auf die privaten Eigentümer", sagte der Stiftungsvorsitzende Hermann Otto Solms in Berlin. Das im Grundgesetz verankerte Eigentumsrecht werde beim Entwurf von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) völlig missachtet. Das Gesetz würde nicht nur Handel, Sammler und Künstler empfindlich treffen, sondern auch Hunderttausende privater Haushalte, die vielleicht eine seltene Münze, ein altes Musikinstrument oder ein wertvolles Gemälde ihr Eigen nennen. Das neue Kulturgutschutzgesetz soll den grenzüberschreitenden Handel mit Kunst- und Kulturgütern klarer regeln. Hintergrund ist einerseits der gestiegene Handel mit geraubten Kunstschätzen aus dem Nahen Osten. Auf der anderen Seite soll national wertvolles Kulturgut besser vor Abwanderung ins Ausland geschützt werden. Bislang liegt ein überarbeiteter, aber weiterhin vorläufiger Referentenentwurf vor. Der Kunsthandel sieht den Entwurf äußerst kritisch, Museen befürworten die Novelle zu großen Teilen.

Regierender Bügermeister empfängt Ai Weiwei in Berlin

Streit mit "Zeit" um Interview-Übersetzung

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den chinesischen Künstler Ai Weiwei als einen "Freund Berlins" empfangen. Der 57-jährige Maler und Bildhauer trug sich ins Gästebuch der Stadt ein. Auf seinen Wunsch hin gab es aber kein Statement für die vielen wartenden Journalisten. Zwischen Ai Weiwei und der Wochenzeitung "Die Zeit" war zuvor ein Streit um ein Interview entbrannt. Ai warf dem Blatt auf seinem Twitter-Account vor, den Text verfälschend übersetzt zu haben. "Die Zeit" wies das ebenfalls auf Twitter zurück und veröffentlichte neben der deutschen auch die englische und die chinesische Fassung.

Luzern: Riccardo Chailly folgt auf Claudio Abbado

Ab Sommer 2016 wird Chailly neuer Chefdirigent des Lucerne Festival Orchestra

Scala-Musikdirektor Riccardo Chailly übernimmt den Posten des Chefdirigenten beim Lucerne Festival Orchestra. Ab Sommer 2016 tritt der 62-jährige laut einem Bericht der Neuen Züricher Zeitung damit die Nachfolge von Claudio Abbado an, der im Januar 2014 verstarb. Der Vertrag gilt zunächst für fünf Jahre und sieht vor, dass Chailly das Orchester in jeweils vier oder fünf Konzerten während der Festivalsommer dirigiert. Laut NZZ wolle der Italiener das musikalische Profil des Orchesters wie auch des Festivals weiterentwickeln, ausdrücklich "sowohl in der Schweiz als auch weltweit". Lange hatte der Dirigent Andris Nelsons als einziger Kandidat für den Posten gegolten.

"Der Spiegel" baut Kulturressort um

"Kultur Spiegel" wird Rezensionsmagazin

Der neue "Spiegel"-Chefredakteur, Klaus Brinkbäumer, verändert das Kulturressort des Nachrichtenmagazins. Aus der Beilage "Kultur Spiegel" soll ein Rezensionsmagazin werden. Zehnmal im Jahr wird es dem Nachrichtenmagazin beiliegen und "Literatur Spiegel" heißen. Erstmalig erscheint das Heft am 26. September. Die Rezensionen und Essays werden "Spiegel"-Literaturautoren wie Georg Diez, Wolfgang Höbel, Nils Minkmar, Elke Schmitter, Claudia Voigt und Volker Weidermann schreiben, auch Chefredakteur Brinkbäumer und seine Stellvertreter Susanne Beyer und Dirk Kurbjuweit werden Literaturbesprechungen beisteuern. Die redaktionelle Verantwortung liegt künftig bei Lothar Gorris und seinem Stellvertreter Sebastian Hammelehle, die das "Spiegel"-Kulturressort leiten. Vorgängerin Marianne Wellershoff wird als einfache Autorin beim "Spiegel" weiterarbeiten.

Organist John Scott gestorben

Brite sollte Ende August in Hamburg auftreten

Einer der bekanntesten Organisten der Welt, John Scott, ist tot. Er starb im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfarkt. Der Chefmusiker der Saint Thomas Church an der Fifth Avenue in New York kam gerade von einer erfolgreichen Europa-Tournee in Großbritannien und Schweden zurück. Am Morgen nach seiner Rückkehr erlitt er einen Herzinfarkt. Scott und seine zweite Frau Lily erwarteten im September ihr erstes Kind. Scott galt als einer der besten Organisten der Welt. Als Teenager war er der jüngste Organist aller Zeiten, der bei den BBC Proms-Konzerten auftreten durfte. Als einer der Höhepunkte des Hamburger Orgelsommers war sein Konzert am 28. August in der Hauptkirche St. Petri geplant.

Festival für Videotext-Kunst hat begonnen

Wettbewerb für Teletext Art Prize

In Berlin hat Teletext Art Festivals (ITAF) begonnen. Idee des Festivals sei es, "die kreativen Aspekte des Teletextes zu erforschen", teilte die Redaktion ARD Text mit. In ihrem Videotext sendet die ARD wieder einen Monat lang Kunst auf die Mattscheibe. Auf den Teletext-Seiten 801 bis 834 werden teils abstrakte, teils gegenständliche Motive aus Pixeln gezeigt. Das ITAF war 2012 von einer finnischen Künstlerkooperative ins Leben gerufen worden. 15 internationale Künstler sowie Künstlergruppen nehmen am Wettbewerb um den Teletext Art Prize 2015 teil. Auch der ORF Teletext und der Schweizer Teletext strahlen bis 13. September die Kunstwerke aus.

Erstes Broadway-Musical in Indien

Sechs Aufführungen von "Die Schöne und das Biest" geplant

Das Land der Bollywood-Musik bekommt sein wohl erstes Broadway-Musical: Ende des Jahres wird in Indien "Die Schöne und das Biest" aufgeführt. Insgesamt seien sechs Shows in Delhi und in Mumbai geplant, teilte Disney India mit. Skript und Musik seien wie im US-amerikanischen Original, die Tänzer und Sänger hingegen alle Inder. Mehr als 8000 Menschen hätten sich für die 18 Rollen beworben.

Germans Films wählt deutschen Oscar-Kandidaten aus

Acht Kandidaten für Auslands-Oscar

"Honig im Kopf" von Til Schweiger gehört zu den acht Filmen, unter denen der deutsche Kandidat für den sogenannten Auslandsoscar bestimmt wird. Auch "Elser - Er hätte die Welt verändert" von Oliver Hirschbiegel und "Victoria" von Sebastian Schipper wurden eingereicht, wie die für das Auswahlverfahren zuständige Dachorganisation German Films mitteilte. Die Auswahlvorführungen beginnen am 25. August in München, die Entscheidung fällt am 27. August. Eine Fachjury entscheidet dann über den deutschen Beitrag zum Oscar in der Kategorie "Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm". Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar 2016 in Hollywood statt.

Internationales "Prayerfestival" bei Ulm begonnen

Rund 2.000 Teilnehmer aus sieben Ländern

In der Gebetsstätte Marienfried bei Ulm hat am Mittwochabend das internationale katholische "Prayerfestival" begonnen. Daran nehmen rund 2.000 zumeist junge Leute aus sieben Ländern teil, wie die Veranstalter mitteilten. Auf dem Programm stehen unter anderem Katechesen, Messen, Gesprächsrunden und Workshops. Die Teilnehmer übernachten in Zelten, rund 250 ehrenamtliche Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Veranstalter des Treffens, das ausschließlich durch Spenden finanziert wird, ist die internationale Bewegung "Jugend 2000". Die Gebetsstätte Marienfried befindet sich im bayerischen Pfaffenhofen an der Roth, rund zehn Kilometer östlich von Ulm.

US-Zoll gibt Picasso-Bild an Frankreich zurück

Gemälde war vor 17 Jahren gestohlen worden

Ein gestohlenes und in den USA wieder aufgetauchtes Picasso-Gemälde wird an Frankreich als Eigentümer zurückgegeben. Das Bild werde an die französische Botschaft in Washington übergeben, teilte die US Zollbehörde (ICE) mit. Das Gemälde "La coiffeuse" (Die Friseurin) war vor 17 Jahren in Frankreich gestohlen worden und Ende vergangenen Jahres in den USA aufgetaucht. Das 33 mal 46 Zentimeter große Bild war über Belgien in die USA geschmuggelt und vom dortigen Zoll abgefangen worden. Der Diebstahl wurde allerdings erst 2001 vom Pariser Centre Pompidou festgestellt, weil sich das Bild in einem Lager des Museums befand. Erst im Juli war ein anderes Picasso-Gemälde auf einer Jacht vor Korsika beschlagnahmt worden. Das Bild "Kopf einer jungen Frau" wurde am Dienstag an ein Museum in Madrid übergeben.

Twitter gibt 140-Zeichen-Grenze auf

Mehr Platz für Privatnachrichten

Auf der Suche nach neuen Nutzern bricht Twitter mit der eigenen Tradition: Für direkte Textbotschaften zwischen Nutzern hebt der Internetdienst seine Längenbeschränkung von 140 Zeichen auf. Damit solle "die private Seite von Twitter noch mächtiger und spaßiger werden", kündigte das US-Unternehmen an. Für die öffentlich gesendeten Botschaften bleibe die Grenze aber bestehen. Die Änderung soll in den kommenden Wochen weltweit umgesetzt werden. Twitter hatte die Anleger zuletzt mit einem schwachen Kundenwachstum verschreckt.

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