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Tonart | Beitrag vom 21.03.2019

Stewart CopelandDas Schlagzeug ist kein Lärminstrument

Juliane Reil im Gespräch mit Carsten Beyer

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Der Musiker Stewart Copeland  (picture alliance / dpa Henning Kaiser)
Der Musiker Stewart Copeland (picture alliance / dpa Henning Kaiser)

"Police"-Gründer Stewart Copeland ist Schlagzeuger, Komponist und Multi-Instrumentalist. In der Elbphilharmonie trat er mit dem Filmorchester Babelsberg auf − Copeland überzeugte mit vielen seiner Stücke, aber auch einem Song von "The Police".

Stewart Copeland gilt als einer der besten Schlagzeuger weltweit. Bekannt wurde der gebürtige Amerikaner Ende der 70er, Anfang der 80er-Jahre als Schlagzeuger der britischen Popband "The Police". Fünf Alben entstanden, bis sich die Band, die mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet wurde, 1986 trennte. Und bereits zu diesem Zeitpunkt hatte Stewart Copeland seine ersten Filmmusiken für Hollywood geschrieben. Wie die anderen Mitglieder von "Police" machte er solo weiter und arbeitete als Komponist für Film und Fernsehen. Mehr als 60 Soundtracks kommen aus seiner Feder, darunter für Filme wie "Wall Street" von Oliver Stone oder "Rumble Fish" von Francis Ford Coppola. Und genau diese Musiken spielt Copeland auch auf seiner aktuellen Tour mit dem Filmorchester Babelsberg, allerdings auch einige Songs von "The Police".

Nach Einschätzung von Musikredakteurin Juliane Reil über den Tourauftakt in Hamburg in der Elbphilharmonie ist Copeland noch immer "energiegeladen" und präsentierte sich gut aufgelegt, lebhaft, sympathisch, locker und jugendlich. Copelands Instrumentarium ist dabei ein großes Drumset im Zentrum der Bühne und vor ihm das ungefähr 60-köpfige Orchester. "Gewaltig" sei allein der Aufbau an Perkussion, darunter Metalophon, Xylophon, Gongs, Bongos, Becken, sogar ein Waschzuber, berichtet Juliane Reil. 

Auch hier: Das Prinzip durchgehalten

Und genau diese Vielfalt sei auch der Grund für diese Tour mit dem Orchester, so Copeland. "Sogar beim Basslauf bekommt man eine größere Vielfalt an Klängen und Texturen. In einer Rockband gibt es die Bassgitarre. Das ist die Bassstimme. Aber damit hat sich das. Bei einem Orchester gibt es hingegen das Fagott, das die Akzente setzt. Dann gibt es die Celli, nicht so tief wie die Kontrabässe, aber etwas heller und damit schärfer im Klang. Und natürlich die eigentlichen Bässe: eben die Kontrabässe. Der Sound bekommt eine ganz andere Dimension. Da bekommt man eine Idee von der Klangvielfalt eines Orchesters", erzählt Copeland über die Idee hinter dieser gemeinsamen Tour mit dem Orchester. 

Und Juliane Reil betont, dass Copeland auch bei seinem Auftritt nun mit dem Filmorchester sein "Police"-Prinzip der komplizierten Rhythmen, des Offbeat und Grooves auch hier durchsetzt: "Bei Copeland ist das Schlagzeug kein Lärminstrument, das auf einzelne Effekte setzt, wie Trommelwirbel ect. Es ist das Gerüst, das die Musik trägt, aber den anderen auch Raum lässt", so die Musikkritikerin. Das führe dazu, dass das Orchester teilweise auch wie eine Bigband wirkt.

'Don’t Stand so close to Me' war einer der Höhepunkte

Und auch Songs von "Police" spielt Copeland. "Einige wenige", sagt Juliane Reil: "'Don’t Stand so close to Me' war eines der bekanntesten Stücke der Band, und an diesem Abend für mich das Highlight."

Das Arrangement - anspruchsvoll und das Orchester gemeinsam mit Schlagzeug und Percussion - eine organische Einheit, so das abschließende Urteil von Juliane Reil. 

Weitere Tour-Stationen sind zum Beispiel Düsseldorf und Stuttgart. 

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