Seit 17:00 Uhr Nachrichten
Dienstag, 20.10.2020
 
Seit 17:00 Uhr Nachrichten

Wortwechsel | Beitrag vom 31.07.2020

Steigende Corona-ZahlenIst die "zweite Welle" zu verhindern?

Moderation: Monika van Bebber

Beitrag hören Podcast abonnieren
"Minimum 1,5 Meter" – im Deutschen Historischen Museum in Berlin ist auf dem Boden ein Hinweis auf den Mindestabstand aufgebracht. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Hinweis gegen die Sorglosigkeit: "Minimum 1,5 Meter" Abstand steht auf dem Boden im wieder geöffneten Deutschen Historischen Museum in Berlin. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Die Corona-Infektionen nehmen wieder zu. Das liegt nicht nur an Reiserückkehrern aus Risikogebieten, sondern ist auch hausgemacht: Die Disziplin beim Einhalten der Hygienevorschriften scheint nachzulassen. Wie können wir eine zweite Welle stoppen?

Für Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer ist die zweite Corona-Welle schon da, viele Fachleute wollen noch nicht so weit gehen. Aber die Zahlen steigen wieder, und das macht dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, nach eigenem Bekunden große Sorgen.

Unfreiwillige Reise-Mitbringsel

Die Urlaubszeit ist dabei nur ein Sorgenfaktor. Vielerorts im Ausland verschärft sich die Corona-Krise noch rasanter als in Deutschland, heimkehrende Urlauber können das Virus mitbringen. An Flughäfen wird nun getestet, noch auf freiwilliger Basis, für Rückkehrer aus Risikogebieten soll das demnächst Pflicht werden.

Doch die meisten Ansteckungen passieren hierzulande. Und das Geschehen an der Virus-Front ist diffus: Hier gibt es bei einem Gurkenbauern einen Ausbruch, dort nach einer Familienfeier. Die Pandemie flackert an vielen Orten wieder auf, das macht es den Gesundheitsämtern schwer, die Infektionsketten nachzuvollziehen.

Neue Sorglosigkeit

Hinzu kommt Sorglosigkeit. Auf den Partymeilen der Städte und in Parks treffen sich Feiernde oft ohne Masken und ausreichenden Abstand. Im Öffentlichen Nahverkehr könnte die Masken-Disziplin auch besser sein. Und manche Zeitgenossen schreiben Fantasienamen in die obligatorische Gästeliste, wenn sie eine Gaststätte besuchen – Nachverfolgung im Infektionsfall schwierig.

Was ist zu tun, um die Pandemie wieder einzudämmen? Muss die Testpflicht ausgeweitet werden? Sollten Reisende aus Risikogebieten ihre Tests selbst bezahlen? Brauchen wir wieder Grenzkontrollen? Müssen die Gesundheitsämter gestärkt werden - und wie? Wie kann eine Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Sommerferien aussehen?

Und was ist mit uns, der Gesellschaft? Sind wir der Einschränkungen überdrüssig geworden, riskieren wir zu viel? Zerbröselt der gesellschaftliche Konsens, der bisher dazu beigetragen hat, dass Deutschland besser durch die Corona-Krise gekommen ist als andere Länder? Und wenn dem so ist, was kann man dagegen tun?

Darüber diskutieren:

Bärbel Bas, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion
Prof. René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt am Main
Dr. Moritz Kirchner, Politikwissenschaftler und Psychologe

(pag)

Mehr zum Thema

Corona-Gästelisten - "Wir brauchen ein Begleitgesetz"
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 30.7.2020)

Urlaub in Coronazeiten - Wo liegen die Grenzen der Freiheit?
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 29.7.2020)

Legale Outdoor-Partys - Eine Lösung für Clubs und Raver?
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 29.7.2020)

Wortwechsel

Trumps AmerikaDie gespaltene Nation
Nachdem er positiv auf COVID-19 getestet worden war, versammelten sich Unterstützer des US-Präsidenten Donald Trump mit Flaggen und seinem Konterfei auf einem T-Shirt vor dem Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Maryland.  (Getty Images / Alex Edelman)

Die USA haben die Wahl – und die Welt schaut gebannt auf ein Land, das polarisierter scheint als je zuvor: Die einen feiern Präsident Donald Trump als Heilsbringer, die anderen sehen in ihm eine Gefahr für die Demokratie. Halten die USA das aus?Mehr

Neue Suche nach Atommüll-EndlagerIst Gorleben überall?
Zwei symbolische Atommüllfässer stehen unweit vom ehemaligen Erkundungsbergwerk Gorleben im Wald. 90 Gebiete in Deutschland haben nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter.  (picture alliance / dpa / Philipp Schulze)

Deutschland sucht ein Endlager für hochgiftigen Abfall der Menschheit: Atommüll. Seit dieser Woche ist klar, Gorleben ist aus dem Rennen. Nur wohin mit dem Müll? Eine Studie listet 90 potenzielle deutsche Standorte auf. Streit ist programmiert.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur