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Kulturnachrichten

Mittwoch, 29. April 2020

Starkes Nutzerwachstum bei Spotify

Der weltgrößte Musikstreamingdienst Spotify ist in der Coronavirus-Pandemie gewachsen. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer sei um 31 Prozent auf 286 Millionen gestiegen, teilte das schwedische Unternehmen mit. Davon hätten 130 Millionen den Premiumdienst abonniert, für den monatliche Gebühren fällig werden. Im Vorjahreszeitraum waren die monatlichen Nutzerzahlen um 25 Prozent in die Höhe geklettert. Der Umsatz des Musikstreaming-Pioniers stieg zum Jahresstart um 22 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar. Dagegen legten die Werbeeinnahmen, entgegen der Erwartung des Management, nicht zu. Laut Spotify sind wegen der Coronakrise im März Anzeigenkampagnen gekündigt oder pausiert worden.

Schwedische Schriftstellerin Maj Sjöwall gestorben

Die schwedische Schriftstellerin und Übersetzerin Maj Sjöwall, die in Deutschland vor allem für ihre Krimireihe über den Kommissar Martin Beck bekannt wurde, ist gestorben. Nach langer Krankheit sei sie im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen, berichteten mehrere schwedische Medien. Ihr schwedischer Verlag Piratförlaget schrieb auf Facebook: "Ruhe in Frieden, geliebte Maj!" Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Per Wahlöö hatte Sjöwall zwischen 1965 und 1975 die zehnteilige Romanreihe über Kommissar Beck geschrieben, die später als Vorreiter der Skandinavienkrimis betrachtet wurde. Die Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt und stellten zudem die Grundlage für die deutsch-schwedische Krimi-Filmreihe "Kommissar Beck" dar.

Neue Leitung für das Filmmuseum Potsdam

Das Filmmuseum Potsdam hat ab sofort eine neue Leiterin. Die bisherige Amtsinhaberin, Ulrike von Keitz, hat ihr Amt mit sofortiger Wirkung abgegeben. Sie hatte die Einrichtung seit Oktober 2014 geleitet. Künftig wolle sie sich nur noch ihrer Professur widmen, teilte das Museum mit. Ihre bisherige Stellvertreterin, Christine Handke, rückt als neue Direktorin nach. Das Filmmuseum war 1981 in der Landeshauptstadt eröffnet worden und ist seit 2011 Teil der Filmuniversität Babelsberg "Konrad Wolf". Dort hat von Keitz eine Professur für Filmforschung und Filmbildung.

Eisenacher Bachhaus öffnet wieder

Nach siebenwöchiger Pause öffnet das Bachhaus in Johann Sebastian Bachs Geburtsstadt Eisenach am 4. Mai wieder für Besucher. Wegen der Corona-Pandemie sind aber Gruppenbesuche, Führungen und Vorführungen der barocken Musikinstrumente noch nicht wieder möglich. Auch das Museumscafé bleibe noch geschlossen, der Garten sei jedoch wieder offen, teilte das Bachhaus mit. Die Eintrittspreise sollen wegen der Einschränkungen bis zur Öffnung der Hotels und Gaststätten halbiert werden. Das Bachhaus Eisenach ist mit über 250 originalen Exponaten eine der bedeutendsten Ausstellungen zum Leben und der Musik von Johann Sebastian Bach.

Schauspielhaus Bochum erhält Martin Linzer Preis

Der diesjährige Martin Linzer Theaterpreis der renommierten Fachzeitschrift Theater der Zeit geht an das Schauspielhaus Bochum. "Das Theater, das man in Bochum sehen kann, handelt von der tragischen oder komischen Selbstverstrickung des Menschen", heißt es in der Begründung des Jurors Jakob Hayner. Besonders hervorzuheben seien das herausragende Ensemble und die Inszenierung von Anton Tschechows "Iwanow" von Intendant Johan Simons. Das sei ein Abend, der über Monate im Gedächtnis bleibe, so Hayner. Wegen der Corona-Maßnahmen soll die Preisverleihung im Schauspielhaus Bochum voraussichtlich erst im Herbst stattfinden.

documenta-Archiv mit neuer Leitung

Die Kunsthistorikerin Nadine Oberste-Hetbleck wird neue Direktorin des documenta-Archivs. Sie folgt damit auf Birgit Jooss, die im Februar an das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München gewechselt war, teilte die documenta mit. Oberste-Hetbleck wird auch den Aufbau des documenta-Instituts mitgestalten, das zunächst unter dem Dach der documenta und Museum Fridericianum gGmbH in Kooperation unter anderem mit dem Bund und der Universität Kassel entsteht. Oberste-Hetbleck kommt vom Kunsthistorischen Institut der Universität Köln und leitet das documenta-Archiv ab 1. August.

Journalistenverbände mahnen Freiheitsrechte an

Mit Blick auf eine geplante EU-Verordnung zur Bekämpfung von Terrorpropaganda pochen Journalistenverbände auf die Einhaltung von Freiheitsrechten. In einem offenen Brief appellieren sie an die Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene stärker für die Kommunikationsgrundrechte einzusetzen. Unterzeichner sind der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), Reporter ohne Grenzen, Wikimedia Deutschland, die Journalistengewerkschaft dju in ver.di und das Whistleblower-Netzwerk. Das Ziel, gegen Terrorpropaganda vorzugehen, sei nicht zu kritisieren, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Grundrechte wie die Presse-, Rundfunk- und Meinungsfreiheit müssten allerdings ebenso geschützt werden, wie die Freiheit der Informationsbeschaffung.

Gerda Henkel Stiftung fördert Forschung zu Mossul

Die Gerda Henkel Stiftung fördert wissenschaftliche Projekte zu Geschichte und Gegenwart der irakischen Stadt Mossul. Dazu zählt eine Studie zum aktuellen Wiederaufbau Mossuls nach der Befreiung vom Islamischen Staat. Finanziert würden unter anderem Heidelberger Forscher, die Thronsaalreliefs aus einem der königlichen Paläste von Ninive untersuchen, wie die Stiftung mitteilte. Die Terrorgruppe Islamischer Staat hatte die Reliefs 2014 zerschlagen. Mit insgesamt 3,4 Millionen Euro fördert die Stiftung den Angaben zufolge darüberhinaus rund 50 neue Projekte weltweit.

Kultursenator Brosda fordert Milliarden für Kulturszene

Zur Rettung der Kulturszene in der Corona-Krise sieht Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda Bedarf für ein Milliardenprogramm von Bund und Ländern. Damit soll direkt auch die Produktion von Kultur angekurbelt werden. "Wir sollten gemeinsam überlegen, wie wir rauskommen aus einer Logik, der zufolge wir nur die Ausfälle kompensieren", sagte Brosda, der Deutschen Presse-Agentur. Die aktuelle Hilfen haben aus Sicht des Kultursenators eine zu defensive Perspektive. Man müsse über die Entwicklung von Förderprogrammen nachdenken, die die Produktion von Kunst und kulturellen Angeboten auch unter den Bedingungen von Corona ermöglichten. Kultur-Produktion müsse wieder gefördert werden, so Brosda. Damit erübrige sich dann auch ein Stück weit die Frage, inwiefern Kulturschaffende in Hilfssysteme verwiesen werden müssten, "weil wir dann wieder fördern, dass sie Kunst schaffen können", so der Senator.

Bund startet Soforthilfe für freie Ensembles

Der Bund hat wegen der Corona-Krise ein Soforthilfeprogramm für freie Orchester und Ensembles gestartet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) stellt dafür nach eigenen Angaben bis zu 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Unterstützung soll künstlerisches Arbeiten trotz der Corona-Pandemie ermöglichen und zielt insbesondere auf Formate ab, die die derzeitigen besonderen Bedingungen berücksichtigen. Zur Zielgruppe gehören unter anderem das Mahler Chamber Orchestra, das Ensemble Modern und das Freiburger Barockorchester. Antragsteller können bis zu 200.000 Euro erhalten.

Oscar Academy ändert Regeln

In Corona-Zeiten passt auch die Oscar Filmakademie ihre Regeln an - zumindest so lange, wie die Kinos geschlossen bleiben. So können die kommenden Oscars Ende Februar 2021 ausnahmsweise auch an Filme vergeben werden, die lediglich in einem Streamingdienst veröffentlicht wurden, teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit. Sie reagiert damit auf wegen der Coronavirus-Pandemie weltweit geschlossene Kinos. Zuvor musste ein Film mindestens sieben Tage lang in einem Kino in Los Angeles gelaufen sein, um für die Auszeichnung infrage zu kommen. Die Ausnahmeregelung soll bis zur Wiederöffnung der Kinos gelten. Diese erwarten Beobachter bis Juni oder Juli. Dann würde die Akademie die Liste der Kinos erweitern, in denen ein Film zu sehen gewesen sein muss, um für einen Oscar infrage zu kommen - Spielstätten unter anderem in New York, Chicago und Atlanta sollen dann akzeptiert werden.

"Slumdog Millionär"-Star Irrfan Khan gestorben

Der Bollywood-Star Irrfan Khan ist tot. Khan spielte Rollen in Bollywood- und Hollywood-Filmen wie "Slumdog Millionär" und "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger". Khan galt als einer der besten indischen Schauspieler und war bekannt dafür, allein mit seiner Augenmimik ein breites Spektrum an Emotionen zu zeigen. Er werde eine große Lücke hinterlassen, schrieb Bollywood-Größe Amitabh Bachchan auf Twitter. Khan war 2018 an Krebs erkrank - nach einer längeren Behandlung in London konnte er seine Arbeit als Schauspieler im vergangenen Jahr aber wieder aufnehmen. Irrfan Khan starb im Alter von 53 Jahren nach einer Darm-Infektion sagte ein Sprecher des Krankenhauses in Mumbai, wohin der Schauspieler gebracht worden war.

Thomas Walter geht zurück an die Berliner Volksbühne

Der Verwaltungsleiter des Berliner Ensembles wechselt das Theater und kehrt zurück. Thomas Walter wird zur Spielzeit 2021/22 Geschäftsführender Direktor der Berliner Volksbühne. Das teilte die Berliner Kulturverwaltung mit. Walter war im Haus am Rosa-Luxemburg-Platz bereits von 2014 bis 2018 in der selben Funktion tätig. Er hatte das Theater nach dem Intendantenwechsel von Frank Castorf auf Chris Dercon verlassen.

Grütters weitet Kulturförderprogramm aus

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat das bisherige Förderprogramm für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland auf ganz Deutschland ausgeweitet. Für dringend notwendige Modernisierungen und Sanierungen stünden 15 Millionen Euro für mehr als 40 Vorhaben zur Verfügung, teilte Grütters in Berlin mit. Das Förderprogramm "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland (Invest Deutschland)" wird mit Unterstützung des Bundestags und der Länder aufgelegt. Zuvor gab es ein kurz "Invest Ost" genanntes Programm. Mittel bekommen nun unter anderem Burg Hülshoff in Havixbeck, das Forschungsmuseum Schöningen, Schloss Wernigerode, das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren sowie die Bayerische Staatsoper München und das Übersee-Museum Bremen.

"The Jewish Chronicle" erscheint weiter

Die britische jüdische Wochenzeitung "The Jewish Chronicle" kann offenbar weiter erscheinen. Nach Medienberichten erwarb ein Konsortium die fast 180 Jahre alte Publikation. An der Spitze des Konsortiums stehe Sir Robbie Gibbs, ein ehemaliger BBC-Journalist und Kommunikationsdirektor von Downing Street unter Premierministerin Theresa May. Die finanziell angeschlagene Zeitung war durch die Coronavirus-Pandemie ins fianzielle Aus geraten.

EU-Kommission genehmigt Medienstaatsvertrag

Die EU-Kommission hat den deutschen Medienstaatsvertrag durchgewunken. Er beinhaltet auch eine Erhöhung der Rundfunkgebühr um 86 Cent auf 18,36 Euro. Die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab sagte in Mainz, nach der Unterzeichnung durch die Ministerpräsidenten könne der Staatsvertrag nun zügig den Länderparlamenten zur Ratifikation vorgelegt werden. Der neue Medienstaatsvertrag gebe unter anderem Antworten auf zentrale Fragen einer digitalisierten Medienwelt. So würden rechtliche Leitplanken auch für große Plattformen wie Google und Facebook aufgestellt, sagte Raab.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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