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Freitag, 24.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. Januar 2020

Starke Mädchen konkurrieren um "Goldenen Spatz"

Für den diesjährigen "Goldenen Spatz" haben die Auswahlkommissionen so viele Kino- und TV-Beiträge gesichtet wie noch nie. Insgesamt 206 Produktionen schauten sich die Experten des größten deutschen Kinder-Medien-Festivals innerhalb der vergangenen elf Tage an. "Bei den Langfilmen sind in diesem Jahr auffällig viele starke Mädchenfiguren dabei", sagte Festivalleiterin Nicola Jones. Aus ihrer Sicht ist das ein Indiz für ein gestiegenes Bewusstsein, weibliche Figuren in Filmen in den Vordergrund zu stellen. Vom 24. bis 30 Mai zeigt das Festival in Erfurt und in Gera Filme für ein junges Publikum. Wer gewinnt, entscheidet eine Jury aus Kindern im Alter von 9 bis 13 Jahren.

Künstler stellt Merkel und Clinton als Gewaltopfer dar

Der italienische Künstler Alexsandro Palombo hat mit Blut und blauen Flecken versehene Portäts von Politikerinnen wie Angela Merkel und Hilary Clinton in Mailand aufgehängt. Er wolle mit den Bildern auf das Thema häusliche Gewalt gegenüber Frauen aufmerksam machen. Über den Politikerinnenköpfen steht das englische Motto der Aktion "Just because I am a Woman" (Nur weil ich eine Frau bin). In der Vergangenheit hatte Palombo bereits ähnliche Darstellungen unter anderem von Michelle Obama und der amerikanischen Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez aufgehängt.

Demi Lovato singt US-Hymne beim Super Bowl

Die Popsängerin Demi Lovato wird in diesem Jahr die US-amerikanische Nationalhymne beim Sport-Großereignis "Super Bowl" singen. Die 27-Jährige werde die Hymne vor dem Anpfiff der Finalpartie am 2. Februar in Miami singen, teilte die US-Football-Liga NFL am Donnerstag mit. Der Auftritt gilt als große Ehre - und für Lovato, die zuletzt mit gesundheitlichen und psychischen Problemen gekämpft hatte, als Comeback-Chance. In der Vergangenheit haben bereits Stars wie Beyoncé und Whitney Houston die Hymne gesungen.

Mehr Kommunikation im WDR nach "Umweltsau"-Lied

Nach dem Wirbel um das "Umweltsau"-Lied sollen Vorstand und Eltern des WDR-Kinderchors bei brisanten Themen künftig vorab informiert werden. Dies sei bei einem Elternabend des Chors mit dessen Leiter Zeljo Davutovic vereinbart worden. Personelle Konsequenzen werde es aber nicht geben, alle Eltern hätten sich hinter den Chorleiter gestellt. Auch die künstlerische Freiheit werde in keiner Weise eingeschränkt. Ende des vergangenen Jahres hatte der WDR-Kinderchor zu der Melodie von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" einen kritisch-spöttischen Text über Klimasünden der älteren Generation gesungen. Daraufhin gab es einen Shitstorm im Internet. Nach einer Entschuldigung des WDR-Intendanten Tom Buhrow folgten Morddrohungen gegen WDR-Mitarbeiter und eine breite gesellschaftlichen Debatte.

Verfahren gegen Regisseur nach Übergriffs-Vorwürfen

Nach Belästigungsvorwürfen der bekannten französischen Schauspielerin Adèle Haenel hat die Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den Regisseur Christophe Ruggia (55) eingeleitet. Er sei unter Justizaufsicht gestellt worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Ruggia ist unter Auflagen auf freiem Fuß. Haenel hatte dem Regisseur Ende vergangenen Jahres vorgeworfen, während der mehrjährigen Dreharbeiten zum Film "Les Diables" mehrfach übergriffig geworden zu sein und sie unangemessen angefasst zu haben. Damals war Haenel zwischen 12 und 15 Jahre alt. Ruggia hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Studie zu kolonialem Erbe in Thüringen angestrebt

Die rot-rot-grüne Landesregierung strebt eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe in Thüringen an. Das geht aus dem Vertrag für eine Minderheitsregierung hervor. "Wir sind uns des bis heute sichtbaren kolonialen Erbes bewusst und setzen uns deshalb für eine kritische Aufarbeitung der kolonialen Spuren und Kontinuitäten auch in Thüringen ein", heißt es in dem Regierungsprogramm. Dafür solle eine Studie in Auftrag gegeben werden. Am Mittwoch hatten Linke, SPD und Grüne einen Regierungsvertrag für eine mögliche Minderheitsregierung unter Dach und Fach gebracht. Das Programm wollen sie am Freitag öffentlich vorstellen.

Linke wollen Ende der Verhandlungen mit Hohenzollern

Die Linke-Fraktion im Bundestag hat sich für ein Ende der Gespräche über mögliche Entschädigungen für die Nachfahren der Hohenzollern-Monarchie ausgesprochen. Mit dem Antrag forderte die Linke, per Gesetz künftig etwaige Forderungen ehemaliger Adelshäuser zu unterbinden. Da sich die Vertreter aller anderen Parteien gegen den Antrag der Linken aussprachen, wurde dieser in die Ausschüsse verwiesen. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg verhandeln seit 2014 mit den Hohenzollern über mögliche Rückgaben und Entschädigungen, um ein Klageverfahren zu vermeiden. Die Verhandlungen ruhen derzeit, da das Land Brandenburg 2015 einen Gerichtsprozess gegen die Hohenzollern wegen enteigneter Immobilien wieder aufgenommen hat.

Millionenstrafe für den Schmuggel des eigenen Bildes

Weil er sein eigenes Picasso-Gemälde rechtswidrig außer Landes bringen wollte, verurteilte ein spanisches Gericht den prominenten früheren Bankpräsidenten Jaime Botín zu 18 Monaten Gefängnis. Außerdem muss er 52,4 Millionen Euro Strafe zahlen. Das Meisterwerk "Kopf einer jungen Frau" gilt als nationales Kulturgut, sein Export ist verboten. Der Verurteilte wollte es im Ausland verkaufen. Das Gericht sprach das Ölgemälde im Wert von 24 Millionen Euro nun dem spanischen Staat zu. Es stammt aus der "Rosa Periode" des Künstlers und zeigt eine Frau mit langem schwarzem Haar. Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Künstler bauen umstrittene Säule vor Reichstag ab

Das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" hat seine umstrittene Stahlsäule vor dem Reichstagsgebäude in Berlin abgebaut. Das Bezirksamt Mitte hatte den Verantwortlichen eine Frist gesetzt, die Steele zu beseitigen. Ab Freitag wäre die Säule sonst vom Bezirksamt entfernt worden, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mit. Die Aktion der Künstlergruppe stand von Beginn an stark in der Kritik, da die Säule Asche von Opfern des Holocaust enthalten solle. Die Aktivisten hatten die Asche eigenen Angaben nach anschließend entfernt und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland übergeben, die sie auf einem jüdischen Friedhof beisetzte.

Cate Blanchett leitet Jury der Filmfestspiele in Venedig

Cate Blanchett wird in diesem Jahr die Jury der Filmfestspiele von Venedig leiten. Die australische Oscar-Preisträgerin sei nicht nur eine "Ikone des zeitgenössischen Kinos", sondern engagiere sich auch für Umweltschutz und die Position von Frauen in einer von männlichen Vorurteilen geprägten Branche, erläuterte Filmfest-Direktor Alberto Barbera ihre Wahl. Blanchett spielte in Filmen wie "Aviator" oder "Blue Jasmine". Das Festival von Venedig ist eines der wichtigsten der Welt und findet im September statt.

Iran-Krise verhindert Ausstellung in Frankfurt

Wegen der Unruhen im Iran ist eine Ausstellung im Archäologischen Museum Frankfurt vorerst geplatzt. Die für Frühjahr 2020 geplante Sonderausstellung "Tod im Salz. Eine archäologische Ermittlung in Persien" wurde "kurzfristig auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben", wie das Museum mitteilte. "Grund ist die Rücknahme der Verträge bzw. Angebote der Versicherungs- und Kunsttransportunternehmen unter Hinweis auf die seit Jahresbeginn 2020 nochmals verschärfte politische Lage im Mittleren Osten", erklärte das Museum. In den vergangenen zwei Jahren hatte das Archäologische Museum die Ausstellung zusammen mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, dem Archaeological Museum und dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran vorbereitet. Frankfurt hofft nun "auf eine baldige Fortführung der Ausstellungsvorbereitungen".

Neue KMK-Vorsitzende will Zentralabitur stärken

Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich für eine Stärkung des Zentralabiturs ausgesprochen. Es sei wichtig, "dass wir mehr Vergleichbarkeit haben, dass wir uns gerade mit Blick aufs Abitur noch stärker annähern", sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) im Südwestrundfunk. Zugleich solle der Föderalismus in Deutschland bewahrt werden. Hubig wies den Vorwurf, dass das Zentralabitur Bildungsstandards absenke, zurück: "Es geht darum, vielleicht ein paar mehr zentrale Elemente bei der Abiturprüfung zu haben - bei Beibehaltung der Eigenheiten." Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin übernahm den KMK-Vorsitz am Donnerstag. Sie folgte auf den hessischen Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Deutsche Welle widerspricht Rassismusvorwürfen

Die Deutsche Welle widerspricht den Missbrauchs- und Rassismusvorwürfen, die in einem Artikel des britischen Guardian gegen das Medienhaus erhoben worden sind. Mitarbeiter schreiben in einem offenen Brief, dass das im Artikel beschriebene Arbeitsumfeld keine Ähnlichkeit mit dem Newsroom habe, in dem sie heute arbeiten. Die beschriebenen Vorfälle lägen mehr als 18 Monate zurück und es seien damals unmittelbar arbeitsrechtliche Maßnahmen erlassen worden, erklärte die Deutsche Welle. Der britische Guardian hatte zuvor in einem Artikel von massiven Vorwürfen berichtet. So seien Mitarbeiter des deutschen Auslandssenders rassistisch und antisemitisch beleidigt worden. Gegen einen Moderator habe es Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegeben. Mitarbeitern, die die Probleme zu Sprache brachten, sei mit Repressalien gedroht worden, schrieb der Guardian.

73 Nominierungen für Grimme-Preis

73 Nominierungen gehen in das Rennen um den Grimme Fernsehpreis, darunter die Serie "How to sell Drugs online (fast)" (Netflix), die Comedy "Joko & Klaas" (Pro Sieben), der Film "Elternschule" (SWR), das kleine Fernsehspiel "Das Menschenmögliche" (ZDF) und die Datingshow "Prinz Charming" (RTL). Die Kandidaten wählten die Kommissionen in den vier Kategorien Information und Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend aus. "2019 war ein Jahr, das uns als Gesellschaft gefordert hat", sagte die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach. Themen des Jahres wie Klimaschutz, 30 Jahre Mauerfall oder Seenotrettung spiegelten sich in den Einreichungen. Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern sind neun Produktionen privater Anbieter und drei Netflix-Serien unter den Wettbewerbsbeiträgen. Die Preisträger werden am 27. März in Marl ausgezeichnet. Der undotierte Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Wikipedia in der Türkei wieder erreichbar

In der Türkei ist das Onlinelexikon Wikipedia wieder erreichbar. Ein Gericht in Ankara hatte die Aufhebung der Sperre angeordnet. Die türkischen Behörden hatten die Online-Enzyklopädie seit April 2017 blockiert. Begründet wurde das damit, dass die Regierung der Türkei in einigen Artikeln mit Extremistengruppen in Verbindung gebracht werde. Im Dezember vergangenen Jahres urteilte das türkische Verfassungsgericht jedoch, dass die Wikipedia-Sperre gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung verstößt.

James Bond soll männlich bleiben

Auf James-Bond-Darsteller Daniel Craig soll wieder ein Mann als Geheimagent 007 folgen. Das erklärte die Bond-Produzentin Barbara Broccoli im US-Branchenblatt "Variety". Er könne jede Hautfarbe haben, aber er sei männlich, sagte sie und sprach sich dafür aus, "starke weibliche Charaktere" zu schaffen. Kein Interesse habe sie daran, eine männliche Figur zu nehmen und von einer Frau spielen zu lassen. Broccoli sagte, Frauen seien weitaus interessanter als das. Im April kommt der 25. James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" in die Kinos - es wird der fünfte und wohl letzte Auftritt von Daniel Craig sein.

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