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Studio 9 | Beitrag vom 22.03.2016

Star-Trek-SchauspielerWilliam Shatner wird 85

Von Georg Schwarte

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Die Crew des Raumschiffes USS Enterprise, im Zentrum William Shatner als Captain James Tiberius Kirk.  (picture-alliance / dpa)
Die Crew des Raumschiffes USS Enterprise, im Zentrum William Shatner als Captain James Tiberius Kirk. (picture-alliance / dpa)

"Beam me up, Scotty": In der Rolle des Captain Kirk in der TV-Serie Raumschiff Enterprise erlangte der Schauspieler William Shatner Kult-Status. Am heutigen Dienstag wird er 85 Jahre alt - und hat noch immer viel zu tun.

"Computerlogbuch Nummer eins der Enterprise. Sternzeit 1314. Captain Kirk: Das Unmögliche ist eingetreten."

Das Unmögliche trat und tritt im Leben dieses William Shatners, alias Captain James T. Kirk eigentlich ständig auf. Bis heute:

"Das ist 'ne alte Unfallboje. Die haben sie wahrscheinlich abgesetzt, als sie in eine Gefahrenzone kamen."

Generationen haben diesen einen Satz eingesogen

Niemand konnte so dramatisch im senffarben hautengen Raumanzug über Unfallbojen und andere Gefahrenzonen des Universums reden, wie der Universalschauspieler William Shatner:

"Hauptschirm an. Kompensieren Sie die Beschleunigung und halten Sie die Position."

Zackig seine Kommandos im Film. Und er hielt die Position des Raumschiffkapitäns Kirk bis eigentlich heute. Generationen haben diesen einen Satz eingesogen. Ein Satz, der mittlerweile einging ins Vokabular der gesamten Welt, auch jenseits der Trekkis, der Star Treck Fans:

"Beam me up, Scotty.”

Scotty beamte, das Fernsehpublikum staunte - seit 1966 und William Shatner lacht bis heute über die simple und vor allem sehr kostensparende Drehbuchidee, Personen einfach zu beamen, statt sie aufwendig mit Treppen, Raumschiffen oder anderen Fluggeräten von einem Ort zum anderen zu bringen:

"Ein bisschen Funkensprühen. Das war's. Ein sehr einfacher Spezialeffekt."

Er hat viel zu tun, sammelt Spendengelder

Aber nicht der einzige Spezialeffekt im Leben von William Shatner, geboren in Montreal, Sohn aus Osteuropa eingewanderter Juden, studierter Wirtschaftswissenschaftler, der seine erste kleine, für ihn aber große Kinorolle als Alexi, in der Verfilmung von Dostojewskis Brüder Karamasow hatte.

"Das Ding ist mit Vorsicht zu genießen. Meldung an die Brücke: Alarm für alle Decks."

William Shatner, er hat zeitweise im Campingbus gewohnt, als die ersten Star Treck-Folgen abgedreht und der Erfolg auf sich Warten ließ, er hat vier Frauen geheiratet, drei Töchter gezeugt und Shatner alias Kirk hat einen großen Freund gehabt. Mr. Spock. Im Film wie im Leben, Leonard Nimoy, der im Vorjahr verstorbene Kanadier bzw. Vulkanier, sein bester Freund.

Freundschaft sei, wenn man alles übereinander wisse und sich immer noch liebe. Und dieser Shatner liebt eine ganze Menge. Pferde zum Beispiel. Genauso wie Twitter. 2,3 Millionen Follower hat der Mann, der noch immer über die Bühnen zieht, talkt, filmt, und singen tut er auch noch, oder er tut zumindest, so als ob er singen könnte.

Er wird heute 85. Hat viel zu tun, sammelt Spendengelder für alle, die anders als er zu kurz kamen im Leben. Seine neueste Idee: Eine Wasserpipeline von Seattle nach Kalifornien, um dort in seiner Wahlheimat die Dürre zu bekämpfen. Kalifornien gehe unter. Sagt er. Begraben von Staub.

Er hat Bücher geschrieben, ist das mittlerweile etwas füllige Gesicht eines Schnäppchenportals, hat Star Treck verflucht und doch geliebt und wird deswegen wohl auch im Jahr 2200 vermutlich noch diesen einen Satz in die unendlichen Weiten des Universums rufen:

"Beam me up, Scotty."

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